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Autoaggression bei Frauen - Hintergründe und ihre Auswirkungen

Title: Autoaggression bei Frauen - Hintergründe und ihre Auswirkungen

Diploma Thesis , 2003 , 124 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Dipl. Sozialpädagogin; Paar&Familientherapeutin Kirsten Schweigard (Author)

Social Work
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Das Thema „Selbstverletzendes Verhalten“ junger Menschen, insbesondere junger Frauen, rückte in den letzten Jahren durch die Medien immer stärker in den Blickpunkt der Öffentlichkeit. Experten geben an, die Bedeutung der Selbstverletzung nehme zu. So geht man in Deutschland nach vorsichtiger Schätzung von bis zu 200.000 Menschen aus, die sich selbst Schaden zufügen. Die meisten davon sind Mädchen und Frauen im Alter von 16-30 Jahren (Langsdorff Art., 2001). Das „Selbstverletzende Verhalten“ hat inzwischen einen ähnlich hohen Stellenwert, wie ihn die Magersucht in den 70er und die Bulimie in den 80er Jahren erreicht haben. (Sachsse 1999, S.8)

„Immer mehr junge Frauen leiden unter dem Zwang, sich selbst zu verletzen. Mit einem tiefen Schnitt ins Fleisch lindern sie ihre Seelenqualen. Doch jede Verwundung ist zugleich ein Schrei um Hilfe.“ (Hägele, 2001)

Die Artikel „Erst Musik, dann das Messer“, veröffentlicht in dem Magazin „Der Spiegel“ (Hägele, 2001), „Schnibbeln, um sich wieder zu spüren“ (Langsdorff, 2001) aus der Stuttgarter Zeitung, sowie „Messer in der Seele“ (Balthasar, 2001), publiziert in der Frankfurter Rundschau, zeigen deutlich die Aktualität und Brisanz von Selbstverletzendem Verhalten. Selbst der Umfang der Literatur zu diesem Thema wurde im Laufe der letzten Jahre immer größer und vielfältiger, was aber dennoch nicht zu einem besseren Verständnis der Problematik führte, da sie sich meist auf eine rein pathologische Sichtweise beschränkt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Definition und Termini

1.1 Definition: „Autoaggression“ und „Selbstverletzendes Verhalten“

1.2 Abgrenzung zu anderen Formen Selbstverletzenden Verhaltens

1.3 Verwendeter Terminus

1.4 Forschungsteil

2 Formen der Selbstschädigung

2.1 „Alltägliche“ Formen der Selbst(be)schädigung

2.2 Heimliche Selbst(be)schädigung

2.3 Münchhausen-Syndrom

2.4 Münchhausen by Proxy-Syndrom

2.5 Offene Selbst(be)schädigung

3 Überschneidungsbereiche bei Selbstverletzendem Verhalten

3.1 Selbstverletzendes Verhalten im Rahmen des Borderline-Syndroms

3.2 Selbstverletzendes Verhalten im Rahmen von Essstörungen

3.3 Selbstverletzendes Verhalten im Rahmen von Süchten

3.4 Epidemiologie

4 Ursachen und Hintergründe bei Selbstverletzendem Verhalten

4.1 Gesellschaftliche Faktoren

4.2 Familiäre Faktoren

4.3 Exkurs: Traumatheorien

4.4 Seelische und körperliche Misshandlung

4.5 Sexualisierte Gewalt als Sozialisationserfahrung

5 Erklärungsansätze für Selbstverletzendes Verhalten

5.1 Medizinische und Biologische Ansätze

5.2 Der Psychoanalytische Erklärungsansatz

5.3 Erklärungsmodelle der Verhaltensforschung

6 Die Bedeutung des Körpers

6.1 Der Körper als Objekt

6.2 Die Symbolik von Haut, Blut und Schmerz

7 Funktion der Selbstverletzung

7.1 Selbstverletzung als Ausdruck und Bewältigung von Gefühlen

7.2 Selbstverletzung als kommunikativer Aspekt

8 Selbstverletzung und Weiblichkeit

8.1 Weibliche Sozialisation

8.2 Der weibliche Körper

9 Selbstverletzendes Verhalten in Bezug auf die Sozialarbeit

9.1 Grundsätze professioneller Sozialer Arbeit

9.2 Aufgaben der sozialen Arbeit

10 Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die Diplomarbeit zielt darauf ab, das Verständnis für Betroffene mit selbstverletzendem Verhalten zu fördern, bestehende Tabus sowie einseitig pathologische Sichtweisen abzubauen und konkrete Interventionsmöglichkeiten für die Soziale Arbeit zu identifizieren.

  • Analyse der Ursachen und Entstehungszusammenhänge von Selbstverletzung bei jungen Frauen.
  • Untersuchung der Funktion und Dynamik des selbstschädigenden Verhaltens.
  • Betrachtung der Bedeutung weiblicher Sozialisation und des Körpers in der Pubertät.
  • Ableitung von Handlungsfeldern und Aufgaben für professionelle Soziale Arbeit.
  • Ergänzung theoretischer Ansätze durch qualitative Experten- und Betroffeneninterviews.

Auszug aus dem Buch

Die Symbolik von Haut, Blut und Schmerz

Die Haut ist eines der größten Organe des Menschen und der Betrachtung unmittelbar zugänglich. Umgangssprachlich wird sie auch als „Spiegel der Seele“ bezeichnet. Sie ist die körperliche Grenze zwischen innen und außen. Alles, was im Innenbereich liegt, wird von der Haut eingegrenzt. Die Haut verbindet aber auch innen mit außen. Damit ist sie also auch Kontaktorgan. Wir berühren mit der Haut unsere Umwelt und nehmen deren Beschaffenheit wahr. Aber die Haut kann uns auch verraten, sie gibt Aufschluss über körperliche und seelische Abläufe und Reaktionen. Einiges davon zeigt sich sehr direkt : die Haut kann rot werden vor Scham oder blas vor Schreck, sie kann schwitzen vor Angst oder Aufregung, die Haare können sich vor Entsetzen sträuben, oder wir bekommen eine Gänsehaut.

Die Haut als Abgrenzungs- und Schutzorgan, sie ist wie jede Grenze, auch immer in Gefahr. Das Kind spürt in dem Individuations- und Ablösungsprozess von der Mutter deutlich diese Trennung, dem kommt eine entscheidende Bedeutung zu. Die Sinneseindrücke der Haut regen ein Ich-Identitätsgefühl an. Folglich werden die Berührungen vom Menschen als sensorische Erfahrung des eigenen Ichs wahr- und aufgenommen (Teuber 2000, S.111).

Sachsse (1996, S.57) sieht die Haut bei sich selbst verletzenden Jugendlichen als ein Übergangsobjekt : „Die eigene Haut ist ein beliebig verfügbares Objekt, wie es für Suchtkranke die Flasche oder das Medikament darstellt“ (Hirsch 2000, S.16).

Die Grenzen der Mädchen wurden sowohl in psychischer als auch in physischer Hinsicht von anderen bereits in der Vergangenheit überschritten. Mit dem Selbstverletzenden Verhalten fügen sie sich nun selbst Schaden zu.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Definition und Termini: Dieses Kapitel definiert die Begriffe "Autoaggression" und "selbstverletzendes Verhalten" und grenzt sie von anderen Phänomenen ab.

2 Formen der Selbstschädigung: Es werden verschiedene Erscheinungsformen der Selbstschädigung klassifiziert, von alltäglichen Handlungen bis hin zu krankhaften Formen.

3 Überschneidungsbereiche bei Selbstverletzendem Verhalten: Das Kapitel untersucht Zusammenhänge zwischen Selbstverletzung und anderen Störungsbildern wie Borderline-Syndrom, Essstörungen und Süchten.

4 Ursachen und Hintergründe bei Selbstverletzendem Verhalten: Hier werden gesellschaftliche, familiäre und traumatische Einflüsse analysiert, die zur Entstehung des Verhaltens beitragen.

5 Erklärungsansätze für Selbstverletzendes Verhalten: Es erfolgt eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit medizinisch-biologischen, psychoanalytischen und lerntheoretischen Modellen.

6 Die Bedeutung des Körpers: Das Kapitel beleuchtet die Rolle des Körpers als Objekt sowie die Symbolik von Haut, Blut und Schmerz aus Sicht der Betroffenen.

7 Funktion der Selbstverletzung: Hier werden die motivationalen Aspekte wie Gefühlsregulation, Entlastung, Kontrolle und Kommunikation detailliert betrachtet.

8 Selbstverletzung und Weiblichkeit: Das Kapitel verknüpft das Thema mit der weiblichen Sozialisation und der besonderen Bedeutung des Körpers in der Pubertät.

9 Selbstverletzendes Verhalten in Bezug auf die Sozialarbeit: Abschließend werden Prinzipien, Handlungsansätze und Aufgaben der Sozialen Arbeit im Umgang mit betroffenen Frauen erörtert.

10 Zusammenfassung: Dieses Kapitel resümiert die wesentlichen Ergebnisse der theoretischen Analyse und der durchgeführten Experten- und Betroffenenbefragungen.

Schlüsselwörter

Autoaggression, Selbstverletzendes Verhalten, Borderline-Syndrom, Essstörungen, Trauma, Sozialarbeit, Weibliche Sozialisation, Körperbild, Dissoziation, Psychische Störungen, Prävention, Empowerment, Jugendliche Frauen, Suchtcharakter, Symptomatik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem komplexen Phänomen des selbstverletzenden Verhaltens bei jungen Frauen, wobei Hintergründe, Entstehungsursachen und die Auswirkungen auf das Leben der Betroffenen im Fokus stehen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf der begrifflichen Einordnung, verschiedenen Formen der Selbstschädigung, der Rolle von Traumaerfahrungen, Erklärungsansätzen aus verschiedenen Disziplinen sowie der Bedeutung des weiblichen Körpers.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, das Verständnis für betroffene Frauen zu vertiefen, Vorurteile abzubauen und Möglichkeiten für ein professionelles Handeln der Sozialen Arbeit im Umgang mit der Symptomatik zu entwickeln.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Neben einer umfassenden theoretischen Aufarbeitung durch Fachliteratur ergänzt die Autorin ihre Diplomarbeit durch qualitative Interviews mit vier Experten aus der Sozialen Arbeit sowie zwei Gesprächen mit betroffenen Frauen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begriffsbestimmung, die Analyse von Ursachen (u.a. gesellschaftliche und familiäre Faktoren), die Vorstellung verschiedener Erklärungsmodelle sowie die praktische Relevanz für die Soziale Arbeit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Diplomarbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Autoaggression, Selbstverletzendes Verhalten, Trauma, Borderline-Störung, weibliche Sozialisation und Soziale Arbeit.

Wie bewerten die Experten den Suchtcharakter von selbstverletzendem Verhalten?

Die Experten sind sich uneinig, sehen aber bei regelmäßigem, rituellem Verhalten und der Unfähigkeit zur Abstinenz durchaus suchtähnliche Züge, die der Spannungsregulation dienen.

Warum ist die Arbeit insbesondere für die Soziale Arbeit relevant?

Da Sozialpädagogen in vielen Feldern mit betroffenen Frauen konfrontiert werden, bietet die Arbeit Orientierung für einen professionellen Umgang und zeigt konkrete Methoden der Prävention und Betreuung auf.

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Details

Title
Autoaggression bei Frauen - Hintergründe und ihre Auswirkungen
College
Protestant University of Applied Sciences Ludwigsburg  (Sozialarbeit)
Grade
1,3
Author
Dipl. Sozialpädagogin; Paar&Familientherapeutin Kirsten Schweigard (Author)
Publication Year
2003
Pages
124
Catalog Number
V17415
ISBN (eBook)
9783638220002
Language
German
Tags
Autoaggression Frauen Hintergründe Auswirkungen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dipl. Sozialpädagogin; Paar&Familientherapeutin Kirsten Schweigard (Author), 2003, Autoaggression bei Frauen - Hintergründe und ihre Auswirkungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/17415
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