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Die Berichterstattung der deutschen Presse zum Tod Wilhelms I. im Jahr 1888

Résumé Extrait Résumé des informations

Es soll analysiert werden wie genau Wilhelm I unmittelbar nach seinem Tod von den Zeitgenossen wahrgenommen wurde. Es sollen dabei verschiedene Zeitungen betrachtet werden, welche repräsentativ das sozialpolitische Spektrum des Kaiserreiches abbilden. Ziel ist es herauszuarbeiten, wie jede Richtung für sich den späten Kaiser bewertet hat, wo Gemeinsamkeiten und wo Unterschiede liegen.

Es wird die Vermutung aufgestellt, dass der Kaiser eine herausragende und respektierte Figur für weite Teile der Bevölkerung war, aber dass bei allem patriotischen Gefühl und Parolen, die Bewertung des Todes von Wilhelm I nicht einheitlich gewesen ist.
Dazu sollen zunächst geeignete Quellen ausgewählt und ausgewertet werden. Dies stellt den ersten Hauptteil der Arbeit dar. Im zweiten Teil des Hauptteils sollen dann die einzelnen Quellen anhand verschiedener Gesichtspunkte miteinander verglichen und die gewonnen Erkenntnisse gegenübergestellt werden. Abschließend soll ein Fazit zur Gesamtwahrnehmung des Todes Wilhelms I in der deutschen Presse gezogen werden.

Extrait


Inhalt

I. Einleitung

II. Methodik und Auswahl der Quellen

III. Hauptteil

IV. a) Analyse der Quellen
1. Die Kreuzzeitung
2. Die Nationalzeitung
3. Die Germania
4. Die Vossische Zeitung
5. Der Sozialdemokrat
III. b) Vergleich der Quellen
1. Grundsätzliche Befunde
2. Allgemeine Sicht auf Wilhelm I
3. Das Vermächtnis des Kaisers
4. Der Thronwechsel
5. Die Rolle Bismarcks
6. Volkstrauer und Bestattungsfeier

IV. Schlussfazit: Der 9. März 1888 - eine Zäsur?

V. Quellenverzeichnis

VI. Literaturverzeichnis

I. Einleitung

Wilhelm I starb am 9. März 1888 als erster deutscher Kaiser im hohen Alter von fast einundneunzig Jahren1. Aber warum lohnt es sich eine scheinbar „ausgeforschte“2 Epoche der deutschen Geschichte nochmals genauer unter die Lupe zu nehmen?

Durch die Dissertationen von Jan Markert, Frank Frederick Sterkenburgh und Susanne Bauer sind neue Anreize zur Geschichte des Kaiserreichs gesetzt worden. Dies ist bemerkenswert, da dies nicht durch neue Akzente Richtung Sozial-, Wirtschafts- oder Kulturgeschichte geschieht, sondern durch biographische und politikgeschichtliche Ansätze, welche die Rolle des deutschen Kaisers bzw. des Kaiserehepaares grundlegend neu evaluieren3. Dies geschieht nicht unfundiert, sondern auf der Grundlage der Auswertung neuer Quellen, Briefen, Denkschriften, Tagebücher, Memoiren, Depeschen und Reden innerhalb der erweiterten Sozialsphäre des Kaiserhofes4. Kritisiert wird eine vermeintliche Bismarckzentriertheit der älteren Forschung5. Es wird betont, dass das Kaiserreich eben genau das gewesen sei: Ein Kaiserreich, kein Bismarckreich6.

Tatsächlich erweist sich ein simplifiziertes „ master narrative“7 mit Bismarck als Ingenieur einer von langer Hand geplanten Reichsgründung als nicht tragfähig. Die einseitige Einengung auf die Handlungsmacht einer einzelnen Person übersieht die dynamischen historischen Prozesse, sowohl gesellschaftliche, nationale als auch die sich ändernde politische und diplomatische Lage des 19. Jahrhunderts8.

Inwiefern sich die bisherige Forschung allerdings den Vorwurf einer grandiosen bismarckschen Meisterzählung gefallen lassen muss, sei dahingestellt. Dies behauptet eher antiquierte Forschung. Bismarck handelte mehr aus Pragmatismus, als von vorne herein durchplanten Kalkül9. Er handelte im Rahmen der Möglichkeiten, die sich ihm boten10. Ziel dieser Arbeit ist es nicht, die komplette Forschungsdiskussion aufzulösen. Es kann kein letztes Urteil gefällt werden, inwieweit Wilhelm I in der Wahrnehmung der Forschung aus den Schatten seines Reichskanzlers hervortreten muss und „eine angeblich ausdiskutierte Epoche der preußischen und deutschen Geschichte neuakzentuiert und in Teilen sogar grundlegend revidiert werden muss.“11.

Es ist interessant zu sehen, wie durch quellenbasiertes Arbeiten und streitbare Thesen auch durch ein „veraltetes“ Feld wie Monarchiegeschichte neue Impulse gesetzt werden können. Das allein schon ist ein Gewinn für die Geschichtsforschung.

Wenn Wilhelm I wirklich eine so dominante Rolle gespielt haben sollte, dann wäre nicht die Entlassung Bismarcks 1890 als zentraler Bruch der Reichsgeschichte zu verstehen, sondern der Tod Wilhelms I 1888. Diese Frage soll hier nicht abschließend beantwortet werden, doch es ist spannend einmal danach zu fragen, ob und falls, in welchem Sinne eigentlich, die Zeitgenossen selbst den Tod des Kaisers als Zäsur bewertet haben. Hoffentlich kann damit zumindest ein kleiner Beitrag geleistet werden. Ein gewaltiges Echo innerhalb der Bevölkerung löste der Tod Wilhelms I zumindest aus12.

Die Beisetzungsfeier für Wilhelm I stellte die für seinen Sohn, Friedrich III, weit in den Schatten13. Die Ausstellung der Leiche im Dom fand ein enormes öffentliches Interesse und Gedränge und die Zeitungen berichten ausgiebig davon14. Etwa 200.000 Zuschauer waren bei der feierlichen Überführung des Sarges bei winterlichen Temperaturen anwesend15. Der Tod des Kaisers, die Trauerfeierlichkeiten und auch die Sorge wie es nun weitergehe mit dem schwerkranken Friedrich als Nachfolger fanden rege Beachtung in der Presse16.

Die Nationalzeitung behauptete: „Wir Lebenden aber wissen es, daß mit ihm das neunzehnte Jahrhundert zur Küste gegangen ist und eine neue Zeit dämmernd emporsteigt“17 .

Es lässt sich festhalten: Der Kaiser war für viele Zeitgenossen eine Ikone der Einigung, eine wichtige nationale Identifikationsfigur. Viele äußersten sich dahingehend, dass mit Wilhelm I eine Ära zu Ende gegangen war. Wie lassen sich solche zeitgenössischen Aussagen genau einordnen? Was wird dem „Friedensfürst“18 neben beeindruckenden Worten konkret an Verdiensten zugeschrieben? Sehen alle zeitgenössischen Schreiber eine harte Zäsur in der Geschichte? Oder lassen sich auch Kontinuitätswahrnehmungen feststellen, denn immerhin war Bismarck ja Kanzler geblieben?

Es lässt sich auch fragen, wie die Zeitgenossen den Thronwechsel wahrnahmen: Hofften sie auf ein: weiter so! Oder hofften sie darauf, dass Friedrich III neue und frische Akzente setzen würde? Gehörte Wilhelm I zu einer verklärten und ruhmreichen Epoche, welche man nun doch hinter sich lassen wollte oder galt es das Regiment des ruhmreichen „Begründers des Reiches“ 19 als Vorbild und Grundlage für die Zukunft zu nehmen?

Hinter all diesen Fragen steht kurz gesagt das Ziel dieser Arbeit. Es soll analysiert werden wie genau Wilhelm I unmittelbar nach seinem Tod von den Zeitgenossen wahrgenommen wurde. Es sollen dabei verschiedene Zeitungen betrachtet werden, welche repräsentativ das sozialpolitische Spektrum des Kaiserreiches abbilden. Ziel ist es herauszuarbeiten, wie jede Richtung für sich den späten Kaiser bewertet hat, wo Gemeinsamkeiten und wo Unterschiede liegen.

Es wird die Vermutung aufgestellt, dass der Kaiser eine herausragende und respektierte Figur für weite Teile der Bevölkerung war, aber dass bei allem patriotischen Gefühl und Parolen, die Bewertung des Todes von Wilhelm I nicht einheitlich gewesen ist.

Dazu sollen zunächst geeignete Quellen ausgewählt und ausgewertet werden. Dies stellt den ersten Hauptteil der Arbeit dar. Im zweiten Teil des Hauptteils sollen dann die einzelnen Quellen anhand verschiedener Gesichtspunkte miteinander verglichen und die gewonnen Erkenntnisse gegenübergestellt werden. Abschließend soll ein Fazit zur Gesamtwahrnehmung des Todes Wilhelms I in der deutschen Presse gezogen werden.

II. Methodik und Auswahl der Quellen

Bei der Auswahl der Quellen geht es vor allem darum Quellen zu finden, die repräsentativ für die sozialpolitischen Milieus des Kaiserreichs waren. Orientiert wird sich dabei an Stöbers Übersichtswerk20. Als die 5 Milieus wurden angenommen:

Die Katholiken vertreten durch das Zentrum; Sozialistisch/Arbeiterklasse, welche vertreten wurden durch die Sozialdemokraten; Nationalliberale, welche besonders bei der Reichsgründung eine starke gesellschaftliche und politische Stellung innehatten; Linksliberale, vertreten in verschiedenen freisinnigen Bewegungen und deren Basis das aufgeklärte, städtische Bürgertum bildete und zu guter Letzt die Konservativen, stark vertreten in Preußen sowie der Oberschicht.

Die Germania, Zeitung für das deutsche Volk, ist ein katholisches Blatt, welches als Parteizeitung die Interessen der deutschen Zentrumspartei vertrat21. Es eignet sich somit hervorragend, um die Interessen des politischen Katholizismus zu repräsentieren, handelt es sich doch um ein renommiertes Blatt in diesen Kreisen. Betrachtet wurden für die Analyse die Ausgaben vom 9. März 1888 bis zum 16. März 1888. Dies hat den Grund, dass sich auf die direkte Reaktion der Presse auf den Tod Wilhelms I beschränkt werden soll. Diese Woche umfasst den Zeitraum vom Tode des Kaisers, bis zu seiner feierlichen Beisetzung im Schloss Charlottenburg22. Dieser Zeitraum ist sinnvoll, um die direkten Reaktionen der Presse zu erfassen.

Der Sozialdemokrat: Internationales Organ der Sozialdemokratie deutscher Zunge wird als Pressorgan für die Arbeiterbewegung herangezogen. Dieses Blatt nimmt unter den anderen behandelten Blättern gewissermaßen eine Sonderstellung ein. Im Kaiserreich galten zu diesem Zeitpunkt nämlich die Sozialistengesetze und damit einhergehend eine starke Zäsur und Verbot sozialistischer Blätter. Dieses Blatt erschien auch nicht in Deutschland, sondern in London23. Der Fokus liegt aber klar auf dem deutschsprachigen Raum und dem Kaiserreich. Das Blatt ist gut geeignet, um die sozialdemokratische Perspektive wiederzugeben. Da es allerdings nur wöchentlich erschien, wird sich bei der Analyse nicht bis auf eine Woche nach dem Tod des Monarchen beschränkt, sondern es werden alle Ausgaben des Todesmonats März betrachtet.

Um die nationalliberale Bewegung abzubilden, wurde die Nationalzeitung als dritte Quelle herangezogen. Sie ist eine nationalliberale Tageszeitung aus Berlin24. Es gab sie bereits seit 1848, wo sie den „nationalen Standpunkt“ zum leitenden Prinzip gemacht hatte25. Sie ist eine herausragende Quelle für das nationalliberale Anliegen. Betrachtet wurde, wie bei der Germania, der Zeitraum von einer Woche ab Beginn des Todes von Wilhelm I, also die Woche vom Tod bis zur Sargprozession nach Charlottenburg.

Für eine Stimme aus dem linksliberalen Lager wurde die sogenannte Vossische Zeitung herangezogen. Die Königlich privilegierte Berlinische Zeitung von Staats- und gelehrten Sachen, ist dem aufgeklärten, städtischen Bürgertums zuzuordnen. Sie ist zudem die älteste Zeitung der Hauptstadt26. Ihr Name geht zurück auf Christian Friedrich Voß und dessen gleichnamigen Sohn, die das Blatt von 1751 bis 1795 im Besitz hatten27. Die Vossische Zeitung stand dem Liberalismus nahe. Sie blieb parteipolitisch unabhängig, doch stand sie im Wesentlichen dem Programm der 1861 gegründeten Fortschrittspartei nahe28. Aus den gegebenen Gründen handelt es sich also um eine exzellente Quelle.

Zu guter Letzt gilt es noch eine Stimme für den klassisch preußischen Konservatismus zu finden, um auch eine möglichst königsnahe Quelle zu verwenden. Dafür eignet sich die sogenannte Kreuzzeitung. Die Neue Preußische Zeitung existierte von 1848-1939. Ihre Zielgruppe war die konservative Oberschicht. Sie besaß nicht so hohe Auflagen wie beispielsweise die Vossische Zeitung, aber aufgrund ihrer Leserschaft galt die Kreuzzeitung trotzdem als einflussreich29. Auch hier soll der Untersuchungszeitraum vom 9. März bis zum 16. März 1888 andauern.

Nun stellt sich noch die Frage, in welcher Reihenfolge die herausgesuchten Quellen analysiert werden sollen. Es ist am sinnvollsten hierbei mit der Kreuzzeitung anzufangen und bei dem Sozialdemokraten zu enden. Das ist so, weil der Sozialdemokrat die allgemeine Berichterstattung der Presse scharf kritisiert 30 .

Der Sozialdemokrat nimmt eine Sonderstellung unter den Blättern ein, es lassen sich keinerlei preisende Töne über Wilhelms Regentschaft finden. Damit die Kritik an der allgemeinen Berichterstattung durch die Sozialdemokraten besser verständlich wird, lohnt es sich zunächst die anderen Blätter zu behandeln. Folglich wird nun im ersten Teil der Analyse mit der Kreuzzeitung begonnen und dann schrittweise nach links gewandert. Im Anschluss daran werden die Blätter miteinander vergleichen und Schlüsse über die allgemeine Wahrnehmung Kaiser Wilhelms I in der Presse gezogen.

III. Hauptteil

IV. a) Analyse der Quellen.

1. Die Kreuzzeitung.

Die Kreuzzeitung berichtet in einem würdigenden und patriotischen Ton über die Ereignisse im Kaiserhaus. In der Todesanzeige des 10 März kommentiert das Blatt: „Unser Vater hat uns verlassen, wir sind Waisen geworden“31. Der Ton ist patriotisch und bedauernd. Interessant ist, dass Wilhelm I der Frieden und die Befestigung des Erreichten als Hauptleistung ausgelegt wird. So schreiben sie in dem Artikel an des Kaisers Bahre: „Diese Arbeit des Friedens aber ist des Werkes größerer Theil.“32. Es ist spannend zu beobachten, dass hier nicht nur die militärischen Erfolge und die Reichsgründung, sondern auch der Schutz und die Bewahrung des Errungenen dem Kaiser als Leistung zugesprochen werden. Dennoch kommt auch in der Darstellung der Kreuzzeitung Wilhelm I nicht als einsamer Akteur vor33 . Der Friede in der Welt sei bedroht, seine Stütze sei hinweg gesunken34. Aber die andere Stütze stehe noch aufrecht da35. Und diese Stütze heißt Bismarck.

Wilhelm I wurde als eine wichtige Stütze gesehen. In der Wahrnehmung der Kreuzzeitung gab es keinen schwachen Wilhelm. Aber es gab auch keinen schwachen Bismarck36. Der Tod des Monarchen wurden von zeitgenössischen Konservativen als tiefer, realer und tragischer Einschnitt betrachtet, der den Frieden ins Wanken bringen konnte. Aber es wurde trotzdem eine gewisse Kontinuität im Kanzler gesehen. Die zweite Säule stand. Dies ist eine bemerkenswerte Beobachtung, welche an die in der Einleitung angerissene Forschungsdiskussion anknüpft. Aus Sicht dieser Quelle ist da weder ein im Schatten Bismarcks stehender Wilhelm gewesen, noch ein Bismarck der nicht eine gewisse Stabilität für den Fortbestand des Friedens mitbrachte und das auch über den Tod des Herrschers hinaus. Eine Zuspitzung: Bismarck oder Wilhelm? Scheint es bei dieser zeitgenössischen Quelle nicht gegeben zu haben. Beide wurden als wichtige, nicht vernachlässigbare historische Akteure wahrgenommen. Und das waren sie auch.

Am 11. März in der ersten Ausgabe veröffentlicht die Zeitung einen Nachruf zu „Kaiser und König Wilhelm“37. Seine letzten Worte an die Tochter seien gewesen: „Ich habe keine Zeit, jetzt müde zu sein“38. Das habe er zu ihr gesagt, als sie ihn ermahnte sich zu schonen, was seine auch in den letzten Lebensstunden nicht nachlassende Fürsorge für sein Reich beträfe. Es soll dadurch ein patriotisches und fürsorgliches Bild Wilhelms für die Nation gezeichnet werden. Wilhelm galt in der Wahrnehmung vieler als Landesvater. Die „Einheit der Fürsten und Stämme Deutschlands“ und „die Wiederherstellung des deutschen Reiches“39 werden als Hauptwerk des kaiserlichen Lebens hervorgehoben. Wilhelm ist in den Augen dieser Quelle zentrale Figur der Reichseinigung. Militärischer Erfolg und Reichsgründung steht im Fokus des Lobes. Jedoch, so wird poetisiert, die Palme des Friedens habe den Kaiser noch höher gestanden als die Lorbeeren des Sieges. Seine Sorge sei es stets gewesen den Frieden in Europa zu sichern. „Stark zur Abwehr, aber für die Erhaltung des Friedens“40. So wird resümiert. Das Ganze passt gut in ein konservatives Weltbild. Der Erhalt und die Bewahrung der gewonnen Einheit durch Stärke steht an vorderster Stelle. Dass aber Frieden, Stabilität und Bewahrung auch in anderen Blättern mit anderer Ausrichtung zu finden sind, zeigt, dass der Kaiser für einige Zeitgenossen ein Symbol der nationalen Einheit und ein Schutz gegen äußere Feinde gewesen ist41.

Ebenfalls interessant ist, wie die Zeitungen das zukünftige Regierungsprogramm Friedrichs III bewerten. Hieran zeigt sich, ob ein Blatt auf Änderung hofft oder an den eingeschlagenen Weg unter Wilhelm I festhalten möchte. Hieraus folgt implizit viel, was im Zuge der allgemeinen Trauer und Etikette nicht ganz so direkt gesagt werden möchte. Als Regierungsprogramm Friedrichs wurden vor allem zwei Dokumente aufgefasst, welche sich in vielen der Quellen direkt abgedruckt finden42. Es handelt sich dabei um die Proklamation des neuen Kaisers: „An mein Volk!“, sowie den Erlass seiner Majestät an den Reichskanzler und Präsidenten des Staatsministeriums. Dies wird in allen Quellen mehr oder weniger kommentiert, wobei eigene Meinungen, Hoffnungen und Deutungen des Gesagten im Sinne der eigenen Position erkennbar sind, was auch bereits der zeitgenössischen Presse auffiel43. Nachdem feierlich von des Kaisers Heimkehr berichtet worden ist44, wird auch dessen „Regierungsprogramm“ abgedruckt und kommentiert45. Es wird festgestellt jener wolle das Erbe seines Vaters fortführen. Dies bestünde darin nach Außen „ein starker Hüter des Friedens“46 zu sein und nach Innen die geschichtliche Grundlage des preußischen Staates festzuhalten. Nach Ansicht der Neuen Preußischen Zeitung bestünden drei Grundpfeiler des Reiches, jene Wurzeln des Vaters gelte es auch weiterhin zu bewahren: Christentum, Monarchie und Heer.

Insgesamt handelt es sich um einen Appell an Tradition und historische Kontinuität. Friedrich III mache am besten so weiter wie Wilhelm I. Die Herrschaft Wilhelms wird durch eine konservative Brille hinweg gedeutet. Die Kreuzzeitung gibt sich zufrieden mit dem Regierungsprogramm Wilhelms und hofft auf ein: weiter so! Auch die kaiserliche Warnung vor der sogenannten „Halbbildung“47 wird gerne gesehen. Als furchtbarer Schaden der damaligen Zeit gilt der Kreuzzeitung der Umstand, dass es zwar Wissensdurst gäbe, aber kein „Hunger nach Gottes Wort“48. Reformen und Veränderungen von links steht man kritisch gegenüber.

Berichtet wird ausführlich von der Aufbahrung der Leiche des Kaisers im Dom. Der Andrang wäre gewaltig. Menschen harrten trotz des Schneefalls stundenlang aus, um die Leiche zu sehen49. Am 15. März findet man noch einen Artikel „die kaiserliche Erbschaft“, der die Sichtweise der Kreuzzeitung auf das Vermächtnis des Verstorbenen verdeutlicht. Wilhelm, „unvergeßlicher Gründer des Reiches“50 habe drei Grundpfeiler zur Errichtung und Aufrechterhaltung seines Reiches genutzt: Die Furcht, die Liebe und das Vertrauen.

Aufgezählt werden zunächst all die Errungenschaften, die Wilhelm für die Wehrkraft geleistet habe. Das wird besonders erwähnt und geschildert. Kaiser Wilhelm habe seinen Sohn ein Heer hinterlassen, dass fünfmal so groß wäre, wie das, was er einst von seinem Bruder als König von Preußen übernahm51. In der Wahrnehmung der konservativen Presse war das ein besonderer Verdienst Wilhelms, es wird ins Detail gegangen: Der technische Fortschritt des Heeres wird gelobt, die Ausrüstung, Organisation, Logistik und Taktiken. Der militärische Unterricht und die sorgsame Heereserziehung werden ebenfalls hervorgehoben. Der preußische Militarismus wird als etwas durchweg positiv wahrgenommen. „Durch sein Heer hat Kaiser Wilhelm auch sein Volk zu erziehen vermocht und dessen Idealismus erweckt“52. Der so geweckte „ christlich monarchische Sinn“53 zeichne das deutsche Volk nun vor jedem Anderem aus.

Auffällig ist der Fokus des Lobes: Es geht hauptsächlich um das Militär und mit ihm verbundene Errungenschaften. Soziales, Wirtschaft, Bildung, Kultur oder Wissenschaft spielen nur eine untergeordnete Rolle. Die siegreichen Feldzüge, die Machtfülle und die Bündnisfähigkeit werden eingehend behandelt. Nur an eine starke Schulter lehne sich ein Freund gerne an. Unter dieser Prämisse lassen sich auch die bisherigen Friedensausführungen verstehen: Wilhelm I ging es um einen Frieden aus Stärke, nicht aus Alternativlosigkeit. Es ist auch spannend, dass bei dem drei genannten Grundpfeiler die Furcht an erster Stelle steht. „Ein Staat, der nicht gefürchtet ist, wird verachtet!“54 Erst aus einem sicheren Staat könne Liebe und Vertrauen erst erwachsen. Wilhelm I konnte gut in dieses Weltbild gepackt werden. Am Schluss wird das Erbe des toten Kaisers subsumiert: Die Liebe zum Herrscherhaus im Lande, die Machstellung nach Außen, tüchtiges Heer und geordneter Haushalt55. Das ist das wahrgenommene Vermächtnis.

Weiterhin wird das Reglement des Leichenbegräbnisses und die Ordnung des Leichenzuges abgedruckt, sowie über die Ankunft der ausländischen Würden berichtet, ebenso über Probleme mit dem Gedränge am Dom, wo Wilhelms Hülle aufgebahrt wurde56. Am 16. März wird berichtet über das Befinden Friedrichs, den Depeschenwechsel mit Österreich zur Bekräftigung des Bündnisses, die geplanten Trauerfeierlichkeiten und von dem Mausoleum im Schloss Charlottenburg, der geplanten endgültigen Ruhestätte des Kaisers57.

2. Die Nationalzeitung

Die Nationalzeitung vermeldet den Tod des Kaisers am 9. März in einem Extrablatt. Der Kaiser sei um 8:30 auf seinem Krankenlager verstorben58. Seine Verdienste werden aufgeführt: der älteste und ruhmreichste Fürst, der Begründer des Reiches und Träger des monarchischen Gedankens59. Der „Held“ wird gewürdigt für seine militärischen Erfolge, aber ebenso, dass er Europa 16 Jahre lang vor einem verwüstenden Krieg geschirmt habe. Einmütig und ohne Parteiung stehe das Volk nun an der Bahre des großen Toten60.

Der Tod des Kaisers war also in der Wahrnehmung der Nationalzeitung etwas, was über verschiedene politische Lager hinweg betrauert wurde. Der Kaiser galt mit allen Erfolgen, welche ihm zugeschrieben wurden nicht nur für eine einzelne Gruppe als wichtige nationale Identifikationsfigur. Verschiedene Gruppen trauerten über seinen Tod und schrieben ihm substantielle Erfolge zu.

Auch die Krankheit des Thronfolgers wird thematisiert. Allerdings gibt man sich optimistisch Verwiesen wird dabei auch auf die besondere Rolle des Reichskanzlers, anhand seiner Person bleibt doch eine gewisse Kontinuität bestehen. In dieser Quelle wird die Rolle des Reichsgründers Wilhelm I zugesprochen, dennoch war es Bismarck, der an erster Stelle das Reich zu begründen half61. In der Wahrnehmung der Quelle ist das eine klare Rollenverteilung: Wilhelm als Staatsgründer, Bismarck als oberster Helfer. In dieser Darstellung steht Wilhelm nicht im Schatten des Kanzlers. Dennoch brachte der Kanzler eine Stabilität und Verlässlichkeit mit, welche in der Wahrnehmung der Presse auch den Tod des Kaisers überdauerte. Das ist bemerkenswert.

In der Abendausgabe wird näher auf die Leistungen des Kaisers eingegangen. Auffällig ist erneut, dass die Bewahrung des Friedens als Leistung besonders hervorgehoben wird62. Wilhelm I wird Napoleon gegenübergestellt. Nur der Franzose habe in diesem Jahrhundert mehr militärische Erfolge erlangt. Doch im Gegensatz zu Wilhelm gelang es dem „Dämon der Eroberung“63 nicht etwas Beständiges zu gründen. Die Eroberungen des Franzosen waren flüchtig, das Reich, welches Wilhelm I durch seine Erfolge geformt habe, bleibt beständig. Gewürdigt wird der Ausbau des Reiches, der Ausgleich der härtesten sozialen Unterschiede (Sozialgesetzgebung), sowie die Gesetzgebung. Dieser konstitutionelle Aspekt wird besonders hervorgehoben64. Das ist interessant, weil hier dem Kaiser neben militärischen Erfolgen auch innenpolitische Lorbeeren zugesprochen werden. Das Volk habe ihn bereits zu Lebzeiten in eine Linie mit Karl dem Großen und Barbarossa gestellt65.

Was folgt ist eine nationalliberale Meistererzählung über die Einigung, als die Biographie Wilhelms I seit seiner Thronbesteigung als preußischer König 1861 nacherzählt wird. Alle dynastischen Interessen seien für den Kaiser zurückgetreten. Er habe die Einigung vorangetrieben. Dennoch werden auch die Verdienste Bismarcks und Moltkes gewürdigt66. Es wird zudem gesagt, dass es Wilhelm I gelungen sei, die monarchische Idee zu verkörpern. Wilhelm I habe im modernen Nebel der demokratischen Bewegung und Stimmung hervorgeragt, seine Gestalt habe das Königtum verkörpert und er habe dabei an das Idealbild eines Herrschers anknüpfen können67. Er habe der monarchischen Idee Glanz verliehen, entgegen die sich entwickelnden Bewegungen der Moderne, welche den Monarchismus skeptisch gegenüberstanden68. Diese Wahrnehmung der Quelle ist anschlussfähig an das, was Sterkenburgh über die Selbstdarstellung des Monarchen schreibt69. Wilhelm habe die Inszenierung eines modernen Königtum angestrebt, in Konkurrenz zu den aufstrebenden demokratischen Ordnungen und dabei nutzte er auch seine Konzeption eines föderalen Herrschertums, um die anderen gekrönten Häupter im Reich und ihre Länder an sich zu binden70. Die Selbstinszenierung des Kaisers sei nicht von seinem Anspruch zu trennen real Macht und Einfluss auszuüben71. Diese Einschätzung passt zur Wahrnehmung der Nationalzeitung.

Es wird zudem geschrieben, dass in der mit Wilhelm das 19. Jahrhundert endet und eine neue Zeit dämmernd emporsteige72. In der Behauptung dieser Quelle war der Tod von Wilhelm I der Beginn einer neuen Zeit. Für diese Zeitgenossen war der 9. März 1888 ein deutlicher Bruch. Dies soll keine abschließende Aussage über 1890 sein. Historiker haben gute Gründe angeführt die Entlassung des Reichskanzlers als entscheidende Zäsur zu sehen73. Es lässt sich beobachten, dass es 1888 Zeitgenossen gab, die im direkten Anschluss an den Tod des Kaisers von einer Zäsur sprachen. Das lässt sich festhalten.

Im Anschluss gibt die Nationalzeitung eine ausführliche Biographie des Verstorbenen wieder. Der Prinz habe damals schon erkannt, dass in der preußischen Armee der Schlüssel zur Befriedigung der europäischen Verhältnisse gelegen habe. Was die 1848 Revolution betrifft, so wird behauptet, dass die „falsche Beschuldigung“74, dass er persönlich den Befehl zum Schießen gegeben habe den Hass des Volkes nach sich zog und er darum ins Exil nach London habe fliehen müssen75. Nach Schilderung der Rückkehr und Niederschlagung der Aufstände sowie der Krönung als preußischer König wird weiterhin berichtet, dass die Mittel und Kleinstaaten undankbar gegenüber Preußen gewesen wären und trotz allem zu Österreich gehalten hätten. Preußen hätten sie ihren wirtschaftlichen Aufschwung, die Gründung des Zollvereins, den Abschluss der Handelsverträge mit Frankreich, Italien und England zu verdanken gehabt76.

Die Meistererzählung wird fortgesetzt. In weiter Voraussicht habe Wilhelm Österreich einen glimpflichen Frieden auferlegt und so die deutsche Frage gelöst, in weiter Voraussicht seien den Schutz und Trutzbündnisse geschlossen worden. Die alleinige Schuld am Krieg von 1870 wird Frankreich zugeschrieben, welches aus Neid gehandelt habe. Im Krieg sei aller Parteihader hinter sich gelassen worden. Die Errichtung des Kaiserreiches folgte. In dieser Erzählung der Reichsgründung wird Wilhelm als zentrale Figur dargestellt. Auch in der Befestigung des Erreichten und der Aufrechterhaltung des Friedens wird dem Friedensfürsten einiges zugesprochen: Erarbeitung der Verfassung, Sozialgesetzgebung und die Versicherungen, 3-Kaiser Treffen und das Bündnis mit Österreich-Ungarn, sowie die Inauguration der Kolonialpolitik77.

In dem Artikel „Die Freiheit Europas und Kaiser Wilhelm“ vom 14. März in der Morgenausgabe, wird die Erzählung nochmals wiederholt. Die Proklamation von Wilhelm am 7.1.1861 als König von Preußen wird herangezogen. Es wird argumentiert, dass der Friede in Europa bereits damals das erklärte Ziel des Hohenzollern war. Wilhelm habe bereits damals das Heer gestärkt mit dem Ziel entscheidend auf die Lösung der deutschen Frage einzuwirken und die Einmischung fremder Mächte abzuhalten78. Auch nach dem Krieg habe Deutschland weiter aufgerüstet, aber nur um einen Revanchekrieg Frankreichs zu verhindern. Der Gedanke der Verteidigung, nicht des Angriffs sei seit jeher die Maxime der Reichspolitik gewesen79.

In der Darstellung der Nationalzeitung ist außerdem auffällig, dass Bismarck als gesetzt gilt80. „In den Händen des Kaisers und des Kanzlers darf man das Geschick Deutschlands und Preußens geborgen wissen“81 82. Das ist ein spannender Gegenpol zu den Aussagen, welche eine harte Zäsur im Tod des Kaisers zum Ausdruck bringen. In der Wahrnehmung der Nationalzeitung bestand in Bismarck ein verlässlicher Anker fort.

Denn von Wilhelms Verdiensten um den Frieden berichtet wird, so wird auch berichtet, dass es undenkbar sei, dass sich die Völker nun zerfleischen würden. Die Autorität des Kaisers würde noch über sein Grab hinaus schirmen, das Erbe gehe in die würdigen Hände seines Nachfolgers, dem der große Staatsmann Bismarck weiterhin zur Seite stehe [82]. In Bismarck wird eine verlässliche Kontinuität gesehen, was im Kontrast zu den starken Behauptungen einer Zeitenwende des Blattes steht83. Auch in der Proklamation des neuen Herrschers an sein Volk und den Erlass an den Kanzler erkennt die Zeitung keinen Bruch mit der bisherigen Politik, wobei in einigen Beziehungen doch eine bestimmte, eigene Abtönung Friedrichs III zu erkennen sei84. Dennoch handle es sich im Großem und Ganzen um ein gemäßigtes Programm, ebenso enthalte das Programm keinen Hinweis auf ein „parlamentarisches Regierungssystem“85, worauf wohl einige spekuliert hätten. Von einer allzu starken Abweichung von der bisherigen Politik sei aber allein schon deshalb nicht auszugehen, weil Friedrich die Unterstützung des bisherigen Kanzlers weiterhin in Anspruch nehme86.

Die Zeitung berichtet weiterhin über die ersehnte Rückkehr des Kaisers nach Berlin und sein Gesundheitszustand. Ebenso wird von der Trauer der Witwe und des Volkes berichtet, der rege Andrang am Dom ist ein häufiges Thema. Es wird vorgeschlagen den Dom für Besucher länger offenzuhalten. Unter den Bewohnern Berlins zeigte sich eine große Anteilnahme am Tod des Kaisers.

Und es wird berichtet die Beisetzung des Kaisers, welche am 16. März emotional und spektakulär geschildert wird. Am Freitag Wintermorgen wurde die Leiche durch ein Spalier von Zehntausenden Richtung Mausoleum gebracht. Dort fand der große Tote zwischen seinen Eltern die letzte Ruhe87.

3. Die Germania

Die Berichterstattung der Germania über den verstorbenen Kaiser ist andächtig und ehrend. Man würde durchaus im Lichte der Kulturkampferfahrungen an der ein oder anderen Stelle stärkere Spitzen gegen Wilhelm erwarten. Die Zeitung gibt sich in der Todeswoche, die hier betrachtet wird, aber versöhnlich und patriotisch88.

Der Kaiser wird als „Friedensfürst in Europa“89 bezeichnet. Dennoch seien die letzten Jahre nicht ohne Sorgen gewesen sowohl aufgrund der äußeren Lage, als auch durch die „socialistische Gefahr“90. Die Zeitung besitzt also durchaus Überschneidungen mit den Weltbildern der vorangegangenen Blätter, trotz der konfessionellen Unterschiede. Das Leben von Wilhelm I wird rekapituliert, allerdings nur bis 187191 . Das ist ein interessanter Abbruch. Der Kulturkampf wird nicht nacherzählt.

Es wird betont, dass man als Volk von Brüdern an dem Erbe Wilhelms festhalten wolle92. In den weiteren Ausgaben werden die letzten Stunden des Kaisers beschrieben, ebenso wie die Rückkehr von Friedrich und der Gesundheitszustand des neuen Kaisers für den gebetet werde. Auch die Trauer des Volkes am offenen Sarg im Dom wird regelmäßig thematisiert93.

Am 13. März in der Abendausgabe wird die Frage gestellt, woran man sich bei Wilhelm erinnern werde. Aufgezählt werden seine Triumphe, aber auch seine Bemühungen um den Frieden in Europa94. Ebenso wird löblich hervorgehoben, dass von ihm Gesetze sanktioniert wurden, welche das Einvernehmen zwischen Preußen und der katholischen Kirche wiederhergestellt haben95. Man gibt sich versöhnlich. Passend dazu wird berichtet, dass die inneren Gegensätze in den Stunden der Trauer schweigen würden. Die Trauer und die Wünsche für den neuen Kaiser ließen Parteistreitigkeiten nicht aufkommen96. Das lässt tief blicken, wie der greise Kaiser über Parteigrenzen hinweg wahrgenommen wurde. Sein Tod galt als Verlust und in der Trauer hatten unterschiedliche Strömungen etwas gemeinsam.

Die Proklamation Friedrichs an das Volk und der Erlass an Bismarck wird von der Germania abgedruckt und als Regierungsprogramm des neuen Herrschers kommentiert. Der friedliche Charakter des Reiches stehe an der Spitze der Ausführungen. Friedrich plane, wie sein Vater ein „Friedensfürst“97 zu sein. Ebenso sehe er den Schutz der Verfassung und Rechtsverordnungen des Reiches als Ziel. Es wird kommentiert: „Er sieht, davon geben viele Stellen Zeugnis, in unseren Volksvertretungen nicht bloß ein nothwendiges Uebel, sondern eine naturgemäße, zum Segen gereichende Entwicklung!“ 98. In dieser Hoffnung der Germania kann man den impliziten Wunsch nach Rechtsschutz und stärkerer volkspartizipatorischer Entwicklung sehen. Wilhelm werden Verdienste um die Einigung und den Frieden zugesprochen. Doch der Wunsch noch einer neuen, positiven innenpolitischen Entwicklung ist spürbar. Das ist kein Hoffen auf ein: weiter so!

In der Abendausgabe werden, dann auch die Deutungen über das Regierungsprogramm Friedrichs III besprochen. Man stimme am meisten den Ausführungen der vossischen Zeitung zu. Sie sähe einen Herrscher, der den Polizeistaat hinter sich lasse, Rechtssicherheit bewahre und die Rechte für Regierung und Reichstag achte99. Es wird konstatiert die Nationalzeitung erkenne eine nationale Gesinnung im Programm, wobei sie keinen Bruch mit der bisherigen Linie erkenne, jedoch eine eigene Abtönung. Die Kreuzzeitung sehe dagegen keinerlei Unterbrechung der historischen Kontinuität. Es ist spannend zu sehen, wie die verschiedenen Zeitungen das Programm Friedrichs III deuten und wie darin ihre Haltung zu der bisherigen Politik unter Wilhelm I durchscheint.

Wie in anderen Zeitungen wird das Reglement zum Leichenzug und der Trauerfeier abgedruckt100. Ebenso wird spekuliert, ob Friedrich III mit seinem Gesundheitszustand an der Trauerfeier teilnehmen werde. Die Zeitung berichtet, dass der Andrang zum Dom trotz eisigem Wetter enorm sei101. Der Tote schien beim Volk beliebt.

4. Die Vossische Zeitung

Die Vossische Zeitung spricht in ihrer Todesanzeige in hohen Tönen von dem gestorbenen Kaiser. Seine lange und weise Regierung wird gewürdigt und er wird als Held bezeichnet, der Deutschland seine Einheit und Größe zurückgegeben habe. Auch die außergewöhnliche Liebe des Volkes zu ihm wird beschrieben102. Er habe die deutsche Schmach vergessen gemacht und „die Schuld der Zeiten gesühnt, da unser Vaterland ein Werkzeug fremden Ehrgeizes und seine Fluren ein Tummelplatz ausländischer Scharen waren“103. Dies ist eine Anspielung auf Napoleon. Das historische Trauma durch den Zerfall des Heiligen Römischen Reiches und die empfundene Demütigung des Vaterlandes schwingen hier klar mit. Kaiser Wilhelm wird zugesprochen er habe aus Deutschland, welches zu einem geographischen Begriff verkommen war (Anspielung an den Deutschen Bund) wieder zu einem Staat, sogar zu einem europäischen Großstaat erhoben104. Er habe zudem das Errungene erfolgreich bewahrt und das Reich zu einem Garanten für den europäischen Frieden gemacht105.

Der Tonfall ist, was die Leistungen des Herrschers betrifft patriotisch und die Ausführungen erinnern in ihrer Tonart an die der Nationalzeitung. Es wird poetisch, wenn davon geschrieben wird, dass Wilhelm in seiner Jugend ein gebrochenes Deutschland durch Napoleon sehen musste, aber in seinem Greisenalter dann ein wiederhergestelltes Vaterland sehen durfte, dank seiner Taten106. Wilhelm wird als Vater des Reiches dargestellt.

Über den „ersten Kaiser des Neuerstandenen Reiches“ wird ferner ausgesagt, er habe mit klarem Blick erkannt, dass Preußen die Aufgabe gehabt habe die deutschen Stämme zu vereinigen und das zu diesem Zweck ein schlagkräftiges Heer vonnöten gewesen sei. Ähnlich wie bei der Nationalzeitung wird der preußische Militarismus als kluges Mittel zum Erreichen der Einheit historisch eingeordnet107. Seine Liebe zum Volk und sein Charakter wird hervorgehoben, der Fokus liegt vor allem auf den nationalen und militärischen Errungenschaften. Wilhelm „der Siegreiche“108 wird gewürdigt. Allerdings werden nicht wirklich konkrete Aussagen über etwaige innenpolitische Erfolge des Kaisers gemacht.

Was allerdings dem späten Kaiser als konkreter Verdienst angerechnet wird, das ist das gute Verhältnis zu Österreich. Am 13. März wird im Artikel: „Wilhelm und Österreich­Ungarn“ in der Morgenausgabe argumentiert, dass das Ausscheiden aus den deutschen Angelegenheiten für die Habsburgermonarchie eigentlich ein Glücksfall gewesen sei, auch wenn er sich schmerzhaft vollzog. Er habe aber doch zur vollen Gesundung und Neugestaltung geführt109. Nach der Niederlage habe Österreich zwei Wege gehabt: Zurück zu einem vertrauensvollen Verhältnis oder das Sinnen auf Revanche. Das Österreich und Deutschland wieder zueinanderfanden, wird nicht unwesentlich Wilhelm I zugeschrieben110. Das gute Verhältnis zu Österreich-Ungarn wird explizit als Teil des Erbes genannt, welches den Tod Wilhelms überdauere.

Die Krankheit und die Rückkehr Kaiser Friedrichs, „ein ernstes und wehmütiges Ereignis“111 wird ebenfalls thematisiert. Ebenso Thema sind die Regierungsgrundsätze, welche man aus den veröffentlichten Dokumenten herauszulesen meint. Es handelt sich dabei um die Proklamation: „An mein Volk!“ Und den Erlass Friedrichs an den Reichskanzler112. Die Linksliberalen geben sich besonders hoffnungsvoll über Friedrichs Absichten. Aus seinen Ausführungen sei zu erkennen, er habe den „Polizeistaat“113 hinter sich gelassen. Er wolle nicht die Massen durch Gewalt im Zaum halten, sondern er lege sein Haupt ruhig in des Bürgers Schoß114. Die Vossische Zeitung ist der Ansicht Friedrich III plane nicht durch Angst, sondern durch Vertrauen und Liebe die Treue des Volkes zu gewinnen.

Weiterhin sei es erfreulich, dass er nicht nur die Achtung der Rechte der Regierung, sondern auch die Achtung der Rechte des Reichstages fordere, sowie nach dem Grundsatz salus publica suprema lex die Stärkung der öffentlichen Wohlfahrt als oberstes Gesetz verkündige115. Bei allen äußerst patriotischen Tönen bezüglich Wilhelm I was die Einigung und die außenpolitischen Erfolge betrifft, kann dies doch als eine indirekte, innenpolitische Kritik an Wilhelm I verstanden werden. Denn immerhin sei „in manchen Zeiten gerade die Stetigkeit in der Gesetzgebung mannigfach vermisst worden“116.

Auf wirtschaftlichen, sozialen, politischen und religiösen Gebieten haben sich in der Gesetzgebung teilweise die Gegensätze abgelöst, was zur großen Verunsicherung in der Gesellschaft und dem öffentlichen Leben geführt habe. Besonders gewürdigt wird die Haltung Friedrich III in der Religionsfrage. „Glaubenshader“ und „Verfolgungssucht“ hätten die Nation lange genug gespalten117.

Später wird in einem Artikel vom 15. März in der Morgenausgabe nochmals auf den von Friedrich verkündeten Grundsatz der „religiösen Duldung“ Bezug genommen. Über „Die Hohenzollern und die Gewissensfreiheit“ wird geschrieben, dass diese Ausführung die Gemüter in der Öffentlichkeit lebhaft ergriffen habe und dass er Recht damit habe, dass der Grundsatz zur Tradition seines Hauses gehöre. Es wird ihm Lob dafür ausgesprochen, dass ihm alle Bürger egal welches Bekenntnis sie halten, gleich nahe an seinem Herzen stünden „Haben sie doch alle gleichmäßig in den Tagen der Gefahr ihre volle Hingebung bewährt!“118. Das ist eine scharfe und patriotische Absage an die Zeit des Kulturkampfes. Denn alle Konfessionen haben 1870 gemeinsam für die Einheit des Vaterlandes gekämpft. Es ist eine klare Kritik an der Kulturkampfpolitik nach der Reichsgründung. Im Gegensatz zur Nationalzeitung wird Bismarck in der Vossischen Zeitung nicht als eine Stütze für die Zukunft dargestellt. Er wird zwar in einigen Meldungen erwähnt, aber nicht bewertet. Er wird nicht als Hoffnungsträger für die Zukunft hervorgehoben und das ist wohl auch kein Zufall bei der Haltung, welches das Blatt erkennen lässt.

Weiter wird im Kommentar über das Regierungsprogramm Friedrichs III geschrieben, dass er alle Klassen vereinen und widerstrebende Interessen versöhnen und Missstände lindern wolle. Dies wird positiv gesehen, gleichzeitig wird auch die Kritik des Kaisers am Sozialismus geteilt. Die freie Marktwirtschaft müsse erhalten bleiben, nicht alles könne durch den Staat geregelt werden119. Wirtschaftlichen Naturgesetzen müsse wieder zu Recht verholfen werden. Die Vossische Zeitung nimmt hier eine interessante, liberale Position ein. Auf der einen Seite wird eine Sozialgesetzgebung von Oben aus wirtschaftlichen Gründen kritisiert, gleichzeitig wird aber auch die Sozialistengesetzgebung aus freiheitlichen Gründen abgelehnt. Für die Eindämmung der Sozialdemokratie sei der bisherige Kampf mit „Schutzmaßnahmen und Staatsgewalt“120 erfolglos gewesen. Friedrich III erscheint als Hoffnungsträger der deutsch-freisinnigen Presse121. Es verwundert wenig, dass die Vossische Zeitung angespannt über dessen Gesundheitszustand berichtet122.

Im Bericht über die Beisetzung des „Vater des Vaterlandes“123 scheint noch einmal die patriotische Gesinnung des Blattes durch. Wilhelm I wird gewürdigt, trotz aller Differenzen zu der Innenpolitik der Vergangenheit. Wilhelm I wird als fähiger, siegreicher und den Frieden bewahrender Herrscher dargestellt124. Die Notwendigkeit habe ihn das Schwert in die Hand gedrückt. Dieser Verdienst bleibe unvergessen. Die Bürger trauerten dem Bericht über den Leichenzug vom Dom aus hin zum Schloss Charlottenburg nach zu Tausenden um Kaiser Wilhelm bei seiner Totenfeier. Es war ein großes Ereignis. Der Schmerz habe alle Volksschichten durchzogen125.

5. Der Sozialdemokrat.

Am 10. März lässt sich noch nichts direkt zum Tod Wilhelms finden, dafür geht der Sozialdemokrat in der Ausgabe vom 17. März direkt in die Vollen.

Die gesamte deutsche Presse habe, mit Ausnahme weniger Arbeiterblätter, die Verdienste Wilhelms aufs Überschwänglichste gelobt, auch demokratische Blätter hätten ihre Loyalität affektiert126. Es wird die „Legende“ um Wilhelm I kritisiert, welche nur langsam dem unbefangenen Urteil der Geschichte weichen werde127. Das Blatt äußert eine wichtige Gegenstimme zu der Vielzahl an Stimmen in der Presse, welche den verstorbenen Herrscher positiv darstellen. Der Legende entsprechend „verdankt das deutsche Volk Alles, was es ist, seine ganze Bedeutung, seinen Rang unter den Völkern der zivilisierten Welt diesem einen Manne“128. Der Sozialdemokrat konstatiert, die Geschichte werde ihn höchstens die militärische und diplomatische Machtstellung als Verdienst zusprechen, welche Deutschland in diesem Moment einnehme129. Diese Bemerkung ist interessant, wenn man sie mit den Ausführungen der Kreuzzeitung vergleicht. Auch hier war die Stärke und Machtstellung Deutschlands vor allem durch das Militär das Hauptaugenmerk des Lobes130. Doch im Gegensatz zu den Konservativen sehen die Sozialdemokraten diese nicht in einem heroischen Lichte. Es wird kritisiert, dass diese Machtstellung auf Kosten der Wohlfahrt, der Freiheit und der Rechte des Volkes aufrechterhalten werde. Es handle sich somit nur um einen rein äußerlichen Glanz131.

Auch bei der Bewertung der Einheitsfrage unterscheidet man sich deutlich von den vorangegangenen Blättern, die Erreichung der Einheit Deutschlands wäre eben nicht nur durch „Blut und Eisen“132 erreichbar gewesen133. Dieser Weg sei nur notwendig geworden, weil Wilhelm und seine Paladine sich dem Weg der demokratischen Einheit vehement widersetzt hätten. Er wollte Einheit durch Freiheit nicht134. Das ist eine scharfe Absage an das Geschichtsbild, welches sich in anderen Blättern finden lässt, wonach der Weg zur Einigung schicksalhaft vorgezeichnet gewesen wäre. Die Einigung sei aber nur ein „relatives Verdienst“135, insbesondere weil das von Zufällen abhängige Schlachtenglück eine entscheidende Rolle spielte. Auch der Militarismus wird kritisch gesehen: Er sei wirtschaftlich und politisch erdrückend, hemme die kulturelle Entwicklung und sei eben kein Garant des Friedens, eher das Gegenteil136.

Der preußische Militarismus sei im erheblichen Maße verantwortlich für die Repressionspolitik und die herrschende Reaktion gegen den Geist der Humanität. Interessant zu sehen ist wie die Rolle Wilhelms bewertet wird: Er habe zwar nicht alle Auswirkungen seiner Politik im Detail vorausgesehen und intendiert, aber das entbinde ihn nicht von der Verantwortung137. In der Wahrnehmung des sozialdemokratischen Blattes kann sich Wilhelm nicht hinter seinem Kanzler verstecken. Er wird mit eigener Agenda beschrieben, auch wenn es andere Akteure, Entwicklungen und Umstände gab, die die Geschichte beeinflussten. Diese Agenda wird nicht als uneigennützig und volksdienlich beschrieben, sondern als in erster Linie selbstdienlich. Wilhelms persönliche Auffassung von der Stellung des Regenten, spreche ebenfalls dagegen seine Verantwortlichkeit zu entschuldigen138. Er wollte als ein Monarch gesehen werden, der persönlich herrschte.139

Ebenfalls kritisiert wird die Darstellung des Charakters des verstorbenen Monarchen in der allgemeinen Presse. Wilhelm I sei nicht milde gewesen. Milde zeige sich nicht im Umgang mit treuen Dienern, sondern gegenüber denen, die es wagen zu widersprechen. Die Rolle Wilhelms als Prinz in den 40er Jahren wird ebenfalls kritisch dargestellt. Die Freiheitsbestimmungen des Volkes hätten in dem Hohenzoller einen erbitterten Gegner gefunden. Es werden Zitate gebracht, welche die grausame Haltung Wilhelms im Zuge des Barrikadenkampfes vom 18.März 1848 zeigen sollen, auch wenn er selbst an den Kämpfen nicht teilgenommen habe140. Seine Rolle bei der Niederschlagung des Aufstandes nach seiner Rückkehr aus dem Exil in London wird als hart und grausam beschrieben. In der Darstellung des Sozialdemokraten machte Wilhelm I den Beinamen des Kartätschenprinzen alle Ehre. Die zeitgenössische, demokratische Publizistik gab ihm im Zuge seines als grausam wahrgenommenen Vorgehens in der Auseinandersetzung mit der Revolution diesen Beinamen141. Die Wahrnehmung Wilhelms I im Sozialdemokraten entspricht unter den behandelten Quellen am ehesten der These, Wilhelm I habe im Zuge von 1848 ein Revolutionstrauma entwickelt142. In den anderen behandelten zeitgenössischen Quellen ist diese Wahrnehmung nicht zu finden.

Wilhelm wird eine „absolutistische Gesinnung“143 attestiert. Diese habe sich in der Regierungsführung in Preußen bereits beim ersten Konflikt zwischen Parlament und Regierung gezeigt. Doch seine niedrige Popularität habe sich im Zuge der Einigungskriege wieder gesteigert und habe sich 1870/71 bis zur „Vergötterung“144 gesteigert. Das ist eine starke Spitze gegen die positive Wahrnehmung Wilhelms I in anderen Kreisen.

Kritisiert wird natürlich ebenfalls die Sozialistengesetzgebung und die folgende polizeiliche Willkür und behördliche Maßregeln. Die Attentate von Hödel und Nobiling auf den Kaiser 1878 seien als Vorwand genutzt worden, um die Sozialdemokratie verdächtig zu machen und „Hunderttausende zu Bürgern zweiter Klasse zu degradieren“145 . Es wird eingestanden, dass Wilhelm I nicht allein verantwortlich sei, aber es sei in seinen Namen geschehen146. Das spiegelt die Wahrnehmung zur Rolle des Monarchen im Sozialdemokraten wider. Er war nicht die allein treibende Kraft. Aber gegen ihn ging es auch nicht.

Berichtet wird auch zum Thronwechsel Friedrichs und dessen Regierungsprogramm. Es wird festgestellt, dass die bürgerliche Presse eifrig bemüht sei die Worte je nach entsprechender Richtung zu deuten. Zynisch wird festgestellt, dass man aus dem Regierungsprogramm nur herauslesen könne, was es nicht sei: sozialistisch147. Kritisiert wird vor allem die Aussage, dass der Staat durch Gesetzgebung nicht allen Übeln der Gesellschaft ein Ende bereiten könne. Man erwarte nicht, dass allen Übeln ein Ende bereitet werde. Man erwarte nur, dass endlich entscheiden etwas für die Arbeiter getan werde148. Angeführt wird als Beispiel das Leid im erzgebirgischen Krummhersdorf, einem abgehängten Strumpfwirtschaftsstandort. Es wird erwartet, dass die Legislative entschieden eingreife.

Die Krankheit des Kaisers wird ebenfalls thematisiert, wobei gesagt wird, dass eine Genesung ausgeschlossen sei. Eine Änderung der Politik wird nicht erwartet. Der todkranke Kaiser stehe einsam dem machtbesessenen, die Diktatur anstrebenden Bismarck gegenüber149.

Der Sozialdemokrat sieht ebenfalls eine Kontinuität der bisherigen kaiserlichen Politik in Bismarck. Nur wird dies ganz und gar nicht positiv gewertet. Friedrich III erscheint als zu schwach, um den unter Bismarck und Wilhelm I eingeschlagenen Kurs substantiell zu ändern.

Auch die ausführlichen Berichte über die Trauer des Volkes in den anderen Blättern werden scharf kritisiert. Andere Zeitungen seien nicht müde, Beweise für die allgemeine Trauer zu finden „wie es in den letzten Jahren in Deutschland zum guten Ton gehörte, unterbyzantinische Verehrung vor dem Staatsoberhaupt zur Schau zu tragen“150. In der Volkstrauer wird nicht ein national-patriotisches Empfinden über den Verlust des ersten deutschen Kaisers gesehen, sondern der Beweis für eine vorherrschende Untertanenmentalität. Auch dass die Arbeiter bei der gigantischen Trauerfeier eingespannt werden sollen, sieht man kritisch151. Warme Worte gegenüber Wilhelm I sind in dieser Quelle nicht zu finden.

III. b) Vergleich der Quellen.

1. Grundsätzliche Befunde

Die bisher gewonnen Erkenntnisse zum Grundton der Zeitungen sind:

Wilhelm I war in den Augen der Kreuzzeitung eine fundamentale Stütze des Reiches und ruhmreicher Held der Reichseinigung, sein Tot bedeutete einen tiefen Einschnitt. Trotzdem wurde Kontinuität in Bismarck und Friedrich III gesehen und erhofft. Eine Politik zum Erhalt des Status quo wurde erwünscht. Das Vermächtnis des Kaisers wurde besonders in der Einheit nach innen und der Stärke Deutschlands nach außen gesehen.

In den Augen der Nationalzeitung war Wilhelm I ein Nationalheld. Er wird sehr gewürdigt und es werden im viele Verdienste zugesprochen. Mit ihm ging symbolisch ein Jahrhundert zu Ende. Aber es wurde ebenfalls in Bismarck eine Stütze für die Zukunft gesehen.

Die Germania berichtet zurückhaltend und würdigend über den Tod Wilhelms. Sie spricht dem Kaiser Verdienste in der Einigung und der Erhaltung des Friedens zu. Bismarck wird auch nicht als Hoffnung für eine Fortsetzung der bisherigen Politik hervorgehoben. Zwischen den Zeilen wird die Hoffnung auf eine neue Entwicklung erkennbar. Der Tod des Kaisers gilt als tragisch. Aber nicht als unüberwindbare Zäsur.

Die Vossische Zeitung würdigt Wilhelm als den ersten Kaiser des neu auferstandenen Reiches entsprechend. Seine Leistungen werden besonders in der Einigung, dem Frieden, der Stärke der Nation und der guten Beziehung zu Österreich-Ungarn. Allerdings ist in ihren Ausführungen zum erkrankten Friedrich III, die Hoffnung auf einen Politikwechsel herauszulesen. Ansätze zur sich später entfaltenden liberalen Friedrichslegende lassen sich bereits erkennen, unter Friedrich III hätte das Reich einen liberalen Kurs nach englischem Vorbild eingeschlagen152. Für die Vossische Zeitung war Wilhelm ein glorreicher Kaiser der jüngeren Geschichte, aber kein Modell für die Zukunft.

Der Sozialdemokrat weicht am deutlichsten von den anderen Zeitungen ab. Wilhelm I wird scharf kritisiert, seine Verantwortlichkeit für die sozialen Missstände und Repressionen deutlich hervorgehoben. Als einziger Verdienst wird die Machstellung Deutschlands gesehen. Aber auch der Militarismus und dessen Folgen für die Gesellschaft werden kritisiert. Man gibt sich deutlich pessimistischer: Friedrich III werde keinen erhofften Reformkurs durchsetzen können, Bismarck werde den unter Wilhelm I eingeschlagenen Kurs fortführen.

2. Allgemeine Sicht auf Wilhelm I

Beinahe alle Blätter, nehmen eine positive Berichterstattung über den Verstorbenen in der Trauerwoche ein, wobei sich wie aufgezeigt teils verschiedene Betonung finden lassen. Doch beinahe alle sind sich in ihrer Wahrnehmung einig, dass Wilhelm I eine herausragende Rolle bei der Reichsgründung gespielt habe. Das ist die große Überschneidung. Alle Zeitungen berichten von einer großen Trauer in der Presse und in dem Volk, welche über eine einzelne Gruppe hinausgeht.

Das sieht auch der Sozialdemokrat so, welcher sich in seiner Einschätzung am meisten von den anderen Blättern abhebt: Beinahe alle Blätter, mit Ausnahme weniger Arbeiterblätter, würden den Kaiser überschwänglich loben153. Katholiken und Protestanten, Konservative und Liberale, sie alle schienen um das Staatsoberhaupt zu trauern. Der erste deutsche Kaiser war tot. Das löste zumindest bei der Mehrheit der Bürgerschaft patriotische Gefühle aus154. Wilhelm I war eine Figur, die man mit der wiedergewonnenen Einheit verband.

Das kann nicht vollständig auf eine unterbyzantinische Knechtshaltung reduziert werden, nicht bei der erdrückenden Quellenlast. Es ist durchaus plausibel, dass ein erheblicher Teil der Trauerbekunden im Volk und in der Berichterstattung aus aufrichtig empfundenem nationalem Gefühl erfolgten. Der verstorbene Kaiser diente als nationale Identifikationsfigur, mit welchem sich Leute aus verschieden gesellschaftlichen Hintergründen verbunden fühlten.

3. Das Vermächtnis des Kaisers

Bei allen lobenden Worten und nationalen Gefühlen, was wird dem Kaiser konkret als Verdienst angerechnet? Die Kreuzzeitung sieht das Erbe des Kaisers vor allem in der Stärke des Reiches und im Militär. Diese Errungenschaften werden in den Fokus genommen. Alle Zeitungen mit Ausnahme des Sozialdemokraten sprechen von Wilhelm I als einen Friedensfürsten. Am meisten ins Detail über das wahrgenommene Friedenswerk des Kaisers geht die Nationalzeitung. Schutz und Trutzbündnisse, das Dreikaiserbündnis, die Allianz mit Österreich-Ungarn werden als Leistungen verortet. In einer nationalliberalen Meistererzählung wird der Weg zur Reichseinigung durch die von Wilhelm in weiser Voraussicht angestrebte preußische Stärke beschrieben155. Auch die Vossische Zeitung erzählt von der Notwendigkeit des Schwertes zur Reichsgründung und auch sie würdigt den Kaiser als Reichsgründer und Bewahrer des Friedens156. Doch hofft man auf nicht auf eine Kontinuität der Reichspolitik, sondern auf eine linksliberale Wende unter Friedrich III, sollte er genesen157. Das innenpolitische Erbe aus der Zeit Wilhelms I wollte man also hinter sich lassen.

Die Sozialdemokraten bewerten das Erbe des deutschen Kaisers grundsätzlich negativ. Unterdrückung, Gängelei, soziale Missstände und ein überbordender Militarismus. Kein Erbe das bewahrt werden soll. Der einzige „relative“ Verdienst ist die Einigung. Aber mit der Art und Weise auf die, die Einigung erzielt wurde, hat man keinen Frieden geschlossen158.

Die Germania hebt die Rolle Wilhelms I als „Friedensfürst in Europa“ 159 hervor. Er habe rechtzeitig vom Kämpfen genug gehabt160. Einheit und Frieden, das ist das Erbe des ersten deutschen Kaisers für die Germania. Man gibt sich versöhnlich und patriotisch. Trotzdem ist man froh den Kulturkampf hinter sich gelassen zu haben und hofft auf eine demokratischere Entwicklung und eine gesicherte Rechtslage.

4. Der Thronwechsel

Die Erkrankung des neuen Kaisers war bereits bekannt, als dieser aus gemeinsam mit seiner Frau Victoria aus dem Kurort San Remo in die Hauptstadt zurückkehrte161. Über den Zustand des Kaisers wird viel berichtet, häufig besorgt, teilweise aber auch hoffnungsvoll. Das „Regierungsprogramm“ des neuen Kaisers wurde von den verschiedenen Zeitschriften unterschiedlich gedeutet.

Die Kreuzzeitung wollte eine Kontinuität zu der Linie des Vaters mit Friedrich III als Friedenshüter und auf Grundlage der preußischen Traditionen erkennen. Hier findet sich die stärkste Rückorientierung und das stärkste Festhalten an Wilhelm I.

Die Nationalzeitung sah ein gemäßigtes Programm, welches nicht mit der bisherigen Politik breche, aber in gewissen Punkten sei eine persönliche Abtönung erkennbar. Die Vossische Zeitung ist besonders optimistisch, was einen neuen Kurs unter Friedrich III betrifft. Sie glaubt, dass es möglich wäre, die konservative Wende der 1880er unter der neuen Führung Friedrichs III hinter sich zu lassen. Diese Hoffnung gaben einige Freisinnige zu erkennen162. Die nationalliberale Nationalzeitung gibt sich zurückhaltender: Das Bestreben einen Bruch mit der bisherigen Politik sei in freisinnigen Blättern erkennbar, doch alleine schon, dass Friedrich III an Bismarck als Kanzler festhalte, spräche gegen solche Interpretationen163.

Der Sozialdemokrat glaubt auch nicht an eine liberale Wende. Der Kaiser sei zu krank und wohl seinem Vater ins Grab folgend, Bismarcks Stellung zu gefestigt164. Die Germania konstatiert, dass Friedrich III plane wie sein Vorgänger ein „Friedensfürst“165 zu sein. Dennoch wird die Hoffnung der Vossischen Zeitung auf eine innenpolitische Wende geteilt166. Es lässt sich festhalten, dass das „Modell Wilhelm I“ bei weitem nicht für alle ein Zukunftsmodell war, trotz aller patriotischen Worte und Lobgesänge. Es war möglich dankbar für die Einigung unter Wilhelm I zu sein und in ihn als großen Herrscher zu bezeichnen und trotzdem keine Fortsetzung des politischen Kurses zu wünschen.

5. Die Rolle Bismarcks.

Was war mit dem Reichskanzler, nun da der Kaiser verschieden war? Er wird in den unterschiedlichen Zeitungen, die betrachtet worden sind, unterschiedlich behandelt. Die preußisch-konservative Kreuzzeitung sah in dem Reichskanzler die zweite starke Säule des Friedens167. Die erste Säule nämlich Wilhelm I war weggebrochen und das erschütterte. Trotzdem muss berücksichtigt werden, dass dies die konservativen Aussagen über eine wahrgenommene Zäsur abschwächt. Der große Staatsmann war noch da. Und das starke Heer, welches Wilhelm seinen Nachfolger hinterließ, war auch noch da.168

Auch die Nationalzeitung sieht mit dem Tod Wilhelms das Ende einer alten Ära. Das 19. Jahrhundert habe sich symbolisch mit Wilhelm I verabschiedet169. Dennoch bleibt der Kanzler auch beim Weg in eine neue Zeit erhalten. Das gab Sicherheit170. Es ist spannend zu sehen, dass die Stimmen, welche besonders nahe an Wilhelm I stehen und in seinem Tod einen besonderen Bruch erkennen, auch besonders stark am Kanzler festhalten und ihn ihm eine stabile Kontinuität über den Tod des Herrschers hinaus sehen, gerade in diesen unsicheren Zeiten, wo der Nachfolger bereits ebenfalls schwer erkrankt war.

Die Vossische Zeitung und die Germania, welche der Innenpolitik des Kanzlers durch ihre linksliberalen und katholischen Haltungen entgegengesetzt sein mussten, äußern sich nicht so über den Kanzler. Er wird in den Meldungen natürlich erwähnt. Aber er erscheint ihnen nicht als Hoffnungsträger für die Zukunft.

Von dem Sozialdemokraten ganz zu schweigen. Dieses Blatt strebte einen noch deutlicheren Politikwechsel an. Und im Gegensatz zu den beiden vorangegangen Zeitungen, gab es sich eher pessimistisch, gerade weil Bismarck Kanzler blieb171.

6. Volkstrauer und Bestattungsfeier

Beinahe alle untersuchten Zeitungen, mit der Ausnahme des Sozialdemokraten, berichten ausgiebig über die Trauer. Die letzten Stunden des Kaisers werden in fast allen Blättern bewegend geschildert. Die Aufbahrung der sterblichen Hülle Wilhelms im Dom sorgte für ein erhebliches öffentliches Interesse172. Es wird auch von Chaos und Gedränge berichtet, welcher die Autoritäten Heer werden mussten173. Die Germania errechnete, dass mit der Ausweitung der Besichtigungszeit auf 14h pro Tag etwa 105.000 Personen täglich den aufgebahrten Kaiser sehen konnten174. Die Bestattungsfeier kann als umgekehrte imperiale Einzugsfeier verstanden werden175. Und bei dieser gab man sich große Mühe. Zum Vergleich: Bei der Bestattungsfeier von Friedrich III gab es keine öffentliche Aufbahrung, die Feier war bei Weitem nicht so ein spektakuläres Event176.

Allerdings war Friedrich III Herrschaft auch nur sehr kurz gewesen, sein Tod wurde bereits befürchtet. Für die Regierung galt es Stärke zu demonstrieren im drohenden Angesicht zweier rasch aufeinanderfolgender Thronwechsel177. Die Bestattungsfeier wurde zu einem prunkvollen Event.

Von Dom aus zog der Sarg des toten Kaisers unter der Menge an Zuschauern Richtung Charlottenburg, indem die Prozession entlang unter den Linden, bewegte man sich auf der umgekehrten Route der Siegesparaden von 1866 und 1871178. Die betrachteten Zeitungen druckten das Reglement für den Trauerzug ab. Ausgiebig wurde über die Trauerfeierlichkeiten berichtet, manche bereits am 16. März andere berichteten am 17. März179. Wilhelm I hatte in seinem Testament bestimmt wie er bestattet werden wollte: mit Feldheeren Mütze und Mantel. Seine militärischen Verdienstorden wurden an ihn geheftet, eine Erinnerung an die Kämpfe, welche in den Kriegen von 1814-15, 1864, 1866 und 1870/71 gefochten wurden180. Er ging, wie ihn viele wohl in Erinnerung hatten: Als der Siegreiche.

IV. Schlussfazit: Der 9. März 1888 - eine Zäsur?

Was bleibt nach diesen Vergleichen festzustellen? War der Tod des ersten deutschen Kaisers nun eine Zäsur in der deutschen Presse? Was zumindest die Wahrnehmung einiger Zeitgenossen betrifft: Ja. Es gibt Aussagen in den untersuchten Zeitungen, die in diese Richtung gehen.

Doch lohnt es sich genauer hinzuschauen: Inwiefern wurde der Tod des Kaisers als Zäsur wahrgenommen und wie groß wurde das Ausmaß eingeschätzt? Es genügt nicht nur die bewegten Worte in den Schlagzeilen und Trauerberichten zu lesen, welche in der Stunde des Todes verfasst wurden. Was findet sich noch?

Der Tod Wilhelms I wurde von fast allen Presseorganen als einschneidendes Ereignis charakterisiert. Immerhin war auch der Kaiser, mit dem sich die deutsche Einheit vollzogen hatte, gestorben. Die Nationalzeitung konstatierte, dass mit ihm das 19. Jahrhundert zur Küste gegangen sei181. Die Verdienste des Kaisers werden mit nationalem Eifer aufgezählt, Wilhelm I erscheint als Gigant, welcher dem Königtum wahren Glanz verlieh182. Diese Wahrnehmung ist eindrucksvoll. Aber sie lässt sich besser einordnen und präzisieren, wenn wir den Blick erweitern. Die Nationalzeitung berichtet selbst davon, dass es auch noch Bismarck gebe. Den fähigen Staatsmann auf den auch der neue Herrscher wohl kaum verzichten könne183. Eine allzu große Abweichung vom bisherigen Kurs könne man also nicht erwarten, allein schon, weil der Kanzler bestehen bleibe184. Es wurde eine symbolische Zäsur gesehen und die war schmerzhaft. Das 19. Jahrhundert endete, der Kaiser der glorreichen Reichsgründungszeit war dahin. Aber deswegen erwartete man nicht unbedingt eine große Zäsur innerhalb der Reichspolitik.

Die Kreuzzeitung beschrieb den Kaiser, der Deutschland zur Stärke verholfen habe als eine starke Säule. Diese brach in der Wahrnehmung der Autoren weg. Die zweite Säule, der Reichskanzler, aber bestehen185. Auch bei den Stimmen, die am lautesten eine Zäsur attestieren, erscheint immer auch eine Kontinuitätserwartung und Hoffnung. Die Regierungserklärung Friedrichs III deutete die Kreuzzeitung im Sinne historischer Kontinuität186, auch die Nationalzeitung erwartete keinen Bruch mit der etablierten Politik. Solange Bismarck da war, wurde eine gewisse Beständigkeit erwartet.

Auch die Germania und die Vossische Zeitung sehen im Tod des Kaisers einen großen Verlust. Seine Verdienste werden in der Reichsgründung gesehen, die Vossische Zeitung übernimmt ein ähnliches national gesinntes Narrativ über die Reichsgründung wie die Nationalzeitung. Und doch lässt sich in den Tagen nach dem Tod Wilhelms I nicht nur Trauer und Verzweiflung herauslesen. Wilhelm I wurde als großer Herrscher wahrgenommen, als ein historisches Vorbild. Aber eben nicht in allen Dingen. Die Hoffnung auf einen Kurswechsel unter Friedrich III ist erkennbar. Eine teils zaghafte Hoffnung berücksichtigt man die Krankheit des Kaisers. Aber doch artikuliert.

Und betrachtet man noch die Ausführungen im Sozialdemokraten, dann stellt für diese Zeitschrift der Tod des Wilhelms I keine Zäsur dar. Wilhelm I wird im Gegensatz zu den anderen Zeitungen nicht heroisiert, sondern scharf kritisiert. Er ist in der Wahrnehmung der Sozialdemokraten nicht von der Verantwortung, die ihn als gekröntes Haupt trifft freizusprechen. Es kann nicht alle Schuld auf seine Minister abgewälzt werden. Doch trotz seines Todes wird eher ein weitergehen der bisherigen Politik befürchtet, da Bismarck immer noch da war.

Es lässt sich festhalten: In der Wahrnehmung betrachteten Quellen war Wilhelm I kein entscheidungsschwacher Herrscher ohne eigene Agency gewesen187. Die meisten Zeitgenossen haben den Tod des Wilhelms auch als einen Einschnitt empfunden. Darüber aber wie tief er geht und welche Hoffnungen und Erwartungen es an die Zukunft gibt, da gingen die Meinungen auseinander.

Ein direkter Vergleich der zeitgenössischen, innerdeutschen Reaktionen auf den Tod Wilhelms I 1888 und die Entlassung Bismarcks 1890 würde sich zwar spannend gestalten, aber er allein wäre zu kurz gegriffen, um endgültige Aussagen innerhalb der eingangs angerissenen Forschungsdiskussion zu treffen. Der Tod des Staatsoberhauptes bewegte die Öffentlichkeit. Der Tod wurde von zeitgenössischen Beobachtern als tiefer Einschnitt empfunden. Doch beim genaueren Hineinschauen auf die Quellen zeigt sich dann doch ein differenzierteres Bild.

V. Quellenverzeichnis

Germania. Zeitung für das deutsche Volk. Berlin. (1871-1938).

Der Sozialdemokrat: Internationales Organ der Sozialdemokratie deutscher Zunge. London. (1879-1890).

Königlich privilegierte Berlinische Zeitung von Staats- und gelehrten Sachen. Genannt: Vossische Zeitung. Berlin. (1617-1934)

Die National-Zeitung. Berlin. (1848-1938)

Neue Preußische Zeitung. Genannt: Kreuzzeitung. Berlin. (1848-1938).

VI. Literaturverzeichnis

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Frie, Ewald: Rezension zu: Bauer, Susanne: Die Briefkommunikation der Kaiserin Augusta (1811-1890). Briefpraxis, Briefnetzwerk, Handlungsspielräume. Berlin 2024 / Markert, Jan: Wilhelm I.. Vom „Kartätschenprinz“ zum Reichsgründer. Berlin 2024 / Sterkenburgh, Frederik Frank: Wilhelm I as German Emperor. Staging the Kaiser. Cham 2025, in: H-Soz-Kult, 11.11.2025.

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Sterkenburgh, Frederik Frank: Wilhelm I as German Emperor. Staging the Kaiser. Cham 2025.

Stöber, Rudolf: Deutsche Pressegeschichte. Einführung, Systematik, Glossar, Konstanz 2000.

[...]


1 Germania. Zeitung für das deutsche Volk. 9.3. 1888.

2 Markert, Jan: Wilhelm I. Vom „Kartätschenprinz“ zum Reichsgründer. Berlin 2024, S. 3.

3 Frie, Ewald: Rezension zu: Bauer, Susanne: Die Briefkommunikation der Kaiserin Augusta (1811-1890). Briefpraxis, Briefnetzwerk, Handlungsspielräume. Berlin 2024 , ISBN 978-3-428-19092-8 / Markert, Jan: Wilhelm I.. Vom „Kartätschenprinz“ zum Reichsgründer. Berlin 2024 , ISBN 978-3-11-132358-9 / Sterkenburgh, Frederik Frank: Wilhelm I as German Emperor. Staging the Kaiser. Cham 2025 , ISBN 978­3-031-74204-0, in: H-Soz-Kult, 11.11.2025, https://www.hsozkult.de/publicationreview/id/reb-152111.

4 Markert: Wilhelm I, S. 8.

5 Markert, Jan: Ein Kaiserreich, kein Bismarckreich. Die Hohenzollernmonarchie unter Wilhelm I. in neuer Perspektive, in: Ulrich Lappenküper/Wolfram Pyta (Hrsg.), Entscheidungskulturen in der Bismarck-Ära, Paderborn 2024, S. 23-68.

6 Ebd.

7 Sterkenburgh, Frederik Frank: Wilhelm I as German Emperor. Staging the Kaiser. Cham 2025, S. 3.

8 Ebd.

9 Gall, Lothar: Bismarck. Der weiße Revolutionär, Frankfurt am Main 1980. S.293ff.

10 Ebd.

11 Markert: Wilhelm I, S.10.

12 Sterkenburgh: Frederik Frank: Monarchical Entries in Nineteenth-Century Germany: Emperor Wil helm I, 1848-1888, in: Eva Giloi/Martin Kohlrausch/Heikki Lempa/Heidi Mehrkens/Philipp Nielsen/Kevin Rogan (Hrsg.), Staging Authority.Presentation and Power in Nineteenth-Century Europe. AHandbook, Berlin 2022, S. 259-300.

13 Ebd.

14 Kreuzzeitung. 14.3.1888.

15 Ackmann, Volker: Nationale Totenfeiern in Deutschland. Von Wilhelm I. bis Franz Josef Strauß. Eine Studie zur politischen Semiotik, Stuttgart 1990, S. 284-287.

16 Die Nationalzeitung. 9-11.3.1888. Die Germania. 17.3.1888.

17 Nationalzeitung. 9.3. 1888

18 Germania. 9.3.1888.

19 Nationalzeitung 9.3.

20 Stöber, Rudolf: Deutsche Pressegeschichte. Einführung, Systematik, Glossar, Konstanz 2000.

21 Klaus Martin Stiegler: Germania, Berlin (1871-1938). In: Heinz-Dietrich Fischer (Hrsg.): Deutsche Zeitungen des 17. bis 20. Jahrhunderts. Pullach bei München 1972, S.299-314.

22 Ebd.

23 Historische Presse der deutschen Sozialdemokratie / Der Sozialdemokrat. Bibliothekskatalog der Friedrich-Ebert-Stiftung. Zitierlink: https://library.fes.de/opac/id/7831053

24 Kahl, Jürgen: National-Zeitung (1848-1938). In: Heinz-Dietrich Fischer (Hrsg.): Deutsche Zeitungen des 17. bis 20. Jahrhunderts. Pullach bei München 1972, S. 177-189.

25 Ebd. S. 182.

26 Bender, Klaus: Vossische Zeitung, Berlin (1617-1934). In: Heinz-Dietrich Fischer (Hrsg.): Deutsche Zeitungen des 17. bis 20. Jahrhunderts. Pullach bei München 1972, S. 25-40.

27 Ebd. S. 25.

28 Ebd. S. 37.

29 Rohleder, Meinolf und Treude, Burkhard: Neue Preussische (Kreuz-)Zeitung, Berlin (1848-1939). In: Heinz-Dietrich Fischer (Hrsg.): Deutsche Zeitungen des 17. bis 20. Jahrhunderts. Pullach bei München 1972, S. 209-224.

30 Der Sozialdemokrat. Internationales Organ der Sozialdemokratie deutscher Zunge. 17.3.1888. „Die gesamte deutsche Presse hat- mit Ausnahme weniger Arbeiterblätter [...] die Verdienste Wilhelms I um das deutsche Volk aufs Überschwänglichste gefeiert [...] Die Legende ist einmal da und wird nur sehr allmählig dem sachlichen, unbefangen Urtheil der Geschichte weichen.“

31 Ebd. 10.3. 1888.

32 Ebd.

33 Ebd. „[Vor ihm] machten Haß und Feindschaft immer wieder Halt . er und sein Kanzler wussten sie zu zähmen.“

34 Ebd.

35 Ebd. „Die andere Starke Säule steht aufrecht da, allein wer wüsste besser als der Kanzler selbst, was ihm Wilhelm in diesem Sinne gewesen ist?“.

36 Vergleiche hierzu Markert: Wilhelm I. Bismarck habe eine entscheidungspolitische Impotenz (S. 609) besessen und nur wenig Handlungsspielraum für eigene Akzente.

37 Kreuzzeitung. 11.3.1888.

38 Ebd.

39 Kreuzzeitung. 11.3.1888.

40 Ebd.

41 Kreuzzeitung.10.3.1888.

42 Kreuzzeitung. 14.3. 1888. Nationalzeitung. 13.3. 1888. Germania. 14.3.1888. Vossische Zeitung. 13.3.1888. Beim Sozialdemokraten 24.3.1888 wird daraus zitiert.

43 Der Sozialdemokrat. 24.3. 1888. „Ueber den Sinn dieser Worte hat sich in der Bourgeoispresse bereits ein recht artiger Streit erhoben, jede Richtung ließt aus ihnen eine Bekräftigung des von ihnen vertretenen Standpunktes heraus“.

44 Kreuzzeitung. 13.3.1888.

45 Ebd. 14.3. 1888.

46 Ebd.

47 Ebd. „Lebensansprüche weckt, denen die wirtschaftlichen Kräfte der Nation nicht genügen können“.

48 Ebd.

49 Ebd.

50 Kreuzzeitung. 15.3.1888.

51 Ebd.

52 Ebd.

53 Ebd.

54 Ebd.

55 Ebd.

56 Ebd.

57 Ebd.

58 Nationalzeitung. 9. 3. 1888.

59 Ebd.

60 Ebd.

61 Ebd. „Die Schwierigkeiten die sich aus der Krankheit Kaiser Friedrich Wilhelms ergeben, werden — dessen darf man gewiß sein — durch den Kaiser und die Nation unter dem Rathe des Staatsmannes, der an erster Stelle das deutsche Reich begründen half, überwunden werden.“.

62 Ebd. „ Wilhelm der Eroberer ... würde ihn das Volk und die Geschichte nennen — aber das Volk preist ihn mit einem schöneren Namen als den majestätischen Fürsten des Friedens“.

63 Ebd.

64 Ebd. „So ist er nicht nur Sieger über Deutschlands Feinde, nicht nur der Gründer, sondern auch der Gesetzgeber unseres Reiches geworden.“.

65 Ebd.

66 Ebd. „da das Geschick mit ihm war, gab es ihm auch den Kanzler und den Feldherrn.“.

67 Ebd.

68 Ebd. „ Je schattenhafter in der demokratischen Bewegung und Stimmung der Menschen der mystische Schimmer, der das Königthum umschwebte, sich zu verflüchtigen droht, um so großartiger und majestätischer ragte unter uns die Gestalt Kaiser Wilhelm's I auf.“

69 Sterkenburgh: German Emperor, passim.

70 Ebd . S. 298. „In identifying himself with the status quo of the German Empire’s monarchical federalism, he acclimatized the non- Prussian states of the German Empire to his role as German emperor and his monarchical conception of the nation.“.

71 Ebd. S.299. „In staging himself as German emperor, Wilhelm consummated the constitutional prerogatives of his office.“.

72 Nationalzeitung. 9.3.1888.

73 Gall: Bismarck, S. 709ff.

74 Ebd.

75 Anders: Die Darstellung im Sozialdemokarten vom 17.3.1888.

76 Nationalzeitung 9.3.1888.

77 Ebd. Es wird ebenfalls behauptet, die Vermittlung zwischen dem Kaiserreich und Spanien durch Papst Leo XIII was den Streit um die Karolineninseln betraf sei ein Zeichen des „guten Verhältnisses“ zu Rom. Der Kulturkampf wird hier ausgeblendet. Es wird insinuiert, Wilhelm habe eine Freundschaft zum Papst aufgebaut.

78 Nationalzeitung 14.3.1888.

79 Ebd.

80 Ebd. „daran glaubt wohl Niemand in Deutschland, ja in Europa, daß der Kaiser auf den Rath des Fürsten verzichten Bismarck verzichten werde.“.

81 Ebd.

82 Nationalzeitung 12.3.1888.

83 Ebd. „So ist jede Änderung in der deutschen auswärtigen Politik schon darum allein ausgeschlossen. Ganz abgesehen davon, dass Fürst Bismarck immer noch berufen ist.“.

84 Nationalzeitung. 13.3.1888.

85 Ebd.

86 Nationalzeitung. 14.3.1888.

87 Nationalzeitung. 16.3.1888.

88 Germania. 16.3.1888. „da wir in diesen Tagen und so auch in diesen Artikeln fast nur Thatsachen constatiren, nur berichten, analysieren, erklären, aber noch wenig politisieren.“.

89 Germania. 9.3.1888.

90 Ebd.

91 Ebd. „Was sich hiernach ereignete braucht nicht recapituliert zu werden, denn Alle haben die seitherige Entwicklung und Gestaltung der äußeren Lage miterlebt.“.

92 Ebd.

93 Germania. 13.3.1888.

94 Germania 13.3.1888. „daß er zur rechter Zeit der Kriege genug hatte und in den letzten Jahren seine Stirn mit dem Olivenzweige statt dem Lorbeerzweige umkränzen wollte“.

95 Ebd.

96 Ebd.

97 Germania. 14.3.1888.

98 Ebd.

99 Germania. 14.3.1888.

100 Germania. 15.3. 1888.

101 Germania. 15+16.3.1888.

102 Vossische Zeitung. 9.3. 1888. „so von aufrichtiger und allgemeiner Liebe getragen noch keiner, wie Kaiser Wilhelm“.

103 Ebd.

104 Ebd.

105 Ebd.

106 Ebd.

107 Vossische Zeitung. 10.3.1888.

108 Ebd.

109 Vossiche Zeitung 13.3.1888.

110 Ebd. „Daß das Erstere geschah und in so verhältnismäßig leichter Weise geschehen konnte, das war zu einem sehr erheblichen Teil das persönliche Verdienst des Kaisers Wilhelm, seines herzlichen Entgegenkommens, seiner loyalen Erklärungen, seiner ganzen Haltung.“.

111 Vossische Zeitung. 11.3.1888.

112 Vossische Zeitung. 13.3.1888.

113 Ebd.

114 Ebd.

115 Ebd.

116 Ebd.

117 Ebd.

118 Vossische Zeitung. 15.3.1888.

119 Vossische Zeitung. 13.3.1888. „gegen Staatssozialismus, gegen die Zünftelei und gegen so viele Eingriffe des Staates ... welche in den jüngsten Jahren den Aberglauben nährten, daß aller Segen von Oben komme und es nur des Griffes an die Klinge der Gesetzgebung bedürfe, um Not und Elend aus der Welt zu schaffen.“.

120 Ebd.

121 Nationalzeitung. 14.3.1888. „In den Kommentaren der deutsch-freisinnigen Presse ist daß, allerdings mit Zurückhaltung auftretende Bestreben erkennbar, aus dem Erlaß an den Fürsten Bismarck Gegensätze gegen die bisherige Politik herauszulesen.“.

122 Vossische Zeitung. 15.3.1888. „Es gibt in diesen bewegten Augenblicken keine Frage, die tiefer in das erschütterte Gesamtleben der Nation eingriffe als die Frage nach dem körperlichen Zustand des Kaisers“

123 Vossische Zeitung. 16.3.1888.

124 Ebd. „Nicht spielend hat er das Glück gewonnen“.

125 Vossische Zeitung. 16.3.1888.

126 Der Sozialdemokrat 17.3.1888.

127 Ebd.

128 Ebd.

129 Ebd.

130 Kreuzzeitung. 15.3.1888.

131 Der Sozialdemokrat. 17.3.1888.

132 Ebd.

133 Vgl. dazu: Vossische Zeitung. 16.3.1888. „Die geschichtliche Notwendigkeit drückte ihn das Schwert in die Hand, denn Deutschland war nicht zu einen ohne Blut und Eisen“.

134 Ebd.

135 Ebd.

136 Ebd.

137 Ebd.

138 Ebd. „Seine eigene Auffassung von der Stellung des Regenten, die er mit starrem Sinn immer und immer wieder hervorhob, schließt jede Abschwächung der Verantwortlichkeit für seine Regierungsthätigkeit aus“

139 Sterkenburgh: German Emperor, S. 297f.

140 Der Sozialdemokrat. 17.3.1888. „Eher soll Berlin mit allen seinen Einwohnern zu Grunde gehen! Wir müssen die Aufrührer mit Kartätschen zusammenschießen!“.

141 Markert: Wilhelm I, S. 240f.

142 Vgl. hierzu: Ebd. Insbesondere S.35-45.

143 Der Sozialdemokrat. 17.3.1888.

144 Ebd.

145 Ebd.

146 Ebd.

147 Der Sozialdemokrat. 24.3.1888.

148 Ebd.

149 Ebd. „Wo ist da auch nur die leiseste Chance eines erfolgreichen Ringens? Es muss ein Hercules sein, wer einen Augusstall reinigen will. Ein sterbender Kaiser kann es gewiss nicht.“.

150 Ebd.

151 Der Sozialdemokrat. 17.3.1888. „Und jetzt sollen sie sich hinstellen und die beglückten Kinder spielen?“

152 Gall: Bismarck, S.685f.

153 Der Sozialdemokrat. 17.3.1888.

154 Germania. 13.3.1888.

155 Nationalzeitung. 9.3.1888.

156 Vossische Zeitung. 16.3.1888.

157 Vossische Zeitung. 13.3.1888.

158 Der Sozialdemokrat. 17.3.1888.

159 Germania. 9.3.1888.

160 Ebd. 13.3.188.

161 Kreuzzeitung. 9.3.1888.

162 Gall: Bismarck, S.684ff.

163 Nationalzeitung. 14.3.1888.

164 Der Sozialdemokrat. 24.3.1888.

165 Germania. 14.3. 1888.

166 Ebd.

167 Kreuzzeitung. 10.3.1888.

168 Ebd. 15.3.1888.

169 Nationalzeitung. 9.3.1888.

170 Nationalzeitung. 14.3.1888. „In den Händen des Kaisers und des Kanzlers darf man das Geschick Deutschlands und Preußens geborgen wissen.“.

171 Der Sozialdemokrat. 24.3.1888.

172 Kreuzzeitung. 14.3.1888.

173 Germania. 14.3.1888.

174 Ebd.

175 Sterkenburgh: Monarchical Entries, S. 290.

176 Ebd. S. 291f.

177 Ebd.

178 Nationalzeitung 16.3.1888. „Als er zuletzt durch das Spalier der Zehntausend zog ...da zog er in unsere Stadt ein. Heute verlässt er sie“.

179 Nationalzeitung. 16.3.1888. Germania 18.3.1888.

180 Nationalzeitung. 14.3.1888.

181 Nationalzeitung. 9.3.1888.

182 Nationalzeitung. 14.3.1888.

183 Ebd.

184 Ebd.

185 Kreuzzeitung. 10.3.1888.

186 Kreuzzeitung. 14.3. 1888.

187 Vgl.: Markert: Wilhelm I, S. 717. „Was bleibt letztlich vom Bild jenes entscheidungsschwachen Monarchen, der angeblich geklagt haben soll, es sei nicht leicht unter Bismarck Kaiser zu sein? — Nichts. “ Es ist leicht gegen Extrempositionen zu argumentieren. Wilhelm I war nicht unwichtig. Das spiegelt auch die Wahrnehmung der Zeitgenossen wider. Aber die Lösung für eine Bismarck zentrierte Geschichtsschreibung ist nicht unbedingt eine Wilhelm zentrierte Geschichtsschreibung. Wilhelm I wollte eine aktive Rolle seines Amtes einnehmen, doch stieß er auch an Grenzen, was die Durchsetzung seiner Vorstellungen betraf. Siehe: Sterkenburgh, German Emperor, S. 297.

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Titre: Die Berichterstattung der deutschen Presse zum Tod Wilhelms I. im Jahr 1888

Thèse de Bachelor , 2026 , 38 Pages , Note: 2,0

Autor:in: Anonym (Auteur)

Histoire de l'Allemagne - 1848, Empire, Impérialisme
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Résumé des informations

Titre
Die Berichterstattung der deutschen Presse zum Tod Wilhelms I. im Jahr 1888
Université
University of Tubingen
Note
2,0
Auteur
Anonym (Auteur)
Année de publication
2026
Pages
38
N° de catalogue
V1745548
ISBN (PDF)
9783389200803
ISBN (Livre)
9783389200810
Langue
allemand
mots-clé
Wilhelm I. Tod des Kaisers Presseberichterstattung Dreikaiserjahr
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Citation du texte
Anonym (Auteur), 2026, Die Berichterstattung der deutschen Presse zum Tod Wilhelms I. im Jahr 1888, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1745548
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