Eines der übergeordneten Ziele des kompetenzorientierten Englischunterrichts besteht darin, die Entwicklung der funktionalen kommunikativen Kompetenz zu fördern. Sprachliche Kompetenz in der Zielsprache zeigt sich an der erfolgreichen Bewältigung von Kommunikationssituationen. Fehler bilden hierbei einen völlig natürlichen Aspekt des Sprachenlernens, denn sie sind ein Anzeichen dafür, dass die Interimssprache der Lernenden noch nicht mit der Zielsprache übereinstimmt. Wenn Lernende konstruktives Feedback bezüglich ihrer Fehler erhalten, eröffnet sich ihnen die Gelegenheit, bestehende Annahmen über die Fremdsprache zu überdenken, gegebenenfalls zu revidieren und auf diese Weise ihre sprachliche Kompetenz zu erweitern. Demzufolge können Fehler, in Anlehnung an das Prinzip „Mistakes are your mates“, als unverzichtbarer Bestandteil des Sprachenlernens angesehen werden.
Wenn man Fehlerkorrektur im Unterricht so gestalten möchte, dass sie den Lernfortschritt fördert, müssen laut Thaler (2012) zwei Schritte berücksichtigt werden: Zuerst ist es notwendig, die Art des Fehlers zu identifizieren und die Ursachen dafür zu analysieren. Auf Grundlage dieser Fehlerklassifikation kann im zweiten Schritt abgeleitet werden, welche Art von Feedback zu Korrekturzwecken angemessen ist.
Die vorliegende Arbeit stützt sich auf die Überlegungen Thalers (2012) und führt darauf basierend eine Fehlerschwerpunktanalyse von Schülertexten der 8. Klasse einer Stadtteilschule durch. Hierbei werden wiederholt Fehler in der englischen Syntax identifiziert, die eine gezielte und effektive Korrektur erfordern. Angesichts der sozialen und fachlichen Voraussetzungen der Lerngruppe wird deutlich, dass die bisherige Herangehensweise an die Korrektur von Syntaxfehlern nicht ausreichend ist, um nachhaltige Verbesserungen zu erzielen.
Im theoretischen Teil dieser Arbeit werden die fachdidaktischen Grundlagen der Fehlerkorrektur erläutert. Darüber hinaus wird die Methode Lernen durch Lehren1 vorgestellt, die den analysierten Lernvoraussetzungen der Schüler*innen Rechnung trägt und daher als vielversprechende Lösung für die Schwierigkeiten der S*S mit dem Satzbau angesehen werden kann. Im praktischen Teil wird der bisherige Umgang mit Fehlern kurz umrissen, bevor das Vorgehen zur Implementierung der Methode LdL zur Fehlerkorrektur beschrieben wird.
- Quote paper
- Anonym (Author), 2023, Inwiefern ist die Methode "Lernen durch Lehren" (LdL) förderlich, um Fehler im englischen Satzbau zu korrigieren?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1741091