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Wie ausgeprägt ist die Lesekompetenz von Lernenden der neunten Jahrgangsstufe auf der Prozessebene nach Rosebrock & Nix (2020)?

Lesekompetenz anhand des Romans "Die Tribute von Panem - Tödliche Spiele" und mögliche didaktische Konsequenzen

Titre: Wie ausgeprägt ist die Lesekompetenz von Lernenden der neunten Jahrgangsstufe auf der Prozessebene nach Rosebrock & Nix (2020)?

Travail d'étude , 2025 , 23 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Anonym (Auteur)

Didactique - Philologie Allemande
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Als angehende Deutschlehrkraft stellt sich im Rahmen der Unterrichtsplanung immer wieder die zentrale Frage, inwiefern sich auf bereits vorhandene Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler zu verlassen ist, insbesondere im Bereich der Lesekompetenz, die eine grundlegende Voraussetzung für das Verstehen, Interpretieren und Reflektieren literarischer Texte darstellt. Insbesondere in der Sekundarstufe I ist das Lesen zentraler Bestandteil des Deutschunterrichts, denn viele Unterrichtsvorhaben, wie etwa Lektüreeinheiten, setzen ein gewisses Maß an Textverständnis voraus. Doch welche Lesekompetenz ist bei Jugendlichen in der neunten Jahrgangsstufe tatsächlich erwartbar? Was kann vorausgesetzt werden und in welchen Bereichen zeigt sich (noch) ein Bedarf an gezielter Förderung?

Im Rahmen meines Praxissemesters hatte ich die Möglichkeit, diesen Fragestellungen exemplarisch im Kontext einer 9. Klasse zu untersuchen. Die Lerngruppe arbeitete über einen längeren Zeitraum hinweg mit dem Roman "Die Tribute von Panem- Tödliche Spiele" von Suzanne Collins aus dem Jahr 2009. Dieses Buch stellt sowohl thematisch als auch strukturell hohe Anforderungen an die Lesekompetenz der Schülerinnen und Schüler. Der dystopische Erzählraum, die komplexe Figurenkonstellation, symbolische Elemente und Rückblenden machen das Textverständnis zu einer anspruchsvollen Aufgabe. Diese Anforderungen betreffen insbesondere die Prozessebenen der Lesekompetenz, wie sie im Modell von Rosebrock und Nix aus dem Jahr 2020 beschrieben werden. Dazu zählen das Verstehen auf Wort-, Satz- und Textebene, ebenso wie die Fähigkeit zur Kohärenzbildung, die Anwendung von Lesestrategien und die reflexive Auseinandersetzung mit dem Gelesenen.

Vor diesem Hintergrund habe ich untersucht, welche Teilkompetenzen im Sinne des genannten Modells bei den Lernenden bereits entwickelt sind und an welchen Stellen sie im Umgang mit der literarischen Lektüre Unterstützung benötigen. Zur konzeptionellen Einordnung diente mir neben dem Modell von Rosebrock und Nix auch ein Abgleich mit den Bildungsstandards der Kultusministerkonferenz (KMK), die festlegen, welche Kompetenzen Schülerinnen und Schüler im Bereich des Leseverstehens entwickeln sollen. [...]

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretische Grundlagen

2.1. Das Lesekompetenzmodell von Rosebrock und Nix (2020)

3. Methodik

3.1. Aufbau des Testbogens

3.2. Beschreibung der Forschungsumgebung

4. Durchführung und Ergebnisse der Untersuchung

4.1. Beschreibung des erhobenen Datenmaterials

4.2. Ergebnisse der Datenanalyse

4.3. Ergänzende Ergebnisse zur Lesemotivation

5. Diskussion: Sprachdidaktische Handlungsalternativen

6. Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende wissenschaftliche Arbeit untersucht im Rahmen eines Praxissemesters, wie ausgeprägt die literarische Lesekompetenz von Schülerinnen und Schülern einer neunten Gymnasialklasse auf der Prozessebene nach dem Mehrebenen-Modell von Rosebrock und Nix (2020) ist. Anhand einer empirischen Fallstudie zur Lektüre des dystopischen Romans „Die Tribute von Panem – Tödliche Spiele“ von Suzanne Collins wird der Frage nachgegangen, über welche Teilkompetenzen Neuntklässler im Umgang mit anspruchsvoller Ganzschriftlektüre bereits verfügen, an welchen Stellen signifikante Verständnisbarrieren auftreten und welche konkreten sprach- und literaturdidaktischen Konsequenzen sich für die schulische Praxis der Sekundarstufe I ableiten lassen.

  • Analyse der Lesekompetenz auf der kognitiven Prozessebene (Wort- und Satzidentifikation, lokale und globale Kohärenz, Superstrukturen, Darstellungsstrategien)
  • Empirische Erhebung anhand eines spezifischen Lektüretests zum Jugendroman „Die Tribute von Panem“
  • Differenzierung zwischen basalen Lesefertigkeiten (Detailwissen, Nachschlagen) und höheren Verstehensprozessen (Deutung, Abstraktion, Symbolik)
  • Untersuchung des Einflusses von Schülerpartizipation und intrinsischer Lesemotivation auf die Textverstehensleistung
  • Entwicklung didaktischer Handlungskonzepte wie Visualisierungsstrategien, Lesejournale und intertextuelle Genrevergleiche

Auszug aus dem Buch

2.1. Das Lesekompetenzmodell von Rosebrock und Nix (2020)

Für die Erfassung und Analyse der Lesekompetenz von Schülerinnen und Schülern stellt das Modell von Rosebrock und Nix (2020) eine zentrale theoretische Grundlage dar. Es bietet ein differenziertes Konzept, das auf der Annahme basiert, dass Lesekompetenz ein vielschichtiges, dynamisch entwickelbares und kontextabhängiges Konstrukt ist. Das Modell nimmt eine dreigliedrige Unterscheidung in Prozessebene, Subjektebene und soziale Ebene vor und berücksichtigt damit sowohl kognitive Teilprozesse des Textverstehens als auch individuelle und situative Einflussfaktoren.

Im Zentrum des vorliegenden Studienprojekts steht die Prozessebene, da sie jene kognitiven Mechanismen beschreibt, die für das unmittelbare Verstehen und Interpretieren literarischer Texte entscheidend ist. Diese Ebene umfasst konkrete Teilprozesse des Leseverstehens, die während des Lesens eines Textes mental ablaufen und mit zunehmender Leseerfahrung automatisiert oder strategisch gesteuert werden können. Sie können sowohl einzeln analysiert als auch gezielt gefördert werden, weshalb sie für die schulische Leseförderung, insbesondere in der Sekundarstufe I, von zentraler Bedeutung ist.

Konkret unterscheidet die Prozessebene des Modells fünf Teilkompetenzen, die in einem engen Zusammenspiel das Verständnis literarischer sowie pragmatischer Texte ermöglichen:

1. Wort- und Satzidentifikation: Diese grundlegende Fähigkeit umfasst das schnelle und sichere Erkennen von Wörtern und Sätzen sowie deren semantische Einordnung im jeweiligen Kontext. Sie bildet die Grundlage für weiterführende Leseprozesse. Besonders bei anspruchsvolleren literarischen Texten, die mit ungewöhnlichen Begriffen oder Symboliken arbeiten kann ein fehlendes Verständnis auf dieser Ebene bereits zu erheblichen Herausforderungen beim weiteren Textverstehen führen.

2. Herstellung lokaler Kohärenz: Auf dieser Stufe verknüpfen Leser*innen Informationen aus benachbarten Satzeinheiten, indem sie schlussfolgernd arbeiten und textinterne Leerstellen schließen. So erschließt sich ein grundlegendes Verständnis einzelner Textabschnitte. In literarischen Texten mit komplexen Narrationsstrukturen, ist diese Fähigkeit zentral für die Basisrezeption von Figurenhandeln und -motivation.

3. Herstellung globaler Kohärenz: Diese Teilkompetenz beschreibt die Fähigkeit, tiefere Bedeutungszusammenhänge über ganze Textabschnitte hinweg zu erfassen und ein übergeordnetes Textverständnis aufzubauen. Leser*innen verknüpfen hier frühere Textinformationen mit neuem Wissen, erkennen thematische Fortschreibungen oder narrative Strukturen und entwickeln ein globales Textschema.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Das Kapitel führt in die Problemstellung der Lesekompetenzerwartung in der Sekundarstufe I ein und begründet die Relevanz des Praxissemesterprojekts am Beispiel des Romans „Die Tribute von Panem“.

2. Theoretische Grundlagen: Das Kapitel verortet das Vorhaben in den KMK-Bildungsstandards sowie internationalen Vergleichsstudien und widmet sich im Unterkapitel 2.1 ausführlich dem Lesekompetenzmodell nach Rosebrock und Nix mit besonderem Fokus auf die kognitive Prozessebene.

3. Methodik: Hier werden die Konzeption des am ELFE-Verfahren angelehnten Lektüretests (3.1) sowie die Rahmenbedingungen der untersuchten neunten Gymnasialklasse als Forschungsumgebung (3.2) detailliert beschrieben.

4. Durchführung und Ergebnisse der Untersuchung: Dieses Kapitel dokumentiert die Testdurchführung samt Datenmaterial (4.1), analysiert die differenzierten Ergebnisse über die verschiedenen Kohärenzniveaus hinweg (4.2) und beleuchtet die begleitend erhobene Lesemotivation (4.3).

5. Diskussion: Sprachdidaktische Handlungsalternativen: Ausgehend von den diagnostizierten Defiziten bei übergeordneten Verstehensleistungen werden praxisorientierte Förderansätze wie Handlungsdiagramme, Lesejournale und Symbolanalysen vorgestellt.

6. Fazit und Ausblick: Das Schlusskapitel fasst die zentralen Erkenntnisse bezüglich der Diskrepanz zwischen basalen und höheren Lesefertigkeiten zusammen und gibt forschungsmethodische sowie didaktische Ausblicke für Folgestudien.

Schlüsselwörter

Lesekompetenz, Prozessebene, Rosebrock und Nix, Sprachdidaktik, Sekundarstufe I, Lektüretest, Die Tribute von Panem, lokale Kohärenz, globale Kohärenz, Superstrukturen, Darstellungsstrategien, Lesemotivation, Deutschunterricht

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der empirischen Überprüfung und Analyse der literarischen Lesekompetenz von Neuntklässlern an einem Gymnasium im Kontext einer realen Unterrichtseinheit zu einem modernen Jugendroman.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf der lesedidaktischen Modellierung kognitiver Teilprozesse, der Diagnose von Kohärenzleistungen, der Rolle von Symbolverständnis sowie der Erfassung motivationaler Einflüsse auf das Textverstehen.

Was ist das primäre Ziel bzw. die Forschungsfrage des Projekts?

Ziel der Arbeit ist es zu beantworten, wie ausgeprägt die Lesekompetenz von Lernenden der neunten Jahrgangsstufe auf den verschiedenen Stufen der Prozessebene nach Rosebrock & Nix (2020) ist und welche didaktischen Konsequenzen sich daraus für den Unterricht ergeben.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Erkenntnisgewinnung eingesetzt?

Es wurde eine quantitative und qualitative Erhebung mittels eines 40-minütigen, textbezogenen Lektüretests mit Multiple-Choice- und offenen Aufgaben durchgeführt, kombiniert mit einem vorgeschalteten Fragebogen zur Erfassung der Lesemotivation.

Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Testergebnisse von 20 Probanden: Während basale Fertigkeiten und lokale Kohärenzbildung weitgehend beherrscht werden, zeigen sich erhebliche Schwächen bei globaler Kohärenz, Superstrukturen und der Deutung literarischer Symbole.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die theoretische Fundierung?

Zentrale Begriffe sind die kognitive Prozessebene, das Lesekompetenzmodell nach Rosebrock und Nix, Bildungsstandards Deutsch der KMK sowie literarisches Verstehen.

Warum wurde ausgerechnet der Roman „Die Tribute von Panem“ für die Studie gewählt?

Der Roman wurde von der Lerngruppe selbst ausgewählt, was eine hohe intrinsische Motivation bot; gleichzeitig stellt das dystopische Werk durch Vor- und Rückblenden, komplexe Figurenkonstellationen und Symboliken hohe kognitive Anforderungen an die Lernenden.

Welcher Zusammenhang zeigte sich zwischen Lesemotivation und Textverstehen?

Eine hohe Lesemotivation verbesserte weniger das basale Faktenwissen, wirkte sich jedoch positiv auf die anspruchsvolleren Teilprozesse wie das Erkennen von Superstrukturen und die globale Kohärenzbildung aus.

Welche didaktischen Maßnahmen empfiehlt der Autor zur Schließung der diagnostizierten Lücken?

Empfohlen werden Methoden zur Makrostrukturierung (wie Zeitstrahlen und Handlungsdiagramme), Lesejournale zur kontinuierlichen Verknüpfung von Motiven sowie ein explizites dreischrittiges Vorgehen zur Entschlüsselung literarischer Symbole.

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Résumé des informations

Titre
Wie ausgeprägt ist die Lesekompetenz von Lernenden der neunten Jahrgangsstufe auf der Prozessebene nach Rosebrock & Nix (2020)?
Sous-titre
Lesekompetenz anhand des Romans "Die Tribute von Panem - Tödliche Spiele" und mögliche didaktische Konsequenzen
Université
Bielefeld University  (Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft)
Cours
Vertiefung zum Begleitseminar Praxissemester Germanistik
Note
1,3
Auteur
Anonym (Auteur)
Année de publication
2025
Pages
23
N° de catalogue
V1744709
ISBN (PDF)
9783389200520
ISBN (Livre)
9783389200537
Langue
allemand
mots-clé
Studienprojekt Germanistik Didaktik Sprachdidaktik Lesekompetenz Rosebrock und Nix
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Anonym (Auteur), 2025, Wie ausgeprägt ist die Lesekompetenz von Lernenden der neunten Jahrgangsstufe auf der Prozessebene nach Rosebrock & Nix (2020)?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1744709
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Extrait de  23  pages
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