Diese Bachelorarbeit soll den Lesern Aufschluss darüber geben, ob Katastrophenanleihen auch Bestandteil kleiner privater Portfolios sein können und, falls ja, wie sie darin integriert werden können. Besonderes Augenmerk wird dabei auf die Definition des privaten Anlegers, auf Anleihen im Allgemeinen und auf Katastrophenanleihen im Besonderen gelegt. Die besondere Stellung von Katastrophenanleihen als Wertpapiere zur Finanzierung großer Versicherungsrisiken wird ebenso erörtert wie ihre Gestaltung und der Markt für diese Anleihen. Darüber hinaus wird der Frage nachgegangen, ob Katastrophenanleihen im Rahmen der Lehren von Markowitz zur optimalen Portfolioallokation auch für Privatanleger geeignet sind. In diesem Zusammenhang werden die Möglichkeiten und Grenzen einer Anlage in sogenannten Cat Bonds oder in Produkte, die in Katastrophenanleihen investieren, für kleinere Portfolios diskutiert und die Ergebnisse vorgestellt. Vor allem Investmentfonds, die privaten Anlegern den Zugang zu Katastrophenanleihen ermöglichen, werden ausführlich behandelt – die Vor- und Nachteile solcher Konstrukte werden erläutert sowie einschränkende Faktoren im Zusammenhang mit einer Anlage in diese Art von Anleihen diskutiert. Abschließend rundet eine Zusammenfassung der gewonnenen Erkenntnisse diese Bachelorarbeit ab.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Definitionen und Erläuterungen
2.1 Erläuterung von Anleihen
2.1.1 Definition und Merkmale von Anleihen
2.1.2 Anleihetypen
2.1.3 Bewertung und Renditeberechnung von Anleihen
2.2 Erläuterung von CAT-Bonds
2.2.1 Einordnung und Definition von CAT-Bonds
2.2.2 Emissionswege von CAT-Bonds
2.2.3 Gestaltungsparameter von CAT-Bonds
2.2.4 Trigger-Mechanismen
2.2.5 Preisfindung von CAT-Bonds
2.3 Das Privatportfolio
2.3.1 Abgrenzung Privatanleger zu institutionellem Anleger
2.3.2 Gesetzlicher Anlegerschutz
3 Eignung von CAT-Bonds als Asset in Privatportfolios
3.1 Der Markt für CAT-Bonds
3.2 Portfoliotheorie nach Markowitz
3.3 Portfoliodiversifikation mit CAT-Bonds
3.3.1 Renditen von CAT-Bond-Produkten
3.3.2 Volatilität von CAT-Bond-Produkten
3.3.3 Korrelation von CAT-Bond-Produkten zu anderen Anlagen
3.4 Grenzen eines Investments in CAT-Bonds für Privatanleger
4 Fazit
5 Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, ob Katastrophenanleihen (CAT-Bonds) als Anlageklasse für Privatanleger geeignet sind, um die Portfoliodiversifikation zu verbessern und das Gesamtrisiko zu senken.
- Grundlagen von Anleihen und deren Renditeberechnung.
- Struktur, Emissionswege und Funktionsweise von CAT-Bonds sowie deren Bewertung.
- Portfoliotheorie nach Markowitz im Kontext von CAT-Bonds.
- Analyse der Eignung, Rendite, Volatilität und Korrelation von CAT-Bond-Investmentfonds.
- Identifikation der Chancen und Grenzen für Privatanleger.
Auszug aus dem Buch
2.2.1 Einordnung und Definition von CAT-Bonds
In den 1990er Jahren suchte der Versicherungsmarkt nach alternativen Methoden des Risikotransfers großer Risiken wie Naturkatastrophen. Auslöser für diese Entwicklung war das immer häufiger werdende Eintreten solcher Ereignisse ab den 1990er Jahren. Hier seien insbesondere die Hurricanes Andrew und Iniki 1992, welche direkt verantwortlich für die Pleite von 15 Schadensversicherern waren, erwähnt. Die Alternativen bestanden in der Implementierung von Lösungen zur Finanzierung dieser Risiken mittels auf dem Kapitalmarkt emittierter Instrumente (vgl. Liebwein, 2000, S. 369). Eines dieser Instrumente bzw. alternativen Lösungen für den Risikotransfer von Großrisiken sind die Anleihederivate CAT-Bonds, wobei diese, genau genommen, weniger dem Transfer von Großrisiken, sondern mehr der Finanzierung derselben dienen.
Wie bereits erwähnt, dienen CAT-Bonds Versicherungsunternehmen – und hier insbesondere auch Rückversicherungsunternehmen – dazu, Großrisiken im Zusammenhang mit Naturkatastrophen zu verbriefen (engl. securitization) und handelbar zu machen und damit etwaige Forderungen der Versicherungsnehmer aus den Konsequenzen solcher Naturkatastrophen zu finanzieren. Insofern kann man auch davon sprechen, dass CAT-Bonds eine Art Hedge (Absicherung) der Versicherungen gegen Naturkatastrophen darstellen (vgl. Bauch, 2006, S.24). Wie vorhin bereits geschildert, stellen Katastrophenanleihen nichts anderes als die Verbriefung eines Versicherungsrisikos dar – insofern werden diese in die Klasse der „Insurance-Linked Securities“ (ILS) eingeordnet und können grundsätzlich, mit Bezug auf den Modus ebenjener, mit klassischen, bereits in Kapital 2.1 beschriebenen Anleihen verglichen werden (vgl. Wanke, 2012, S. 33 f.). Der hauptsächliche Unterschied zu konventionellen Anleihen, welche in der Regel einen vorher festgelegten Kupon, eine definierte Laufzeit und eine Tilgung zum Nennwert aufweisen, ist der Umstand, dass Katastrophenanleihen einen sogenannten Trigger aufweisen, welcher für die Investorinnen und Investoren einen Totalverlust des Investments bedeutet. Der Trigger stellt letztendlich das versicherungstechnische Risiko dar – also den Eintritt einer Naturkatastrophe.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Definiert Privatanleger und führt in die Thematik der CAT-Bonds als innovative Anleihederivate für die Portfoliooptimierung ein.
2 Definitionen und Erläuterungen: Vermittelt das notwendige Basiswissen über Anleihen, CAT-Bonds sowie die Besonderheiten des Privatportfolios im Gegensatz zu institutionellen Anlegern.
3 Eignung von CAT-Bonds als Asset in Privatportfolios: Analysiert den Markt, die Portfoliotheorie nach Markowitz sowie Rendite, Volatilität und Korrelation von CAT-Bond-Fonds und diskutiert die Grenzen für Privatanleger.
4 Fazit: Fasst die Erkenntnisse zusammen und beurteilt die Eignung von CAT-Bond-Investmentfonds als Portfoliobaustein für Privatanleger kritisch.
Schlüsselwörter
CAT-Bonds, Katastrophenanleihen, Portfoliodiversifikation, Portfoliotheorie, Markowitz, Anleihederivate, Risikotransfer, Investmentfonds, Rendite, Volatilität, Korrelation, Privatanleger, Versicherungstechnik, Hedge, Risikomanagement.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, ob CAT-Bonds für Privatanleger eine sinnvolle Ergänzung im Portfolio darstellen, um durch Diversifikation das Gesamtrisiko zu senken.
Welches sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Im Fokus stehen die Definition und Funktionsweise von CAT-Bonds, die Portfoliotheorie nach Markowitz, der Markt für CAT-Bond-Investmentfonds und deren Performance-Analyse.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage lautet, ob CAT-Bonds – die typischerweise von institutionellen Investoren genutzt werden – als zusätzliches Mittel zur Diversifikation in Privatportfolios geeignet sind.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Der Autor nutzt eine Kombination aus Literaturanalyse zur theoretischen Fundierung und einer empirischen Analyse von Performancedaten (Rendite, Volatilität, Sharpe Ratio) ausgewählter CAT-Bond-Investmentfonds.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Definition und Bewertung von Anleihen und CAT-Bonds, der Abgrenzung von Privatanlegern zu institutionellen Investoren sowie einer detaillierten Analyse verschiedener Investmentfonds.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie CAT-Bonds, Portfoliodiversifikation, Risikomanagement, Anleihederivate, Markowitz-Portfoliotheorie und Performancemessung mittels Kennzahlen wie Volatilität und Sharpe Ratio.
Wie unterscheidet sich der Zugang zu CAT-Bonds für Privatanleger im Vergleich zu institutionellen Anlegern?
Während institutionelle Anleger oft direkt investieren, ist für Privatanleger der Zugang aufgrund hoher Mindestanlagebeträge in der Regel nur über aktiv gemanagte Investmentfonds möglich.
Warum spielt die Korrelation bei CAT-Bonds eine so wichtige Rolle?
CAT-Bonds korrelieren kaum mit traditionellen Finanzmärkten, da ihre Preisentwicklung primär vom Eintritt oder Nicht-Eintritt von Naturkatastrophen abhängt, was sie zu einem wertvollen Diversifikationsinstrument macht.
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- Oliver Komaromy (Autor), 2021, CAT-Bonds für Privatanleger, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1741468