Die folgende Seminararbeit befasst sich mit der Veränderung der öffentlichen Rezeption, Wahrnehmung und Würdigung Georg Elsers von 1939 bis in die Gegenwart. Dabei wird insbesondere vor dem Hintergrund der politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen der Umgang mit der Erinnerung an Elser analysiert.
„Kennen Sie den Namen Claus Schenk Graf von Stauffenberg?“ – ‚Ja‘ lautete die Antwort von 59 % der knapp 100 Umfrageteilnehmenden. Mit Blick in die Geschichtsbücher unserer Zeit zum Thema Widerstand im Nationalsozialismus scheint diese Antwortrate wenig überraschend. Es stellt sich die Frage, weshalb rund 67 % der Befragten den Namen Georg Elser nicht kannten, obwohl sein Attentat am 8. November 1939 mehr Todesopfer forderte als spätere bekannte Anschläge. Dieses Ergebnis verdeutlicht einerseits die Defizite, andererseits den bewusst gelenkten Fokus der öffentlichen Erinnerung auf bestimmte Persönlichkeiten des Widerstands gegen den Nationalsozialismus. Dies kann entsprechend des zeitlich-historischen Kontexts mit bestimmten Verhaltensmustern in Politik, Medien und Gesellschaft verbunden werden. Wenngleich Zeitabschnitte dabei stets ineinandergreifen, sind es davon unabhängig vor allem Einzelne, die durch ihr Interesse und ihre Unnachgiebigkeit mit entscheidenden Impulsen zur Widerstandsforschung beigetragen haben. Ein gemeinsamer Konsens über die Bedeutung und Auslegung des Widerstands bestand dabei jedoch nicht, vielmehr wurde dieser von Person zu Person unterschiedlich verstanden. Dass oftmals Widerstand auf Widerstand trifft, hat insbesondere der wechselvolle Verlauf Georg Elsers öffentlicher Wahrnehmung über die letzten Jahrzehnte deutlich gemacht.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2025, Vom "Hinterhältigen" zum "Helden". Wie veränderte sich die öffentliche Rezeption, Wahrnehmung und Würdigung von Georg Elser von 1939 bis heute?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1741087