Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Bildung des Passivs im Russischen mit dem Postfix -ся. Sie soll aber nicht nur allein die Bildung, sondern auch die Schwierigkeiten, die sich im Zusammenhang mit dem Postfix -ся sowohl in der Passivbildung als auch im Sprachgebrauch ergeben, verdeutlichen. Diese Arbeit soll nach Möglichkeit alle Fragen, die das Postfix -ся und dessen Gebrauch, nicht nur in der Passivbildung, betreffen, zusammenführen und anhand deutlicher Beispiele beantworten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Formale Bildungsweise
2.1. Perfektives und imperfektives Passiv
2.2. Variationen: -ся und -сь
2.3. Variationen: -ся vs. себя
3. Restriktionen
3.1. Dritte Person
3.2. Wortbildung und Homonymie
4. Passivbildung und Reflexivbildung
5. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit widmet sich der komplexen Bildung und Verwendung des Passivs im Russischen unter besonderer Berücksichtigung des Postfixes -ся. Ziel ist es, die Schwierigkeiten beim Spracherwerb zu beleuchten und die unterschiedlichen Funktionen des Postfixes in der Passiv- und Reflexivbildung sowie bei der Wortneubildung systematisch anhand von Beispielen aufzuzeigen.
- Bildungsmechanismen des Passivs bei perfektiven und imperfektiven Verben
- Variationen und morphologische Anpassungen des Postfixes (-ся/-сь)
- Syntaktische und morphologische Restriktionen bei der Passivbildung
- Abgrenzung zwischen Passiv- und Reflexivkonstruktionen
- Phänomen der Homonymie bei der Verwendung von -ся
Auszug aus dem Buch
2. Formale Bildungsweise
Sowohl das Aktiv als auch das Passiv sind der grammatischen Kategorienklasse Diathese, auch Genus Verbi genannt, zuzuordnen. Wenn das Subjekt eines Satzes den Urheber einer Handlung bezeichnet, so steht das dazugehörige verbale Prädikat in der Aktivform. Gibt allerdings das grammatische Subjekt des Satzes nicht den Urheber einer Handlung, sondern den Gegenstand, auf den die Handlung gerichtet ist, an, so steht das verbale Prädikat in der Passivform. Für die Bildung und den Gebrauch des Passivs spielt die Unterscheidung transitiver und intransitiver Verben eine bedeutende Rolle. Verben, die sich mit einem direkten Akkusativobjekt verbinden, nennt man transitive Verben.
russisches Bsp.: купить/покупать: Кого/чего купить/покупать? Лампу.
deutsches Bsp.: verwahren: Wen/was verwahren? Das Geld.
Verben, die sich mit einem indirekten Objekt verbinden oder ganz ohne Objekt gebraucht werden können, nennt man intransitive Verben.
russisches Bsp.: сомневаться (в успехе) oder вечерело
deutsches Bsp.: schlafen (ich schlafe) oder es schneit
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung thematisiert die Schwierigkeiten russischer Verben für Lernende und skizziert die Zielsetzung der Untersuchung zur Passivbildung mit dem Postfix -ся.
2. Formale Bildungsweise: Das Kapitel erläutert die Grundlagen der Diathese sowie die spezifische Unterscheidung zwischen perfektiver und imperfektiver Passivbildung und die Variationen des Postfixes.
3. Restriktionen: Hier werden die grammatischen Einschränkungen bei der Passivbildung, wie die Beschränkung auf die dritte Person und Phänomene der Homonymie, analysiert.
4. Passivbildung und Reflexivbildung: Dieser Abschnitt differenziert zwischen Passivformen und Reflexivverben, die beide das Postfix -ся nutzen, und beleuchtet die Schwierigkeiten dieser Abgrenzung.
5. Zusammenfassung: Das abschließende Kapitel rekapituliert die zentralen Erkenntnisse über die Bildung des Passivs, die Rolle des Pronomen себя und die syntaktischen Funktionen des Postfixes -ся.
Schlüsselwörter
Russisch, Passivbildung, Postfix -ся, Diathese, Reflexivverben, imperfektives Passiv, perfektives Passiv, Transitivität, Homonymie, Sprachgebrauch, Grammatik, Fremdsprachenerwerb, Pronomen себя, Verbalsystem, Morphologie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?
Die Arbeit behandelt die morphologische Bildung und syntaktische Verwendung des Passivs im Russischen, wobei der Fokus auf dem Postfix -ся liegt.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zentrale Themen sind die Unterscheidung zwischen Passiv- und Reflexivformen, die Auswirkungen des Aspekts auf die Passivbildung sowie die Funktion von -ся bei der Wortbildung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Schwierigkeiten beim Erwerb des russischen Passivs für Nicht-Muttersprachler zu identifizieren und die komplexen grammatischen Funktionen des Postfixes -ся zu systematisieren.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Autorin nutzt eine grammatisch-linguistische Analyse, gestützt auf fachwissenschaftliche Grammatiken und Beispielsätze aus der russischen Sprache.
Was steht im Hauptteil der Untersuchung im Mittelpunkt?
Im Hauptteil stehen die formalen Bildungsweisen, die Restriktionen der Passivbildung (wie Personeneinschränkungen) und die Abgrenzung zum reflexiven Gebrauch von Verben im Fokus.
Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit am besten?
Die wichtigsten Schlagworte umfassen Russisch, Passivbildung, Postfix -ся, Reflexivverben, Transitivität und Homonymie.
Was bedeutet Homonymie in Bezug auf das Postfix -ся?
Homonymie tritt auf, wenn ein Verb durch das Anhängen von -ся eine völlig neue, vom Ausgangsverb verschiedene Bedeutung erhält oder in unterschiedlichen Kontexten syntaktisch verschieden fungiert.
Warum ist die Unterscheidung zwischen Passiv- und Reflexivformen für Lernende schwer?
Da beide Formen das Postfix -ся verwenden, fällt es Nicht-Muttersprachlern oft schwer, rein passivische Konstruktionen von reflexiven Verben zu unterscheiden, zumal es im Deutschen keine deckungsgleichen Entsprechungen für alle Formen gibt.
Welche Rolle spielt das Pronomen себя im Zusammenhang mit -ся?
Себя ist mit -ся verwandt, dient jedoch als reines Reflexivpronomen, um das Subjekt näher zu beschreiben oder die Vorsätzlichkeit einer Handlung zu betonen.
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- Regina Rau (Author), 2009, Die Bildung des Passivs im Russischen mit dem Postfix -sja, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/174665