Aggression beschreibt ein Verhalten, das darauf gerichtet ist, eine andere Person
direkt oder indirekt zu schädigen.
Peterman und Peterman (1995) unterscheiden zwischen fünf verschiedenen
Ausdrucksformen von Aggression:
- offen - gezeigte versus verdeckt - hinterhältige Aggression
- körperliche versus verbale Aggression
- aktiv ausgeübte versus passiv erfahrene Aggression (Täter – Opfer)
- direkte versus indirekte Aggression (direkt = Schädigung einer Person, indirekt =
Schädigung einer Person, indem man deren Besitz zerstört oder stiehlt)
- nach außen gewandte versus nach innen gewandte Aggression (nach innen
gewandt = Autoaggression)
Da es viele verschiedene Arten der Aggression gibt, ist es für die richtige Bewertung
dieser notwendig das Ziel zu erkennen, auf welches die jeweilige Aggression
gerichtet ist. Eine wichtige Unterscheidung muss zwischen Hyperaktivität und
egoistisch – motivierter Aggression getroffen werden.
Während Hyperaktivität ein störendes Verhalten beschreibt, das nicht beabsichtigt
erfolgt (z.B. einem Grundschulkind fällt es schwer sein Sozialverhalten zu
kontrollieren) stellt die egoistisch – motivierte Aggression ein Verhalten dar, das der
bloßen Selbstbehauptung dient und zielgerichtet schädigend ist.
Diese Form der Aggression ist stark von Alter und Geschlecht abhängig. In Studien
zur kindlichen Aggression wurde festgestellt, dass die egoistisch – motivierte
Aggression bei Jungen und Mädchen im Verhältnis 5:1 auftritt (Warschburger &
Petermann, 1994). Ein weiterer Unterschied, der im Vergleich der Geschlechter
auffiel, ist die Art und Weise wie Aggressionen ausgeführt werden. Während Jungen
bis zum 15. Lebensjahr überwiegend durch körperliche Aggressionen auffallen
(Schlagen, Treten) wenden Mädchen hingegen eher manipulative Techniken über
dritte Personen an, um anderen Schaden zuzufügen. Hier wird also der Unterschied
zwischen offen - gezeigter (Jungen) und versteckt – hinterhältiger Aggression
(Mädchen) deutlich. [...]
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Ursachen
2.1.Familiärer und erzieherischer Einfluss
3. Entwicklung aggressiven Verhaltens
4. Verringerung der Risikofaktoren
5. Delinquenz
6. Risikofaktoren und Schutzfaktoren
7. Delinquenz und Lebensalter
7.1.Jugenddelinquenz
7.2.Risiken der Jugenddelinquenz
7.3.Präventive und korrektive Maßnahmen
8. Meinung und Kritik
9. Gewalt unter Jugendlichen – Ein aktuelles Problem!
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Ursachen, den Verlauf und die Präventionsmöglichkeiten von aggressivem Verhalten und Delinquenz bei Kindern und Jugendlichen. Dabei wird insbesondere beleuchtet, wie familiäre Einflüsse und soziale Bedingungen die Entwicklung von Straftaten begünstigen oder hemmen können, um ein tieferes Verständnis für die zunehmende Brutalisierung in der Jugendkultur zu gewinnen.
- Psychologische Grundlagen und Ausdrucksformen von Aggression
- Familiäre Risikofaktoren für die Entstehung delinquenten Verhaltens
- Entwicklungsphasen vom hyperaktiven Verhalten zur Jugenddelinquenz
- Stigmatisierung und deren Einfluss auf das Selbstbild des Jugendlichen
- Präventionsstrategien und gesellschaftliche Mitverantwortung
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Aggression beschreibt ein Verhalten, das darauf gerichtet ist, eine andere Person direkt oder indirekt zu schädigen. Peterman und Peterman (1995) unterscheiden zwischen fünf verschiedenen Ausdrucksformen von Aggression:
- offen - gezeigte versus verdeckt - hinterhältige Aggression
- körperliche versus verbale Aggression
- aktiv ausgeübte versus passiv erfahrene Aggression (Täter – Opfer)
- direkte versus indirekte Aggression (direkt = Schädigung einer Person, indirekt = Schädigung einer Person, indem man deren Besitz zerstört oder stiehlt)
- nach außen gewandte versus nach innen gewandte Aggression (nach innen gewandt = Autoaggression)
Da es viele verschiedene Arten der Aggression gibt, ist es für die richtige Bewertung dieser notwendig das Ziel zu erkennen, auf welches die jeweilige Aggression gerichtet ist. Eine wichtige Unterscheidung muss zwischen Hyperaktivität und egoistisch – motivierter Aggression getroffen werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Definition von Aggression und Abgrenzung verschiedener Ausdrucksformen sowie die Unterscheidung zwischen Hyperaktivität und zielgerichteter Aggression.
2. Ursachen: Diskussion über erlernte Aggression durch familiäre und soziale Kontexte sowie genetische Einflüsse auf die Disposition zum Verhalten.
2.1.Familiärer und erzieherischer Einfluss: Analyse des Einflusses von unzureichender Beaufsichtigung, harten Strafen und mangelnder Kommunikation im Elternhaus.
3. Entwicklung aggressiven Verhaltens: Darstellung des Entwicklungsprozesses vom frühen Temperament und motorischen Auffälligkeiten bis hin zur Delinquenz im Alter von 18 Jahren.
4. Verringerung der Risikofaktoren: Überblick über pädagogische und psychotherapeutische Interventionspakete zur Verhaltensmodifikation von Kindern und Eltern.
5. Delinquenz: Rechtliche und psychologische Einordnung von Straffälligkeit und Erläuterung der Bedeutung des Begriffs Straftatbestand.
6. Risikofaktoren und Schutzfaktoren: Einteilung von Bedingungen für Delinquenz in Kategorien und Erläuterung der schützenden Wirkung einer positiven sozialen Umwelt.
7. Delinquenz und Lebensalter: Betrachtung der altersspezifischen Kriminalitätsraten und deren kontinuierliche Abnahme nach der Jugendphase.
7.1.Jugenddelinquenz: Differenzierung zwischen persistenten Delinquenten und solchen, die antisoziales Verhalten nur in der Adoleszenz zeigen.
7.2.Risiken der Jugenddelinquenz: Untersuchung der Folgen von Etikettierung und Stigmatisierung durch das soziale Umfeld und öffentliche Institutionen.
7.3.Präventive und korrektive Maßnahmen: Erläuterung der drei Stufen der Prävention (primär, sekundär, tertiär) zur Vermeidung von Straffälligkeit.
8. Meinung und Kritik: Reflexion der Autoren über die Struktur des untersuchten Textes und Kritik an wissenschaftlich unzureichend begründeten Hypothesen.
9. Gewalt unter Jugendlichen – Ein aktuelles Problem!: Analyse der gesellschaftlichen Faktoren wie Leistungsdruck und Werteverlust, die zur Brutalisierung bei jungen Menschen beitragen.
Schlüsselwörter
Aggressives Verhalten, Delinquenz, Jugendkriminalität, Prävention, Erziehungsstil, Sozialverhalten, Stigmatisierung, Hyperaktivität, Adoleszenz, Risikofaktoren, Schutzfaktoren, Antisoziales Verhalten, Familiensoziologie, Jugenddelinquenz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit behandelt die psychologischen Hintergründe, Ursachen und Entwicklungsverläufe von aggressivem Verhalten und Delinquenz bei Kindern und Jugendlichen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Themenfelder umfassen familiäre Einflussfaktoren, die Entwicklung vom hyperaktiven Kleinkind bis zum straffälligen Jugendlichen sowie die Möglichkeiten der pädagogischen Prävention.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es zu verstehen, wie und warum aggressives Verhalten entsteht und durch welche Interventionsmaßnahmen eine Verfestigung zum kriminellen Verhalten verhindert werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine Literaturanalyse, die auf psychologischen Studien und soziologischen Erklärungsmodellen basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Ursachen, den Verlauf der „Entwicklungsleiter“ aggressiven Verhaltens und die Analyse von Delinquenz nach dem Jugendalter.
Welche Schlüsselwörter beschreiben die Arbeit am besten?
Zu den zentralen Begriffen zählen Aggression, Delinquenz, Prävention, Risikofaktoren, Sozialisation und Adoleszenz.
Wie unterscheiden sich „persistente Delinquenten“ von „Jugenddelinquenten“?
Persistente Delinquenten zeigen bereits im frühen Kindesalter antisoziale Züge, die bis ins Erwachsenenalter anhalten, während Jugenddelinquenz meist nur auf die Phase der Adoleszenz begrenzt ist.
Welche Rolle spielt die Stigmatisierung laut den Autoren?
Die Autoren betonen, dass eine öffentliche Stigmatisierung als „kriminell“ das Selbstbild negativ prägen kann, wodurch der Jugendliche seine Handlungen an dieses negative Image anpasst.
- Quote paper
- Katharina Niehoff (Author), Constanze Kleinert (Author), 2001, Aggressives Verhalten und Delinquenz, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/17463