Der Begriff ‚Weltseele‘ spielt eine wichtige Rolle in Religion und Philosophie, nicht jedoch in den modernen Wissenschaften, die ihn als nicht durch überprüfbare Fakten belegt einstufen. Vorläufer hat der Begriff im Animismus der ethnischen Religionen (Stammesreligionen), die seit grauer Vorzeit existieren. Anscheinend haben Menschen immer schon angenommen, dass in der Welt alles, das heißt sowohl das Materielle als auch das Nicht-Materielle, von einer ‚Anima‘ (= Seele, Geist) und somit von einer „Wirkkraft“ oder „Lebenskraft“ durchströmt ist.
Inwieweit solche Vorstellungen mit dem aktuellen Wissensstand übereinstimmen, ist bisher anscheinend kaum untersucht worden. In einer früheren Studie bin ich zu folgenden Ergebnissen gekommen:
Begriffe wie ‚Leib-Seele‘, ‚Geistig-Seelisches‘ und ‚Einheit von Körper, Seele und Geist‘ treffen und verbinden sich im Subjekt-Sein des Menschen. Für die ‚Weltseele‘ sind solche Bestimmungen bisher nicht möglich, weil mit dem Ausdruck ‚Weltseele‘ zwar gewisse, objektiv nachweisbare Form- und Wirkungskräfte des Universums – oder besser: der kosmischen Materie –, nicht jedoch das Welt-„Ganze“ bezeichnet werden können; denn die Welt als solche ist kein Subjekt. Auch ein vom Menschen unterschiedenes „Natursubjekt“ (Ernst Bloch) konnte in ihr nicht nachgewiesen werden.
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- Dr. Klaus Robra (Auteur), 2026, Gibt es eine Weltseele?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1746823