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Umweltrelevante Einstellungen und Verhalten

Title: Umweltrelevante Einstellungen und Verhalten

Term Paper , 2003 , 23 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Katharina Niehoff (Author), Constanze Kleinert (Author)

Psychology - Work, Business, Organisation
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Sicherlich gibt es nur wenige Menschen, denen Umweltschutz ein Fremdwort bzw. ein fernliegender
Begriff ist. Jeder von uns wird im Alltag mit diesem Begriff konfrontiert, ob es sich
nun um das Sparen von Wasser während des Zähneputzens oder das kraftstoffsparende Fahren
des Autos handelt. Doch trotz des Wissens um die Notwendigkeit umweltschonender
Verhaltensweisen können wir uns oft dabei ertappen, den Wasserhahn beim Zähneputzen offen
zu lassen, und haben wir es eilig, so fahren wir nicht weiterhin Optimalgeschwindigkeit.
Trotz aller bekannten naturwissenschaftlichen Tatsachen und Erkenntnisse, die dringend eine
grundsätzliche Änderung unserer Lebens- und Wirtschaftsweise nahelegen, beharren die
meisten Menschen auf ihren umweltschädlichen Verhaltensweisen; dies obwohl ihnen gleichzeitig
bewusst ist, dass es so nicht weitergehen kann und obwohl sie den Fragen des Umweltschutzes
prinzipiell aufgeschlossen gegenüberstehen. Sehr rasch kann der Eindruck gewonnen
werden, dass auf fast allen Ebenen erhebliche Inkonsistenzen zwischen Anspruch und Wirklichkeit
bestehen. Trotz eines hohen Umweltbewusstseins hinkt das faktische Verhalten hinterher.
Eine Lösung des Umweltproblems erfordert es, dass alle Nationen ihre Produktions- und
Wirtschaftsweise ändern. Es ist offensichtlich, dass dies nicht durch technische und politische
Änderungen allein erreichbar ist. Es muss auch ein Wandel der individuellen Lebensstile erfolgen;
umweltrelevantes - also umweltschädigendes oder umweltschützendes - Verhalten
einzelner Individuen trägt maßgeblich zur Lösung des Problems bei.
In der vorliegenden Arbeit wenden wir uns der Beziehung zwischen umweltbezogenen Einstellungen
und dem tatsächlichen, individuellen Umweltverhalten zu.
Die Ausgangsbasis dieser Arbeit wird die Studie „Persönliches Umweltverhalten – Diskrepanzen
zwischen Anspruch und Wirklichkeit“ von Andreas Diekmann und Peter Preisendörfer
aus dem Jahre 1992 sein. Wir werden diese Studie vorstellen und wiederholt Verbindungen
zu theoretischen Überlegungen weiterer Autoren, die sich mit Fragestellungen des Umweltverhaltens
beschäftigt haben, herstellen.
Ziel dieser Arbeit soll es sein, einen umfassenden Überblick über die Beziehung zwischen
umweltrelevanten Einstellungen und Verhalten zu geben. Dabei soll vor allem auf Diskrepanzen zwischen diesen beiden Komponenten eingegangen und auf mögliche Erklärungen dieser
Widersprüche hingewiesen werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Vorstellung der verwandten Studie

2.1 Problemstellung

2.2 Methoden

2.2.1 Stichprobenbeschreibung

2.2.2 Operationalisierung zentraler Variablen

2.3 Pfadmodell des persönlichen Umweltverhaltens

2.4 Divergenzen zwischen Umweltbewusstsein und –verhalten

2.5 Barrieren der Transformation von Einstellung in Verhalten

2.6 Anreize zu umweltgerechtem Verhalten

2.7 Ergebnisse

3 Modelle umweltrelevanten Verhaltens

3.1 Strukturmodelle

3.2 Prozessmodelle

3.3 Einflussschema von Fietkau und Kessel

4 Moderatoren zwischen Umweltbewusstsein und umweltbewusstem Handeln

5 Fazit

6 Anhang

7 Literaturverzeichnis

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Diskrepanz zwischen umweltbezogenen Einstellungen und dem tatsächlichen, individuellen Umweltverhalten. Ziel ist es, auf Basis der Studie von Diekmann und Preisendörfer (1992) ein umfassendes Verständnis für die Widersprüche zwischen Anspruch und Wirklichkeit zu entwickeln und mögliche Erklärungsmodelle sowie Einflussfaktoren aufzuzeigen.

  • Analyse der Diskrepanz zwischen Umweltbewusstsein und individuellem Handeln
  • Untersuchung von Barrieren bei der Transformation von Einstellungen in Verhalten
  • Darstellung psychologischer Modelle umweltrelevanten Verhaltens (Struktur- und Prozessmodelle)
  • Diskussion von Moderatoren wie Verhaltensalternativen und persönlichen Normen
  • Bewertung der Rolle von Anreizstrukturen für umweltgerechtes Verhalten

Auszug aus dem Buch

2.5 Barrieren der Transformation von Einstellung in Verhalten

Die aufgezeigten Inkonsistenzen zwischen umweltrelevanten Einstellungen und Umweltverhalten machen deutlich, dass es offensichtlich gewisse Barrieren für die Umsetzung von Umweltbewusstsein und Umweltwissen in Umweltverhalten gibt. Diese Barrieren könnten Erklärungen im Hinblick darauf liefern, warum der Zusammenhang von Umweltbewusstsein und Umweltwissen zu Umweltverhalten im Pfadmodell lediglich mit 0.15 nachgewiesen werden konnte.

Diekmann und Preisendörfer gehen in ihrer Studie davon aus, dass sich UB und UW vor allem dann in tatsächliches Verhalten transformieren lassen, wenn es sich um „Low - Cost“ Situationen handelt. Individuen werden ihrem selbsteingeschätzen hohen UB gerecht, indem sie ihrer ideologischen „Umweltmoral“ in Situationen entsprechen, die keine einschneidenden Verhaltensänderungen erfordern. „Low – Cost“ Situationen verursachen keine größeren Unbequemlichkeiten und sie verlangen keinen besonderen Zusatzaufwand. Das Zeigen umweltfreundlichen Verhaltens in sogenannten „Low – Cost“ Situationen ermöglicht es, kognitive Dissonanz zu vermeiden.

In Situationen mit steigenden Verhaltenskosten schwindet jedoch die Bedeutung ideologischer Einflüsse auf das individuelle Verhalten. Es kann davon ausgegangen werden, dass die Kosten umweltgerechten Verhaltens in den Bereichen „Einkaufen“ und „Abfallsortierung“ geringer sind, als beim „Energiesparen“ und „Verkehrsverhalten“. Somit wäre zu erwarten, dass der Einfluss des UB auf das UV in den beiden ersten Bereichen stärker ausgeprägt ist als in den zwei zuletzt genannten, da der Verhaltensaufwand geringer ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einführung thematisiert die Diskrepanz zwischen dem Wissen um Umweltschutz und dem tatsächlichen Handeln im Alltag.

2 Vorstellung der verwandten Studie: Es wird die Studie von Diekmann und Preisendörfer (1992) präsentiert, die das "Persönliche Umweltverhalten" empirisch untersucht und Korrelationen zwischen Einstellung und Verhalten analysiert.

3 Modelle umweltrelevanten Verhaltens: Verschiedene Struktur- und Prozessmodelle werden vorgestellt, um die komplexen Faktoren zu verdeutlichen, die Umweltverhalten determinieren.

4 Moderatoren zwischen Umweltbewusstsein und umweltbewusstem Handeln: Dieses Kapitel erläutert externe und interne Moderatoren, wie fehlende Verhaltensalternativen oder Verantwortungszuschreibung, die als Filter zwischen Einstellung und Tat wirken.

5 Fazit: Die Arbeit schließt mit dem Befund, dass Umweltverhalten ein vielschichtiges Konstrukt ist und reine Einstellungsänderungen ohne Berücksichtigung der Rahmenbedingungen kaum zu nachhaltigen Verhaltensänderungen führen.

6 Anhang: Hier werden die methodischen Details der Studie, insbesondere die Zusammensetzung der Indizes für Umweltverhalten, Umweltwissen und persönliche Betroffenheit, aufgeführt.

7 Literaturverzeichnis: Auflistung der wissenschaftlichen Quellen, die für die Analyse herangezogen wurden.

Schlüsselwörter

Umweltverhalten, Umweltbewusstsein, Einstellungs-Verhaltens-Diskrepanz, Low-Cost-Hypothese, Umweltpsychologie, Pfadmodell, Barrieren, Verhaltensökonomie, soziale Normen, Verantwortungsattribution, Umweltwissen, kognitive Dissonanz, umweltgerechtes Handeln.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, warum eine positive Einstellung zum Umweltschutz oft nicht mit dem tatsächlichen, alltäglichen Verhalten der Menschen übereinstimmt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit, Barrieren der Verhaltensänderung sowie die Wirksamkeit von psychologischen Modellen zur Erklärung ökologischen Handelns.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Gründe für die Inkonsistenz zwischen Umweltbewusstsein und tatsächlichem Verhalten zu identifizieren und aufzuzeigen, wie diese durch verschiedene Faktoren wie Kosten oder Anreize moderiert werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung der empirischen Studie von Diekmann und Preisendörfer (1992), die mittels Telefoninterviews erhoben wurde.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Vorstellung der Studie, der Analyse von Barrieren wie der "Low-Cost"-Hypothese, der Darstellung theoretischer Struktur- und Prozessmodelle sowie der Erläuterung moderierender Variablen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Umweltverhalten, Einstellungs-Verhaltens-Diskrepanz, Umweltbewusstsein, Barrieren und verschiedene psychologische Verhaltensmodelle.

Was besagt die "Low-Cost"-Hypothese in diesem Kontext?

Die Hypothese besagt, dass Menschen eher zu umweltfreundlichem Verhalten neigen, wenn dieses für sie keine großen Unbequemlichkeiten oder hohen Kosten verursacht, um so ihr Selbstbild als umweltbewusst zu wahren.

Warum spielt die Verantwortungsattribution eine Rolle?

Sie gilt als wichtiger interner Moderator: Nur wenn ein Individuum sich für Umweltprobleme persönlich verantwortlich fühlt, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Einstellung auch in einem entsprechenden Verhalten niederschlägt.

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Details

Title
Umweltrelevante Einstellungen und Verhalten
College
Leuphana Universität Lüneburg  (Wirtschaftspsychologie)
Grade
1,0
Authors
Katharina Niehoff (Author), Constanze Kleinert (Author)
Publication Year
2003
Pages
23
Catalog Number
V17464
ISBN (eBook)
9783638220392
Language
German
Tags
Umweltrelevante Einstellungen Verhalten
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katharina Niehoff (Author), Constanze Kleinert (Author), 2003, Umweltrelevante Einstellungen und Verhalten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/17464
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