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Projekt zur Gesundheitsförderung in Betrieben mit dem Schwerpunkt auf Muskel-Skelett-Erkrankungen

Title: Projekt zur Gesundheitsförderung in Betrieben mit dem Schwerpunkt auf Muskel-Skelett-Erkrankungen

Submitted Assignment , 2020 , 20 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Anonym (Author)

Health - Miscellaneous
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Die Arbeit analysiert die gesundheitliche Ausgangssituation von Erwerbstätigen mit besonderem Fokus auf die Belastungen durch sitzende Tätigkeiten im Arbeitsalltag. Dabei werden körperliche und psychische Gesundheitsrisiken sowie die Bedeutung von Betrieben als Settings der Gesundheitsförderung betrachtet. Auf Grundlage der Datenlage werden Handlungsansätze zur Prävention von Muskel-Skelett-Erkrankungen, zur Förderung psychischer Gesundheit und zur Steigerung körperlicher Aktivität abgeleitet. Anschließend wird ein betriebliches Gesundheitsförderungsprojekt zur Prävention von Muskel-Skelett-Erkrankungen vorgestellt und anhand des Modellprojekts „Change 2007 – ATP Automotive Testing Papenburg“ eingeordnet.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 ANALYSE DER GESUNDHEITLICHEN AUSGANGSSITUATION

1.1 Gesundheitsbezogene Datenlage

1.1.1 Der Wandel der Arbeitswelt und die Gesundheitsrisiken sitzender Tätigkeiten

1.1.2 Analyse der Datenlage zur Arbeits – und Gesundheitssituation der erwerbstätigen Bevölkerung mit Differenzierung zwischen arbeitsbedingten körperlichen und psychischen Belastungen mit speziellem Bezug zu sitzenden Tätigkeiten

1.1.3 Die Bedeutung von Betrieben als Settings der Gesundheitsförderung

1.2 Ableitung von Handlungsansätzen

2 SCHWERPUNKTTHEMA FÜR EIN PROJEKT ZUR GESUNDHEITSFÖRDERUNG IM GEWÄHLTEN SETTING

3 RECHERCHE MODELLPROJEKT

Zielsetzung und Schwerpunkte

Das primäre Ziel dieser wissenschaftlichen Ausarbeitung besteht darin, auf Basis empirischer Krankenkassendaten die gesundheitliche Ausgangssituation von Erwerbstätigen mit überwiegend sitzenden Tätigkeiten im Setting Betrieb zu analysieren und ein zielgerichtetes Interventionskonzept zur betrieblichen Gesundheitsförderung zu entwickeln. Untersucht wird dabei insbesondere, wie arbeitsbedingte physische Belastungen durch eine koordinierte Verzahnung von verhaltens- und verhältnispräventiven Maßnahmen wirksam reduziert und Fehlzeiten gesenkt werden können.

  • Analyse der gesundheitlichen Datenlage unter Berücksichtigung des Wandels zur digitalisierten Arbeitswelt 4.0
  • Differenzierung der arbeitsbedingten physischen und psychischen Belastungsfaktoren bei sitzenden Berufen
  • Bedeutung und Potenziale des Settings Betrieb für zielgerichtete Präventionsmaßnahmen
  • Entwicklung des Projekts „Starker Körper, Starkes Arbeiten“ zur Prävention von Muskel-Skelett-Erkrankungen
  • Evaluation und Praxistransfer anhand eines realen Modellprojekts zur ergonomischen Arbeitsplatzoptimierung

Auszug aus dem Buch

1.1.1 Der Wandel der Arbeitswelt und die Gesundheitsrisiken sitzender Tätigkeiten

Die Arbeitswelt durchläuft einen stetigen Wandel und lässt sich anhand von Arbeiten 1.0 bis Arbeiten 4.0 beschreiben. Arbeiten 1.0 bezeichnet die beginnende Industriegesellschaft und die Einführung erster Arbeiterorganisationen. Ende des 18. Jahrhunderts veränderten sich die Produktionsweise, die Organisation von Arbeit, die Gesellschaftsstrukturen und das Selbstverständnis der sich herausbildenden Klassen durch die Einführung der Dampfmaschine und mechanischer Produktionsanlagen. Ende des 19. Jahrhunderts fand die beginnende Massenproduktion und die Anfänge des Wohlfahrtsstaats statt und erhielt die Bezeichnung Arbeiten 2.0. Durch die Industrialisierung entstanden soziale Probleme. Der zunehmende Druck und die sozialen Probleme der organisierten Arbeiterschaft stellen die Grundlage für die Einführung der ersten Sozialversicherungen im Deutschen Reich dar. Die Globalisierung und Weiterentwicklung der sozialen Marktwirtschaft beschreiben Arbeiten 3.0. Zudem steigt der Anteil der Dienstleistungen und die Produktion wird durch den Einsatz von Informationstechnologie und Elektronik weiter automatisiert. Für Arbeitswelt 4.0 werden die Begrifflichkeiten digitaler, vernetzter und flexibler verwendet. Das 21. Jahrhundert bringt einen erneuten Wandel in der Produktionsweise mit sich (Bundesministerium für Arbeit und Soziales [BMAS], 2015, S. 33 – 35). Die Arbeitswelt des 21. Jahrhunderts wird durch den strukturellen Wandel, welcher sich von der industriellen Produktion hin zur Dienstleistung ausweitet, die zunehmende Globalisierung, steigende Arbeitslosigkeit, die Personalreduktion, das Wachsen von Kleinst – und mittelständischen Unternehmen und die Überalterung in unserer Gesellschaft gekennzeichnet (Mangold, 1999, S.12; Mohokum & Dördelmann, 2018, S.9; Frerichs, 2016). Nach Frerichs (2016) zählen die Flexibilisierung, Rationalisierung, eine verstärkte Dienstleistungsorientierung und Digitalisierung, ebenfalls dazu.

Im Rahmen der Globalisierung tauchen bei vielen Menschen Ängste auf, den Arbeitsplatz zu verlieren. Die Globalisierung bringt verschärften Kostendruck, Automatisierung und Rationalisierungen in den Betrieben und ein steigender Leistungsdruck, sowie veränderte Renditeerwartungen von internationalen Investoren zu den empfundenen Unsicherheiten mit sich (BMAS, 2015, S. 43). Betrachtet man den Aspekt der Digitalisierung genauer lässt sich aus diesem eine Zunahme sitzender Tätigkeiten schließen. Digitalisierung bietet zeitlich flexiblere und räumlichere Arbeitsprozesse. Ein Beispiel für die Verknüpfung räumlicher Arbeit und flexibler Zeitgestaltung ist das Homeoffice oder mobiles Arbeiten von unterwegs. Räumliche und zeitliche Flexibilität kann jedoch auch zu gesundheitlichen negativen Folgen führen (Knieps & Pfaff, 2017). Leistungs – und Anforderunsdruck sind keine Seltenheit. Der Studie von Stamatakis, Chau, Pedisic, Bauman, Macniven, Coombs & Hamer aus dem Jahr 2013 zufolge gehen sitzende Tätigkeiten, besonders bei Frauen, mit einem erhöhten Risiko der Gesamtmortalität einher, sowie der Krebssterblichkeit. Für die kardiovaskuläre Sterblichkeit bestehen weder für Frauen und Männer Assoziationen. Nach Dunstan, Thorp und Healy (2011) wirkt sich die gesamte Sitzzeit negativ auf mehrere kardiovaskuläre Risikofaktoren aus. Das Risiko am metabolischen Syndrom zu erkranken steigt umso mehr Zeit man mit sitzendem Verhalten verbringt (Edwardson, Gorely, Davies, Gray, Khunti, Wilmot, Yates & Biddle, 2012). Die Studie von Shrestha, Kukkonen-Harjula, Verbeek, Ijaz, Hermans & Pedisic aus dem Jahr 2018 zeigt das übermäßiges Sitzen am Arbeitsplatz mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Fettleibigkeit und Gesamtmortalität in Verbindung gebracht wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1 ANALYSE DER GESUNDHEITLICHEN AUSGANGSSITUATION: Dieses Kapitel erörtert die historische Entwicklung der Arbeitswelt bis hin zu Arbeiten 4.0, analysiert aktuelle Berichte der Krankenkassen zu körperlichen sowie psychischen Belastungen bei sitzenden Tätigkeiten und leitet daraus zentrale Handlungsansätze für Betriebe ab.

2 SCHWERPUNKTTHEMA FÜR EIN PROJEKT ZUR GESUNDHEITSFÖRDERUNG IM GEWÄHLTEN SETTING: Auf Basis der Problemanalyse wird das Interventionsprojekt „Starker Körper, Starkes Arbeiten“ skizziert, das durch kombinierte Maßnahmen der Verhaltens- und Verhältnisprävention gezielt Muskel-Skelett-Erkrankungen und Fehlzeiten minimieren soll.

3 RECHERCHE MODELLPROJEKT: Anhand des Praxisbeispiels „Change 2007 – ATP Automotive Testing Papenburg, Arbeitsplatz-Tuning“ werden konkrete Umsetzungsschritte, Methoden und Ergebnisse einer ganzheitlichen ergonomischen Arbeitsplatzgestaltung dargestellt und kritisch reflektiert.

Schlüsselwörter

Betriebliche Gesundheitsförderung, Sitzende Tätigkeiten, Muskel-Skelett-Erkrankungen, Ergonomie, Verhältnisprävention, Verhaltensprävention, Bildschirmarbeit, Arbeitsunfähigkeit, Fehlzeiten, Digitalisierung, Setting Betrieb, Rückenschule

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Analyse arbeitsbedingter Gesundheitsrisiken in der modernen, digitalisierten Arbeitswelt, wobei der Fokus auf den körperlichen und psychischen Folgen langanhaltender sitzender Bürotätigkeiten sowie geeigneten betrieblichen Gegenmaßnahmen liegt.

Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?

Zentrale Themen sind der Strukturwandel der Arbeit, epidemiologische Daten zu Muskel-Skelett- und psychischen Erkrankungen, betriebliche Handlungsansätze, die Konzeption einer kombinierten Präventionsintervention und die Evaluation eines praxisnahen Ergonomie-Modellprojekts.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Hauptziel ist die Ableitung und strukturierte Konzeption evidenzbasierter Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung, um Fehlzeiten durch Muskel-Skelett-Beschwerden nachhaltig zu verringern und ergonomische Kompetenzen bei den Beschäftigten aufzubauen.

Welche wissenschaftliche Methodik wird angewandt?

Die Arbeit stützt sich auf eine theoriegeleitete Sekundärdatenanalyse aktueller Gesundheitsberichte deutscher Krankenkassen und arbeitswissenschaftlicher Institute, kombiniert mit einer strukturierten Fallanalyse eines dokumentierten Best-Practice-Modellprojekts.

Was wird im Hauptteil im Detail dargestellt?

Im Hauptteil wird nach der epidemiologischen Datenanalyse eine detaillierte Projektskizze ausgearbeitet, welche Schulungsmaßnahmen zur Verhaltensprävention (wie Rückenschule) mit organisatorischen und ergonomischen Anpassungen im Betrieb (Verhältnisprävention) verbindet.

Welche Schlüsselbegriffe prägen die Publikation?

Maßgebliche Begriffe sind Betriebliche Gesundheitsförderung, Muskel-Skelett-Erkrankungen, Bewegungsmangel, Sitzarbeitsplatz, Steh-Sitz-Dynamik, Bildschirmarbeit und partizipative Verhältnisprävention.

Welche konkreten Maßnahmen sieht das Projekt „Starker Körper, Starkes Arbeiten“ vor?

Das Projekt kombiniert verhaltensbezogene Schulungen zu individuellem ergonomischem Arbeiten und Rückenschulungen mit der Etablierung betrieblicher Gesundheitszirkel sowie der Bereitstellung bewegungsfördernder Arbeitsplatzgestaltungen wie bewegten Pausen.

Welche Ergebnisse erzielte das recherchierte Modellprojekt bei der Automotive Testing Papenburg?

Durch die Einführung von Steh-Sitz-Tischen, TFT-Trägerarmen, optimierten EDV-Drehstühlen und Mitarbeiterschulungen konnten Fehlzeiten vermieden, Schulter-Nacken-Verspannungen signifikant gelindert und das Wohlbefinden sowie die Leistungsfähigkeit der Beschäftigten gesteigert werden.

Warum stellt langes Sitzen ein enormes betriebswirtschaftliches Risiko dar?

Dauerhaftes Sitzen fördert Muskel-Skelett-Erkrankungen, die zu den führenden Ursachen für Arbeitsunfähigkeitstage, Produktionsausfälle und Frühverrentungen in Deutschland gehören und damit beträchtliche direkte und indirekte Kosten für Unternehmen verursachen.

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Details

Title
Projekt zur Gesundheitsförderung in Betrieben mit dem Schwerpunkt auf Muskel-Skelett-Erkrankungen
College
Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement GmbH
Course
Gesundheitsförderung und Prävention in Lebenswelten
Grade
1,3
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2020
Pages
20
Catalog Number
V1750740
ISBN (PDF)
9783389202852
ISBN (Book)
9783389202869
Language
German
Tags
dhfpg projekt muskel-skelett-erkrankungen Arbeitswelt Gesundheitsförderung Prävention
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2020, Projekt zur Gesundheitsförderung in Betrieben mit dem Schwerpunkt auf Muskel-Skelett-Erkrankungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1750740
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