Ursachen und Folgen von Kinderarmut


Hausarbeit, 2010

18 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Formen der Armut und deren Definition
2.1 Absolute Armut
2.2 Relative Armut
2.3 Nichtmaterielle Armut
2.4 Politische Armut
2.5 Definition von Kinderarmut

3. Ursachen und Risikogruppen
3.1 Alleinerziehende Familien
3.2 Kinderreiche Familien
3.3 Familien mit Arbeitslosigkeit
3.4 Zuwandererfamilien

4. Folgen von Kinderarmut
4.1 Bildung und Schule
4.2 gesundheitliche Auswirkungen

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Wenn von Kinderarmut gesprochen wird, denken die meisten Menschen an die Länder der Dritten Welt und nicht an die Situation in Deutschland. Auch durch die Medien wird dieser Problematik der Kinderarmut in Deutschland wenig Beachtung geschenkt und viele Menschen gehen davon aus, dass Kinderarmut nicht oder in geringem Maße existiert.

Mittlerweile wird dem Problem der Kinderarmut in Studien und Berichten nachgegangen, doch der Öffentlichkeit sind die tatsächlichen Ausmaße nicht bekannt. Die Bundesregierung befasst sich auch mit dieser Problematik und hat mittlerweile das 3. Armuts- und Reichtumsbericht veröffentlicht.

Kinder bilden diejenige Bevölkerungsgruppe, die am häufigsten und massivsten von Armut betroffen sind. Es leben in Deutschland 2,5 Millionen Kinder in Armut und diese Zahl steigt stetig an. Jedes 7. Kind lebt in einem Haushalt, welches als relativ arm einzustufen ist, jedes 14. Kind ist auf Sozialhilfe angewiesen und jedes 5. Kind ist arm.[1]

Ziel meiner Hausarbeit ist es die Ursachen und Folgen der Kinderarmut aufzuzeigen. Zu Beginn möchte ich den Begriff Armut vorstellen und da es keinen einheitlichen Armutsbegriff gibt, ziehe ich verschiedene Armutskonzepte heran und erläutere sie kurz. Hierbei werde ich den Begriff Kinderarmut näher erläutern. Des Weiteren beschäftigt sich diese Arbeit mit der Thematik der Ursachen von Armut, den betroffenen Gruppen und den daraus resultierenden Lebensbedingungen. Anschließend gehe ich auf die Folgen der Armut für die Kinder ein und beschränke mich auf die Auswirkungen der Armut auf die Gesundheit und schulische Laufbahn. Abschließend wird eine Stellungsnahme vorgestellt.

2. Formen der Armut und deren Definition

Es ist eine Vielzahl von Armutsbegriffen,- formen und – definitionen vorhanden.

„Es gibt indirekte, direkte, relative, absolute, ressourcenabhängige, einkommensbasierte, deprivationsbasierte, lebenslagenbasierte, konsumorientierte, warenkorbbasierte, primäre, sekundäre, tertiäre, konsensuale, wissenschaftliche, politische, subjektive, objektive usw. Armutsgrenzen.“[2]

Eine allgemeine Begriffbestimmung, um den Umfang und die Auswirkungen von Armut zu bestimmen, konnte sich trotz dieser Vielzahl von Armutsbegriffen nicht durchsetzten. Dies kann daran liegen, dass man den Zustand von Armut aus verschiedenen Perspektiven betrachten kann. Ist man arm, weil man Hunger leidet? Ist man arm, weil man sich Dinge nicht leisten kann, die sich andere leicht leisten können? Ist man arm, weil man sich selbst als arm empfindet? Ist man arm, weil der Staat feststellt, dass man Sozialhilfe empfangen sollte?

Trotz der umstrittenen Ansätze, hat Zimmermann versucht Merkmale zu nennen, die in einer allgemeinen Definition berücksichtigt werden sollen:

- „Armut ist zeitlich und räumlich bedingt und mithin immer ein Phänomen der Gesellschaft, in der sie auftritt.
- Armut ist relativ zum gesellschaftlichen Lebensstandard zu begreifen und wird in einem modernen Wohlfahrtsstaat wie der Bundesrepublik nicht mehr am physischen Überleben festgemacht.
- Armut zeitigt neben ökonomischen Restriktionen Auswirkungen auf andere Lebensbereiche, die Handlungsspielräume einschränken können.
- Armut ist immer auf den Haushalt respektive die Familie zu beziehen, so sind Kinder erst durch Familienarmut als arm zu bezeichnen.
- Die Erfassung von Armut hat ihren strukturellen respektive räumlichen Kontext (z.B. Wohnungs-, Arbeitsmarkt) zu berücksichtigen sowie subjektive Bewältigungsmuster und objektive Zeitstrukturen.“[3]

Im folgenden sind Armutsformen und -definitionen aufgeführt, die meiner Meinung nach wichtig und allgemein sind.

2.1 Absolute Armut

Absolute Armut liegt vor, wenn Personen die lebenswichtigen Mittel wie Nahrung, Kleidung und Wohnung nicht zur Verfügung stehen und ihr Überleben gefährdet ist. Diese Form der Armut dominiert in Entwicklungsländern und ist in Deutschland sowie in anderen Industriestaaten in geringem Maße vorzufinden.[4]

Absolute Armut ist ein bedrohliches Problem für Kinder, dies zeigt sich durch eine hohe Kindersterblichkeit durch Unterernährung.

2.2 Relative Armut

Bei dieser Form von Armut liegt das Erreichen des Lebensstandards einer Gesellschaft im Vordergrund. Arm ist der, der am untersten Ende der Einkommens- und Wohlstandspyramide im Verhältnis zum allgemeinen Einkommens- und Wohlstandsniveau steht.[5]

2.3 Nichtmaterielle Armut

Schaut man über die materiellen Armutsdefinitionen hinaus, so kann man andere Facetten von Armut sehen, wie Zeitarmut und Beziehungsarmut. Die Eltern haben weniger Zeit oder nehmen sich wenig Zeit, um sich mit ihren Kindern zu beschäftigen. Von der Beziehungsarmut sind Kinder betroffen, die frühzeitig zum Erwachsenwerden gedrängt werden und körperliche und /oder seelische Gewalt erleiden.[6]

2.4 Politische Armut

Von politischer Armut sind Bürger betroffen, die Sozialhilfe beziehen. Der durch die Sozialhilfe garantierte Mindestbedarf, lässt sich als politisch festgesetzte Armutsgrenze ansehen. Durch die Sozialhilfe wird der soziokulturelle Existenzminimum in einem menschenwürdigen Maße gewährleistet.[7]

Inhalte und Aufgaben der Sozialhilfe sind im §1 BSHG (Bundessozialhilfegesetzes) festgelegt:

„Inhalt und Aufgabe der Sozialhilfe

(1) Die Sozialhilfe umfasst Hilfe zum Lebensunterhalt und Hilfe in besonderen Lebenslagen.

(2) Aufgabe der Sozialhilfe ist es, dem Empfänger der Hilfe die Führung eines Lebens zu ermöglichen, das der Würde des Menschen entspricht. Die Hilfe soll ihn soweit wie möglich befähigen, unabhängig von ihr zu leben; hierbei muss er nach seinen Kräften mitwirken.“[8]

2.5 Definition von Kinderarmut

Die Suche nach einer Definition von „Kinderarmut“ blieb erfolglos. Zum Einen liegt es daran, dass es keine allgemeingültige Definition für den Begriff Armut vorhanden ist und zum Anderen betrifft die Armut der Eltern auch gleichzeitig ihre Kinder, d.h. sind die Eltern arm, sind es auch die Kinder. Die AWO (Arbeiterwohlfahrt) jedoch schließt sich dieser Aussage teilweise an und hat in ihrer ISS- Studie (Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik) Grundbedingungen für ein kindgerechtes Armutsbegriff formuliert:

- „Die Definition muss vom Kind ausgehen („Kindzentrierte Sichtweise“). Das heißt, die spezielle Lebenssituation der untersuchten Altersgruppe, die jeweils anstehenden Entwicklungen, aber auch die subjektive Wahrnehmung sind zu berücksichtigen.
- Gleichzeitig muss der familiäre Zusammenhang, die Gesamtsituation des Haushaltes, berücksichtigt werden. Noch viel weniger als Erwachsene leben Jugendliche und vor allem Kinder als Monaden. Vielmehr ist ihre Lebenssituation in den meisten Bereichen von der Lebenslage der Eltern direkt abhängig.
- Eine Armutsdefinition für Kinder und Jugendliche ist notwendig mehrdimensional. Eine reine auf das (Familien-)Einkommen bezogene Armutsdefinition geht an der Lebenswelt der Kinder vorbei. Die einbezogenen Dimensionen müssen geeignet sein, etwas über die Entwicklung und Teilhabechancen der betroffenen Kinder auszusagen.
- Des weiteren darf Armut von Kindern nicht als Sammelbegriff für benachteiligte Lebenslagen von Kindern verwendet werden. Nur wenn eine materielle Mangellage der Familie- nach definierten Armutsgrenzen- vorliegt, soll von Armut gesprochen werden.“[9]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle:http://213.133.108.158/rdb_db/PDF/sol_sozialleistungen//arm_Armut/Armut_und_soziale_Lage/Gute_Kindheit_-_Schlechte_Kindheit_1998_-_AWO.pdf 19.10.2010

[...]


[1] vgl. Holz, S.3, In: www.bpb.de/files/J5B0W9.pdf 29.10.2010

[2] vgl. Butterwege 2010, S.19

[3] vgl. Förster 2001, S. 65

[4] vgl. Schniering 2006, S.9

[5] vgl. ebenda, S. 9

[6] vgl. www.kija. at 15.10.2010

[7] vgl. Schniering 2006, S. 11

[8] vgl. www.sozialgesetzbuch.de/gesetze/13/index.php?norm_ID=1300100 15.10.2010

[9] http://213.133.108.158/rdb_db/PDF/sol_sozialleistungen//arm_Armut/Armut_und_soziale_Lage/Gute_Kindheit_-_Schlechte_Kindheit_1998_-_AWO.pdf 19.10.2010

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Details

Titel
Ursachen und Folgen von Kinderarmut
Hochschule
Alice-Salomon Hochschule Berlin
Note
1,0
Autor
Jahr
2010
Seiten
18
Katalognummer
V175103
ISBN (eBook)
9783668321397
ISBN (Buch)
9783668321403
Dateigröße
587 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kinderarmut, Ursachen und Folgen
Arbeit zitieren
Pinar Aktas (Autor), 2010, Ursachen und Folgen von Kinderarmut, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/175103

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