Die Bedeutung des Selbstvertrauens beim Gelingen von partnerschaftlichen Beziehungen

Ein Beratungsansatz


Facharbeit (Schule), 2011

15 Seiten, Note: 1,2


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Allgemeine Betrachtungen

3. Persönliche Betrachtungen

4. In welcher Hinsicht ist Selbstbewusstsein so bedeutend für das Gelingen einer Partnerschaft?

5. Welches ist aufgrund dieser Erkenntnisse ein Erfolg versprechender Beratungsansatz?

6. Zusammenfassung

„Sich selbst zu lieben ist der Beginn einer lebenslangen Romanze.“

(Oscar Wilde, „Ein idealer Gatte“.)

1. Einleitung

Die Liebe zwischen zwei Menschen ist eines der faszinierendsten Themen, welches uns Menschen beschäftigt (außer dem Thema Geld und Macht vielleicht, die aber, wenn auch meist unbewusst, auch mit dem Thema Liebe oder geliebt werden Wollen zu tun haben).

Immer wieder beobachte ich, wie lebendig und interessiert meine Gesprächspartner reagieren, wenn es um das Thema Partnerschaft oder Liebe geht. Dementsprechend sind wir genauso brennend daran interessiert, herauszufinden, wie denn nun eine gute Partnerschaft aussehen könnte.

In dieser Abhandlung will ich mich mit einem wesentlichen Element des Gelingens der partnerschaftlichen Beziehung oder Liebe zwischen zwei Menschen beschäftigen, und zwar mit dem Anteil des Selbstvertrauens bzw. der Selbstliebe. Da geringes Selbstvertrauen in der Partnerschaft im allgemeinen häufiger bei Frauen anzutreffen ist, werde ich im folgenden hauptsächlich diese Problematik behandeln.

Später werde ich aufzeigen, welche Wege beschritten werden können, um eine Änderung herbeizuführen.

2. Allgemeine Betrachtungen

Der Grundstein für eine gute Partnerschaft wird nach Sigmund Freud schon in der frühen Kindheit gelegt, wenn das Kind, in der Regel bereits im ersten Lebensjahr, die Erfahrung macht, dass es bei der Mutter geborgen ist und hierdurch sein Urvertrauen entwickeln kann. Außerdem weist Freud darauf hin, dass ein Mensch z. B. ein ungewöhnlich klammerndes Verhalten entwickeln kann, wenn er als Kind traumatische Erfahrungen im Zusammenhang mit dem Verlust früher wichtiger Bezugspersonen macht oder dass er sich von anderen Menschen innerlich zurückzieht, da er sich aufgrund seiner frühkindlichen Erfahrungen von ihnen nichts verspricht. Das klammernde Verhalten kann sich als eines der Hauptprobleme in einer partnerschaftlichen Beziehung herausstellen, da sich der Partner hierdurch eingeengt und überfordert fühlen wird. (Loesch, Studienbrief 2, „Psychologische/r Berater/in“, S. 33).

Ein weiterer Aspekt, der die Entwicklung eines gesunden Selbstvertrauens verhindert, ist es nach Erik H. Erikson, wenn es den Eltern nicht möglich ist, ihr Kind im Alter von 3 – 6 Jahren in seinen Aktivitäten zu ermutigen, sondern wenn sie vielleicht auf seine Handlungen entmutigend oder vorwurfsvoll reagieren und hierdurch bei dem Kind Schuldgefühle hervorrufen und das Bewusstsein, keine vollwertige Person zu sein. (Loesch, Studienbrief 2 „Psychologische/r Berater/in“, S. 45).

Es gibt unzählige Abhandlungen und Ratgeberbücher über das Thema Liebe und Partnerschaft. Wenn man diese Bücher aber genauer betrachtet, so gehört in unserer modernen Zeit zum Gelingen einer Beziehung in der Regel eine Begegnung auf Augenhöhe. In den vergangenen Jahrhunderten oder vielleicht auch in anderen Kulturen waren und sind die Rollen eher eindeutig verteilt – der Mann sorgt in der Regel für den Lebensunterhalt (oder die Ernährung), die Frau ist für den ehelichen Haushalt und die Versorgung der Kinder zuständig.

Christian Thiel schreibt in „Was glückliche Paare richtig machen. Die wichtigsten Rezepte für eine erfüllte Partnerschaft“ über den Wandel der Zeiten: „Bestätigung ist das wichtigste Bedürfnis, das wir in einer Partnerschaft haben. Diese Bestätigung durch den Partner hat heute eine ungleich größere Bedeutung als früher. In früheren Jahrhunderten hätten Eheleute nicht verstanden, warum Anerkennung und Bestätigung wichtig für sie sein sollten. Das ist heute anders und hat mit einigen Begleiterscheinungen der partnerschaftlichen Wende in den siebziger Jahren zu tun.“ (Thiel 2007, S. 87).

Dennoch ist es auch von herausragender Bedeutung, dass das eigene Selbstwertgefühl nicht nur von der Bestätigung des Partners abhängt, sondern von ihm unabhängig entwickelt und gepflegt wird.

3. Persönliche Betrachtungen

Ich selbst habe den Umbruch der traditionellen Sicht- und Lebensweise zum modernen Umgang von Paaren miteinander mit erlebt, da ich in einer Zeit aufgewachsen bin (Jahrgang 1945), in der Frauen üblicherweise noch das Ziel hatten, zu heiraten und Kinder zu bekommen und weniger, einen Beruf auszuüben und Karriere zu machen. Die Umstellung und das Umdenken waren kein einfacher Prozess. Ich wurde aber im Laufe verschiedener Beziehungen immer wieder auf das Thema Selbstvertrauen aufmerksam gemacht – bzw. eher darauf, dass ein geringes Selbstbewusstsein meist ein Hinderungsgrund für das Gelingen einer Paarbeziehung ist. Es führt auch schrittweise immer mehr zur Abhängigkeit, und diese mag zunächst schmeichelhaft auf den Partner wirken, wird aber mit der Zeit immer mehr zur Einengung – für beide Beziehungspartner.

Aus diesem Grund habe ich mich etliche Jahre zum einen mit der persönlichen Veränderung und zum anderen mit der Beobachtung anderer Paare und den jeweils hieraus gewonnenen Erfahrungen beschäftigt.

Hieraus ergab sich die Frage:

4. In Welcher Hinsicht ist Selbstbewusstsein so bedeutend für das Gelingen einer Partnerschaft?

Es gibt, wie gesagt, unzählige Ratgeberbücher über das Thema Beziehung, aber alle darin beschriebenen Hinweise können in der Regel nur umgesetzt werden, wenn ein hinreichendes Maß an Selbstliebe vorhanden ist – oder sie weisen auf dieses Thema hin.

Irene Goldmann schreibt dazu in ihrem Buch „Liebe dich selbst, sonst liebt dich keiner“: „Solange wir versuchen, mit unseren Liebesbeziehungen grundlegende Defizite auszugleichen – den Mangel an Selbstliebe, das Unvermögen, eigene Bedürfnisse wahrzunehmen und zu befriedigen, und die Unfähigkeit, Verantwortung für uns selbst zu übernehmen und das Leben entlang der eigenen Wünsche zu gestalten – fehlt uns die Basis, auf der persönliches Glück entstehen kann.“ (Goldmann 2009, S. 49).

Weiterhin heißt es in diesem Buch: „Extreme Forderungen emotionaler Bedürftigkeit schlagen auf Dauer jeden noch so gutwilligen Partner in die Flucht. Eine Frau, die sich selbst nicht liebt, ist gar nicht in der Lage, die Zuneigung anderer zu spüren. Weil sie sich selbst nicht leiden kann, reagiert sie auf Nettigkeiten mit Ungläubigkeit.“ (Goldmann 2009, S. 79).

In jedem Fall spielen natürlich die Entwicklung eines Menschen und das Umfeld, in dem er aufwächst auch eine Rolle für das Verhalten in der Paarbeziehung. Hierbei sind sowohl die Anlagen als auch die Erfahrungen, die ein Mensch im Laufe seines Lebens macht, also das, was er dazulernt. Die Vertreter des Nativismus gehen davon aus, dass allein die Anlagen de Verlauf des Lebens eines Menschen bestimmen. Die Vertreter des Behaviorismus allerdings behaupten, dass ein Mensch allein durch seine Erfahrungen im Leben, also das Lernen, geprägt wird. Neuere Studien haben gezeigt, dass beide Faktoren bei der Entwicklung und dem Verlauf des Lebens eines Menschen eine Rolle spielen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Die Bedeutung des Selbstvertrauens beim Gelingen von partnerschaftlichen Beziehungen
Untertitel
Ein Beratungsansatz
Hochschule
Impulse e.V. - Schule für freie Gesundheitsberufe
Veranstaltung
Abschlussarbeit
Note
1,2
Autor
Jahr
2011
Seiten
15
Katalognummer
V174539
ISBN (eBook)
9783640958047
ISBN (Buch)
9783640958405
Dateigröße
465 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Zitat aus der Begutachtung der Arbeit: "Die Arbeit zeichnet sich in allen Teilen durch eine stringente Darstellung und eine konsequente Argumentation aus. Frau Müller versteht es jederzeit, Grundbegriffe leicht und verständlich zu erläutern und fachliche Zusammenhänge eingängig zu formulieren. Stil und Vorgehen erreichen in weiten Teilen wissenschaftliches Niveau."
Schlagworte
Partnerschaftliche Beziehungen, Selbstvertrauen
Arbeit zitieren
Gudrun Müller (Autor), 2011, Die Bedeutung des Selbstvertrauens beim Gelingen von partnerschaftlichen Beziehungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/174539

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