Die physische Objektsicherheit von Gebäuden und sensiblen Arealen bildet die vorderste Verteidigungslinie moderner Unternehmenssicherheit. Doch klassische Zugangskontrollsysteme (PACS) auf Basis von RFID-Karten oder PIN-Codes leiden unter dem "Besitz-Paradoxon": Sie authentisieren lediglich ein Medium, niemals jedoch zweifelsfrei die Person. Gerade im KRITIS-Umfeld führt dies zu massiven Compliance-Risiken.
Diese Ausarbeitung untersucht fundiert und praxisnah die Vor- und Nachteile der Integration biometrischer Verfahren (wie der Handvenenerkennung) in bestehende PACS-Infrastrukturen. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Konfliktlinie zwischen maximaler physischer Sicherheit und strengen Datenschutzanforderungen gemäß Art. 9 DSGVO.
Auf Basis theoretischer Grundlagen (ISO/IEC 27001) und eines qualitativen Experteninterviews aus der Sicherheitspraxis wird aufgezeigt, wie das dezentrale Match-on-Card-Verfahren (MoC) den Schlüssel zur Nutzerakzeptanz darstellt. Durch die lokale Speicherung der Biometrie-Templates direkt auf dem Nutzerausweis wird "Privacy by Design" realisiert. Die Arbeit beleuchtet nicht nur die theoretischen und rechtlichen Aspekte, sondern offenbart auch die realen baulich-technischen und operativen Hürden der Systemintegration. Ein Ausblick auf kartenlose, FIDO2-basierte Smartphone-Lösungen rundet die Analyse ab.
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- Christof Lüke (Autor), 2026, Biometrische Erweiterung von Zugangskontrollsystemen (PACS), Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1744216