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Der Wald als Raum sprachlicher Entwicklung

Zur Umsetzung des Bildungsbereichs "Sprache" im Waldkindergarten

Titel: Der Wald als Raum sprachlicher Entwicklung

Bachelorarbeit , 2021 , 98 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Pädagogik - Inklusion
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Bachelorarbeit untersucht, welchen Stellenwert sprachliche Bildungsprozesse im Waldkindergarten einnehmen, indem sie theoretische Grundlagen zu Naturpädagogik, frühkindlicher Sprachentwicklung und Bildungsplänen (insbesondere dem Thüringer Bildungsplan) zusammenführt und mit einer qualitativen Interviewstudie verknüpft. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass Sprachbildung im Waldalltag oft eine untergeordnete Rolle spielt. Durch Literaturanalyse und zwei Experteninterviews wird herausgearbeitet, wie Sprache im Naturraum gefördert wird, welche Rahmenbedingungen dies beeinflussen und inwiefern der Wald als Lernraum spezifische Chancen oder Herausforderungen für die sprachliche Entwicklung bietet. Ziel ist es, die Relevanz des Bildungsbereichs „Sprache“ im naturpädagogischen Konzept zu bestimmen und die Forschungslücke zur Sprachbildung im Waldkindergarten zu adressieren.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Problemhintergrund

Teil A: Theoretischer Bezugsrahmen

1. Zur Entstehung der Bildungspläne im Elementarbereich

1.1. Implementierung der Bildungspläne

1.2. Eigenschaften des Thüringer Bildungsplans

1.3. Aspekte des Sprachlichen Bildungsbereichs im TBP-18

2. Zur Sprachliche Entwicklung im Kindesalter

2.1. Aspekte des Spracherwerbsprozess

2.2. Kriterien der Sprachentwicklung

2.2.1. Voraussetzungen der Sprachentwicklung

2.2.2. Bedingungen der kindlichen Sprachentwicklung

3. Zur Naturpädagogik in der Kindheit

3.1. Bedeutung der Natur im Waldkindergarten

3.2. Entstehung des Waldkindergartens

3.3. Pädagogische Aspekte des Waldkindergartens

3.3.1. Grundlegende Ansätze der Pädagogik

3.3.2. Aspekte des Naturraums

3.3.3. Bedeutung der pädagogischen Fachkraft

Teil B: Empirischer Rahmen

4. Zur Forschungsmethodik

4.1. Beschreibung des Untersuchungsdesigns

4.2. Methodisches Vorgehen

4.3. Beschreibung des Samples

4.4. Durchführung der empirischen Erhebung

4.5. Darstellung der Datenauswertung

4.5.1. Datenaufbereitung

4.5.2. Datenanalyse

5. Ergebnisdarstellung

5.1. Ergebnisse der Befragung

5.2. Ergebnisse der Beobachtung

6. Diskussion der Ergebnisse

6.1. Interpretation der Untersuchungsergebnisse

6.1.1. Die Natur als Setting des Alltags

6.1.2. Die Bedeutung der Fachkraft

6.1.3. Gestaltung von Angeboten

6.2. Kritische Würdigung der Untersuchungen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht die Art und Weise der Umsetzung des Bildungsbereichs „Sprache“ in einer Waldgruppe einer integrativen Kindertagesstätte. Ziel ist es, unter Anwendung des Thüringer Bildungsplans, den Einfluss der pädagogischen Fachkraft und des Naturraums auf sprachbildende Prozesse im Waldkindergartenalltag explorativ zu analysieren und Möglichkeiten einer gezielten Sprachförderung im Kontext der Waldpädagogik aufzuzeigen.

  • Bedeutung der Natur als Bildungsraum und Erfahrungssetting
  • Einfluss der pädagogischen Fachkraft auf sprachliche Bildungsprozesse
  • Alltagsintegrierte versus additive Sprachförderung
  • Verknüpfung von Bildungsplänen mit naturpädagogischer Praxis

Auszug aus dem Buch

Problemhintergrund

Laut Ulrich Gebhard (2020), einem deutschen Erziehungswissenschaftler, besteht bereits seit den 1960er Jahren der Bedarf von Kindern nach Naturerfahrungen. Hierbei bezeichnet er im Umkehrschluss eine Entfremdung des Menschen von der Natur. Insbesondere anhand von sozialen und psychischen Defiziten macht er diese Entfremdung erkennbar. Gebhard ergänzt, zu den Erkenntnissen des Arztes Alexander Mitscherlichs, dass dieses "Problem" zur heutigen Zeit deutlich angestiegen sei. (vgl. Gebhard 2020, S. 79) Als Gründe dafür nennt er den Anstieg einer "künstlichen Umwelt", die geprägt ist, durch den Wegfall von Landschaften und dem Anstieg der Industrie. (vgl. ebd., S. 79) Gebhard stellt somit dar, dass die Entwicklung des Kindes durch den Wegfall der natürlichen Umgebung Defiziten gegenüberstehen kann.

Diese Erkenntnis lässt sich aus einer anderen Perspektive durch eine 2020 durchgeführte Studie des Cincinnati Children’s Hospital Medical Center bekräftigen, die den Konsum von displaybasierten Medien bei Kindern untersuchten und eine Veränderung der Strukturen im Gehirn feststellte. (vgl. Hutton et al. 2020) Die Untersuchungen bei 69 Vorschulkindern zeigen, dass sich der technische Medienkonsum vordergründig auf die weiße Gehirnsubstanz auswirkt, da diese als schwächer strukturiert erfasst wurde. (vgl. Hutton et al. 2020, S. 2) Dieser Hirnbereich dient unterstützend der Fähigkeitsentwicklung des Erlernens der Sprache. (vgl. Hutton et al. 2020, S. 4) Demzufolge lässt sich aus der Studie durch die erhöhte Nutzung von digitalen Medien ableiten, dass die neuronalen Veränderungen der Gehirnsubstanz einen Einfluss auf die Sprachfähigkeit des Kindes nehmen können.

Diese Erkenntnisse zeigen, welchen Einfluss die Veränderung der Lebensumstände auf den Menschen nehmen können. Die künstliche Umwelt und die erhöhte Nutzung von digitalen Medien stellen jedoch nur zwei Aspekt dar, die zur veränderten Lebenssituation von Kindern in der Gegenwart beitragen können. Ingrid Miklitz, eine Diplom-Sozialwissenschaftlerin mit einer Zusatzausbildung der Natur- und Erlebnispädagogik, die sich vertieft mit der Thematik des Kindes und der Natur auseinandergesetzt hat, sieht neben der Medialisierung Themen wie die Bewegungsarmut, beengte Wohnverhältnisse, den Verlust primärer Erfahrungen und die Dominanz von sekundären Erfahrungen als Ursachen für den Bedarf an „ausgleichenden pädagogischen Konzepten“ (Miklitz 2019, S. 14).

Zusammenfassung der Kapitel

Zur Entstehung der Bildungspläne im Elementarbereich: Das Kapitel skizziert die Implementierung von Bildungsplänen in das deutsche Bildungssystem und arbeitet den Thüringer Bildungsplan als zentrales Fundament für die vorschulische pädagogische Arbeit heraus.

Zur Sprachliche Entwicklung im Kindesalter: Hier werden theoretische Grundlagen des Spracherwerbs sowie die entscheidenden Entwicklungsvoraussetzungen und -bedingungen im Kindesalter unter Einbeziehung des interaktionistischen Ansatzes dargestellt.

Zur Naturpädagogik in der Kindheit: Es erfolgt eine Abgrenzung von Wald- und Naturpädagogik sowie eine historische Einordnung des Waldkindergartenkonzepts, ergänzt um pädagogische Kernaspekte wie Ganzheitlichkeit und die Rolle der Fachkraft.

Zur Forschungsmethodik: Dieses Kapitel erläutert das qualitative Untersuchungsdesign, bestehend aus Experteninterviews und teilnehmenden Beobachtungen, und begründet das methodische Vorgehen zur Analyse der Angebotsgestaltung.

Ergebnisdarstellung: Die erhobenen Daten aus Befragungen und Beobachtungen werden entlang der Hauptkategorien Naturraum, Fachkraft, Rahmenbedingungen und Angebotscharakteristika systematisch vorgestellt.

Diskussion der Ergebnisse: Die Befunde werden in den theoretischen Kontext eingeordnet, kritisch reflektiert und im Hinblick auf die Forschungsfrage zur Gestaltung sprachlicher Bildung interpretiert.

Schlüsselwörter

Waldkindergarten, Sprachbildung, Naturpädagogik, Thüringer Bildungsplan, Kindliche Sprachentwicklung, Alltagsintegrierte Sprachförderung, Qualitative Inhaltsanalyse, Pädagogische Fachkraft, Inklusion, Naturraum, Ganzheitliches Lernen, Frühpädagogik, Sprachkompetenz, Beobachtung, Experteninterview

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie in der Praxis eines Waldkindergartens sprachbildende Angebote umgesetzt werden und welche Rolle dabei die Natur sowie das pädagogische Fachpersonal spielen.

Welche Themenfelder stehen dabei im Mittelpunkt?

Zentral sind die Bereiche der Waldpädagogik, die frühkindliche Sprachentwicklung nach dem Thüringer Bildungsplan sowie die Gestaltung von pädagogischen Lernprozessen im natürlichen Lebensraum.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, durch eine qualitative Analyse aufzuzeigen, wie Sprachförderung im Waldalltag alltagsintegriert stattfinden kann und inwiefern der Wald als Entwicklungsraum für sprachliche Kompetenzen dient.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Es wurde ein qualitatives Forschungsdesign gewählt, das aus einem Experteninterview mit der Einrichtungsleitung und teilnehmenden Beobachtungen in einer Waldgruppe besteht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Bezugsrahmen zu Bildungsplänen, Spracherwerb und Naturpädagogik sowie einen empirischen Teil, in dem die Ergebnisse der Datenerhebung ausgewertet und diskutiert werden.

Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Waldkindergarten, alltagsintegrierte Sprachförderung, Naturraum, ganzheitliche Bildung und der Thüringer Bildungsplan.

Wie nimmt die pädagogische Fachkraft Einfluss auf die Sprachentwicklung im Wald?

Die Fachkraft fungiert als Sprachvorbild, greift Alltagssituationen als Sprechanlässe auf und nutzt die Unbestimmtheit von Naturmaterialien, um Kinder zu sprachlichen Aushandlungsprozessen anzuregen.

Welche Rolle spielt die „Ganzheitlichkeit“ bei sprachlichen Angeboten im Wald?

Ganzheitlichkeit bedeutet hier die Verknüpfung sprachlicher Bildung mit Sinneserfahrungen (z.B. Fühlen, Sehen) und praktischen Tätigkeiten, was laut Untersuchung den Lernerfolg und die emotionale Bindung an die Sprache stärkt.

Ende der Leseprobe aus 98 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Der Wald als Raum sprachlicher Entwicklung
Untertitel
Zur Umsetzung des Bildungsbereichs "Sprache" im Waldkindergarten
Hochschule
Fachhochschule Nordhausen
Note
1,0
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
98
Katalognummer
V1741161
ISBN (PDF)
9783389197707
ISBN (Buch)
9783389197714
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Heilpädagogik Sprachförderung Waldpädagogik Naturpädagogik Inclusive Studies Pädagogik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2021, Der Wald als Raum sprachlicher Entwicklung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1741161
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  98  Seiten
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