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„So aber war alles einer Vorstellung, einem Begriff zuliebe […].“ – Zum Ehrkonflikt in Theodor Fontanes „Effi Briest“

Titre: „So aber war alles einer Vorstellung, einem Begriff zuliebe […].“ – Zum Ehrkonflikt in Theodor Fontanes „Effi Briest“

Dossier / Travail , 2011 , 24 Pages , Note: 13

Autor:in: Julia Ebert (Auteur)

Philologie Allemande - Littérature Allemande Moderne
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Wie in dieser Arbeit gezeigt werden soll, ist die Duellforderung an Crampas die Folge von Innstettens gesellschaftlicher Determiniertheit, der jegliche Selbstbestimmung weichen muss und die zudem eine stetige Angst vor Lächerlichkeit birgt, und seiner Neigung, Privates auf eine gesellschaftliche Ebene zu transformieren. Denn sowohl den Ehebruch per se, als auch das Gespräch mit Wüllersdorf versteht Innstetten als gesellschaftliche Ereignisse , sodass er nicht umhin kommt, trotz seiner Zweifel an den Ehrgesetzen den Ehebruch gemäß der Konventionen im Duell zu sanktionieren.
Für das Verständnis des Ehrenkodex‘, welchem Innstetten sich verpflichtet fühlt, soll sowohl jener als auch das Duellwesen in seiner historischen Verankerung im 19. Jahrhundert beleuchtet werden, woraufhin der sich in „Effi Briest“ manifestierende Ehrbegriff untersucht werden soll. Anschließend gilt es, das Augenmerk auf Innstettens Argumentation hinsichtlich der Unumgänglichkeit des Duells zu richten, welche bereits eine Distanz zu und Zweifel an den gesellschaftlichen Konventionen bekundet. Am Ende der Arbeit sollen schließlich die Auswirkungen, resultierend aus der Erkenntnis, einem überholten Ehrbegriff sein Lebensglück geopfert zu haben, erläutert werden.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Ehrbegriff und das Duell im 19. Jahrhundert

3. Zum Ehrbegriff in „Effi Briest“

4. Der Fleck auf Innstettens Ehre

5. Die Erkenntnis um die „Komödie“ des Ehrenkodex‘ und ihre Auswirkungen auf Innstetten

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den aus leeren Traditionen resultierenden Ehrkonflikt in Theodor Fontanes „Effi Briest“ und analysiert, wie die gesellschaftliche Determiniertheit und der Ehrenkodex das Handeln der Hauptfigur Geert von Innstetten maßgeblich beeinflussen und letztlich sein persönliches Lebensglück sowie seinen beruflichen Sinn zerstören.

  • Analyse des historischen Ehrbegriffs und der Duellpraxis im 19. Jahrhundert.
  • Untersuchung des spezifischen Ehrverständnisses von Geert von Innstetten und Effi Briest.
  • Diskussion der gesellschaftlichen Zwänge und der Transformation privater Ereignisse in gesellschaftliche Konflikte.
  • Beleuchtung der kognitiven Dissonanz und der Skepsis Innstettens gegenüber den geltenden Konventionen.

Auszug aus dem Buch

4. Der Fleck auf Innstettens Ehre

Als Innstetten die an Effi gerichteten Briefe von Crampas entdeckt und somit der Ehebruch offenliegt, entfaltet sich unweigerlich ein Ehrkonflikt, der zwischen der Verpflichtung gegenüber den gesellschaftlichen Konventionen und Erwartungen auf der einen, und Innstettens Emotionen, seiner dennoch währenden Liebe zu Effi auf der anderen Seite ausgetragen wird. Als Ehrenmann ist sich Innstetten zwar bewusst, wie es in einem solchen Fall zu handeln gilt, wie seine sofortige Benachrichtigung des Freundes und Kollegen Wüllersdorf, der als sein Sekundant fungieren soll, zeigt (Vgl. S. 197, Z. 17-20 und Z. 27-31). Doch während des Gesprächs zwischen den beiden Staatsbeamten, in welchem die Frage nach der Notwendigkeit des Duells erörtert wird, offenbaren sich Zweifel hinsichtlich der Gültigkeit des Ehrenkodex‘, scheint er doch als bloßer „Götzendienst“ (S. 200, Z. 41), als zur Routine erstarrte, überholte Konvention. Warum dessen Befolgung dennoch unerlässlich ist, obwohl Innstetten sich der Tragweite, namentlich der Zerstörung seines Lebensglücks bewusst ist, und emotional durchaus eine andere Handlungsweise präferiert, soll im Folgenden dargelegt werden.

War Innstettens Handeln bislang immer durch tatkräftige Entschlossenheit geprägt, so treten in dem Gespräch mit Wüllersdorf zum ersten Mal erhebliche Zweifel zum Vorschein, die zum einen darin gründen, dass eine vermeintliche Privatangelegenheit, wie in diesem Fall der Ehebruch, nicht privat ausgetragen, sondern auf eine gesellschaftliche Ebene transformiert wird und dementsprechend geahndet werden muss. Aus genau diesem Grund kann der Ehebruch als Faktum für die Duellforderung auch keine Rolle spielen. So beschreibt Innstetten seine Gefühle hinsichtlich des Betrugs zwar als „unendlich unglücklich, [...], gekränkt, schändlich hintergegangen“ (S. 198, Z. 36-37), lässt jedoch zugleich die Einschränkung folgen, dass er dennoch „ohne jedes Gefühl von Hass oder gar von Durst nach Rache“ (S. 198, Z. 37-38) sei.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung verortet das Thema im Kontext der Ehebruchsromane des 19. Jahrhunderts und formuliert die Forschungsfrage zum Ehrkonflikt in „Effi Briest“.

2. Der Ehrbegriff und das Duell im 19. Jahrhundert: Dieses Kapitel beleuchtet den historischen Hintergrund des Duellwesens und den Wandel aristokratischer Ehrvorstellungen.

3. Zum Ehrbegriff in „Effi Briest“: Hier wird analysiert, wie die Figuren Effi und Innstetten unterschiedliche Konzepte von Ehre verkörpern und in welcher Abhängigkeit sie zur Gesellschaft stehen.

4. Der Fleck auf Innstettens Ehre: Das Kapitel untersucht Innstettens inneren Konflikt nach Entdeckung des Ehebruchs und die Zweifel an der Notwendigkeit des Duells.

5. Die Erkenntnis um die „Komödie“ des Ehrenkodex‘ und ihre Auswirkungen auf Innstetten: Hier wird der Prozess der Erkenntnis nach dem Duell und der damit einhergehende Sinnverlust Innstettens thematisiert.

6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass Innstettens Handeln den Zeitgeist widerspiegelt, für den es keinen Ausweg aus den verkrusteten Konventionen gibt.

Schlüsselwörter

Theodor Fontane, Effi Briest, Ehrbegriff, Duell, Ehebruchsroman, 19. Jahrhundert, gesellschaftliche Konventionen, Ehre, Standesbewusstsein, Tradition, Fortschritt, soziale Determiniertheit, Innstetten, Ehrenkodex, Sinnverlust.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert den Ehrkonflikt von Geert von Innstetten in Theodor Fontanes Roman „Effi Briest“ vor dem Hintergrund historischer gesellschaftlicher Normen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind das adlige Standesbewusstsein, der Ehrenkodex im 19. Jahrhundert, die Duellpraxis und das Spannungsverhältnis zwischen individuellem Glück und gesellschaftlichen Zwängen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass Innstettens Entscheidung für ein Duell nicht auf persönlichen Rachemotiven beruht, sondern aus einer fremdbestimmten gesellschaftlichen Zwangslage resultiert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse des Primärtextes unter Einbeziehung zeitgenössischer Sekundärliteratur zu den Themen Ehre, Duellwesen und sozialer Wandel im 19. Jahrhundert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einordnung des Ehrbegriffs, eine Charakteranalyse von Innstetten, die Untersuchung des Ehrkonflikts nach der Ehebruch-Affäre und eine kritische Reflexion des erkannten „Götzendienstes“ an alten Traditionen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Ehrbegriff, Duell, gesellschaftliche Konventionen, Standesbewusstsein und die Analyse der Figur Geert von Innstetten definiert.

Warum leidet Innstetten laut der Arbeit nach dem Duell unter einem Sinnverlust?

Innstetten erkennt rückblickend, dass er sein Lebensglück und seine Ehe einer sinnentleerten, veralteten Tradition geopfert hat, wofür er trotz der gesellschaftlichen Sanktionierung keine innere Legitimation findet.

Inwiefern spielt der Begriff „Komödie“ eine Rolle für das Verständnis von Innstettens Verhalten?

Der Begriff markiert Innstettens distanzierte Erkenntnis, dass das Duell eine bloße, zwanghafte gesellschaftliche Inszenierung ohne moralischen Gehalt war, der er sich dennoch unterworfen hat.

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Résumé des informations

Titre
„So aber war alles einer Vorstellung, einem Begriff zuliebe […].“ – Zum Ehrkonflikt in Theodor Fontanes „Effi Briest“
Université
University of Marburg
Note
13
Auteur
Julia Ebert (Auteur)
Année de publication
2011
Pages
24
N° de catalogue
V174921
ISBN (ebook)
9783640955824
ISBN (Livre)
9783640956111
Langue
allemand
mots-clé
vorstellung begriff ehrkonflikt theodor fontanes briest“
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Julia Ebert (Auteur), 2011, „So aber war alles einer Vorstellung, einem Begriff zuliebe […].“ – Zum Ehrkonflikt in Theodor Fontanes „Effi Briest“, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/174921
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Extrait de  24  pages
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