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Neue Herausforderungen für die Zeitarbeitsbranche

Stichtag 1. Mai 2011

Title: Neue Herausforderungen für die Zeitarbeitsbranche

Term Paper , 2011 , 12 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Marc Ehlert (Author)

Leadership and Human Resources - Miscellaneous
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Keine Arbeitsform durchlebt spannendere Zeiten als die Zeitarbeitsbranche: „Erst Motor der Wirtschaft, dann Prügelknabe, jetzt schon wieder auf dem Weg nach ganz oben“ (Müller 2011, S. 18). Die Zeitarbeit - auch Arbeitnehmerüberlassung oder Leiharbeit genannt - hat sich in den letzten Jahren zu einem festen Bestandteil des Arbeitsmarkts in Deutschland entwickelt (vgl. Friemel/Hautumm 2010, S. 208). Ein entscheidender Tag für die weitere Entwicklung der Zeitarbeit ist jedoch der 01.05.2011. Einerseits hat der Bundestag per Gesetz zur Verhinderung von Missbrauch der Arbeitnehmerüberlassung ab Mai eine gesetzliche Lohnuntergrenze in der Zeitarbeit beschlossen (vgl. Müller 2011, S. 18). Dass nun der lang diskutierte Mindestlohn Wirklichkeit wird, hat seinen Grund, denn ebenfalls am 01.05.2011 gelten für die acht der Europäischen Union (EU) 2004 beigetretenen Staaten Mittel- und Osteuropas (MOE-Staaten) die vollständige Dienstleistungsfreiheit und Arbeitnehmerfrei-zügigkeit. Somit unterliegt kein Arbeitnehmer aus diesen EU-Ländern mehr gewissen arbeitsmarktrechtlichen Einschränkungen. War früher ein Genehmigungsprozess seitens der deutschen Regierung erforderlich, entfällt dieser künftig (vgl. Sassenhagen/Heuser 2011, S. 25). Im Kontext dieser Gesetzgebung können beispielsweise Unternehmen mit Sitz in Polen ihre Arbeiter dann auch in Deutschland beschäftigen. Jedoch schürt dies auch die Befürchtung, dass polnische, tschechische oder auch deutsche Verleiher mit Niederlassungen in diesen Ländern mit Tarifen von unter fünf Euro auf den deutschen Arbeitsmarkt drängen (vgl. Siebenhüter 2011, S. 146). „Dabei herrscht (...) in Deutschland unter den Leiharbeits-formen ein immenser Verdrängungswettbewerb, der sich nahezu ausschließlich über den Preis reguliert“ (Siebenhüter 2011, S. 146). Im Allgemeinen war das Image der Zeitarbeitsbranche so schlecht wie lange nicht mehr. Berühmt für den Missbrauch der Zeitarbeit wurde im Herbst 2009 die Drogerie-Kette Schlecker (vgl. Schumacher 2010, S. 64). Dort entließ das Unternehmen tausende Mitarbeiter, um sie dann zu deutlich schlechteren Arbeitsbedingungen als Zeitarbeitskräfte zu beschäftigen. Das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG) verbot dieses Vorgehen nicht. Der Regulierungsbedarf in der Zeitarbeit wird infolgedessen politisch diskutiert, da seit der Legalisierung das Recht dieser Arbeitsform nicht zur Ruhe kommt (vgl. Schmitt-Rolfes 2011, S. 199).

Excerpt


Gliederung des Themas

1. Einführende Worte

2. Ein Zugang zur Thematik der Zeitarbeit

3. Die neuen Gesetzeslagen und die Auswirkungen auf die Zeitarbeit

3.1. Das Gesetz zur Verhinderung von Missbrauch der Arbeitnehmerüberlassung

3.2. Der Mindestlohn in der Zeitarbeit

3.3. Die Arbeitnehmerfreizügigkeit

3.4. Die Auswirkungen auf die Zeitarbeit

4. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, ob die neuen gesetzlichen Rahmenbedingungen für die Zeitarbeitsbranche ab dem 01. Mai 2011 eine grundlegende Zeitenwende einleiten oder ob weiterhin erhebliche Besorgnisse hinsichtlich des Arbeitsmarktes bestehen.

  • Grundlagen und historische Entwicklung der Zeitarbeit
  • Einführung einer gesetzlichen Lohnuntergrenze (Mindestlohn)
  • Einfluss der Arbeitnehmerfreizügigkeit auf den Wettbewerb
  • Regelungen gegen den sogenannten „Drehtüreffekt“
  • Strategische Bedeutung der Zeitarbeit für Unternehmen

Auszug aus dem Buch

3.1. Das Gesetz zur Verhinderung von Missbrauch der Arbeitnehmerüberlassung

Der Kern des Gesetzes liegt in der Aufnahme einer Regelung zur Verhinderung des sogenannten Drehtüreffekts. Heuchemer/Schielke (2011) stellen heraus, dass die Diskussion um die Etablierung einer solchen Klausel nicht mittels der Leiharbeitsrichtlinie vom 19.11.2008 aufgekommen wurde, obwohl diese in Artikel 5 Abs. 5 den Gesetzgeber verpflichtet, Schritte zu ergreifen, um Missstände abzuwehren und Verstöße durch wirksame, angemessene und abschreckende Maßnahmen zu sanktionieren (vgl. Richtlinie 2008/104/EG, Art. 5 Abs. 5, Art. 10 Abs. 2). Diese Verpflichtung glaubte der Gesetzgeber schon mit der Aufnahme des Prinzips des Equal-Pay erfüllt zu haben. Vielmehr war es der Fall der Drogerie-Kette Schlecker, der zu dieser Klausel führte (vgl. Heuchemer/Schielke 2011, S. 760). Umgangssprachlich wird die ‚Drehtürklausel‘ auch als ‚Lex Schlecker‘ bezeichnet (vgl. Muschiol/Schmitt 2011, S. 12). Durch das neue Gesetz will der Gesetzgeber verhindern, dass Arbeitnehmer entlassen werden und unmittelbar oder nach kurzer Zeit auf Grundlage eines bei Zeitarbeitsfirmen geltenden Tarifvertrages als Zeitarbeiter zu schlechteren Arbeitsbedingungen eingestellt werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführende Worte: Dieses Kapitel erläutert die aktuelle Dynamik der Zeitarbeitsbranche und nennt die Anlässe für die gesetzlichen Neuregelungen zum 1. Mai 2011.

2. Ein Zugang zur Thematik der Zeitarbeit: Hier werden die arbeitsrechtlichen Grundlagen der Arbeitnehmerüberlassung sowie die historische Entwicklung bis zur Hartz-Reform beschrieben.

3. Die neuen Gesetzeslagen und die Auswirkungen auf die Zeitarbeit: Das Kapitel analysiert die gesetzliche Umsetzung der Leiharbeitsrichtlinie und deren direkte Konsequenzen für die Branche.

3.1. Das Gesetz zur Verhinderung von Missbrauch der Arbeitnehmerüberlassung: Dieser Abschnitt fokussiert auf die „Drehtürklausel“ und die neuen Informationspflichten des Entleihers.

3.1.1. Der Mindestlohn in der Zeitarbeit: Es wird die Einführung der staatlichen Lohnuntergrenze vor dem Hintergrund der EU-Osterweiterung beleuchtet.

3.1.2. Die Arbeitnehmerfreizügigkeit: Hier wird der Wegfall der Übergangsfristen für MOE-Staaten und deren Bedeutung für den Arbeitsmarkt thematisiert.

3.2. Die Auswirkungen auf die Zeitarbeit: Dieses Kapitel diskutiert die Auswirkungen der neuen Gesetze auf Unternehmen, Wettbewerb und Lohndumping.

4. Schlussbetrachtung: Ein Resümee über die Herausforderungen und die Unsicherheit bezüglich zukünftiger Schlupflöcher in der Gesetzgebung.

Schlüsselwörter

Zeitarbeit, Arbeitnehmerüberlassung, AÜG, Drehtüreffekt, Mindestlohn, Arbeitnehmerfreizügigkeit, Equal-Pay, Dienstleistungsfreiheit, Lohndumping, Personaleinsatz, Gesetzesreform, Leiharbeit, Arbeitsmarkt, MOE-Staaten, Schlecker.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den rechtlichen und wirtschaftlichen Veränderungen in der deutschen Zeitarbeitsbranche zum Stichtag 1. Mai 2011.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Einführung eines Mindestlohns, der Schutz vor Missbrauch durch die sogenannte Drehtürklausel und die Auswirkungen der vollständigen Arbeitnehmerfreizügigkeit für MOE-Staaten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu analysieren, ob die neuen gesetzlichen Rahmenbedingungen eine Zeitenwende einleiten oder ob weiterhin Risiken für Zeitarbeitnehmer bestehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse aktueller Fachbeiträge, Gesetzesentwürfe und statistischer Daten zur Entwicklung des Zeitarbeitsmarktes.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Grundlagen, die detaillierte Analyse der neuen Gesetze (Mindestlohn, Drehtürklausel) und die Untersuchung der Auswirkungen durch die EU-Freizügigkeit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Zeitarbeit, Drehtüreffekt, Mindestlohn, Equal-Pay und Arbeitnehmerfreizügigkeit geprägt.

Was genau ist der „Drehtüreffekt“ im Kontext der Arbeit?

Der Drehtüreffekt beschreibt die Praxis, bei der Arbeitnehmer entlassen und kurz darauf bei demselben Arbeitgeber zu schlechteren Bedingungen als Leiharbeiter wieder eingestellt werden.

Welchen Einfluss hat die „Lex Schlecker“?

Die „Lex Schlecker“ (Drehtürklausel) soll durch das neue Gesetz verhindern, dass Unternehmen die Arbeitnehmerüberlassung systematisch zur Kostenreduzierung durch Verschlechterung der Arbeitsverträge nutzen.

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Details

Title
Neue Herausforderungen für die Zeitarbeitsbranche
Subtitle
Stichtag 1. Mai 2011
College
Helmut Schmidt University - University of the Federal Armed Forces Hamburg
Grade
1,0
Author
Marc Ehlert (Author)
Publication Year
2011
Pages
12
Catalog Number
V174141
ISBN (eBook)
9783640944293
ISBN (Book)
9783640944057
Language
German
Tags
neue herausforderungen zeitarbeitsbranche stichtag
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Marc Ehlert (Author), 2011, Neue Herausforderungen für die Zeitarbeitsbranche, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/174141
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