Einstiege in neue Themen des Geschichtsunterrichts


Seminararbeit, 2003

16 Seiten, Note: 2


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Hauptteil
1. Arten von Unterrichtseinstiegen
1.1 Stundeneröffnungsrituale
1.2 Stundeneröffnungen
1.3 Einstiege in neue Themen
2. Dimensionen von Einstiegen
2.1 Sprachlich vermittelt und vom Lehrer dominiert: Der Lehrervortrag
2.2 Sprachlich vermittelt und von Schülern dominiert: Das Kreisgespräch
2.3 Handlungsorientiert und vom Lehrer dominiert: Das Rollenspiel
2.4 Handlungsorientiert und von Schülern dominiert: Die Rallye
2.5 Schlussfolgerungen
3. Lehrbuch-Auftaktseiten

III. Fazit

IV. Anhang: Literaturverzeichnis, Materialien

I. Einleitung

Im Geschichtsunterricht, wie auch in den meisten anderen Fächern, spielen Einstiege in neue Themen eine wesentliche Rolle. Sie sind meist die Einleitung eines Stoffkomplexes der den Schüler mehrere Wochen im Unterricht beschäftigen wird. Zugleich sind sie oftmals die erste „Begegnungsstätte“ des Schülers mit einem ihm zuvor unbekannten Thema. Einstiege bilden daher einen wesentlichen Teil der didaktischen Konstruktion einer Unterrichtsreihe. Von ihrem Gelingen hängt zumindest teilweise ab inwieweit sich Schüler in den folgenden Stunden für das Thema interessieren und beigeistern lassen.

Ziel dieser Arbeit ist es deshalb die Problematik des Einstiegs in neue Themen des Geschichtsunterrichts aus allgemein- und fachdidaktischer Sicht näher zu beleuchten.

Hierfür werden in einem ersten Schritt die Einstiege in neue Unterrichtsthemen begrifflich von alltäglichen Stundeneröffnungen und Stundeeröffnungsritualen getrennt und die jeweiligen Funktionen definiert.

In einem zweiten Schritt werden anschließend verschiedene Arten des Einstiegs anhand praktischer Beispiele augezeigt, wobei vor allem die Spannungsfelder zwischen Handlungsorientierung und sprachlicher Vermittlung sowie zwischen Lehrer- und Schülerdominanz im Zentrum der Analyse stehen werden um so Rückschlusse auf Chancen und Risiken der verschiedenen Möglichkeiten ziehen zu können.

In einem dritten und letzten Schritt soll die Aufmerksamkeit in der Betrachtung von Einstiegen schließlich vom Lehrerhandeln auf Schulbücher bzw. auf deren Auftaktseiten gelenkt werden.

Als äußerst aufschlussreiche Quellen haben sich aus allgemeindidaktischer Sicht das Werk von Johannes Greving und Liane Paradies „Unterrichts-Einstiege: Ein Studien und Praxisbuch“ sowie aus geschichtsdidaktischer Perspektive „Gelungene Einstiege: Voraussetzungen für erfolgreiche Geschichtsstunden“ von Gerhard Schneider erwiesen.

II. Hauptteil

1. Arten von Unterrichtseinstiegen

Es lassen sich insgesamt drei Arten von Unterrichtseinstiegen unterscheiden. Zu nennen wären hier Stundeneröffnungsrituale, alltägliche Stundeneröffnungen und „Einstiege in neue Unterrichtsthemen.1 Zwar liegt der Schwerpunkt dieser Arbeit, wie bereits erläutert, auf dem Einstieg in neue Themen im Geschichtsunterricht, allerdings lässt sie dies zumindest nicht immer von den ritualisierten bzw. routinierten Stundeneröffnungen trennen, so dass es erforderlich scheint diese Aspekte zumindest kurz zu beleuchten.

1.1 Stundeneröffnungsrituale

Stundeneröffnungsrituale finden noch vor der eigentlichen fachlichen Eröffnung des Unterrichts statt.2 Sie bestehen im Wesentlichen aus zu Beginn der Stunde immer wiederkehrenden symbolischen Abläufen, die eine Art Aufforderung des Lehrers an die Schüler zu Konzentration und Disziplin beinhalten.3

Diese doch recht abstrakte Definition lässt sich am besten anhand eines Beispiels aus der Praxis näher erklären. Wenn ein Lehrer jede Stunde mit einem lauten „so“ eröffnet, so lässt sich von einem Ritual sprechen.4 Im Optimalfall stellt dieses „so“ eine ruhige und konzentrierte Atmosphäre in der Klasse her und ebnet so den Weg für den folgenden Unterricht, indem es den Schüler erstens hilft sich von Geschehen der letzten Unterrichtsstunde oder Pause zu lösen, sie zweitens mit der klaren Forderung des Lehrers nach Ruhe und Konzentration konfrontiert, insofern also handlungsentlastend und handlungsleitend entlang erwünschter Verhaltensmuster wirkt, und drittens eine Spannungshaltung unter den Schülern in Bezug auf das Kommende erzeugt, also Neugier weckt.5

1.2 Stundeneröffnungen

Dem Ritual der Eröffnung der Stunde folgt der eigentliche fachliche Einstieg in den Unterricht. Ziel ist es den Schülern den Stoff und die Arbeitsergebnisse der letzten Stunde wieder präsent werden zu lassen und gegebenenfalls daran anzuknüpfen.6 Insofern stellen fachliche Stundeneröffnungen eine Art „strukturierende Gedächtnishilfe“7 dar, die den Schülern eine Rekonstruktion der zuletzt erlernten Kenntnisse und Fähigkeiten erlaubt.8 Darüber hinaus ermöglichen sie es dem Lehrer zu prüfen, inwieweit die gesteckten Lernziele erreicht wurden, zeigen den Schülern eventuell vorhandene Lücken im eigenen Wissen auf die sonst unentdeckt blieben, bieten Gelegenheit Probleme aufzuzeigen und gegebenenfalls zu lösen und wirken letztendlich disziplinierend auf die Schüler z.B. in Bezug auf die Erledigung von Hausaufgaben die im Rahmen der Stundeneröffnung kontrolliert werden.9

1.3 Einstiege in neue Themen

Einstiege in neue Unterrichtsthemen haben aus Sicht der allgemeinen Didaktik zwei zentrale Aufgaben. Sie sollen die Schüler erstens zur Arbeit am neuen Thema motivieren und sie zweitens über das neue Thema informieren.10 Ersteres soll erreicht werden, indem die Schüler neugierig gemacht werden. Der Einstieg soll sie für das neue Thema interessieren in ihnen eine Fragehaltung wecken.11 Zweiteres muss geleistet werden indem den Schülern schon während des Einstiegs ein genauer Überblick darüber gegeben wird was in den kommenden Stunden zu lernen und zu erarbeiten ist.12

Darüber hinaus sollten Einstiege an eventuell vorhandene Vorkenntnisse, Meinungen und Vorurteile der Schüler zum Thema anknüpfen um diese entweder durch Bestätigung oder durch Ablehnung oder aber durch wertfreies in Frage stellen didaktisch nutzbar zu machen.13 Eng damit verknüpft ist die Schaffung von Problembewusstsein bei den Schülern. Schon in der Einstiegsphase muss den Schülern vor Augen geführt werden, dass es durchaus verschiedene und kontroverse Perspektiven auf das zu behandelnde Thema gibt und das hieraus auch Probleme für dessen Bearbeitung entstehen.14 Für den Geschichtsunterricht bedeutet dies, dass zentrale eine Epoche bestimmende Konflikte und Widersprüche den Schülern schon während des Einstiegs als solche kenntlich gemacht werden müssen.

Die beiden zuletzt genannten Aspekte können sowohl motivierend, etwa wenn bestehende Vorurteile zum Thema aufgegriffen werden und der Schüler auf diese Weise auch emotional eingebunden wird, als auch informierend, etwa wenn altes Wissen mit neuen Inhalten verknüpft wird und so eine Art „aha- Effekt“ entsteht, wirken, sind also keinem der beiden zentralen Ziele eindeutig zuzuordnen.

[...]


1 Vgl. Greving, Johannes/Paradies Liane: Unterrichts-Einstiege: Ein Studien- und Praxisbuch, Berlin 1996, S.15.

2 Vgl. ebd., S.27.

3 Vgl. ebd.

4 Vgl. ebd., S.28.

5 Vgl. ebd., S.27.

Vgl. Luckmann, Thomas: Theorie des sozialen Handelns, Berlin (u.a.) 1992, S.129, 141.

Vgl. Schütz, Alfred/Luckmann, Thomas: Strukturen der Lebenswelt (Bd.1), Frankfurt a. M. 1994, S.141.

6 Vgl. Greving, Johannes/Paradies Liane: Unterrichts-Einstiege: Ein Studien- und Praxisbuch, Berlin 1996, S.30.

7 Ebd.

8 Vgl. ebd.

9 Vgl. ebd., S.30f.

10 Vgl. Schneider, Gerhard: Gelungene Einstiege: Voraussetzung für erfolgreiche Geschichtsstunden, Schwalbach/Ts. 1999, S.23ff. Vgl. Greving, Johannes/Paradies Liane: Unterrichts-Einstiege: Ein Studien- und Praxisbuch, Berlin 1996, S.17f.

11 Vgl. Schneider, Gerhard: Gelungene Einstiege: Voraussetzung für erfolgreiche Geschichtsstunden, Schwalbach/Ts. 1999, S.23ff. Vgl. Greving, Johannes/Paradies Liane: Unterrichts-Einstiege: Ein Studien- und Praxisbuch, Berlin 1996, S.17f.

12 Vgl. Schneider, Gerhard: Gelungene Einstiege: Voraussetzung für erfolgreiche Geschichtsstunden, Schwalbach/Ts. 1999, S.23. >Vgl. Greving, Johannes/Paradies Liane: Unterrichts-Einstiege: Ein Studien- und Praxisbuch, Berlin 1996, S.17.

13 Vgl. Schneider, Gerhard: Gelungene Einstiege: Voraussetzung für erfolgreiche Geschichtsstunden, Schwalbach/Ts. 1999, S.23f. Vgl. Greving, Johannes/Paradies Liane: Unterrichts-Einstiege: Ein Studien- und Praxisbuch, Berlin 1996, S.18.

14 Vgl. Schneider, Gerhard: Gelungene Einstiege: Voraussetzung für erfolgreiche Geschichtsstunden, chwalbach/Ts. 1999, S.26. Vgl. Greving, Johannes/Paradies Liane: Unterrichts-Einstiege: Ein Studien- und Praxisbuch, Berlin 1996, S.18.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Einstiege in neue Themen des Geschichtsunterrichts
Hochschule
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg  (Institut für Geschichte)
Veranstaltung
Methodik des historischen Lernens
Note
2
Autor
Jahr
2003
Seiten
16
Katalognummer
V17447
ISBN (eBook)
9783638220262
Dateigröße
378 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Diese Arbeit zeigt verschiedene Möglichkeiten auf, um in Themen des Geschichtsunterrichts einzusteigen.
Schlagworte
Einstiege, Themen, Geschichtsunterrichts, Methodik, Lernens
Arbeit zitieren
Jan Trützschler (Autor), 2003, Einstiege in neue Themen des Geschichtsunterrichts, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/17447

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