Wir haben im Rahmen des Seminars „Selbstgesteuertes Lernen“ von P. Grell das Thema „Lernberatung“ gewählt. Uns interessierte an diesem Thema vor allem die Aufgabe und Rolle eines Lernberaters, mit dem besonderen Blick auf seine Möglichkeiten und Grenzen. Aufgrund der begrenzten Referatszeit und der Weite des Themas ist eine tiefgreifende Auseinandersetzung mit dieses Aspekten zwar nicht möglich gewesen, aber wir hoffen, einen guten Überblick über die Thematik geben zu können.
Bei der Recherche zu diesem Thema ist uns aufgefallen, dass es zwar einige Literatur zu diesem Thema gibt, allerdings wurde oft nicht deutlich, vor welchem wissenschaftlichem Hintergrund oder welcher Theorie die jeweiligen Konzepte entstanden sind. Unsere Hauptquellen waren das Buch „Selbstgesteuertes Lernen in der Weiterbildungspraxis“ von Stephan Dietrichs (Hrsg.) und der Aufsatz „Lernberatung: Konzeptionelle Antwort der organisierten Erwachsenenbildung auf die Anforderungen des selbstorganisierten und – gesteuerten Lernens“ von Rosemarie Klein und Gerhard Reutter.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Was ist Beratung?
2.1 Der Unterschied zwischen einer Beratung und einer Therapie
2.2 Selbstverständnis einer Beratung
2.3 Definition von Lernberatung
2.3.1 Lernberatung im engeren und weiteren Sinn
3 Geschichte der Lernberatung
4 Wozu braucht man Lernberatung?
5 Phasen einer Lernberatung
5.1 Die Vernetzungsberatung
6 Leitprinzipien einer Lernberatung
7 Kernelemente der Lernberatung
7.1 Das Lerntagebuch
8 Kompetenzen und Anforderungen eines Lernberaters
8.1 Verantwortung des Beraters
9 Offene Fragen und Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Rolle, Aufgaben und Grenzen von Lernberatung im Kontext des selbstgesteuerten Lernens. Ziel ist es, einen fundierten Überblick über Konzepte, Methoden und Anforderungen an Lernberater zu geben sowie die Abgrenzung zur therapeutischen Arbeit zu beleuchten.
- Grundlagen und Definitionen von Lernberatung
- Unterschiede zwischen Lernberatung und Therapie
- Phasenmodell und methodische Kernelemente der Lernberatung
- Kompetenzprofil und Verantwortung des Lernberaters
- Herausforderungen bei der Implementierung in der betrieblichen Weiterbildung
Auszug aus dem Buch
2.1 Der Unterschied zwischen einer Beratung und einer Therapie
Nach Wahrig Deutsches Wörterbuch wird Beratung als „Erteilung von Rat“ und Therapie als „heilende Behandlung von Kranken“ [ Also kann eine erste Unterscheidung der Begriffe darin bestehen, dass die Ziele einer Therapie und Beratung verschieden sind. Bei einer Therapie geht es darum einen Menschen zu „heilen“, bei der Beratung geht es darum einen Menschen eine Zeit lang zu begleiten und ihn bei einem Problemlösungsprozess zu unterstützen. Dementsprechend wird ein Mensch, der eine Beratung aufsucht Klient genannt, während eine Person, die therapeutische Hilfe in Anspruch nimmt als Patient bezeichnet wird. Grundsätzlich wird also davon ausgegangen, dass Klienten in der Lage Ihre Lebenssituation noch eigenständig regeln zu können und Verantwortung für ihr Handeln zu übernehmen. Sie brauchen in ihren Schwierigkeiten eine Hilfestellung, sie sind aber gesunde Menschen. Beim Patienten ist der Verlust von Kontroll- und Steuerungsfunktionen so groß, dass er sein Leben nicht mehr ohne schwerwiegende Störungen selbst regulieren kann, sondern massive Hilfe braucht es handelt sich hier also um kranke Menschen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Einführung in das Thema Lernberatung und Darlegung der Zielsetzung sowie der verwendeten Literaturquellen.
2 Was ist Beratung?: Theoretische Abgrenzung der Lernberatung von der Therapie und Klärung des Selbstverständnisses von Beratung.
3 Geschichte der Lernberatung: Historischer Rückblick auf die Entwicklung des Beratungsbegriffs im Kontext der Weiterbildung.
4 Wozu braucht man Lernberatung?: Analyse der Schwierigkeiten beim selbstgesteuerten Lernen und Begründung der Notwendigkeit einer unterstützenden Lernberatung.
5 Phasen einer Lernberatung: Vorstellung eines idealtypischen Phasenmodells sowie des Modells der Vernetzungsberatung.
6 Leitprinzipien einer Lernberatung: Erläuterung der zentralen Prinzipien wie Teilnehmerzentrierung, Kompetenzorientierung und Biographiebezug.
7 Kernelemente der Lernberatung: Beschreibung methodischer Instrumente wie der Lernkonferenz und der Arbeit mit dem Lerntagebuch.
8 Kompetenzen und Anforderungen eines Lernberaters: Darstellung notwendiger Fähigkeiten eines Beraters sowie der ethischen Verantwortung bei der Begleitung von Lernprozessen.
9 Offene Fragen und Schlussbetrachtung: Kritische Reflexion über die Umsetzbarkeit des Beratungsansatzes in der Praxis.
Schlüsselwörter
Lernberatung, selbstgesteuertes Lernen, Weiterbildung, Klient, Therapie, Lernprozess, Lernstrategien, Lerntagebuch, Kompetenzorientierung, Biographiebezug, Lernbegleitung, Lernmanagement, Reflexion, Lernberater, Erwachsenenbildung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Rolle und den Aufgaben eines Lernberaters bei der Unterstützung von Lernenden im Kontext des selbstgesteuerten Lernens.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Im Fokus stehen die Definition von Lernberatung, die Abgrenzung zur Therapie, methodische Konzepte wie das Lerntagebuch sowie die benötigten Kompetenzen eines Beraters.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, einen klaren Überblick über die Thematik der Lernberatung zu geben und die Möglichkeiten sowie Grenzen dieses Beratungsansatzes aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse ausgewählter Fachquellen zum selbstgesteuerten Lernen und zur Lernberatung in der Weiterbildung.
Was ist der Inhalt des Hauptteils?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, den geschichtlichen Hintergrund, Phasenmodelle der Beratung, Leitprinzipien sowie konkrete methodische Umsetzungshilfen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Selbstgesteuertes Lernen, Lernberatung, Kompetenzorientierung, Lernmanagement und Biographiebezug.
Wie unterscheidet sich ein Lernberater von einem Therapeuten laut Dokument?
Während ein Therapeut bei kranken Patienten auf Heilung abzielt, unterstützt ein Lernberater gesunde Klienten in einem Problemlösungsprozess zur eigenständigen Bewältigung ihrer Lernsituation.
Warum ist das Lerntagebuch ein Kernelement der Lernberatung?
Es dient als Instrument zur Systematisierung des Lernprozesses und ermöglicht sowohl dem Lernenden als auch dem Berater, Erfolge und Schwierigkeiten gezielt zu reflektieren.
- Quote paper
- Julia Dust (Author), 2003, Lernberatung im Rahmen von 'Selbstgesteuertem Lernen', Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/17458