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Die NATO nach dem Ende des Ost-West-Konflikts

Title: Die NATO nach dem Ende des Ost-West-Konflikts

Term Paper , 2003 , 16 Pages , Grade: 2

Autor:in: Jan Trützschler (Author)

Politics - Topic: International Organisations
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Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion und dem daraus resultierenden Ende des Ost-West-Konflikts haben sich die Bedingungen der Weltsicherheitspolitik grundlegend gewandelt. Einerseits, können Auseinandersetzungen zwischen den beiden Großmächten USA und Russland als nahezu unmöglich gelten. Andererseits, scheint es als wären lokal begrenzte Kriege, selbst in Europa wie die Ereignisse auf dem Balkan zeigen, erst durch die Auflösung der beiden Blöcke wieder führbar geworden. Auch an der NATO, als wichtigstem westlichen Sicherheitsinstrument, konnte und kann dieser Wandel nicht spurlos vorübergehen. Mit der Auflösung des Warschauer Pakts verschwand die größte militärische Bedrohung des Bündnisses. Gleichzeitig entstand mit der Frage nach der sicherheitspolitischen Integration der nun scheinbar neutralen Staaten Osteuropas eine seiner größten Herausforderungen.

Ziel dieser Arbeit ist es, schlaglichtartig ein Bild der heutigen, im Wandel befindlichen, NATO zu zeichnen. Zu diesem Zweck werden in einem ersten Schritt sowohl ihre politischen als auch ihre militärischen Organisationsstrukturen beschrieben. Anschließend wird der Wandel der an das Bündnis gestellten Aufgaben thematisiert, wobei das Hauptaugenmerk auf der neuen militärischen Bedrohungssituation, die mit den Terroranschlägen in New York wohl eine für bis dato unmöglich gehaltene Dimension erreicht hat, und den daraus resultierenden Konsequenzen liegt. Natürlich kann eine Arbeit mit der oben genannten Zielsetzung auch die Osterweiterung als wichtigstes politisches Projekt der NATO nicht außer Acht lassen, so dass sich hieraus der dritte und letzte Punkt ergibt.

Als besonderst schwierig, weil wissenschaftlich erst unvollständig erschlossen, aber auch besonderst ergiebig, weil von hoher Aktualität, hat sich die Berücksichtigung der Ergebnisse des NATO-Gipfels 2002 in Prag erwiesen. Dahingehende Argumentationen basieren in erster Linie auf eigenen Interpretationen der Gipfelerklärung. Insgesamt hat sich Johannes Varwicks und Wichard Woykes Buch: „Die Zukunft der NATO“ als äußerst umfassende und aufschlussreiche Quelle erwiesen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Hauptteil

1. NATO-Organisationsstruktur

1.1 Politische Organisation

1.2 Militärische Organisation

2. Neue Aufgaben

3. NATO-Osterweiterung

3.1 Motive

3.2 Probleme

III. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit analysiert die Transformation der NATO nach dem Ende des Ost-West-Konflikts, wobei der Fokus auf der Anpassung der Organisationsstrukturen, dem Wandel des Aufgabenprofils sowie den komplexen Herausforderungen der Osterweiterung liegt.

  • Analyse der politischen und militärischen NATO-Organisationsstrukturen
  • Untersuchung des Wandels von einer reinen Verteidigungsallianz zur Generalverteidigungsallianz
  • Evaluation der Auswirkungen der neuen Bedrohungslage nach den Terroranschlägen vom 11. September
  • Diskussion der Motive und Risiken der NATO-Osterweiterung
  • Betrachtung der internen Herausforderungen durch die Pluralisierung der Interessen

Auszug aus dem Buch

3.2 Probleme

Folgt man der soeben eröffneten Argumentation über stabilisierende Effekte die aus der Einbindung osteuropäischer Staaten in die NATO folgen, ergeben sich daraus im Umkehrschluss auch die entstehenden Probleme. Es ist wohl, aus in Kapitel 3.1 genannten Gründen, davon auszugehen, dass sich allein die Aussicht auf eine Mitgliedschaft in der NATO positiv auf die politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Systeme des entsprechenden Staates auswirkt. Wenn eben dieser Staat aber die NATO-Mitgliedschaft nicht erhält steht zu befürchten, dass die positiven Effekte die sich aus der Erwartung einer Mitgliedschaft ergaben, sich ins Gegenteil verkehren. Die wirtschaftliche Lage würde sich durch rückläufige ausländische Investitionen verschlechtern, als Folge dessen würde die Unterstützung für das neue demokratische System in der Gesellschaft nachlassen und die teilweise immer noch existierenden kommunistischen Bewegungen könnten wieder erstarken. Das Zusammenspiel dieser Ereignisse würde die Gesamtsituation noch verschlimmern und könnte die Entwicklung in Richtung westlicher Demokratie ernsthaft in Frage stellen.

Insofern befindet sich die NATO, durch die einmal begonnene Osterweiterung, in der misslichen Lage Staaten aufnehmen zu müssen, die den NATO-Standards in Hinblick auf Infra- und Militärstruktur nicht genügen, um deren demokratische Entwicklung nicht zu gefährden. Symptome dieser „free-“ oder „easy-rider“ Problematik, also der Situation das neu aufgenommene Staaten auf Kosten der Etablierten nichts oder nur wenig für die Wahrnehmung ihrer Bündnisverpflichtungen tun, sind unter anderen die Vernachlässigung des Verteidigungshaushaltes, nicht angemessene Ausbildung der Offiziere und schlecht ausgerüstete nur bedingt einsatzbereite Truppen. Die Verteidigungshaushalte Ungarns, Polens und der Tschechien Republik lagen 2001 prozentual teilweise drastisch unter dem NATO-Durchschnitt. Ausgehend von der Tatsache, dass diese drei Staat die in jeder Hinsicht am weitesten Entwickelten der Region sind, lässt sich für die sieben in Prag eingeladenen Nationen wohl kaum eine positivere Prognose stellen.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Diese Einleitung beschreibt den sicherheitspolitischen Wandel nach dem Ende des Ost-West-Konflikts und definiert das Ziel der Arbeit, die NATO in ihrem aktuellen Transformationsprozess zu untersuchen.

II. Hauptteil: Der Hauptteil erläutert zunächst die Organisationsstrukturen der NATO, beleuchtet anschließend den Wandel der Aufgabenprofile und analysiert kritisch die Motive sowie die auftretenden Probleme im Kontext der Osterweiterung.

1. NATO-Organisationsstruktur: Dieses Kapitel beschreibt die Funktionsweise der NATO als multilaterale Organisation und stellt die politische sowie die militärische Untergliederung des Bündnisses dar.

1.1 Politische Organisation: Hier wird die Rolle des NATO-Rates als oberstes Entscheidungsorgan sowie die unterstützende Funktion des Generalsekretariats und des Ausschusssystems erläutert.

1.2 Militärische Organisation: Dieses Kapitel definiert die Rolle des Militärausschusses und die Befehlsstruktur innerhalb der Kommandobereiche Europa und Atlantik.

2. Neue Aufgaben: Das Kapitel behandelt den Wandel von der kollektiven Verteidigung hin zu neuen Aufgabenfeldern und den Umgang mit asymmetrischen Bedrohungen nach dem 11. September.

3. NATO-Osterweiterung: Es wird die Ausweitung des Bündnisses beschrieben und der Prozess von der Einladung Polens, Ungarns und der Tschechischen Republik bis zu den weiteren Aufnahmen in Prag skizziert.

3.1 Motive: Dieses Kapitel analysiert den Wunsch der osteuropäischen Staaten nach Stabilität und demokratischer Festigung durch eine Anbindung an westliche Sicherheitsstrukturen.

3.2 Probleme: Hier werden die Risiken der Erweiterung thematisiert, insbesondere die „Free-Rider“-Problematik und die Herausforderungen für die interne Handlungsfähigkeit durch neue Interessenlagen.

III. Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und betont, dass die Zukunftsfähigkeit der NATO entscheidend von der Konsensfähigkeit in der „Out-of-Area“-Frage und der erfolgreichen Integration neuer Mitglieder abhängt.

Schlüsselwörter

NATO, Osterweiterung, Sicherheitspolitik, Transformation, Kollektive Verteidigung, Transatlantische Sicherheit, Militärische Organisation, Politische Integration, Out-of-Area-Einsätze, Interessenausgleich, Osteuropa, Bündnisstabilität, Konsensprinzip, Bedrohungslage

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es grundsätzlich in dieser Arbeit?

Die Arbeit untersucht den Transformationsprozess der NATO nach dem Ende des Ost-West-Konflikts und beleuchtet, wie sich das Bündnis an neue internationale Gegebenheiten angepasst hat.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Arbeit konzentriert sich auf die organisatorischen Strukturen des Bündnisses, die Erweiterung nach Osteuropa sowie die neuen militärischen und politischen Aufgaben, die aus der aktuellen Bedrohungslage resultieren.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Das Ziel ist es, ein schlaglichtartiges Bild der heutigen, im Wandel begriffenen NATO zu zeichnen und die Herausforderungen für die Handlungsfähigkeit des Bündnisses aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?

Die Arbeit basiert auf einer Politikfeldanalyse, die aktuelle Gipfelerklärungen sowie wissenschaftliche Fachliteratur zur NATO-Zukunft interpretiert und verknüpft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die interne Organisation (politisch/militärisch), die Expansion durch die Osterweiterung und die damit verbundenen Problemfelder wie die „Free-Rider“-Problematik.

Welche Schlagworte charakterisieren diese Arbeit am besten?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Transformation, NATO-Osterweiterung, Sicherheitsarchitektur und die Pluralisierung der Bündnisinteressen.

Wie bewertet der Autor das Risiko einer NATO-Erweiterung bezüglich der militärischen Schlagkraft?

Der Autor argumentiert, dass die militärischen und finanziellen Kapazitäten durch die Aufnahme neuer Mitglieder strapaziert werden und das Bündnis an Schlagkraft verlieren könnte, sofern die Rückständigkeit der neuen Mitglieder nicht ausgeglichen wird.

Welches Dilemma beschreibt der Autor in Bezug auf die „Out-of-Area“-Einsätze?

Der Autor beschreibt das Spannungsfeld zwischen der Notwendigkeit einer engen UN-Bindung zur Wahrung der Völkerrechtskonformität und dem Erfordernis, als Bündnis in Krisensituationen auch ohne UN-Mandat handlungsfähig zu bleiben.

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Details

Title
Die NATO nach dem Ende des Ost-West-Konflikts
College
Martin Luther University  (Institut für Politikwissenschaft)
Course
Einführung in die Empirie der Internationalen Beziehungen
Grade
2
Author
Jan Trützschler (Author)
Publication Year
2003
Pages
16
Catalog Number
V17446
ISBN (eBook)
9783638220255
Language
German
Tags
NATO Ende Ost-West-Konflikts Einführung Empirie Internationalen Beziehungen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jan Trützschler (Author), 2003, Die NATO nach dem Ende des Ost-West-Konflikts, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/17446
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