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Die Aufarbeitung von Diktatur und Bürgerkrieg in der Gesellschaft und Politik Spaniens

Im Vergleich mit der Aufarbeitung des Vichy-Regimes in Frankreich

Title: Die Aufarbeitung von Diktatur und Bürgerkrieg in der Gesellschaft und Politik Spaniens

Term Paper (Advanced seminar) , 2010 , 30 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Thomas Daniel (Author)

Politics - Region: Western Europe
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Das Franco-Regime endete mit dem Tod des Diktators am 20. November 1975. Bei-nahe überraschend lenkte Juan Carlos von Spanien sein Land in eine Demokratie. Um diesen Weg gehen zu können stellte er das Primat einer geeinten Nation auf, denn Bürgerkrieg und Diktatur spalteten das Land in zwei Hälften. Der Preis für die Einheit der Nation war die Nichtaufarbeitung von Diktatur und Bürgerkrieg. So kann in Spanien, auch heute noch, nicht von einer aufgearbeiteten Situation gesprochen werden. Die Aufarbeitung des Franco-Regimes beginnt erst. Die Tendenzen der letzten Jahre lassen aber optimistisch in die Zukunft blicken.
Frankreich stand wenige Jahrzehnte früher vor einer ähnlichen Aufgabe. Mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs war Frankreich frei, aber durch seine geteilte Rolle während der Besatzung durch Nazideutschland, ging auch hier ein tiefer Riss durch die Bevölkerung. Auf der einen Seite Widerstandskämpfer und Opfer der deutschen Besatzer, wie französischer Kollaborateure, auf der anderen Seite eben diese Kollaborateure, Anhänger des Vichy-Frankreichs.
Wie in Spanien, nach dem Tod Francisco Francos, war in Frankreich nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs die Einheit der Nation das wichtigste Ziel. In beiden Fällen auf Kosten einer Aufarbeitung der Geschichte.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort

2. Einleitung

2.1 Historischer Hintergrund in Spanien

2.2 Historischer Hintergrund in Frankreich

2.3 Zwischenfazit

3. Der Übergang in eine demokratische Staatsform und das Primärziel der Einheit der Nation

3.1 Charles de Gaulle

3.2 Juan Carlos I.

3.3 Zwischenfazit

4. Der Übergang in Frankreich und der Umgang mit der Geschichte bis heute

4.1 Vier Phasen der Aufarbeitung nach Henry Rousso

4.2 Der Papon- und der Barbie-Prozess

5. Die Transición in Spanien

6. Vergangenheitskultur im heutigen Spanien

6.1 Gedenken an den Bürgerkrieg während der Franco Diktatur

6.2 Ein neuer Umgang mit der Vergangenheit

6.2.1 Die ARMH

6.2.2 Das Gesetz der historischen Erinnerung

6.2.3 Richter Baltasar Garzón

7. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Umgang mit Diktatur und Bürgerkrieg in Spanien und Frankreich, um die Mechanismen und Unterschiede in der gesellschaftlichen sowie politischen Aufarbeitung dieser traumatischen Vergangenheiten zu vergleichen und zu analysieren.

  • Vergleich der Aufarbeitung von Diktatur und Bürgerkrieg in Spanien und Frankreich
  • Die Rolle von Einigungsfiguren wie Juan Carlos I. und Charles de Gaulle beim demokratischen Übergang
  • Analyse der Phasen der Vergangenheitsbewältigung in Frankreich nach Henry Rousso
  • Untersuchung des juristischen und gesellschaftlichen Wandels im heutigen Spanien
  • Diskussion über Amnestie versus Aufarbeitung in der demokratischen Transition

Auszug aus dem Buch

2.1 Der historische Hintergrund in Spanien, der Weg in die Diktatur und das Franco-Regime

Wie viele andere Teile Europas wurde Spanien 1873 als Folge des Revolutionsjahres 1848 zur Republik. Diese „Erste Republik“ sollte keine zwei Jahre bestehen. Die darauf folgende Regentschaft König Alfons XII., seiner zweiten Frau Maria Christina von Österreich und ab 1902 seines Sohnes Alfons VIII. brachten nicht die Veränderungen hin zu einer modernen Demokratie, vergleichbar denen in Frankreich oder England. Seit der ersten Republik bestehende Konflikte wie Landverteilung oder Stellung der Eliten, wie insbesondere zwischen der katholischen Kirche und dem Adel auf der einen und dem einfachen Bürgertum auf der anderen Seite waren, ungelöst.

Autonomiebestrebungen einzelner Regionen, aufständische Landarbeiter, sowie die mächtige Position des Militärs taten ihren Teil zur Destabilisierung des Landes. 1923 entmachtete der oberkommandierende General Miguel Primo de Rivera das Parlament und übernahm die Regierungsgeschäfte durch einen Staatsstreich. Die Diktatur de Riveras beruhigte die krisenhafte Lage Spaniens erstmals. Bis auf einzelne kleine Gruppierungen erhofften sich alle, wenn auch vorher zerstrittenen, Parteien Besserung. Durch verschiedene reformerische Vorhaben sowohl in Militär wie Zivilgesellschaft brachte der Diktator aber nach kurzer Zeit die Interessensgruppen gegen sich auf. 1930 zog sich de Rivera schließlich ins französische Exil zurück und in Spanien entbrannten die alten Konfliktlinien zwischen Kirche, Eliten und Militär und republikanisch orientierten linken Kräften erneut.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Vorwort: Einleitung in die Thematik der Aufarbeitung von Bürgerkrieg und Diktatur in Spanien und Frankreich sowie die Fragestellung nach der Vergleichbarkeit der Transitionsprozesse.

2. Einleitung: Historischer Abriss über den Weg Spaniens in die Diktatur und das Vichy-Regime in Frankreich als notwendiger Kontext.

3. Der Übergang in eine demokratische Staatsform und das Primärziel der Einheit der Nation: Analyse der Rolle von Juan Carlos I. und Charles de Gaulle als identitätsstiftende Einigungsfiguren bei der demokratischen Neuordnung.

4. Der Übergang in Frankreich und der Umgang mit der Geschichte bis heute: Detaillierte Betrachtung der Aufarbeitungsphasen nach Rousso sowie die Bedeutung von Prozessen gegen Kriegsverbrecher.

5. Die Transición in Spanien: Untersuchung des spanischen Übergangs von der Diktatur zur Demokratie und die Rolle des Konsenses.

6. Vergangenheitskultur im heutigen Spanien: Darstellung der aktuellen Bemühungen um Aufarbeitung, insbesondere durch die ARMH, das Gesetz der historischen Erinnerung und die Rolle von Richter Baltasar Garzón.

7. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ansätze zur Vergangenheitsbewältigung und der Frage, ob eine Amnestie notwendigerweise eine spätere Aufarbeitung verhindert.

Schlüsselwörter

Aufarbeitung, Spanien, Frankreich, Bürgerkrieg, Franco-Diktatur, Vichy-Regime, Demokratisierung, Transición, Erinnerungskultur, Amnestie, Juan Carlos I., Charles de Gaulle, ARMH, Historische Erinnerung, Massengräber

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Aufarbeitung von Diktatur und Bürgerkrieg in der Gesellschaft und Politik Spaniens im Vergleich mit der Aufarbeitung des Vichy-Regimes in Frankreich.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen gehören die historischen Hintergründe der jeweiligen Konflikte, der Übergang in die Demokratie, die Rolle von Identifikationsfiguren und die heutige Vergangenheitskultur.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie beide Länder mit ihrer belasteten Vergangenheit umgegangen sind, ob Parallelen bestehen und inwieweit eine Aufarbeitung nach langen Phasen der Verdrängung möglich ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt den historischen Vergleich zwischen zwei unterschiedlichen nationalen Transformationsprozessen und greift auf fachwissenschaftliche Literatur zurück.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die historischen Voraussetzungen, die Rollen von Juan Carlos I. und de Gaulle, die Phasen der Aufarbeitung in Frankreich, die spanische Transición sowie spezifische Initiativen wie das Gesetz der historischen Erinnerung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Vergangenheitsbewältigung, Transición, Franquismus, Vichy, Erinnerungskultur und demokratische Transformation.

Welche Rolle spielt die ARMH in Spanien?

Die Asociación para la Recuperación de la Memoria Histórica ist zentral für die Öffnung von Massengräbern und das mediale sowie gesellschaftliche Erinnern an die Opfer des Bürgerkriegs.

Warum war der Papon-Prozess in Frankreich so bedeutend?

Er trug dazu bei, die Rolle von sogenannten Schreibtischtätern und die Mitverantwortung des französischen Staates am Holocaust öffentlich zu diskutieren und einen Paradigmenwechsel einzuleiten.

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Details

Title
Die Aufarbeitung von Diktatur und Bürgerkrieg in der Gesellschaft und Politik Spaniens
Subtitle
Im Vergleich mit der Aufarbeitung des Vichy-Regimes in Frankreich
College
University of Trier
Grade
1,7
Author
Thomas Daniel (Author)
Publication Year
2010
Pages
30
Catalog Number
V174750
ISBN (eBook)
9783640954230
ISBN (Book)
9783640954124
Language
German
Tags
Franco Francismus Vichy Bürgerkrieg Faschismus Aufarbeitung Diktatur Charles de Gaulle Juan Carlos Papon Barbie Transición Baltasar Garzón ARMH Henry Rousso Vergangensheitskultur Vergangenheitsbewältigung Kollaboration Philippe Pétain PSOE Partido Popular Ley de Memoria Histórica Valle de los Caídos
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Thomas Daniel (Author), 2010, Die Aufarbeitung von Diktatur und Bürgerkrieg in der Gesellschaft und Politik Spaniens, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/174750
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