In Zeiten von Käufermärkten sind Unternehmen bemüht, den Engpass Absatz zu überwinden und die Gunst der Konsumenten zu erlangen. Dabei stehen sie in einem starken Wettbewerb zu anderen Unternehmen. Um mögliche Wettbewerbsvorteile zu erlangen, ist es notwendig, permanent über Tätigkeiten und Vorhaben potentieller Mitbewerber informiert zu sein. Informationen lassen sich beispielsweise über Pressemitteilungen, das Internet, Geschäftsberichte und Imagebroschüren sowie den Jahresabschluss beschaffen. Zuletzt genannte Quelle gilt in der heutigen Zeit als unentbehrlich, um ein realitätsnahes Bild der wirtschaftlichen Lage eines Unternehmens zeichnen zu können. Im Rahmen dieser Ausarbeitung werden daher zwei Unternehmenseinzeljahresabschlüsse der fischverarbeitenden Industrie aus finanzwirtschaftlicher Sicht verglichen. Der finanzwirtschaftliche Vergleich basiert auf den von den Unternehmen veröffentlichten Jahresabschlüssen nach HGB. Beide Unternehmen haben ihren Standort in der Bundesrepublik Deutschland. Untersuchungsgegenstand des Vergleichs sind die deutschen Tochterunternehmen Royal Greenland und Pickenpack der global agierenden Konzerne Royal Greenland A/S und Icelandic Group hf. Beide Konzerne sind in der fischverarbeitenden Industrie tätig und vertreiben ihre Produkte weltweit. Neben der Produktion werden die Unternehmen auch in vorgelagerten Prozessen tätig, insofern sowohl Royal Greenland als auch Icelandic über eigene Quoten verfügen
und demnach vom Fang bis zur Verarbeitung des Tiefkühlfischs am gesamten Veredelungsprozess beteiligt sind. In dieser Sparte gilt die Icelandic Group als unangefochtener Weltmarktführer.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Unternehmensauswahl
3 Finanzwirtschaftliche Analyse
3.1 Aufbereitungsmaßnahmen
3.2 Vermögensanalyse
3.3 Kapitalanalyse
3.4 Analyse der Deckungsverhältnisse
4 Erfolgswirtschaftliche Analyse
4.1 Erfolgsspaltung
4.2 Aufwands- und Ertragsanalyse
4.3 Rentabilitätsanalyse
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit vergleicht die Jahresabschlüsse zweier Unternehmen der fischverarbeitenden Industrie, Royal Greenland Seafood GmbH und Pickenpack Hussmann & Hahn Seafood GmbH, aus finanz- und erfolgswirtschaftlicher Sicht. Ziel des Benchmarks ist es, durch die Identifikation von Optimierungspotenzialen die Wettbewerbsfähigkeit von Royal Greenland zu steigern.
- Finanzwirtschaftliche Analyse mittels Bilanzaufbereitung und Kennzahlen
- Erfolgswirtschaftliche Analyse durch eine detaillierte Erfolgsspaltung
- Untersuchung von Liquidität, Kapitalstruktur und Deckungsverhältnissen
- Vergleich der Rentabilität und der operativen Ertragskraft
- Beurteilung der Auswirkungen gestiegener Rohwarenkosten auf die Unternehmen
Auszug aus dem Buch
3.1 Aufbereitungsmaßnahmen
Um die Vergleichbarkeit von Bilanzen herzustellen und diese für die Anwendung von betriebswirtschaftlichen Kennzahlen zu präparieren sind sogenannte Aufbereitungsmaßnahmen notwendig. Diese unterscheiden sich grundsätzlich in Maßnahmen der Umgliederung und Umbewertung. Zu den Maßnahmen der Umgliederung zählen im Einzelnen die Umgruppierung, Neubildung und Aufspaltung, die Maßnahmen der Umbewertung hingegen umfassen im Einzelnen die Saldierung und Erweiterung. Während sich die Bilanzsumme bei Maßnahmen der Umbewertung verändert, bleibt sie bei Maßnahmen der Umgliederung gleich.
Die Umgruppierung meint im Wesentlichen, dass ein bestehender Bilanzposten einer anderen Position auf derselben Seite zugeordnet wird, während im Sinne der Neubildung verschiedene Bilanzpositionen zu einer neuen zusammengefasst werden. Die Aufspaltung stellt das Gegenteil der Neubildung dar, so dass eine vorhandene Bilanzposition in mehrere neue aufgespalten wird. Bei der Saldierung handelt es sich um eine Aufrechnung, die sowohl die Aktiv- als auch Passivseite der Bilanz tangiert. Unter Erweiterung wird verstanden, dass vorhandene Bilanzpositionen aufgeschlüsselt und auf die jeweils andere Bilanzseite transferiert werden.
So gilt es im Zuge der externen Bilanzanalyse zunächst einmal als notwendig, die für den Vergleich zugrunde liegenden Bilanzen nach demselben Gliederungsschema aufzubereiten. Dabei ergänzen Angaben aus dem Anhang die Aufbereitung, z.B. durch detailliertere Informationen zu den einzelnen Bilanzpositionen. Neben der gliedernden Erfassung der Bilanzpositionen, sind weitere strukturierende Aufbereitungsmaßnahmen notwendig. Bei diesen handelt es sich um die Bildung sogenannter betriebswirtschaftlicher Analysebasisgrößen. Zu diesen gehören das Eigenkapital, lang-, mittel- und kurzfristiges Fremdkapital, Gesamtvermögen, betriebsnotwendiges Vermögen sowie das monetäre Umlaufvermögen. Die Bildung dieser Größen sei unabdingbar, da die Erstellung der Bilanzen nicht nach betriebswirtschaftlichen, sondern nach juristischen Aspekten erfolge.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung stellt die Bedeutung der Jahresabschlussanalyse dar und definiert das Ziel, durch einen Branchenvergleich zwischen Royal Greenland und Pickenpack Optimierungspotenziale aufzuzeigen.
2 Unternehmensauswahl: Hier werden die beiden Vergleichsunternehmen vorgestellt, wobei deren strukturelle Ähnlichkeit und ihre gemeinsame Einordnung als große Kapitalgesellschaften als Begründung für das Benchmark herangezogen werden.
3 Finanzwirtschaftliche Analyse: Dieses Kapitel erläutert die methodische Bilanzaufbereitung und untersucht anschließend die Vermögensstruktur, die Kapitalherkunft sowie die finanzielle Stabilität der beiden Firmen.
4 Erfolgswirtschaftliche Analyse: Der Fokus liegt hier auf der Ertragskraft; durch eine detaillierte Erfolgsspaltung sowie Aufwands- und Rentabilitätsanalysen werden die Wertschöpfungsquellen der Unternehmen differenziert bewertet.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, wonach Pickenpack sich als exzellenter Vergleichspartner bestätigt, während für Royal Greenland strategische Handlungsempfehlungen zur Rentabilitätssteigerung abgeleitet werden.
Schlüsselwörter
Bilanzanalyse, Erfolgsspaltung, Finanzwirtschaftliche Analyse, Rentabilitätsanalyse, Royal Greenland, Pickenpack, Jahresabschluss, Kennzahlen, Eigenkapitalquote, Liquidität, Working Capital, Betriebsergebnis, Struktur- und Veränderungsbilanz, Fischverarbeitende Industrie, Benchmark.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse und dem Vergleich der Erfolgs- und Finanzlage zweier Unternehmen der fischverarbeitenden Industrie, Royal Greenland und Pickenpack, auf Basis ihrer Jahresabschlüsse.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die bilanzielle Aufbereitung, die Untersuchung der Vermögens- und Kapitalstruktur sowie die erfolgswirtschaftliche Analyse der Ertragskraft.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist ein Benchmarking, um Stärken von Pickenpack zu identifizieren und mögliche Optimierungspotenziale für Royal Greenland aufzuzeigen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Es werden klassische Methoden der Bilanzanalyse wie die Aufbereitung von Bilanzen, die Berechnung von Finanzkennzahlen, die Erfolgsspaltung und die Rentabilitätsanalyse eingesetzt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil erfolgen die Umgliederung der Bilanzen, die detaillierte Vermögens- und Kapitalanalyse sowie die Untersuchung der Ertragsquellen und die Rentabilitätsprüfung für die Geschäftsjahre 2008 und 2009.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Bilanzanalyse, Erfolgsspaltung, Rentabilität, Finanzlage, Benchmark, Kennzahlen und fischverarbeitende Industrie.
Wie reagieren die Unternehmen auf gestiegene Rohwarenkosten?
Während Pickenpack die gestiegenen Beschaffungskosten teilweise durch Preisanpassungen und Personalrationalisierungen kompensierte, verzeichnete Royal Greenland einen unverhältnismäßigen Kostenanstieg, der zu einem negativen Betriebsergebnis führte.
Welche Rolle spielt der Gewinnabführungsvertrag bei Pickenpack?
Der Gewinnabführungsvertrag bewirkt, dass Pickenpack den Gesamtgewinn an die Icelandic Group abführt, was die Eigenkapitalbasis beeinflusst und in die finanzielle Stabilitätsbetrachtung einfließt.
Warum wird das Working Capital bei Royal Greenland kritisch gesehen?
Das Working Capital bei Royal Greenland ist überdurchschnittlich hoch, was zu einer verstärkten Bindung des kurzfristigen Umlaufvermögens führt und sich aufgrund von Opportunitätskosten negativ auf die Rentabilität auswirkt.
- Citar trabajo
- Thorsten Landsmann (Autor), 2011, Analyse der Erfolgs- und Finanzlage: Theoretische Grundstrukturen und praktische Umsetzung am Beispiel der Firmen Royal Greenland und Pickenpack (Icelandic), Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/174068