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Die Pressefreiheit in Frankreich und ihre Gefährdung durch Nicolas Sarkozy

Title: Die Pressefreiheit in Frankreich und ihre Gefährdung durch Nicolas Sarkozy

Term Paper , 2009 , 22 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Yannick Lowin (Author)

Politics - Region: Western Europe
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In Frankreich wurde im Jahr 1631 die erste Tageszeitung gegründet. Mit einem klaren staatlichen Auftrag: die Politik der Krone zu rechtfertigen.
Auch heute wird die V. französische Republik gerne als monarchisch beschrieben. Der Staatspräsident Nicolas Sarkozy bekommt in dieser die Rolle des absoluten Herrschers im Ancien Régime zugesprochen oder wird mit Napoleon verglichen. Jeweils Persönlichkeiten aus Epochen, in denen es um die Pressefreiheit in Frankreich nicht gut bestellt war. Läuft Frankreich also unter seinem noch gar nicht all zu lange gewählten Präsidenten Gefahr, sich einer starken staatlichen Kontrolle der Medien gegenüber zu sehen, die die Pressefreiheit einschränkt? Oder anders gefragt: Stellt Nicolas Sarkozy eine Gefahr für die Pressefreiheit in Frankreich dar?
Dieser Frage, die auch schon Medien und die zur Pressefreiheit forschenden Organisationen „Reporter ohne Grenzen“ und „Freedom House“ vor bzw. kurz nach der Wahl Sarkozys zum Staatspräsidenten gestellt haben, möchte ich in meiner Arbeit nachgehen.
Dabei stand vor allem die Sorge im Vordergrund, Sarkozy würde seine Verbindungen zu den „drei Medienbaronen“ des Landes, Martin Bouygues, Serge Dassault und Arnaud Lagardère ausspielen, und so kritische Stimmen unterbinden.
Schwierig bei der Messung von Pressefreiheit ist es allerdings, ein geeignetes, objektives Maß zu finden bzw. festzulegen, also zu entscheiden, welche Faktoren sie beeinflussen. Für mich steht bei dieser Arbeit daher auch im Vordergrund, die meiner Ansicht nach entscheidenden Faktoren zu beschreiben und ihre Auswirkungen auf die Pressefreiheit darzustellen. Zu diesen zähle ich die rechtlichen Grundlagen, die ich in ihrer Entstehung und ihren Auswirkungen betrachten werde (Punkt 2.); das mediale Systems Frankreichs, bei dem für mich die Besitzverhältnisse auf dem Medienmarkt (Pkt. 4.1) und die französische Medienkultur (Pkt. 4.2) von Interesse sind, da es, um Aussagen über die Pressefreiheit treffen zu können, wichtig ist, das kulturelle Umfeld darzustellen. Was die staatlichen Eingriffe angeht, die bei der Messung von Pressefreiheit immer mit im Vordergrund stehen, reduziere ich meinen Blick auf das Handeln von Sarkozy (Pkt. 5), um damit die oben gestellte Frage nach den Veränderungen nach der Wahl zu beantworten. Entscheidend dafür ist ebenfalls darzustellen, welcher Handlungsspielraum Nicolas Sarkozy in seiner Funktion als französischer Staatspräsident zur Verfügung steht (Pkt. 3).

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1.Einleitung

2. Rechtlich-Historische Grundlagen der Pressefreiheit

2.1 Historische Grundlagen bis 1944

2.2 Die Pressefreiheit und die Verfassung von 1958

2.3 Die Liberalisierung des Rundfunks im Jahr 1982 und die Folgen

2.4 Kritik der Rechtslage

3. Die Institution des französischen Staatspräsidenten

3.1 Verfassung und Verfassungsrealität

4. Medienmarkt und Medienkultur

4.1 Der französische Medienmarkt, beherrscht von Industriekonzernen

4.2 Die französische Medienkultur

5. Die Wahl Nicolas Sarkozys zum Staatspräsidenten als Gefährdung für die Pressefreiheit?

5.1 Mediale Macht des Präsidenten

5.2 Sarkozys Verbindungen zu den Medien

5.3 Die Medienreform vom Januar 2009 und die Konsequenzen

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, ob und inwiefern der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy eine Gefahr für die Pressefreiheit in Frankreich darstellt. Dabei wird analysiert, wie politische Machtstrukturen, Medienbesitzverhältnisse und die spezifische französische Medienkultur das Handeln des Präsidenten beeinflussen und kritische Stimmen in den Medien gefährden könnten.

  • Rechtlich-historische Rahmenbedingungen der Pressefreiheit in Frankreich
  • Die Machtstellung des französischen Staatspräsidenten im politischen System
  • Einfluss von Industriekonzernen auf den Medienmarkt
  • Sarkozys persönliche Verbindungen zu Medienbossen
  • Auswirkungen der Medienreform von 2009 auf die journalistische Unabhängigkeit

Auszug aus dem Buch

2.4 Kritik der Rechtslage

Bei Betrachtung der Rechtslage lässt sich eine Reihe von Schwachstellen finden, die Eingriffe in die Pressefreiheit erlauben: Problematisch ist allein schon die Tatsache, dass die Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte die Pressefreiheit als solche nicht garantiert, sondern nur das individuelle Recht auf freie Meinungsäußerung. Eine Institutsgarantie wie in Deutschland gibt es nicht. Dadurch werden die Journalisten zu Trägern der Informationsfreiheit und müssen täglich aufs Neue ihr Recht auf freie Meinungsäußerung einfordern. Journalisten, die kritisch über Personen des öffentlichen Lebens berichten, müssen sich schnell rechtfertigen, wenn sie nicht ihre Quellen nennen wollen.

Der Weg von staatlicher Seite, Zeitungen daran zu hindern, brisante Informationen an die Öffentlichkeit weiter zu geben, ist die Bezichtigung des Geheimnisverrats, welcher einen strafrechtlichen Tatbestand darstellt. Problematisch für investigativ arbeitende Autoren ist, dass der Begriff des Geheimnisverrats sehr dehnbar ist und auf das gesamte Geschehen in jeder Behörde ausgeweitet werden kann. Dabei wird nicht der Verrat an sich geahndet, sondern die „Hehlerei mit Beweismaterial“, wobei der Journalist zum Hehler wird und der Beamte, der ihm die jeweilige Information verschafft hat, zum Dieb. Prekär wird die Situation für den Journalisten dadurch, dass er sich der Verleumdung schuldig macht, wenn er seine Quellen nicht nennt. Liefert er Material, das seine Aussagen belegt, so macht er sich der Hehlerei schuldig. Der Staat besitzt auf diese Weise ein rechtliches Instrument, mit dem er auf legale Weise Zensur ausüben kann.

Ähnliches gilt für die Verordnungen aus dem Jahr 1944: Die Kriterien zur Zulassung neuer Presse schreiben ihr einen gemeinwohlorientierten „Presse-Auftrag“ zu. Aufgrund dessen kann man zwischen guter und schlechter Presse unterscheiden, was Wasser auf die Mühlen derjenigen ist, die sich von Kritik auf die Füße getreten fühlen oder in ihren persönlichen Interessen verletzt fühlen.

Zusammenfassung der Kapitel

1.Einleitung: Der Autor führt in die historische Entwicklung der Pressefreiheit in Frankreich ein und stellt die zentrale Forschungsfrage, ob Nicolas Sarkozy eine Bedrohung für diese Freiheit darstellt.

2. Rechtlich-Historische Grundlagen der Pressefreiheit: Dieses Kapitel beleuchtet die Entstehung der Pressefreiheit aus der französischen Revolution und die Schwachstellen der geltenden Rechtslage, die staatliche Eingriffe ermöglichen.

3. Die Institution des französischen Staatspräsidenten: Hier wird die enorme Machtfülle des französischen Präsidenten innerhalb der V. Republik analysiert, die ihm als "Agenda-Setter" eine zentrale Rolle in der Medienpolitik zuweist.

4. Medienmarkt und Medienkultur: Der Autor untersucht die starke Konzentration des französischen Medienmarktes unter Industriekonzernen sowie die spezifischen kulturellen Bedingungen, die den Journalismus in Frankreich prägen.

5. Die Wahl Nicolas Sarkozys zum Staatspräsidenten als Gefährdung für die Pressefreiheit?: Das Hauptkapitel analysiert konkrete Instrumente wie die Medienreform von 2009 und persönliche Netzwerke, durch die Sarkozy seinen Einfluss auf die Medien ausbaut.

6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Sarkozys Wirken das Potenzial zur Einschränkung kritischer Stimmen birgt, wobei die langfristige Entwicklung vom medialen Pluralismus abhängt.

Schlüsselwörter

Pressefreiheit, Frankreich, Nicolas Sarkozy, Medienmarkt, Medienkonzerne, politische Macht, Reform, Journalismus, Meinungsfreiheit, Staatspräsident, Zentralismus, Medienkontrolle, V. Republik, Informationsfreiheit, Medienkultur

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert die Situation der Pressefreiheit in Frankreich unter dem Einfluss des Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zu den zentralen Themen gehören die rechtlichen Grundlagen der Pressefreiheit, die Machtstruktur des französischen Staates sowie die wirtschaftliche und politische Konzentration auf dem französischen Medienmarkt.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die zentrale Frage ist, ob Nicolas Sarkozy durch seine politische Agenda und seine Verbindungen zu Medienbaronen eine Gefahr für die Unabhängigkeit und Freiheit der Presse darstellt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor stützt sich auf eine Analyse rechtlicher Rahmenbedingungen, historischer Entwicklungen sowie auf aktuelle Berichte und journalistische Quellen zur Situation nach der Wahl Sarkozys.

Was steht im inhaltlichen Hauptteil im Fokus?

Der Hauptteil konzentriert sich auf die Macht des Präsidenten als "Agenda-Setter", die Strukturen des von Konzernen dominierten Medienmarktes und die medienpolitischen Reformen ab 2009.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Wichtige Begriffe sind Pressefreiheit, Medienkonzentration, politischer Einfluss, Staatsnähe und Pluralismus.

Welche Rolle spielt das Pressegesetz von 1881?

Das Gesetz wird als veraltet und in Teilen aushöhlbar kritisiert, da es Journalisten kaum vor Eingriffen durch die Eigentümer der Medienunternehmen schützt.

Wie bewertet der Autor die Rolle der Gratiszeitungen und des Internets?

Diese werden als wichtiger "medialer Mix" und korrigierender Faktor angesehen, die helfen, den Meinungspluralismus in Frankreich trotz der Konzentrationstendenzen zu bewahren.

Warum wird die Medienreform von 2009 als problematisch eingestuft?

Die Reform entzieht den öffentlich-rechtlichen Sendern die Planungssicherheit durch staatliche Finanzierungsabhängigkeit und ermöglicht dem Präsidenten direkteren Einfluss auf die Besetzung von Intendantenposten.

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Details

Title
Die Pressefreiheit in Frankreich und ihre Gefährdung durch Nicolas Sarkozy
College
University of Göttingen  (Seminar für Politikwissenschaft)
Course
Medienpolitik im internationalen Vergleich
Grade
2,0
Author
Yannick Lowin (Author)
Publication Year
2009
Pages
22
Catalog Number
V175106
ISBN (eBook)
9783640959556
ISBN (Book)
9783640959730
Language
German
Tags
pressefreiheit frankreich gefährdung nicolas sarkozy
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Yannick Lowin (Author), 2009, Die Pressefreiheit in Frankreich und ihre Gefährdung durch Nicolas Sarkozy, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/175106
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