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John Rawls - Eine Theorie der Gerechtigkeit als Fairness

Titre: John Rawls - Eine Theorie der Gerechtigkeit als Fairness

Exposé Écrit pour un Séminaire / Cours , 2010 , 31 Pages , Note: Sehr gut (16 Punkte)

Autor:in: Alexander Paradissis (Auteur)

Droit - Philosophie, Sociologie et Histoire du Droit
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"Der Wunsch, dass in der Welt Gerechtigkeit herrsche, eint die Menschen verschiedenster Kulturen und Epochen." Gerade diesem Wunsch hat sich John Rawls in „Eine Theorie der Gerechtigkeit“ angenommen und erreichte damit die Wiedereinkehr der Gerechtigkeit in die philosophische Diskussion. Mit seinen Werken „Politischer Liberalismus“ und „Gerechtigkeit als Fairness“ hat er seine Theorie von 1971 weiter konkretisiert und, durch seine Kritiker beeinflusst, in eine praxistauglichere Form gebracht. Die Arbeit liefert eine kurze, aber auch kritische Einführung in Rawls wichtigste philosophische Werke.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

A. Einleitung

B. Biographie

C. Gerechtigkeit als Fairness

I. Gerechtigkeit für die Grundstruktur der Gesellschaft

II. Das Gedankenexperiment

1. Gesellschaftsvertrag

2. Der Urzustand

a) Charaktereigenschaften

b) Die Verfahrensgrundsätze

3. Einstimmigkeit und Vertragstreue

D. Grundsätze der Gerechtigkeit

I. Der erste Grundsatz

II. Der zweite Grundsatz

1. Das Unterschiedsprinzip

2. Chancengleichheit

3. Spargrundsatz

III. Der vier Stufen Gang

E. Grenzen des Urzustandes:

I. Mangelnder Schutz der Natur und des ungeborenen Lebens:

II. Das Menschenbild der Rawlsschen Theorie

F. Von „Einer Theorie der Gerechtigkeit“ zur Idee des „Politischen Liberalismus“:

G. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Diese Arbeit erörtert die Anwendbarkeit der Theorie von John Rawls als realisierbares Konzept für moderne, interkulturell geprägte Gesellschaften. Sie analysiert hierzu die Grundzüge der Theorie der Gerechtigkeit als Fairness sowie deren Weiterentwicklung zum Politischen Liberalismus und beleuchtet kritische Problembereiche.

  • Grundlagen der Gerechtigkeit als Fairness und das Konzept des Urzustands
  • Die beiden Gerechtigkeitsgrundsätze sowie das Unterschiedsprinzip
  • Transformation der Theorie durch den "Vier-Stufen-Gang"
  • Grenzen der Rawlsschen Theorie hinsichtlich Natur- und Lebensschutz
  • Übergang zur Idee des Politischen Liberalismus und Umgang mit Pluralismus

Auszug aus dem Buch

2. Der Urzustand

Damit jedoch ein vernünftiger Gesellschaftsvertrag entstehen kann, bedarf es zunächst einer geeigneten Ausgangslage in der sich die Vertragsparteien gegenübertreten. Diese Ausgangslage schafft Rawls durch ein theoretisches Konstrukt, das er den „Urzustand“ nennt. Dieser Zustand erinnert nicht nur begrifflich, sondern auch von seiner Beschaffenheit her an den „Naturzustand“, der dem klassischen Kontraktualismus entstammt. Der "Urzustand" ist fiktiv und muss nicht verwirklicht werden. Es handelt sich um ein „Modell“, dessen Aufgabe darin besteht, herauszufinden, auf welchen Hintergrundrahmen man sich in diesem hypothetischen Vertrag einigen würde. Die Besonderheit des Urzustands liegt darin, dass die Menschen grundsätzliche Eigenschaften, die sie selbst betreffen und definieren, nicht kennen. Demzufolge wissen sie weder, welche Stellung sie in der Gesellschaft innehaben, noch ob sie arm oder reich sind. Ebenso wenig wissen sie, welche psychischen und physischen Eigenschaften, Neigungen und Charakterzüge sie besitzen. Dieses Kenntnisdefizit nennt Rawls den „Schleier des Nichtwissens“.

Der Vorteil liegt darin, dass unter "dem Schleier des Nichtwissens" anzunehmen ist, dass der Einzelne losgelöst von seiner Individualität darauf bedacht ist, eine Gesellschaftsform zu entwickeln, die für jede eventuelle Konstellation der späteren Eigenschafts- und Statusverteilung am erträglichsten und vor allem fair ist. Aus diesem Grund nennt er seine Lehre „Theorie der Gerechtigkeit als Fairness“. Das Kenntnisdefizit hat jedoch auch Grenzen. So sollen die „allgemeinen Tatsachen über die Gesellschaft“ für die Teilnehmer bekannt sein. Damit ist gemeint, dass die Menschen im Urzustand Grundkenntnisse von bestimmten Wissenschaften, also zum Beispiel Politik, Wirtschaft und Psychologie haben müssen. Diese Kenntnisse sind nach Rawls unabdingbar, um geeignete Gerechtigkeitsgrundsätze zu entwickeln. In Unkenntnis verbleiben die Vertragsparteien demnach lediglich bei der Frage, welche Eigenschaften und sozialen Rollen den Individuen selbst zukommen.

Zusammenfassung der Kapitel

A. Einleitung: Die Einleitung führt in die Bedeutung von John Rawls als Klassiker der politischen Philosophie ein und skizziert das Ziel der Arbeit, seine Theorie im Kontext interkultureller Herausforderungen zu hinterfragen.

B. Biographie: Dieses Kapitel zeichnet den Lebensweg von John Rawls nach, von seinen frühen Einflüssen bis hin zur Entstehung seiner Hauptwerke.

C. Gerechtigkeit als Fairness: Es werden die Grundlagen der Theorie erläutert, insbesondere das Gedankenexperiment des Urzustands, der Schleier des Nichtwissens und die Bedingungen der Vertragsfindung.

D. Grundsätze der Gerechtigkeit: Hier werden die beiden Gerechtigkeitsgrundsätze, das Unterschiedsprinzip, die Chancengleichheit sowie das Modell des Vier-Stufen-Gangs detailliert dargelegt.

E. Grenzen des Urzustandes:: Dieses Kapitel analysiert Kritikpunkte an Rawls' Theorie, insbesondere den fehlenden Schutz für Natur und ungeborenes Leben sowie das hinterfragte Menschenbild.

F. Von „Einer Theorie der Gerechtigkeit“ zur Idee des „Politischen Liberalismus“:: Der Übergang von einer umfassenden philosophischen Morallehre hin zu einer politischen Konzeption, die dem Faktum des vernünftigen Pluralismus Rechnung trägt, steht hier im Mittelpunkt.

G. Zusammenfassung: Abschließend werden die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammengeführt und der bleibende Wert der Rawlsschen Theorie trotz ihrer Grenzen gewürdigt.

Schlüsselwörter

John Rawls, Gerechtigkeit als Fairness, Urzustand, Schleier des Nichtwissens, Unterschiedsprinzip, Politischer Liberalismus, Gesellschaftsvertrag, Grundstruktur, Chancengleichheit, vernünftiger Pluralismus, soziale Gerechtigkeit, moderne Gesellschaft, Rechtsphilosophie, Gerechtigkeitsgrundsätze, politisches Denken.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit bietet eine Einführung in die Gerechtigkeitstheorie von John Rawls und untersucht deren Relevanz sowie Anwendbarkeit für moderne, pluralistische Gesellschaften.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Felder sind die Struktur der Theorie der Gerechtigkeit als Fairness, das Gedankenexperiment des Urzustands, die Differenzierung zwischen der ursprünglichen Theorie und dem späteren Politischen Liberalismus sowie die kritische Reflexion dieser Ansätze.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es zu erörtern, inwieweit Rawls' Theorie als realisierbares Konzept für eine moderne Gesellschaft dienen kann, die durch eine ständig wachsende Interkulturalität geprägt ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturgestützte Analyse und theoretische Aufarbeitung der Primär- und Sekundärliteratur zu John Rawls durchgeführt, ergänzt durch eine kritische Erörterung seiner zentralen Konzepte.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil behandelt den Urzustand mit seinen Rahmenbedingungen, die daraus abgeleiteten Gerechtigkeitsgrundsätze, die methodische Anwendung durch den Vier-Stufen-Gang sowie die Grenzen der Theorie und deren Transformation zum Politischen Liberalismus.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Gerechtigkeit als Fairness, Urzustand, Schleier des Nichtwissens, Unterschiedsprinzip und Politischen Liberalismus charakterisiert.

Warum spielt das "Unterschiedsprinzip" eine so zentrale Rolle bei der Kritik an Rawls?

Das Unterschiedsprinzip ist deshalb umstritten, weil es soziale und ökonomische Ungleichheiten nur unter der Bedingung erlaubt, dass sie den am wenigsten Begünstigten dienen, was insbesondere von Anhängern marktwirtschaftlicher Ansätze als Eingriff in Eigentumsrechte kritisiert wird.

Inwiefern beeinflusst der "vernünftige Pluralismus" die Revision der Rawlsschen Theorie?

Rawls erkannte, dass eine Gesellschaft freier Bürger unterschiedliche, sich ausschließende Weltanschauungen vertritt. Daher transformierte er seine ursprünglich umfassende Morallehre in eine rein politische Theorie, um einen übergreifenden Konsens zu ermöglichen.

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Résumé des informations

Titre
John Rawls - Eine Theorie der Gerechtigkeit als Fairness
Université
University of Trier
Cours
Kulturelle Herausforderungen des (Straf-)Rechts
Note
Sehr gut (16 Punkte)
Auteur
Alexander Paradissis (Auteur)
Année de publication
2010
Pages
31
N° de catalogue
V174440
ISBN (ebook)
9783640951178
ISBN (Livre)
9783640951512
Langue
allemand
mots-clé
John Rawls Theorie der Gerechtigkeit Urzustand Politischer Liberalismus Unterschiedsprinzip
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Alexander Paradissis (Auteur), 2010, John Rawls - Eine Theorie der Gerechtigkeit als Fairness, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/174440
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Extrait de  31  pages
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