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Der Subsidiaritätsbegriff in der katholischen Soziallehre und in den Staatswissenschaften

Título: Der Subsidiaritätsbegriff in der katholischen Soziallehre und in den Staatswissenschaften

Trabajo Escrito , 2010 , 20 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: Martin Luckert (Autor)

Teología - Otras
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Diese Arbeit ist im Rahmen eines interdisziplinären, katholisch-theologischen wie juristischen
Seminars zur sozialen Gerechtigkeit an der Universität Erfurt entstanden. Gerade in
den aktuell virulenten Diskussionen um Einsparungen in den öffentlichen Haushalten und
damit auch im Leistungsspektrum des Staates, bei den Rufen nach der Privatisierung von
staatlichen und kommunalen Unternehmen, der Entwicklung von Public Private Partnerships
und den ersten Gehversuchen einer kaufmännischen Verwaltung im Rahmen des
Neuen Steuerungsmodells, scheint es mir wichtig zu eruieren, welche Aufgaben die öffentliche
Hand noch zu übernehmen hat. Aufgrund des maßgeblichen Dienstes der Kirchen für
unsere heutigen, westlichen Moralvorstellungen soll die katholische Soziallehre den Maßstab
für die hier angestellten Untersuchungen dienen. Diese Arbeit wird dabei nicht auf
konkrete Einzelleistungen eingehen, sondern soll einen Anriss einer theoretischen Grundlage
darstellen.
Als Politik- bzw. Rechtsbereich werden die Sozialpolitik und ein Aspekt des europäischen
Organisationsrecht dargestellt. Gerade im sozialen Sektor werden heute ständig
Aspekte der Leistungsgerechtigkeit laut, was zumeist darin mündet, dass gewisse Kompetenzen
in Frage gestellt werden, da die Gesellschaft (angeblich) nicht einsieht, bestimmte
Dienste bereitzustellen. Das europäische Recht ist ein persönliches Steckenpferd. Hier machen
die öffentlichen Diskussionen um die Rechtsetzungsbefugnis des vermeintlich so fernen
und unbelehrbar demokratiefeindlichen Europas Schlagzeilen.
Aufgrund des beschränkten Umfangs an Zeit und erlaubter Seitenzahl kann sich diese
Arbeit auch nur den beiden Fachgebieten widmen. Zu überlegen wäre auch der Kontext der
katholischen Soziallehre in weiteren Politiken wie der Entwicklungshilfe, der Entpoenalisierung
im Strafrecht, Weltanschauungen wie die Sozialdemokratie oder der Konservatismus
oder vergleichend theologisch mit anderen Religionen wie dem Islam, der historisch
wie heute häufig kontradiktorisch zum Christentum verstanden wird.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Subsidiarität in der katholischen Soziallehre

2.1 Grundsatz der Personalität

2.2 Grundsatz der Solidarität

2.3 Grundsatz der Subsidiarität

2.3.1 Historischer Abriss

2.3.2 Zum Verständnis in der Soziallehre

3. Subsidiarität in den Staatswissenschaften

3.1 Sozialpolitik

3.2 Kompetenzen im Verhältnis der Europäischen Union zu ihren Mitgliedern

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Prinzip der Subsidiarität aus der Perspektive der katholischen Soziallehre sowie seine Anwendung und Relevanz in den modernen Staatswissenschaften, insbesondere im Kontext der Sozialpolitik und des europäischen Organisationsrechts.

  • Grundlagen der katholischen Soziallehre (Personalität, Solidarität, Subsidiarität)
  • Historische Genese des Subsidiaritätsprinzips
  • Anwendung des Subsidiaritätsgedankens im Sozialstaat
  • Strukturfragen der Europäischen Union im Lichte der Subsidiarität
  • Das Spannungsfeld zwischen Kompetenzzuweisung und Eigenverantwortung

Auszug aus dem Buch

2.3.1 Historischer Abriss

Ideengeschichtlich setzen bereits antike Denker mit einem Vorläufer des Subsidiaritätsbegriffs an. So sieht Aristoteles (384–322 v. chr. Z.) in seiner „Politik“ den Staat (bzw. die Polis) als in einer logischen bzw. natürlichen Abfolge von kleinsten Einheiten aus gedanklich entwickelten Entität, aus der heraus sich die kleinen Teile am besten entfalten können. Das Zusammenleben wird aus dem Kooperationsbedürfnis ihrer Glieder für dieses Ziel legitimiert. Jedoch soll der Staat keine Eingriffsbefugnis innehaben. Auch wenn die Mission des Staatswesen wird ausschließlich der Wert der Autarkie verstanden. Auch wenn die Definition der Subsidiarität nicht getroffen wird, so lassen sich bereits Grundstrukturen für die spätere Entwicklung des Begriffs erkennen.

Als erster Christ wird Thomas von Aquin (1225–1274, Kanonisation 1323) mit dem Subsidiaritätsprinzip in Verbindung gebracht. Er rezipiert zunächst Aristoteles und verharrt damit auch bei einer Ordnung des Nebeneinanders der gesellschaftlichen Entitäten, jedoch nicht aufgrund des Strebens nach Autarkie, sondern im Lichte der Schöpfungsordnung. Der mittelalterliche und christliche Mensch trachtet in Thomas’ Ausführungen nicht mehr nach Autarkie, sondern vielmehr nach der in einem frommen Leben gewonnenen Glückseligkeit. Die Anerkennung von individuellen oder gemeinschaftlichen Rechten gegenüber größeren Einheiten bleibt bei ihm noch aus.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung steckt den interdisziplinären Rahmen zwischen Theologie und Rechtswissenschaft ab und erläutert die Relevanz des Subsidiaritätsbegriffs für aktuelle gesellschaftliche und staatspolitische Fragestellungen.

2. Subsidiarität in der katholischen Soziallehre: Dieses Kapitel erläutert die drei zentralen Basisprinzipien Personalität, Solidarität und Subsidiarität und deren Bedeutung für das christliche Gesellschaftsverständnis.

3. Subsidiarität in den Staatswissenschaften: Hier wird geprüft, wie sich das Subsidiaritätsprinzip auf die deutsche Sozialpolitik sowie auf die Kompetenzverteilung zwischen der Europäischen Union und ihren Mitgliedstaaten anwenden lässt.

4. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Subsidiarität als Instrument zur Bewahrung der Eigenverantwortung und zur gerechten Kompetenzzuordnung fungiert, jedoch in der praktischen Umsetzung auf nationaler und europäischer Ebene mit Herausforderungen verbunden bleibt.

Schlüsselwörter

Subsidiarität, Katholische Soziallehre, Personalität, Solidarität, Sozialstaat, Europäische Union, Sozialpolitik, Kompetenzzuweisung, Autarkie, Gemeinwohl, Menschenbild, Rechtswissenschaft, Theologie, Staatswissenschaft, Gerechtigkeit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der theoretischen Herleitung und der praktischen Anwendung des Subsidiaritätsprinzips, indem sie theologische Ansätze der katholischen Soziallehre mit rechtswissenschaftlichen Perspektiven verknüpft.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf den Prinzipien der Personalität, Solidarität und Subsidiarität sowie deren Übertragung auf staatliche Organisationsformen, speziell in der Sozialpolitik und im europäischen Einigungsprozess.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu ergründen, welche Aufgaben der Staat im Sinne der Subsidiarität wahrnehmen sollte und wie dieses Prinzip bei der Kompetenzverteilung in modernen politischen Systemen als Maßstab dienen kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine interdisziplinäre Untersuchung, die auf einer Literatur- und ideengeschichtlichen Analyse basiert, um theologische Grundprinzipien auf rechtswissenschaftliche Fragestellungen anzuwenden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der katholischen Soziallehre und die anschließende Analyse der Subsidiarität in der Sozialpolitik sowie im Verhältnis der Europäischen Union zu ihren Mitgliedstaaten.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zu den Kernbegriffen zählen das Subsidiaritätsprinzip, Gemeinwohl, soziale Gerechtigkeit, Kompetenzordnung, Personalität und Solidarität.

Warum spielt die historische Herleitung eine Rolle?

Die historische Herleitung, von Aristoteles über Thomas von Aquin bis hin zu Johannes Althusius, ist notwendig, um die Genese des Subsidiaritätsgedankens und seine Entwicklung von einem antiken Autarkiekonzept hin zu einem modernen Ordnungsmodell zu verstehen.

Wie bewertet der Autor die Umsetzung in der Europäischen Union?

Der Autor zeigt auf, dass eine "saubere" Umsetzung des Prinzips im Europarecht schwierig ist, da oft ein Spannungsfeld zwischen notwendiger Harmonisierung und dem Erhalt nationaler Souveränität besteht.

Final del extracto de 20 páginas  - subir

Detalles

Título
Der Subsidiaritätsbegriff in der katholischen Soziallehre und in den Staatswissenschaften
Universidad
University of Erfurt  (Fachbereich Studium Fundamentale)
Curso
Seminar „Soziale Gerechtigkeit aus der Sicht eines Theologen und eines Richters“
Calificación
1,3
Autor
Martin Luckert (Autor)
Año de publicación
2010
Páginas
20
No. de catálogo
V174960
ISBN (Ebook)
9783640957354
ISBN (Libro)
9783640957583
Idioma
Alemán
Etiqueta
subsidiaritätsbegriff soziallehre staatswissenschaften katholisch subsidiarität kirche theologie politikwissenschaft sozialpolitik sozialrecht europa solidarität personalität person pius papst
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Martin Luckert (Autor), 2010, Der Subsidiaritätsbegriff in der katholischen Soziallehre und in den Staatswissenschaften, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/174960
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