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Kakao - Fairer Handel für faire Chancen

Alternative Formen zum konventionellen Welthandel mit Kakao

Titel: Kakao - Fairer Handel für faire Chancen

Examensarbeit , 2009 , 83 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Sandra Zapke (Autor:in)

Politik - Thema: Globalisierung, pol. Ökonomie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

1. Einleitung
Schon lange vor der Entdeckung Amerikas durch die Europäer diente die Kakaopflanze den Mayas und Azteken als Nahrungsmittel. Es ist davon auszugehen, dass die Europäer erstmalig durch Kolumbus Entdeckungsfahrt auf die Kakaobohnen aufmerksam wurden. Während des Raubzuges unter Hernando Cortez im Jahre 1519 diente die Kakaobohne den Azteken bereits als Zahlungsmittel. Cortez Interesse war geweckt, als er hörte, dass die Azteken in Montezumas Reich, dem heutigen Mexiko, Kakaobohnen als Geld verwendeten. Für zehn Bohnen bekam man ein Kaninchen und für hundert Kakaobohnen sogar einen Sklaven. Die spanischen Eroberer lernten von den Azteken das herbsaure Wasser „Xocoatl“ kennen, welches teils schaumig, teils breiig war und eine Spezialität des Landes darstellte. Die Azteken hatten den Kakao ihrerseits durch Eroberung von den Tolteken ergattert, die sie im 12. Jahrhundert unterwarfen. Die Tolteken sahen den Kakao als göttliches Geschenk an, da sie ihn vom Wind- und Mondgott Quetzalcouatl persönlich überbracht bekamen. „In Europa wurde aus dem göttlichen Geschenk dann eine „Götterspeise“.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Cash Crops

3. Die Kakaopflanze

3.1. Systematik

3.2. Morphologie

4. Kakaokrankheiten und Kakaoschädlinge

4.1. Pilzkrankheiten

4.2. Tierische Schädlinge

4.3. Viruskrankheiten

5. Gewinnung von Kakao und Herstellung von Schokolade

5.1. Kakaopulver

5.2. Kakaobutter

5.3. Schokolade

6. Der Kakaomarkt

6.1. Ghana - ein Anbauland des Kakao

6.2. Kakaobauernvereinigungen an der Elfenbeinküste

6.3. Kakaobauernvereinigung Fedecade in Ecuador

6.4. Kakaobauernvereinigung El Ceibo in Bolivien

6.5. Kakaobauernvereinigung CACAONICA in Nicaragua

7. Förderung von nachhaltigem Kakaoanbau

7.1. Versuch der Abschaffung von Kinderarbeit

7.2. Internationale Kakaoinitiative (ICI)

7.3. Unternehmen der Kakaowirtschaft

7.4. Biologischer Anbau

7.5. Fairer Handel

8. Die Stiftung der Deutschen Kakao- und Schokoladenwirtschaft

8.1. Das Internationale Kakaoabkommen

8.2. Gründung der Stiftung der Deutschen Kakao- und Schokoladenwirtschaft

8.3. Projekte der Stiftung der Deutschen Kakao- und Schokoladenwirtschaft

9. Verbraucherschutz durch Lebensmittelgesetze

9.1. Das Allgemeine Landrecht Preußens von 1794

9.2. Das erste reichseinheitliche Nahrungsmittelgesetz von 1879

9.3. Das neue Lebensmittelgesetz von 1927

9.4. Das Lebensmittelgesetz von 1974

9.5. Kakaobutter - Austauschfette

10. Ernährungsphysiologische Bedeutung von Kakao und Schokolade

10.1. Süßwaren

10.2. Inhaltsstoffe des Kakaobohnenkerns

10.3. Zusammensetzung von Schokolade

10.4. Gesundheitliche Folgen

11. Unterrichtseinheit „Fairer Handel für faire Chancen. Alternative Formen zum konventionellen Welthandel mit Kakao“

11.1. Bezug zum Rahmenplan

11.2. Aufbau der Unterrichtssequenz „Planspiel Kakaohandel“

11.3. Geförderte Kompetenzen der Unterrichtseinheit

12. Voraussetzungen für die Unterrichtssequenz

12.1. Sachdarstellung

12.2. Vorraussetzungen der Schüler und Schülerinnen für diese Sequenz

13. Entscheidungen

13.1. Didaktische Entscheidungen

13.2. Methodisch-didaktische Überlegungen

13.3. Material und Medien

14. Praktisches Beispiel aus der Unterrichtssequenz

14.1. Rollen des Planspiels „Kakaohandel

14.2. Spielvorraussetzungen

14.3. Spielanleitung

14.4. Einkaufstagebuch der Vertreter der Schokoladenfirma

14.5. Erntetagebuch der Kakaobauern

14.6. Portrait des Kakaobauern Mariano aus Nicaragua

15. Abschließende Betrachtungen

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Diese Arbeit untersucht die globalen Strukturen der Kakaowirtschaft und die Auswirkungen des konventionellen Welthandels auf die Lebensbedingungen der Kakaobauern in Entwicklungsländern. Das primäre Ziel ist es, alternative, nachhaltige Handelsformen wie den fairen Handel aufzuzeigen und deren Bedeutung durch eine didaktisch ausgearbeitete Unterrichtseinheit in Form eines Planspiels für den Bereich Arbeitslehre praxisnah zu vermitteln.

  • Anbau, Ernte und Verarbeitung der Kakaopflanze
  • Wirtschaftliche Strukturen des Kakaomarktes und Preisgestaltung
  • Problematiken wie Kinderarbeit und prekäre soziale Verhältnisse
  • Förderung nachhaltiger Anbaumethoden und Fair-Trade-Initiativen
  • Didaktische Konzepte zur Vermittlung dieser Themen in der Schule

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung

Schon lange vor der Entdeckung Amerikas durch die Europäer diente die Kakaopflanze den Mayas und Azteken als Nahrungsmittel. Es ist davon auszugehen, dass die Europäer erstmalig durch Kolumbus Entdeckungsfahrt auf die Kakaobohnen aufmerksam wurden. Während des Raubzuges unter Hernando Cortez im Jahre 1519 diente die Kakaobohne den Azteken bereits als Zahlungsmittel. Cortez Interesse war geweckt, als er hörte, dass die Azteken in Montezumas Reich, dem heutigen Mexiko, Kakaobohnen als Geld verwendeten. Für zehn Bohnen bekam man ein Kaninchen und für hundert Kakaobohnen sogar einen Sklaven. Die spanischen Eroberer lernten von den Azteken das herbsaure Wasser „Xocoatl“ kennen, welches teils schaumig, teils breiig war und eine Spezialität des Landes darstellte. Die Azteken hatten den Kakao ihrerseits durch Eroberung von den Tolteken ergattert, die sie im 12. Jahrhundert unterwarfen.

Die Tolteken sahen den Kakao als göttliches Geschenk an, da sie ihn vom Wind- und Mondgott Quetzalcouatl persönlich überbracht bekamen. „In Europa wurde aus dem göttlichen Geschenk dann eine „Götterspeise“. Das bedeutet der botanische Name Theobroma, den der Gelehrte Carl von Linné dem Kakaobaum [im Jahr 1735] verlieh.“ Als Cortez 1528 nach Spanien zurückkehrte, brachte er Kakaobohnen aus der Urheimat des Kakaobaums mit, sodass sich die Kenntnis von Kakao in Europa verbreitete. Dies geschah jedoch nur sehr schleppend, da Spanien Monopolstellung besaß, und erst 1728 durch Philipp V. von Spanien das Monopol verkaufte. Nach Asien kam der Kakao schon Mitte des 16. Jh., doch wurde er dort nicht effektiv angebaut. Anders jedoch in Afrika, erst wurde der Kakaobaum auf den Inseln im Golf von Guinea angebaut, später dann auch in Afrika. Heutzutage sind die Elfenbeinküste und Ghana die wichtigsten Produktions- und Anbauländer, auch für Deutschland, wie aus Abbildung 1.1 ersichtlich wird. Des Weiteren ist zu erkennen, dass der westafrikanische Raum eine Spitzenposition in der Weltproduktion von Kakao besetzt und Deutschlands Exportlieferländer Nummer eins sind.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung beleuchtet die historische Herkunft der Kakaopflanze, von ihrer Nutzung bei den Maya und Azteken bis hin zu ihrer weltweiten Verbreitung und der heutigen Bedeutung der westafrikanischen Region für den Kakaomarkt.

2. Cash Crops: Das Kapitel erklärt den Begriff "Cash Crops" als für den Export bestimmte Geldfrüchte und analysiert den Wandel der kleinbäuerlichen Produktion von einer Subsistenzwirtschaft hin zur Abhängigkeit vom volatilen Weltmarkt.

3. Die Kakaopflanze: Hier werden die botanische Systematik, die Hauptvarietäten (Criollo, Forastero, Trinitario) sowie die morphologischen Besonderheiten und die spezifischen Anforderungen an Klima und Boden für den Anbau detailliert dargestellt.

4. Kakaokrankheiten und Kakaoschädlinge: Dieses Kapitel erläutert die verschiedenen biologischen Bedrohungen für den Kakaoanbau, darunter Pilzkrankheiten wie die Braunfäule sowie diverse tierische Schädlinge und Viren, die erhebliche Ernteverluste verursachen.

5. Gewinnung von Kakao und Herstellung von Schokolade: Der Prozess von der Ernte und Fermentation über die Trocknung bis hin zur industriellen Verarbeitung zu Kakaopulver, Butter und Schokolade wird Schritt für Schritt beschrieben, inklusive der verfeinernden Veredelungsschritte.

6. Der Kakaomarkt: Eine Analyse des globalen Handels, der Terminbörsen und der ungleichen Gewinnverteilung in der Handelskette, ergänzt durch Fallbeispiele zu Anbauländern und Genossenschaften wie Kuapa Kokoo in Ghana.

7. Förderung von nachhaltigem Kakaoanbau: Dieses Kapitel thematisiert die Bemühungen zur Bekämpfung von Kinderarbeit, die Rolle der Internationalen Kakaoinitiative (ICI) sowie die Zertifizierung durch Bio-Standards und Fairen Handel.

8. Die Stiftung der Deutschen Kakao- und Schokoladenwirtschaft: Die Arbeit beschreibt die Ziele und Projekte der Stiftung, die zur Förderung von Forschung und Ausbildung rund um Kakao und Schokoladenerzeugnisse ins Leben gerufen wurde.

9. Verbraucherschutz durch Lebensmittelgesetze: Ein historischer Abriss der Gesetzgebung zum Schutz der Verbraucher vor Lebensmittelverfälschungen, beginnend im 18. Jahrhundert bis zum modernen Lebensmittelgesetz.

10. Ernährungsphysiologische Bedeutung von Kakao und Schokolade: Hier werden Inhaltsstoffe, der Nährwert von Süßwaren und die gesundheitlichen Aspekte des Schokoladenkonsums, inklusive der Risiken bei übermäßigem Verzehr, wissenschaftlich beleuchtet.

11. Unterrichtseinheit „Fairer Handel für faire Chancen. Alternative Formen zum konventionellen Welthandel mit Kakao“: Dieser Abschnitt beschreibt die didaktische Konzeption einer Unterrichtssequenz zur Einführung in das Thema Fairer Handel.

12. Voraussetzungen für die Unterrichtssequenz: Es werden die notwendigen Sachdarstellungen sowie das Vorwissen der Schüler erläutert, das für die erfolgreiche Durchführung der Unterrichtssequenz erforderlich ist.

13. Entscheidungen: Dieser Teil legt die didaktischen und methodischen Überlegungen dar, die zur Auswahl des Planspiels als bevorzugte Methode führten.

14. Praktisches Beispiel aus der Unterrichtssequenz: Ein Einblick in die praktische Umsetzung, einschließlich Rollenbeschreibungen, Spielanleitungen und Vorlagen für Tagebücher der Teilnehmer.

15. Abschließende Betrachtungen: Ein Fazit zur didaktischen Arbeit, das die Vernetzung von Fachwissen mit ethischem Bewusstsein und die Veränderung des persönlichen Konsumverhaltens reflektiert.

Schlüsselwörter

Kakao, Schokolade, Fairer Handel, Kinderarbeit, Cash Crops, Kakaobohnen, Nachhaltigkeit, Weltmarkt, Genossenschaften, Lebensmittelrecht, Konsumverhalten, Didaktik, Planspiel, Arbeitslehre, Umweltschutz

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Kakaowirtschaft im Kontext von globalen Handelsstrukturen, der sozialen Problematik in Anbauländern und der didaktischen Vermittlung von fairen Handelsalternativen im Unterricht.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zentrale Themen sind der Anbau der Kakaopflanze, die industriellen Verarbeitungsprozesse, der ungleiche Welthandel sowie Ansätze zur Förderung von Nachhaltigkeit und fairem Handel.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die komplexen Zusammenhänge zwischen Konsum in Industrieländern und Produktionsbedingungen in Entwicklungsländern aufzuzeigen und ein didaktisches Konzept für den Schulunterricht vorzustellen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine Kombination aus Literaturrecherche, Analyse sozioökonomischer Daten und der Entwicklung einer praxisorientierten Unterrichtseinheit auf Basis des Planspiel-Prinzips.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die botanischen und produktionstechnischen Grundlagen, die Analyse des Kakaomarktes, rechtliche Aspekte des Verbraucherschutzes sowie die Entwicklung einer Unterrichtssequenz zum fairen Handel.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Kakaomarkt, Fairer Handel, Nachhaltigkeit, Kinderarbeit und didaktische Vermittlung charakterisiert.

Wie genau wirkt sich der Fairer Handel auf die Kakaobauern aus?

Durch garantiert höhere Mindestpreise und Fair-Trade-Prämien erhalten die Bauern ein stabileres Einkommen, was Investitionen in Gemeinschaftsprojekte wie Schulen und Brunnen ermöglicht und die Lebensqualität nachhaltig verbessert.

Welche Rolle spielt das Planspiel in der Arbeit?

Das Planspiel dient als methodisches Instrument, um Schülern die komplexen ökonomischen Interessenkonflikte des Welthandels durch ein Rollenspiel (Bauern, Händler, Hersteller) erfahrbar und verständlich zu machen.

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Details

Titel
Kakao - Fairer Handel für faire Chancen
Untertitel
Alternative Formen zum konventionellen Welthandel mit Kakao
Hochschule
Technische Universität Berlin  (Arbeitslehre Haushalt)
Note
2,0
Autor
Sandra Zapke (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2009
Seiten
83
Katalognummer
V174746
ISBN (eBook)
9783640953837
ISBN (Buch)
9783640954087
Sprache
Deutsch
Schlagworte
kakao fairer handel chancen alternative formen welthandel kakao
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Sandra Zapke (Autor:in), 2009, Kakao - Fairer Handel für faire Chancen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/174746
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Leseprobe aus  83  Seiten
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