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Europabegriffe und Europas Grenzen bei mittelalterlichen Autoren

Título: Europabegriffe und Europas Grenzen bei mittelalterlichen Autoren

Trabajo , 2009 , 26 Páginas , Calificación: 1,7

Autor:in: Katja Riedel (Autor)

Historia de Europa - Edad Media, Edad Moderna
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Der Begriff Europa ist in der heutigen Zeit omnipräsent. Er dient als bloße Bezeichnung des Kontinents, aber auch als Ausdruck politischer und kultureller Zusammengehörigkeit. Trotz der vielen Unterschiede der einzelnen Nationen existiert durch politische Konstruktionen, wie die EU, ein Gefühl der Zusammengehörigkeit. Dabei sind sowohl die wahrhaftige Existenz einer solchen Zusammengehörigkeit, die in manchen Theorien bis zur Staatlichkeit ausgeweitet wird, als auch die Grenzen dieses Gebiets ein großes Diskussionsfeld. Doch wie weit geht die Geschichte des Europabegriffs zurück? Wie und wie oft verwendeten Autoren des Mittelalters diesen Begriff? Und wo zogen sie die Grenzen? War Europa nur Kontinent oder auch ein politischer Ausdruck? Welche anderen Begriffe wurden auch verwendet? Ziel dieser Arbeit wird es sein, einen Überblick über die wichtigsten Autoren des Mittelalters zu geben, die diesen Begriff verwendet haben.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung in das Thema

2. Europabegriff in der Antike

3. „Europa“ im frühen Mittelalter

3.1. Isidor von Sevilla, Japhet und die Scytia

3.2. Die Mozarabische Chronik

3.3. Die Zeit Karls des Großen und der Karolinger

3.4. Die Zeit der Ottonen

4. „Europa“ im Hochmittelalter

5. „Europa“ im späten Mittelalter

6. Schlusswort

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Entwicklung des Europabegriffs im Mittelalter, wobei analysiert wird, wie sich das Verständnis von Europa von einer rein geographischen Bezeichnung hin zu einer politischen und kulturellen Identität wandelte und welche Autoren sowie historischen Ereignisse diesen Prozess maßgeblich prägten.

  • Mythologische und geographische Ursprünge in der Antike
  • Die christliche Deutung und die Japhet-Exegese im Frühmittelalter
  • Die Rolle von Machtansprüchen und Herrscherlegitimationen (Karl der Große, Ottonen)
  • Die Bedeutung von Europa in der Zeit der Kreuzzüge und im politischen Denken des Spätmittelalters

Auszug aus dem Buch

3.3 Die Zeit Karls des Großen und der Karolinger

Vor und während der Zeit Karls des Großen war es üblich, die Begriffe oriens und occidens, welche die zwei Hälften des römischen Imperiums darstellten, zu verwenden. Neben „christianus“, „imperium“ und „ecclesia“, waren Bezeichnungen wie „occidens“ „imperium occidentale“ und „in partibus occidentis“ häufig vertreten. Da der occidens-Begriff vor allem in der Bibel eine geringfügigere Bedeutung hatte, als oriens und man dieses Gebiet mit finsteren Dingen, wie dem Tod assoziierte, griff man am karolingischen Hof, wenn auch selten, zur Beschreibung des fränkischen Reiches zum Europabegriff, um es nicht negativ zu belasten. Außerdem ist zu beobachten, dass der Eurobegriff, welcher zur Zeit der Pippiniden eine zweigeteilte Bedeutung besaß, zunehmend zu einer vereint wurde. Die zwei Bedeutungen waren zum einen eine politische, welche den Herrschaftsraum der Franken umschrieb und zum anderen eine religiöse, welche die christlichen und missionierten Gebiete erfasste. Der Europabegriff entwickelte sich zu einer Beschreibung eines religiösen Imperiums, was vor allem durch die starke Ausdehnung des fränkischen Reiches und durch die religiöse Bedeutsamkeit Karls des Großen begünstigt wurde.

Dieses Zusammenspiel aus religiösem und politischem Europabegriff macht sich zum Beispiel Ende 8. Jahrhunderts beim Priester Cathwulf bemerkbar. Dieser schreibt etwa 755 an Karl den Großen: „Memor esto ergo semper, rex mi. Die regis tui cum timore et amore, quod tu es in vice illius super omnia membra eius custodire et regere, et rationem reddere in die iudicii, etiam per te. Et episcopus est in secundo loco, in vice Christi tantum est.“ Diese enge Verknüpfung Karls mit der christlichen Ordnung setzt voraus, dass sich der politisch-geographische Europabegriff mit der religiösen Bedeutung vereinheitlicht. „[D]er Machtbereich Karls wächst in den „religiösen“ Europabegriff hinein[…]“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung in das Thema: Die Einleitung beleuchtet die Omnipräsenz des Europabegriffs heute und stellt die Forschungsfragen bezüglich seiner mittelalterlichen Ursprünge, der Grenzziehungen und der Entwicklung von einem geographischen hin zu einem politischen Begriff.

2. Europabegriff in der Antike: Dieses Kapitel erläutert die mythologischen Wurzeln des Begriffs in der griechischen Antike sowie die ersten geographischen Ansätze zur Definition der Erdteile durch antike Kosmographen.

3. „Europa“ im frühen Mittelalter: Hier werden die Japhet-Exegese durch Isidor von Sevilla sowie die politische Instrumentalisierung des Begriffs unter den Karolingern und Ottonen zur Legitimation von Herrschaft und zur Abgrenzung gegenüber äußeren Bedrohungen analysiert.

4. „Europa“ im Hochmittelalter: Das Kapitel untersucht die Erweiterung des Europabildes über das Frankenreich hinaus, unter anderem bei Adam von Bremen, sowie die religiöse und politische Aufladung des Begriffs im Kontext der Kreuzzugspredigten.

5. „Europa“ im späten Mittelalter: Es wird die Herausbildung eines neuen Europabewusstseins bei Denkern wie Dante Alighieri und Nikolaus von Kues beschrieben, das in die Konzepte der Renaissance und des Humanismus überleitet.

6. Schlusswort: Das Fazit fasst zusammen, dass Europa im Mittelalter primär durch die Zusammengehörigkeit der christlichen Gemeinde und die Abgrenzung von anderen Kontinenten definiert wurde, wobei der Begriff stetigen Wandlungen unterworfen war.

Schlüsselwörter

Europa, Mittelalter, Europabegriff, Christianitas, Isidor von Sevilla, Karl der Große, Japhet-Exegese, Geographie, Identität, imperium, politische Konstruktion, Kontinent, Kreuzzüge, Grenzziehung, Kulturgeschichte

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der historischen Entwicklung des Begriffs „Europa“ und seiner Bedeutung im Mittelalter, ausgehend von antiken Vorstellungen bis hin zur Entstehung einer politischen Europaidee in der frühen Neuzeit.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentral sind die geographischen Grenzziehungen, die religiöse Aufladung des Begriffs durch die christliche Exegese sowie die Verwendung des Begriffs zur Legitimation politischer Herrschaftsansprüche.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, einen Überblick über die wichtigsten mittelalterlichen Autoren zu geben, die den Europabegriff verwendet haben, und zu zeigen, wie sich der Begriff von einer rein geographischen Bezeichnung zu einer politisch-kulturellen Identität wandelte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin stützt sich auf eine historiographische Analyse und wertet dazu zentrale Monographien und Fachaufsätze aus, um die Begriffsgeschichte bei bedeutenden mittelalterlichen Autoren zu rekonstruieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich chronologisch von der Antike über das frühe, hohe bis zum späten Mittelalter und analysiert die jeweils zeitgenössischen Konstruktionen von Europa.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Europa, Mittelalter, Christianitas, imperium, Identität und die christliche Gemeinschaft.

Warum war der Begriff „Christianitas“ oft wichtiger als „Europa“?

Im Mittelalter stand der Europabegriff oft im Schatten religiöser Identitätsbegriffe, da „Christianitas“ oder „Ecclesia“ die Zugehörigkeit zur christlichen Gemeinschaft präziser und emotionaler für die Zeitgenossen fassten.

Welche Rolle spielte die Japhet-Exegese?

Sie diente dazu, die Dreiteilung der Welt (Asien, Afrika, Europa) biblisch zu begründen und Europa eine besondere heilgeschichtliche Bedeutung zuzuweisen, indem sie es als Erbe des Noah-Sohnes Japhet definierte.

Wie veränderte sich das Europabild unter den Ottonen?

Der Begriff wurde verstärkt zur Legitimation der Hegemonialstellung deutscher Kaiser genutzt und durch den Kampf gegen äußere Feinde, wie die Ungarn, emotional und politisch gestärkt.

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Detalles

Título
Europabegriffe und Europas Grenzen bei mittelalterlichen Autoren
Universidad
Technical University of Chemnitz  (Europäische Geschichte)
Curso
Grenzen und Grenzbegriffe in der europäischen Geschichte
Calificación
1,7
Autor
Katja Riedel (Autor)
Año de publicación
2009
Páginas
26
No. de catálogo
V174398
ISBN (Ebook)
9783640950706
ISBN (Libro)
9783640950331
Idioma
Alemán
Etiqueta
Geschichte Mittelalter Grenzen Grenzbegriff Europa Europabegriff
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Katja Riedel (Autor), 2009, Europabegriffe und Europas Grenzen bei mittelalterlichen Autoren, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/174398
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