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Die Deutsche Wiedervereinigung als Katalysator der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion?

Title: Die Deutsche Wiedervereinigung als Katalysator der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion?

Diploma Thesis , 2010 , 75 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Thomas Francis Helmke (Author)

Politics - Topic: European Union
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Summary Excerpt Details

Der Gedanke zur europäischen Integration ist tief in der Geistesgeschichte dieses Kontinents verwurzelt. Dieser aus dem Griechischen stammende Begriff Europa bezieht sich nicht ausschließlich auf die geographische oder politische Situation. Viel mehr sind damit gemeinsame humanistische Werte gemeint, welche bei der Betrachtung der geschichtlichen Epochen Europas immer wieder festgestellt werden können. Bei allen Veränderungen zwischen der Zeit des Römischen Reiches über das Mittelalter bis in die Gegenwart lässt sich eine gewisse geistige und politische Gemeinsamkeit der Völker Europas bei aller Vielfalt nachweisen. Die Unterschiede zwischen den beiden Hälften der europäischen Geschichte im 20. Jahrhundert könnten hingegen kaum größer sein. Die ersten 50 Jahre waren noch von Konfrontation, Krieg und Gewalt geprägt. Wirtschaftliche Stabilität oder Prosperität waren selten und nur von kurzer Dauer. Versuche der zwischenstaatlichen Kooperation waren kaum vorhanden und erfolglos. Das politische Verhältnis zwischen den Staaten war vom Streit um Macht und Territorium geprägt und zusätzlich vom Drang nach nationaler Größe belastet. Angesichts der sozialen und politischen Stabilität im westlichen Europa kann die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts als Kontrast zur ersten gesehen werden. Ein dichtes Netz multilateraler Kooperationen entstand im Laufe der Nachkriegsjahrzehnte. Die Beziehungen zwischen den Staaten Westeuropas wurden zunehmend von gemeinsam geschaffenen Institutionen geregelt. Der Europarat und die Europäische Gemeinschaft förderten die Einführung überstaatlichen Rechts. Diese Entwicklung wirft die Frage auf, wie es von einem Nebeneinander oder sogar Gegeneinander von Staaten zu der Entstehung eines regionalen Integrationsverbundes kommen konnte. Unmittelbar nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurden bereits eine Reihe von Vorschlägen zur Schaffung einer einheitlichen europäischen Währungsordnung in Fachkreisen diskutiert. Diese wurden zu Anfang der fünfziger Jahre intensiv erörtert, waren allerdings aufgrund der umfangreichen politischen und auch wirtschaftlichen Folgeschäden des Krieges vorerst nicht umzusetzen. Stattdessen gründete man 1948 in Paris die Organisation für Europäische Wirtschaftliche Zusammenarbeit (OEEC). Ihre Hauptaufgabe bestand in der wirkungsvollen Allokation der amerikanischen Wirtschafts- und Finanzhilfen im Rahmen des Marshallplans.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Fragestellung und Forschungsinteresse

1.2 Aufbau der Arbeit

1.3 Begriffsdefinition von Integration

1.4 Zum Begriff der Wirtschafts- und Währungsunion

2. Die klassischen integrationstheoretischen Paradigmen

2.1 Integrationsprämissen

2.1.1 Allgemeine Integrationsprämissen

2.1.2 Europa-spezifische Integrationsprämissen

2.2 Realismus

2.3 (Neo-) Funktionalismus

2.4 Föderalismus

2.5 Intergouvernementalismus

3. Die Integrationsgeschichte bis zur Deutschen Wiedervereinigung

3.1 Historische Entwicklung bis zur Wiedervereinigung

3.1.1 Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl

3.1.2 Römischen Verträge

3.1.3 Fusionsvertrag der Europäischen Gemeinschaft

3.1.4 Werner Plan

3.1.5 Die Einheitliche Europäische Akte

3.1.6 Delors-Bericht und der Drei-Stufen-Plan

3.2 Stand der Europäischen Integration vor dem Vertrag von Maastricht

4. Der Prozess der Europäischen Integration am Beispiel der Währungsunion; vor dem Hintergrund der Deutschen Wiedervereinigung

4.1 Bedingungen der Siegermächte für die Deutsche Wiedervereinigung: Die Zwei-Plus-Vier Gespräche

4.2 Helmut Kohl und die Situation der Bundesrepublik Deutschland

4.3 Die Positionen der sonstigen EG-Länder

4.4 Auf dem Weg nach Maastricht: Die Europäische Wirtschafts- und Währungsunion

5. Ausblick und Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die historische Entstehungsgeschichte der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion (EWWU) und analysiert, inwiefern die deutsche Wiedervereinigung als Katalysator für diesen Integrationsprozess fungierte. Dabei wird der Einfluss der politischen Ereignisse rund um die deutsche Einheit auf die europäische Integrationsdynamik erforscht.

  • Klassische integrationstheoretische Paradigmen (Realismus, Funktionalismus, Föderalismus).
  • Historische Entwicklung der europäischen Institutionen von der Montanunion bis zur Einheitlichen Europäischen Akte.
  • Die Rolle der deutschen Wiedervereinigung im Kontext der Zwei-Plus-Vier-Gespräche.
  • Analyse des Einflusses der EWU-Pläne (Werner-Plan, Delors-Bericht) auf den Vertrag von Maastricht.
  • Politische Positionen der zentralen Akteure Deutschland, Frankreich und weiterer EG-Mitgliedstaaten.

Auszug aus dem Buch

1.1 Fragestellung und Forschungsinteresse

Die Europäische Wirtschafts- und Währungsunion zielte, neben der Einführung einer gemeinsamen Währung, darauf ab die jeweiligen nationalen Wirtschaftspolitiken zu koordinieren und endgültig zu einer Vollendung des einheitlichen europäischen Binnenmarktes zu gelangen. In meiner Diplomarbeit werde ich speziell auf die Entstehungsgeschichte der EWWU eingehen, um darstellen zu können in welchem Stadium sich der Planungsprozess eines gemeinsamen europäischen Währungsraumes zum Zeitpunkt der Deutschen Wiedervereinigung befand. In diesem Kontext ist die Beziehung zwischen Deutschland und Frankreich für meine Untersuchungen von besonderem Interesse, weil die Interaktion dieser beiden Nationen großen Einfluss auf den Werdegang der EWWU hatte. Dies wird insbesondere im historischen Abschnitt dieser Arbeit, sowie im Punkt 4.1 deutlich. Dabei nimmt die Deutsche Wiedervereinigung in meiner Arbeit eine zentrale Rolle ein, weil an Hand der politischen Ereignisse dieser Zeit untersucht werden soll, ob die Wiedervereinigung eine Katalysatorfunktion für den Integrationsprozess der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion hatte. An dieser Stelle muss deutlich festgehalten werden, dass ich in dieser Arbeit ausschließlich Ereignisse untersuchen und analysieren kann, welche tatsächlich stattgefunden haben. Eine spekulative Beantwortung der Frage „Was wäre, wenn die Wiedervereinigung nicht stattgefunden hätte?“ kann nicht Ziel dieser wissenschaftlichen Arbeit sein.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in das Thema ein, definiert den Integrationsbegriff sowie die Wirtschafts- und Währungsunion und legt die Fragestellung sowie den Aufbau der Arbeit dar.

2. Die klassischen integrationstheoretischen Paradigmen: Es erfolgt eine theoretische Einbettung durch die Vorstellung von Realismus, (Neo-)Funktionalismus, Föderalismus und Intergouvernementalismus sowie eine Erläuterung der Integrationsprämissen.

3. Die Integrationsgeschichte bis zur Deutschen Wiedervereinigung: Dieses Kapitel zeichnet den historischen Entwicklungsweg der europäischen Institutionen nach, beginnend bei der Montanunion bis hin zum Stand vor Maastricht.

4. Der Prozess der Europäischen Integration am Beispiel der Währungsunion; vor dem Hintergrund der Deutschen Wiedervereinigung: Hier wird der Einfluss der deutschen Wiedervereinigung, insbesondere der Zwei-Plus-Vier-Gespräche und der Positionen führender Akteure, auf den Integrationsprozess untersucht.

5. Ausblick und Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und bewertet die Rolle der Wiedervereinigung als Katalysator für die EWWU.

Schlüsselwörter

Europäische Integration, Wirtschafts- und Währungsunion, EWWU, Deutsche Wiedervereinigung, Zwei-Plus-Vier-Gespräche, Integrationstheorien, Neo-Funktionalismus, Föderalismus, Intergouvernementalismus, Europäische Gemeinschaft, Binnenmarkt, Vertrag von Maastricht, Helmut Kohl, Wirtschafts- und Währungspolitik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Entstehungsgeschichte der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion (EWWU) und untersucht deren Entwicklung vor dem Hintergrund der deutschen Wiedervereinigung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Integrationstheorien, die historische Entwicklung der europäischen Institutionen und die politische Dynamik, die zur Schaffung der EWWU geführt hat.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es zu analysieren, ob die deutsche Wiedervereinigung als Katalysator für den Prozess der europäischen Währungsintegration gewirkt hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine interdisziplinäre Arbeit an der Schnittstelle von Wirtschafts-, Geschichts- und Politikwissenschaft, die theoretische Analysen mit der Aufarbeitung historischer Ereignisse verknüpft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Diskussion der Integrationsparadigmen, eine historische Analyse der europäischen Entwicklungsschritte und eine Untersuchung der spezifischen Auswirkungen der deutschen Einheit auf den Integrationsprozess.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen gehören Europäische Integration, Wirtschafts- und Währungsunion, Integrationsprämissen, der Prozess der deutschen Einheit sowie die Rolle der europäischen Akteure.

Wie beeinflusste der Delors-Bericht den weiteren Weg zur Währungsunion?

Der Delors-Bericht lieferte den entscheidenden Drei-Stufen-Plan, der konkrete Schritte zur Verwirklichung der EWWU vorgab und wesentliche Prinzipien wie Parallelität und Subsidiarität definierte.

Welche Rolle spielte Frankreich im Kontext der Wiedervereinigung und Währungsunion?

Frankreich sah in der Einbindung eines vereinigten Deutschlands in die europäische Architektur eine notwendige Voraussetzung für Stabilität und drängte im Gegenzug auf eine Vertiefung der Integration, insbesondere der Währungsunion.

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Details

Title
Die Deutsche Wiedervereinigung als Katalysator der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion?
College
University of Göttingen
Grade
1,7
Author
Thomas Francis Helmke (Author)
Publication Year
2010
Pages
75
Catalog Number
V174324
ISBN (eBook)
9783640947607
ISBN (Book)
9783640947768
Language
German
Tags
deutsche wiedervereinigung katalysator europäischen wirtschafts- währungsunion
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Thomas Francis Helmke (Author), 2010, Die Deutsche Wiedervereinigung als Katalysator der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/174324
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