Der Titel des Seminars lautet „Wie aus Württembergern Deutsche wurden“. Dies ist strenggenommen nicht ganz richtig, denn die Württemberger waren bereits vor der Reichsgründung Deutsche und fühlten sich auch so. Der Frage welcher im Rahmen des Seminars nachgegangen wurde und zu der diese Arbeit auch einen Beitrag leisten soll ist: Wie veränderte sich die Konzeption des Deutschseins im Zuge der Zäsur der Reichsgründung bei den Württembergern. Die Württemberger, welche bereits vor der Reichsgründung deutsch waren, mussten nun neue Antworten darauf finden, was es für sie bedeutete Deutsch zu sein. Aus den Württembergern wurden somit keine neue Deutschen, sondern sie nahmen eine andere Art des Deutschseins an. Die Schwaben mussten das Verhältnis von lokaler Identität und nationaler Identität im großen Ganzen des neu formierten deutschen Nationalstaates neu ausloten. Es stellt sich also des Weiteren die Frage in welchem Maße die Württemberger nach der Reichsgründung württembergisch blieben. Die nationale Frage war durch den deutsch-französischen Krieg beantwortet worden: Die kleindeutsche Lösung unter der Hegemonie Preußens hatte sich endgültig durchgesetzt. Die militärischen Erfolge resultierten in Siegesbegeisterung und in der Zustimmung zur kleindeutschen Nationalstaatslösung.
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- Anonym (Autor), 2026, "Wir wollen deutsch bleiben und nicht preußisch werden". Wahlkämpfe zu den Zollparlamentswahlen 1868 und den Reichstagswahlen 1871 in Rottenburg, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1745550