Die vorliegende Arbeit befasst sich mit dem relativ neuen Vertriebsweg deutscher Reiseveranstalter die ihre Reiseangebote über Lebensmitteldiscounter wie Aldi, Lidl oder Plus vertreiben. Zielstellung ist die Hintergründe dieses Distributionskanals und die Akteure auf dem deutschen Markt zu beleuchten.
Basierend auf einer begrifflichen Abgrenzung und Darstellung der führenden Discounter, ihrer Kooperationspartner im Vertrieb von Pauschalreisen und deren Angebotsspektrum wird vor dem Hintergrund des geänderten Konsumverhaltens das Vertriebskonzept und das Produkt Discounterreise beschrieben. In Zuge dessen werden Parallelen zum ursprünglichen Lebensmittelsortiment der Discounter und deren Geschäftsmodel aufgezeigt. Anschließend wird Bezug auf die Multichannel-Vertriebsstrategie der beteiligten Reiseveranstalter genommen und deren Motive für die Wahl dieses Vertriebskanals sowie die Stellung großer Touristikkonzerne erörtert. Die vorab dargestellten Punkte dienen im Rahmen der Schlussbetrachtung einer
Bewertung dieses Vertriebskanals hinsichtlich dessen Entwicklungspotentials, Angebotsentwicklung und Nachfrage.
Inhaltsverzeichnis der Arbeit
1 EINLEITUNG
1.1 AUFGABENSTELLUNG UND ZIELSETZUNG
1.2 DEFINITION DISCOUNTER
1.3 KOOPERATIONSÜBERSICHT ZWISCHEN DISCOUNTERN UND REISEVERANSTALTERN
1.4 VERÄNDERTES KONSUMVERHALTEN
2 DISCOUNTER ALS VERTRIEBSKANAL
2.1 DAS VERTRIEBSKONZEPT
2.1.1 BUCHUNGSABLAUF UND VERANTWORTLICHKEITEN
2.1.2 RECHTLICHE ASPEKTE
2.2 DAS PRODUKT DISCOUNTERREISE
2.3 BEZUG ZUM MULTICHANNEL-VERTRIEBSSYSTEM
2.3.1 ASPEKTE DES DISCOUNTERVERTRIEBS FÜR VERANSTALTER
2.3.2 DIE POSITION GROßER TOURISTIKKONZERNE
3 SCHLUSSBETRACHTUNGEN
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Hintergründe und Auswirkungen von Discountern als neuen Vertriebskanal für deutsche Reiseveranstalter, wobei die Akteure auf dem Markt sowie das veränderte Konsumverhalten analysiert werden.
- Analyse des Vertriebskonzepts von Discounterreisen
- Untersuchung der rechtlichen Aspekte bei der Buchung von Reiseleistungen über Discounter
- Rolle von großen Touristikkonzernen in diesem Vertriebsnetz
- Einfluss des veränderten Konsumverhaltens auf die Akzeptanz von Discounterreisen
- Bewertung des Entwicklungspotenzials und der Angebotsstruktur
Auszug aus dem Buch
1.2 Definition Discounter
Discounter sind im allgemeinen Verständnis, aber nicht ausschließlich, Lebensmittelmärkte, die durch ein relativ schmales und flaches Warensortiment und einfache Warenpräsentation gekennzeichnet sind. Abgeleitet vom englischen Wort discount (Rabatt, Ermäßigung) sollen niedrigere Preise im Vergleich zu konkurrierenden Betriebsformen suggeriert werden, was u. a. durch relativ kleine Verkaufsflächen, einen hohen Lagerumschlag und eine schlanke Organisationsstruktur erreicht wird wie in Abb. 1 dargestellt.
Discount kann als preisbetonte Marketingstrategie oder eine Art Prinzip der niedrigen Preise interpretiert werden. Den Grundstein für diese Betriebsform legten die Gebrüder Albrecht 1961 mit der Eröffnung des ersten Aldi-Markts im heute üblichen Discounterformat. Durch das seit den 1970ern überdurchschnittliche Wachstum konnten die Lebensmitteldiscounter einen Anteil am gesamten Lebensmittelumsatz von 42% erreichen. Mit einer deutschlandweit flächendeckenden Präsenz von über 15.000 Discountmärkten zählen sie zu den wichtigsten Nahversorgern, wobei in nachstehender Reihenfolge Aldi, Lidl, Plus, Penny und Netto zu den 5 bedeutendsten Vertretern mit einem Marktanteil im Discounterformat von über 92% gehören. Den höchsten Ausgabenanteil erzielen die Discounter bei Studierenden und Auszubildenden, Arbeitslosen und Geringverdienern, sowie bei jungen Familien aus der Arbeiterschicht, wo das vergleichsweise geringe Einkommen entscheidend für den Einkauf im Discounter ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Die Einleitung definiert den Untersuchungsgegenstand und legt die Aufgabenstellung dar, um die Hintergründe des Vertriebswegs Discounter für Reiseangebote zu beleuchten.
2 DISCOUNTER ALS VERTRIEBSKANAL: Dieses Kapitel analysiert das Vertriebskonzept, die Rolle der Veranstalter sowie rechtliche Rahmenbedingungen und die Einordnung in Multichannel-Systeme.
3 SCHLUSSBETRACHTUNGEN: Das Fazit bewertet die Discounterreise als Vertriebskanal hinsichtlich der Kundensicht, der tatsächlichen Kostenstruktur sowie der zukünftigen Entwicklungsperspektiven.
Schlüsselwörter
Discounter, Reiseveranstalter, Vertriebskanal, Pauschalreisen, Konsumverhalten, Touristikkonzerne, Multichannel-Vertrieb, Direktreiseveranstalter, Preisstrategie, Buchungsablauf, Reiserecht, Marktanteil, Zusatzartikel, Kundenfrequenz, Wettbewerbsfähigkeit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse von Lebensmitteldiscountern als ergänzenden Vertriebskanal für Pauschalreiseangebote deutscher Reiseveranstalter.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themen umfassen die Definition des Discountprinzips, das veränderte Konsumverhalten, die Rolle der Direktreiseveranstalter sowie die rechtliche und strategische Einordnung dieses Vertriebskanals.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Hintergründe der Distribution von Reisen über Discounter zu beleuchten und eine Bewertung des Potenzials dieses Kanals für Reiseveranstalter vorzunehmen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Aufarbeitung bestehender Marktstudien, Fachliteratur und Daten von Reiseverbänden, um eine betriebswirtschaftliche Bewertung vorzunehmen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert das Vertriebskonzept, die Verantwortlichkeiten im Buchungsprozess, die rechtliche Stellung, das Produkt Discounterreise und die Interessen der beteiligten Touristikkonzerne.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Discounter, Reisevertrieb, Pauschalreisen, Multichannel-Strategie und Konsumentenverhalten definieren.
Warum treten die Discounter selbst rechtlich nicht als Reiseveranstalter auf?
Die Discounter fungieren lediglich als Prospektverteilungsstelle bzw. Vermittler; die rechtliche Verantwortung für die Reiseleistung liegt beim jeweiligen Veranstalter, was meist über AGB klar abgegrenzt wird.
Wie positionieren sich große Touristikkonzerne in diesem Segment?
Große Konzerne wie TUI oder FTI nutzen Discounter als zusätzlichen Kanal zur Kapazitätssteuerung und Marktdurchdringung, ohne jedoch das Markenimage ihrer Hauptmarken zu gefährden.
- Quote paper
- Frank Schories (Author), 2010, Discounter als Vertriebskanal deutscher Reiseveranstalter, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/175015