Exzerpt Frank Kopanski "... sam säw zum nuosch" Anmerkungen zum Hochzeitsmahl in Heinrich Wittenwilers 'Ring'


Exzerpt, 2011

5 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Das Hochzeitsmahl in Heinrich Wittenwilers „Der Ring“ wird in der Forschung ausschließlich als Negativdidaxe gelesen. In seinem Aufsatz Frank Kopanski "... sam säw zum nuosch“ - Anmerkungen zum Hochzeitsmahl in Heinrich Wittenwilers 'Ring'“ untersucht Frank Kopanski den allgemeinen wissenschaftlichen Konsens auf seine Gültigkeit. Dabei zeigt er Brüche und Gegenläufigkeiten der allgemeinen Interpretation auf und beleuchtet Fakten, die aufgrund des Lesens des Hochzeitsmahls als Negativdidaxe in den Hintergrund gedrängt worden sind, obwohl sie für den Text eine wesentliche, konstitutive Funktion haben.[1] Auf diesem Weg stellt er fest, dass die eindeutige Einordnung des Hochzeitsmahls durch die Forschung eine oberflächliche, verschweigende Vereinfachung des Textes darstellt, welche die Bedeutung des „Rings“ nur oberflächlich erfasse und daher allein skizzenhaft darstelle. Nach Kopanski erlaube die Mannigfaltigkeit des Hochzeitsmahls und - in Allegorie

- der gesamten Text keine interpretatorische Eindeutigkeit.

Kopanski bearbeitetet seine These in drei Schritten. Zunächst wird Wittenwilers Hochzeitsmahl der Gestaltung der Tischzuchtsliteratur gegenübergestellt und nach Übereinstimmungen und Unterschiede geprüft. Kopanski interessiert die Frage, in wie weit Wittenwilers Text in die Tradition der klassischen Tischzuchtsliteratur eingeordnet werden und infolgedessen als einfache Parodierung hoch- und spätmittelalterlicher Tischzuchten verstanden werden kann. Ein kurzer inhaltlicher Abrisses des Geschehens lässt eine Vergleichbarkeit erkennen. So enthält Wittenwilers Text zahlreiche „ […] Vorschriften, wie sie sich in den Formen des Nichtbefolgens […] leicht herauslesen lassen.“[2] Auffällig dabei ist der ungewöhnlich große Umfang wie auch die Fülle an detaillierten Beschreibungen des Hochzeitsmahls, sodass Kopanski vermutet, Wittenwiler habe bei der Konzeption weniger eine bestimmte Quelle als vielmehr mehrere Tischzuchten und / oder verbreitete Regeln als Gemeingut in seinen Text einfließen lassen um eine Ausgiebigkeit seines Textes zu erreichen.[3] Eine weitere Besonderheit - gezeigt am Disput zwischen Dienerschaft und Gastgebern - stellt nach Kopanski die über die Ironie hinausgehende Freude an gelebter Gewalt und Brutalität im Text dar. Das gezeigte Verhalten der Lappenhauser zur Hochzeit ist nicht allein Fehlverhalten.

[4] Es ist die „ […] offensichtliche Lust an ausgiebigen und brutalen Quälerein, [die nach Kopanski eindeutig von einem] neuen Charakter [zeugen].“[5] Aufgrund dessen geht nach Kopanski das Hochzeitsmahl über eine Parodierung der hoch- und spätmittelalterlichen


[...]

[1] Kopanski : "... sam säw zum nuosch“, S. 185.

[2] ebd., S. 187.

[3] ebd., S. 187.

[4] Vgl. Wittenwiler : der Ring, V. 5823-5835.

[5] Kopanski : "... sam säw zum nuosch“, S. 189.

Ende der Leseprobe aus 5 Seiten

Details

Titel
Exzerpt Frank Kopanski "... sam säw zum nuosch" Anmerkungen zum Hochzeitsmahl in Heinrich Wittenwilers 'Ring'
Hochschule
Technische Universität Dresden  (Germanistik)
Note
2,3
Autor
Jahr
2011
Seiten
5
Katalognummer
V174483
ISBN (eBook)
9783640954537
Dateigröße
396 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Heinrich Wittenwiler, Der Ring, Frank Kopanski
Arbeit zitieren
Hans Erdmann Hans Erdmann (Autor), 2011, Exzerpt Frank Kopanski "... sam säw zum nuosch" Anmerkungen zum Hochzeitsmahl in Heinrich Wittenwilers 'Ring', München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/174483

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