Ende des 19. Jahrhunderts wurde in der Schweiz der Gotthardtunnel gebaut, dabei kam es 1875 zu einem Streik in Göschenen. Die Tunnelarbeiter forderten bessere Arbeitsbedingungen und höhere Löhne. Der Streik wurde durch Polizisten und freiwillige Hilfstruppen beendet, dabei wurden vier Arbeiter getötet und weitere verletzt. Damit war es der erste Streik in der Geschichte des Schweizer Bundestaats, der blutig niedergeschlagen wurde. In dieser Arbeit wird untersucht, wie die damaligen Medien auf die Ereignisse am Gotthard reagierten. Dabei werden die Dauer und die Intensität der Berichterstattung sowie insbesondere die Darstellung der einzelnen Akteure, nämlich der Arbeiter, der Polizei und der Freiwilligenmannschaft, Favres und der Gotthardbahngesellschaft sowie der Regierung von Uri, untersucht. Es interessieren drei Gruppen politischer Ausrichtungen: liberale Zeitungen, sozialistische und anarchistische Zeitungen sowie katholisch-konservative Zeitungen.
Zur Beantwortung dieser Fragestellung wurden 89 Artikel aus elf Zeitungen, die zwischen dem 28.7. und 28.9.1875 publiziert wurden, untersucht. Bei der Auswahl der Zeitungen wurde darauf geachtet, dass die drei genannten politischen Ausrichtungen möglichst gleichmässig vertreten sind, dass Zeitungen aus allen drei grossen Sprachregionen der Schweiz Eingang fanden und dass die Zeitungen aus möglichst vielen verschiedenen Kantonen stammen. So soll erreicht werden, dass möglichst das Medienecho der ganzen Schweiz abgebildet wird.
Im ersten Kapitel dieser Arbeit wird der Streik dargestellt. Das Kapitel wurde in drei Teile aufgeteilt: die Vorgeschichte, den Ablauf und die Folgen des Streiks. Das zweite Kapitel widmet sich dem Medienecho. Es besteht ebenfalls aus drei Unterkapiteln, entsprechend den drei unterschiedlichen politischen Ausrichtungen der Zeitungen. Jedes Unterkapitel enthält allgemeine Informationen über die Sprache, Verbreitung, Ausrichtung, Häufigkeit des Erscheinens und Auflage der Zeitungen. Ausserdem werden die Dauer und Intensität der Berichterstattung sowie ihr Schreibstil untersucht. Ebenfalls analysiert werden ihre Quellen. Zuletzt wird die Darstellung der Arbeiter, der Bürgerwehr, Favres, der Gotthardbahngesellschaft sowie der Urner und der eidgenössischen Regierung untersucht. Am Schluss der Arbeit steht ein Fazit, das die Ergebnisse der Arbeit zusammenfasst.
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- Natascha Frey (Autor), 2018, Das Medienecho zum Arbeiterstreik beim Gotthard-Tunnelbau 1875, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1743016