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Hunnen als Exempel aus chinesischer und westlicher Sicht

Title: Hunnen als Exempel aus chinesischer und westlicher Sicht

Term Paper (Advanced seminar) , 2002 , 21 Pages , Grade: sehr gut

Autor:in: Christoph Osterholt (Author)

World History - Early and Ancient History
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Zwischen den Grenzen der antiken europäisch-vorderasiatischen und der alt- chinesischen Welt erstreckt sich die mittelasiatische Steppen- und Wüstenregion. Sowohl im Westen wie im Osten musste man sich mit den aus der Steppe in die Kulturlandschaft eindringenden Nomaden auseinandersetzen. Diese Auseinandersetzung fand nicht nur kriegerisch oder wirtschaftlich statt, auch Historiographen, religiöse Kommentatoren und andere „Sinnstifter“ sahen sich genötigt, den ganz anderen, nicht mit sesshaften Völkern gleichsetzbaren Eindringlingen ihren Platz in der Weltgeschichte zuzuweisen.

Die Arbeit soll untersuchen, wie die Hunnen in Ost und West wahrgenommen wurden, in welchen Punkten sich die Beschreibungen gleichen und unterscheiden und in wie weit die Aussagen der antiken Autoren durch die Ergebnisse archäologischer Forschungen gedeckt sind. Vor diesem Hintergrund können dann Vermutungen über die Gründe von Fehleinschätzungen angestellt werden. Dabei soll die durchaus strittige Frage

der Gleichsetzung der Hsiung-nu mit den Hunnen irrelevant sein: so wie „die Hunnen“ ein Exempel in Ost und West sein konnten, ist der Konflikt zwischen sesshafter und nomadischer Welt an ihnen exemplarisch zu erkennen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort

2. Die Hsiung-nu

2.1 Die chinesischen Quellen

3. Die europäischen Hunnen

3.1 Die europäischen Quellen

4. Nachwort

5. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Wahrnehmung der Hunnen und Hsiung-nu in antiken westlichen sowie altchinesischen Quellen, um den Konflikt zwischen sesshaften Zivilisationen und nomadischen Völkern exemplarisch darzustellen.

  • Vergleichende Analyse der Quellenlage in Ost und West.
  • Untersuchung der Topoi und Klischees in der antiken Ethnographie.
  • Kontrastierung von idealtypischen Barbarenbildern mit archäologischen Erkenntnissen.
  • Diskussion der Bedeutung von Herrschaftskritik und Fremdwahrnehmung.
  • Auswirkung der literarischen Fixierung auf das historische Hunnenbild.

Auszug aus dem Buch

3.1 Die europäischen Quellen

Ammianus Marcellinus (ca. 330-395) gibt in Buch 31 seiner Res Gestae zwar nicht die erste, aber die einflussreichste ethnographische Schilderung der europäischen Hunnen. Der in Antiochia geborene Ammianus führt mit diesem Werk die Annalen des Tacitus bis auf seine eigene Zeit (d.h. bis Valens, 378, Bücher 14-31) fort. In diesen letzten Büchern wird jedoch die annalistische Schreibweise zu Gunsten einer sachlich orientierten Darstellung aufgegeben, die auch eine ausführlichere Darstellung der Hunnen zulässt. Ammianus hebt hervor, dass dieser zeitgeschichtliche Teil seines Werkes auf eigener Kenntnis und auf dem sorgfältigen Verhör von Zeugen beruht, in diesem Fall vermutlich von Goten. Die Res Gestae, die der in Rom lebende Autor 391/92 und nach 394 herausgab, zeugen von seinem Glauben an die unvergängliche Größe Roms, der jedoch mit seinem Determinismus kontrastiert.

So stellt er auch seinem Hunnenexkurs eine Reihe von Vorzeichen voran, die dem Auftreten der Hunnen auf der europäischen Bühne vorangingen und die die kommenden Kriege und den Tod des Valens „zuverlässig“ vorhersagten, um anschließend auf die eigentliche Wurzel des Übels sprechen zu kommen:

„Das Volk der Hunnen ist in den alten Schriften nur wenig bekannt. Es wohnt jenseits des Mäotischen Sees, nahe dem Eismeer, und lebt im Zustand unbeschreiblicher Wildheit. Da gleich nach der Geburt in die Wangen der Kinder mit dem Messer tiefe Furchen gezogen werden, damit der zu bestimmter Zeit auftretende Bartwuchs durch die runzeligen Narben gehemmt wird, werden sie unbärtig alt und ähneln, jeglicher Schönheit bar, den Eunuchen. Alle besitzen sie gedrungene und starke Glieder und einen muskulösen Nacken und sind so entsetzlich entstellt und gekrümmt, dass man sie für zweibeinige Bestien oder für Figuren aus Blöcken halten könnte, wie sie für die Seitenbegrenzung von Brücken roh behauen werden.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Vorwort: Dieses Kapitel erläutert die thematische Einbettung der Auseinandersetzung zwischen sesshaften und nomadischen Kulturen in Ost und West.

2. Die Hsiung-nu: Es werden der Aufstieg der Hsiung-nu zur Bedrohung für das chinesische Kaiserreich und die diplomatischen sowie militärischen Reaktionen der Han-Dynastie beleuchtet.

2.1 Die chinesischen Quellen: Dieser Abschnitt analysiert die Darstellung der Hsiung-nu in Ssuma Ch’iens „Shih-chih“ und deren Bedeutung für das chinesische Geschichtsverständnis.

3. Die europäischen Hunnen: Hier wird der historische Kontext des Einbruchs der Hunnen in den römischen Raum ab 375 sowie deren Herrschaftsstrukturen unter verschiedenen Anführern dargestellt.

3.1 Die europäischen Quellen: Fokus liegt auf Ammianus Marcellinus’ einflussreichem Hunnenexkurs und dem realistischeren Bericht des Priskos über hunnische Lebensverhältnisse.

4. Nachwort: Das Kapitel fasst die ambivalenten Urteile über die nomadische Gegenwelt zusammen und diskutiert die langfristige Wirkung der literarischen Klischeebildung.

5. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primärquellen und der wissenschaftlichen Sekundärliteratur zur historischen Einordnung.

Schlüsselwörter

Hunnen, Hsiung-nu, Nomadentum, Sesshaftigkeit, Ammianus Marcellinus, Priskos, Ethnonym, Barbaren, antike Ethnographie, Römische Geschichte, China, Kulturkontakt, Steppenvölker, Geschichtsschreibung, Antichrist-Mythos.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, wie nomadische Völker – spezifisch die Hsiung-nu in China und die Hunnen in Europa – von sesshaften Zivilisationen wahrgenommen und in der antiken Geschichtsschreibung charakterisiert wurden.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentrale Themen sind der Vergleich zwischen nomadischer und sesshafter Lebensweise, die Konstruktion von „Barbarenbildern“ in antiken Texten sowie die politische Instrumentalisierung dieser Fremdwahrnehmung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den Konflikt zwischen Nomaden und Sesshaften anhand dieser historischen Exempel zu beleuchten und aufzuzeigen, wie antike Autoren ihre Sicht auf die „Anderen“ prägten.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor stützt sich auf eine historische Quellenanalyse, wobei er antike Schriften (z.B. von Ammianus Marcellinus und Ssuma Ch’ien) kritisch gegenüberstellt und im Kontext ihrer Entstehungszeit interpretiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der östlichen Hsiung-nu und der europäischen Hunnen. Dabei werden sowohl die archäologischen Ergebnisse als auch die literarischen Quellen analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Hunnen, Hsiung-nu, Nomadismus, Barbaren, Kulturkontakt, antike Ethnographie und Geschichtsschreibung.

Wie unterschied sich die Sicht der Konfuzianer von der der Taoisten auf die Barbaren?

Während Konfuzianer die Barbaren aufgrund mangelnder gesellschaftlicher Ordnung und Sitten abwerteten, sahen Taoisten in ihnen teilweise ein Vorbild an natürlicher Unverbildetheit und Unabhängigkeit.

Warum wird Ammianus Marcellinus’ Beschreibung der Hunnen als literarische Fiktion kritisiert?

Seine Schilderung stützt sich stark auf klassische Topoi über Nomadenvölker und dient eher dazu, die „eigentliche“ römische Geschichte und die Größe Roms rhetorisch zu unterstreichen, anstatt eine ethnographisch objektive Abbildung zu liefern.

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Details

Title
Hunnen als Exempel aus chinesischer und westlicher Sicht
College
University of Münster  (Institut für Didaktik der Geschichte)
Course
Hauptseminar: Zur Geschichte und Kultur der eurasiatischen Steppenvölker
Grade
sehr gut
Author
Christoph Osterholt (Author)
Publication Year
2002
Pages
21
Catalog Number
V17419
ISBN (eBook)
9783638220040
Language
German
Tags
Hunnen Exempel Sicht Hauptseminar Geschichte Kultur Steppenvölker
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christoph Osterholt (Author), 2002, Hunnen als Exempel aus chinesischer und westlicher Sicht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/17419
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