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Allgemeine Sprachnorm

Title: Allgemeine Sprachnorm

Seminar Paper , 2006 , 11 Pages , Grade: 2,7

Autor:in: Anna-Lena Storch (Author)

French Studies - Linguistics
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Auch wenn die Beschäftigung mit der Sprachnorm und deren Problematik so alt ist, wie das Interesse für Sprache an sich, hat Sprachnorm und Sprachnormierung eine immer größer werdende Beachtung erfahren. Viele Sprachwissenschaftler haben sich schon mit dem Begriff der „Allgemeinen Sprachnorm“ auseinandergesetzt und versucht, eine akkurate Definition zu finden. Bei genauerer Untersuchung muss man sich jedoch die Frage stellen, ob überhaupt eine allgemein gültige Norm für die Sprache existiert, da es auf Grund unterschiedlicher strukturalistischer Ansichten eine Vielzahl an Normauffassungen und Begriffsbestimmungen gibt.
In dieser sprachwissenschaftlichen Arbeit möchte ich versuchen, den Normbegriff in einigen Grundzügen zu erläutern, eine überschaubare Zusammenfassung über die unterschiedlichen Normauffassungen von Ferdinand de Saussure, Coseriu und Klaus Gloy zu geben. Im letzten Teil meiner Hausarbeit werde ich Frankreich und die dort gültigen Normbestimmungen im Laufe der Jahrhunderte genauer betrachten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Entstehungsgeschichte der Norm(en)

III. Versuch der Begriffserklärung von Norm und Sprachnormen

IV. Verschiedene Ansichten des Normbegriffs/Normproblematik

1. Ferdinand de Saussure

2. Coseriu

3. Klaus Gloy

V. Sprachnorm und Sprachnormierung in Frankreich

1. Anfänge und Grundlagen im 16.Jahrhundert

2. Sprachnormierung im 17.Jahrhundert

3. Situation im 18.Jahrhundert

4. 19.Jahrhundert

5. 20.Jahrhundert

VI. Schlusswort

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den komplexen Normbegriff in der Sprachwissenschaft und analysiert die historische Entwicklung sowie die Durchsetzung von Sprachnormen am Beispiel Frankreichs. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob eine allgemein gültige Sprachnorm überhaupt existieren kann oder ob sie lediglich ein theoretisches Ideal darstellt.

  • Theoretische Grundlagen des Normbegriffs in der Linguistik
  • Vergleichende Analyse der Ansätze von Saussure, Coseriu und Gloy
  • Historische Entwicklung der Sprachnormierung in Frankreich
  • Die Rolle staatlicher Institutionen und des Schulsystems
  • Diskussion über das Spannungsfeld zwischen Gebrauchsnorm und präskriptiver Norm

Auszug aus dem Buch

IV. Verschiedene Betrachtungsweisen des Normbegriffs /Normproblematik

Auf Grund der Fülle von unterschiedlichen strukturalistischen Denkens kam es nie zu einer einheitlichen Normformulierung, was zur Folge hat, dass es eine Vielzahl an Normauffassungen, Normdefinitionen und begrifflicher Unterscheidungen gibt. Die Vielschichtigkeit des Normenproblems war den Linguisten in der Vergangenheit kaum bewusst. Für sie standen nur ganz bestimmte Aspekte im Vordergrund, nämlich die grammatischen und stilistischen Normen.

Um die große Anzahl an Betrachtungsweisen zu verdeutlichen werden die unterschiedlichen Thesen, beziehungsweise Definitionen von der (Sprach-) Norm der bedeutensten Linguisten aufgeführt.

Ferdinand de Saussure führt erstmals die Dichotomie von langue und parole in die Sprachwissenschaft ein. Somit entspricht die Norm der langue, welche die menschliche Sprachfähigkeit und auch Sprache an sich darstellt, die Vorraussetzung für die parole ist, nämlich die individuelle Rede.

„Da De Saussure das Sprechen (Parole) als eine individuelle Erscheinung der sozialen Erscheinung Sprache (Langue) gegenüberstellt, mußte das verständlicherweise zu folgendem Schluß führen: „man muss sich von Anfang an auf das Gebiet der Sprache begeben und sie als die Norm aller anderen Äußerungen der menschlichen Rede gelten lassen (Hartung, S. 50).“

Er stellt außerdem fest, dass die Norm nicht die Sprache regelt, sondern dass sie durch die Sprache reguliert wird.

„Die Sprache ist auch bei Saussure ein Durchschnitt oder Gemitteltes, das das Individuum beim Spracherlernen aus den vielfältigen Eindrücken bildet, ein Produkt, das eine Summe von sprachlichen Eindrücken umfaßt.[...] Es ist ein Schatz, den die Praxis des Sprechens in den Personen, die der gleichen Sprachgemeinschaft angehören, niedergelegt hat, ein grammatikalisches System, das virtuell in jedem Gehirn existiert, oder vielmehr in den Gehirnen einer Gesamtheit von Individuen; denn die Sprache ist in keinem derselben vollständig, vollkommen existiert sie nur in der Masse... (Bartsch, Renate: Sprachnormen: Theorie und Praxis. 1987, S. 66/67)

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Sprachnorm ein und stellt die Zielsetzung der Arbeit sowie die zu behandelnden theoretischen Positionen vor.

II. Entstehungsgeschichte der Norm(en): Das Kapitel beleuchtet, wie Handelsinteressen, die Herausbildung von Nationalstaaten und die Erfindung des Buchdrucks den Bedarf an einheitlichen Sprachnormen in der Renaissance weckten.

III. Versuch der Begriffserklärung von Norm und Sprachnormen: Hier wird der Sprachnormbegriff als spezieller Teil sozialer Normen definiert und zwischen impliziten und expliziten Normen unterschieden.

IV. Verschiedene Ansichten des Normbegriffs/Normproblematik: Dieser Abschnitt vergleicht die theoretischen Ansätze von Ferdinand de Saussure, Eugenio Coseriu und Klaus Gloy zur Bestimmung der Sprachnorm.

V. Sprachnorm und Sprachnormierung in Frankreich: Dieses Kapitel zeichnet die historische Entwicklung der Sprachnormierung in Frankreich vom 16. bis zum 20. Jahrhundert detailliert nach.

VI. Schlusswort: Die Arbeit schließt mit dem Fazit, dass eine universelle, allgemein gültige Norm nicht existiert und staatliche Versuche der Normierung oft an der alltäglichen sprachlichen Realität scheitern.

Schlüsselwörter

Sprachnorm, Sprachnormierung, Bon usage, Saussure, Coseriu, Sprachkrise, Crise du française, Linguistik, Soziale Normen, Normproblematik, Sprachentwicklung, Sprachpflege, Grammatik, Sprachgemeinschaft, Frankreich.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der theoretischen Definition von Sprachnormen und analysiert, wie diese in der Sprachwissenschaft konzeptualisiert und historisch in Frankreich angewendet wurden.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Abgrenzung von Normbegriffen bei verschiedenen Linguisten, die historische Entwicklung der französischen Standardsprache sowie die gesellschaftliche Rolle von Sprachnormen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den Normbegriff zu erläutern und kritisch zu hinterfragen, ob eine staatlich verordnete oder allgemein gültige Norm in der sprachlichen Realität überhaupt erfolgreich durchsetzbar ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse und den Vergleich strukturalistischer Theorien, kombiniert mit einer historischen Untersuchung der sprachpolitischen Entwicklung Frankreichs.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Auseinandersetzung mit Normmodellen (Saussure, Coseriu, Gloy) und eine chronologische Betrachtung der französischen Sprachgeschichte von der Renaissance bis zum 20. Jahrhundert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Sprachnorm, Bon usage, Sprachnormierung, soziale Normen sowie die Begriffe der Crise du française.

Wie unterscheidet sich die Auffassung der Norm bei Saussure und Coseriu?

Während Saussure die Norm primär über die langue als ein System in der Masse der Sprecher definiert, betrachtet Coseriu Norm als eine soziale Sanktionierung und Abstraktion, die das Handeln in einer Gemeinschaft „normalisiert“.

Was versteht man unter der "crise du française" im 20. Jahrhundert?

Diese Krise bezeichnet die wahrgenommene Diskrepanz zwischen der offiziellen präskriptiven Norm und dem tatsächlichen Sprachgebrauch, die insbesondere durch journalistische Einflüsse und den angloamerikanischen Einfluss auf die Sprache verschärft wird.

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Details

Title
Allgemeine Sprachnorm
College
Friedrich-Alexander University Erlangen-Nuremberg  (Romanistik)
Course
Probleme des modernen Französisch
Grade
2,7
Author
Anna-Lena Storch (Author)
Publication Year
2006
Pages
11
Catalog Number
V175258
ISBN (eBook)
9783640961504
ISBN (Book)
9783640961597
Language
German
Tags
Normbegriff Normproblematik Saussure Coseriu Klaus Gloy Frankreich Französisch Linguistik Sprachwissenschaft
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anna-Lena Storch (Author), 2006, Allgemeine Sprachnorm, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/175258
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