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Freiheit und Entfremdung in Arnold Gehlens Institutionentheorie

Eine Gegenposition zu Karl Marx

Título: Freiheit und Entfremdung in Arnold Gehlens Institutionentheorie

Trabajo Escrito , 2011 , 27 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: Bachelor of Arts Stefan Wagner (Autor)

Política - Filosofía política e historia de las ideas
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Institutionen sind allumfassende und historisch gewachsene, gesellschaftliche Phänomene, welche das soziale Handeln und Verhalten von Individuen, Gruppen und Gemeinschaften regeln, ordnen und so koordinieren und konditionieren, dass es für Interaktionsteilnehmer vorhersehbar oder zumindest erwartbar wird. Wir alle sind mehr oder minder von einer Vielzahl von Institutionen eingefasst und verhalten uns zumeist stark in deren Sinne, dienen ihnen also. Alle elementaren Bereiche des individuellen und gesellschaftlichen Lebens sind durch sie geregelt, man kann – und meistens auch: will – ihnen nicht entkommen.
Arnold Gehlen und der philosophischen Anthropologie zu Folge sind Institutionen eine der elementarsten Grundlagen des menschlichen Daseins und Zusammenlebens. Weiterhin zentral ist die Aussage, dass die Institutionen mit Notwendigkeit errichtet werden und über ihre Dauer und überpersönliche Gültigkeit erst ein Leben ermöglichen, wie wir es heute kennen, nämlich eine fortschreitende kulturelle Entwicklung. Damit werden die Institutionen letztlich auch zur Bedingung der Entstehungsmöglichkeit von Freiheit sowie der Entwicklung des Menschen hin zu einer Persönlichkeit. Innerhalb dieses Verständnisses von Institutionen tritt aber leider auch Entfremdung mit Notwendigkeit auf. „Leider“ verwende ich hier, um die Problematik der nachfolgenden Ausführungen schon einzuleiten, denn der Begriff der Entfremdung erhielt im Laufe der Zeit eine negative Konnotation, welche ihm von namhaften Denkern zugewiesen wurde und durch die Popularität deren Konzeptionen von Entfremdung als negativer Begriff weit verbreitet und als solcher akzeptiert wurde. Bei Arnold Gehlen kommt den Institutionen und damit auch der Entfremdung nun aber wieder eine ganz andere Bedeutung und auch Funktion zu, sodass dessen Vorstellungen hier als Gegenposition zu denen von Karl Marx (basierend auf Fichte) verstanden werden und auch gezeigt werden soll, welche spezifischen theoretischen und auch funktionellen Unterschiede zwischen beiden Denkern identifiziert werden können und wie es zu diesen aus den jeweiligen Theorien heraus kommt. Als Motiv im Hintergund der Arbeit soll die Behauptung: was bei Marx der abzulehnende Überbau ist bei Gehlen der zu erhaltende Unterbau verstanden werden.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Philosophische Anthropologie und die Handlungstheorie Arnold Gehlens

2.1 Geschichte der Philosophischen Anthropologie

2.2 Die Philosophische Anthropologie Arnold Gehlens

2.3 Die Handlung als das besondere menschliche Prinzip

2.4 Die Kulturwelt als die menschliche Welt

3 Institutionen und ihre Funktionen

3.1 Die Institutionen und ihre Funktionen im Allgemeinen

3.2 Die Entlastungsfunktion der Institutionen

4 Entfremdung und Freiheit

4.1 Ausgangspunkt der Entfremdung bei Karl Marx

4.2 Die marxsche Konzeption der Entfremdung (basierend auf Johann Gottlieb Fichte)

4.2.1 Basis und Überbau

4.2.2 Entfremdete Arbeit

4.2.3 Die Möglichkeit der Freiheit bei Marx

4.3 Arnold Gehlens Antwort auf die Konzeptionen von Marx und Fichte

4.4 Gehlens Konzeption als Gegenposition

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die grundlegenden Unterschiede und gegensätzlichen Positionen zwischen Arnold Gehlens Institutionentheorie und der marxschen Theorie bezüglich der Begriffe „Freiheit“ und „Entfremdung“. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Gehlen diese Konzepte neu interpretiert und Institutionen als notwendige Entlastungsinstrumente für den Menschen begreift.

  • Philosophische Anthropologie des Menschen
  • Die Funktion von Institutionen als stabilisierende Kräfte
  • Marxsche Entfremdungskritik vs. Gehlens Institutionentheorie
  • Die Entlastungsfunktion als Bedingung für menschliche Entwicklung
  • Transformation des Begriffs „Freiheit“ im Kontext gesellschaftlicher Strukturen

Auszug aus dem Buch

3. Institutionen und ihre Funktionen

Wie im vorangegangenen Kapitel verdeutlicht wurde, besteht also für den Menschen, aufgrund seiner so gearteten körperlichen und geistigen Ausstattung, die Notwendigkeit ein soziales Wesen und damit ein institutionell abgestütztes Wesen zu sein. Die beschriebenen erlernbaren, normierenden, habitualisierten Handlungsformen werden durch die daraus hervorgehenden Institutionen verfestigt und verselbstständigen sich so, dass sie dem Menschen als verpflichtender Außenhalt seines Verhaltens gegenübertreten und es somit zuverlässig und berechenbar machen.

„Man kann geradezu sagen, wie die tierischen Gruppen und Symbiosen durch Auslöser und durch Instinktbewegungen zusammengehalten werden, so die menschlichen durch Institutionen und die darin erst 'sich feststellenden' quasiautomatischen Gewohnheiten des Denkens, Fühlens, Wertens und Handelns, die allein als institutionell gefaßte sich vereinseitigen, habitualisieren und damit stabilisieren. Erst so werden sie in ihrer Vereinseitigung gewohnheitsmäßig und einigermaßen zuverlässig, d.h. Voraussehbar.“

An diesem Zitat aus Gehlens Werk wird noch einmal sehr deutlich, dass beim Menschen die Institutionen an der Stelle der Instinkte stehen und damit notwendige Ordnungsgefüge des menschlichen Zusammenlebens werden, die dessen weltoffenes Antriebsleben und damit „die Beliebigkeit und Kontingenz des sozialen Handelns beschränken, normative Wirkungen ausüben, Pflichten definieren und Handlungsfolgen vorhersehbar machen.“

Die Institutionen versteht Arnold Gehlen in einem sehr grundlegenden Sinne. Er subsumiert darunter technische Werkzeuge ebenso wie Sprache, Rituale, Kulte, Familie, Staat, Kirche uvm. Sie treten im Allgemeinen als große Vereinfacher auf, welche soziale Sicherheit verheißen (sollen), „als haltgebende Mächte und Stabilisierungsgefüge des instinktverunsicherten Menschen fungieren und auf der Basis des Eingewöhnten und Genormten die Regeln stiften, nach welchen seine Antriebe sich zu artikulieren haben.“ Die Institutionen erscheinen also auf der einen Seite als „die Formen der Bewältigung lebenswichtiger Aufgaben oder Umstände (...); sie erscheinen von der anderen Seite als die stabilisierenden Gewalten“.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Problemstellung der Arbeit ein und skizziert den Vergleich zwischen Arnold Gehlens Institutionentheorie und der marxschen Theorie.

2 Die Philosophische Anthropologie und die Handlungstheorie Arnold Gehlens: Dieses Kapitel erörtert das Menschenbild Gehlens sowie die zentrale Bedeutung der menschlichen Handlung als notwendiges Prinzip zur Kulturbildung.

3 Institutionen und ihre Funktionen: Der Abschnitt erläutert die stabilisierende Rolle von Institutionen und deren essenzielle Aufgabe als Entlastungsinstanz für den Menschen.

4 Entfremdung und Freiheit: Das Kapitel vergleicht die marxsche Entfremdungskritik mit der positiven Umdeutung durch Gehlen und analysiert die Möglichkeiten menschlicher Freiheit in beiden Systemen.

5 Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Unterschiede zusammen und resümiert die Bedeutung von Gehlens Theorie für das Verständnis menschlicher Gesellschaften heute.

Schlüsselwörter

Arnold Gehlen, Karl Marx, Institutionentheorie, Anthropologie, Entfremdung, Freiheit, Entlastungsfunktion, Kultur, Handlungsprinzip, Sozialisation, Instinkt, Persönlichkeitsentwicklung, Gesellschaftstheorie, Materialismus, Weltoffenheit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die philosophischen Konzepte von Freiheit und Entfremdung unter der Gegenüberstellung von Arnold Gehlens Institutionentheorie und der Gesellschaftstheorie von Karl Marx.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit befasst sich mit der philosophischen Anthropologie, der Funktion gesellschaftlicher Institutionen und den unterschiedlichen Auffassungen von Arbeit und Freiheit bei den beiden genannten Denkern.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die spezifischen theoretischen Unterschiede zwischen Marx und Gehlen aufzuzeigen und zu klären, warum Gehlen Institutionen als notwendige „Entlastungsinstanzen“ und nicht als Entfremdungsquellen begreift.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit nutzt eine komparative Analyse, bei der die Texte von Arnold Gehlen in kritische Beziehung zur marxschen Theorie (unter Berücksichtigung von Fichte) gesetzt werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die anthropologische Fundierung bei Gehlen, die Beschreibung der Institutionen sowie die detaillierte Gegenüberstellung der Entfremdungsbegriffe.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Anthropologie, Institution, Entlastung, Entfremdung, Freiheit, Mängelwesen und Handlungstheorie.

Wie definiert Gehlen das „Mängelwesen“ Mensch?

Gehlen begreift den Menschen als Mängelwesen, da ihm instinktive Sicherheit fehlt, weshalb er Institutionen schaffen muss, um sein Handeln zu stabilisieren und die Komplexität der Welt zu bewältigen.

Warum lehnt Gehlen das marxsche Entfremdungsmodell ab?

Gehlen interpretiert die marxsche Forderung nach Aufhebung der Entfremdung als gefährlich, da er Institutionen nicht als unterdrückend, sondern als überlebenswichtige Entlastung für das menschliche Zusammenleben betrachtet.

Final del extracto de 27 páginas  - subir

Detalles

Título
Freiheit und Entfremdung in Arnold Gehlens Institutionentheorie
Subtítulo
Eine Gegenposition zu Karl Marx
Universidad
University of Leipzig
Calificación
1,3
Autor
Bachelor of Arts Stefan Wagner (Autor)
Año de publicación
2011
Páginas
27
No. de catálogo
V174493
ISBN (Ebook)
9783640951758
ISBN (Libro)
9783640951918
Idioma
Alemán
Etiqueta
Arnold Gehlen Karl Marx Freiheit Entfremdung Institutionen Institutionentheorie Handlungstheorie Handlung Philosophische Anthropologie Anthropologie
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Bachelor of Arts Stefan Wagner (Autor), 2011, Freiheit und Entfremdung in Arnold Gehlens Institutionentheorie , Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/174493
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