1. Einleitung
Das Kennenlernen von Substanzen wie Alkohol, Drogen und vor allem Nikotin beginnt erfahrungsgemäß bereits im Grundschulalter und die Folgen dieses Konsums gefährden eine gesunde Entwicklung von Kindern. Deshalb ist es wichtig, bereits früh mit präventiven Maßnahmen zu beginnen. Da ich selbst als Leitung im Hort tätig bin, werde ich ein Projekt entwickeln, welches in diesem Bereich durchführbar ist. Horte haben nach §14 SGB VIII einen rechtlichen Auftrag für die Suchtprävention. Junge Menschen haben ein Recht auf Angebote des erzieherischen Kinder- und Jugendschutzes mit dem Ziel, „junge Menschen zu befähigen, sich vor gefährdeten Einflüssen zu schützen und sie zu Kritikfähigkeit, Entscheidungsfähigkeit und Eigenverantwortlichkeit sowie zur Verantwortung gegenüber ihren Mitmenschen zu führen“. Der Hort hat hier eine wichtige Funktion bei der Früherkennung von Entwicklungsrisiken (vgl. Kaplan/Becker-Gebhard 1999, S. 156). Im Gegensatz zu früheren Ansätzen der „Gesundheitserziehung“ stehen heute nicht mehr nur noch Krankheits- und Risikofaktoren im Vordergrund, sondern Gesundheit wird als ein umfassendes Konzept, bei dem mehrere Faktoren zusammenwirken und überdies der Einzelne in einem lebenslangen Prozess an der Gestaltung dieser Bedingungen mitwirkt, gesehen. Gesundheit ist dann gegeben, wenn ein Kind körperlich, biologisch, physiologisch, nervlich und seelisch in Balance mit den Innen- und Außenanforderungen ist, konstruktiv Sozialbeziehungen aufbauen kann, sozial integriert ist, die eigene Lebensgestaltung an die wechselhaften Belastungen des Lebensumfeldes anpassen und dabei seine individuellSelbstbestimmung sichern kann (vgl. Kaplan u.a. 2003, S. 54/55).
In meinem Projekt zur Suchtprävention werde ich auf das Konzept der Lebenskompetenzförderung zurückgreifen. Dies umfasst den Ansatz der Gesundheitsförderung und versucht, durch Stärkung von Schutz- und Protektivfaktoren gegenüber der Suchtentwicklung zu immunisieren (vgl. Sting/Blum 2003, S. 76).
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Lebenskompetenzförderung
2.1 Begriffsklärung und Ziele
2.2 Inhalte und gesundheitsrelevante Gesichtspunkte
2.3 Senkung der Risiken und Belastungen
3. Projektbeschreibung
3.1 Projektplanung
3.2 Zielgruppe und Ziele
3.3 Projektinhalte
3.4 Projektphasen
3.4.1 Erste Einheit: Einstieg und Vertrauen
3.4.2 Zweite Einheit: Gefühle, Stress und Kommunikation
3.4.3 Dritte Einheit: Stress und Entspannung
3.4.4 Vierte Einheit: Bewegung
3.4.5 Fünfte Einheit: Wünsche und Bedürfnisse
3.4.6 Projektabschluss: Reflexion
4. Zusammenfassung/Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, ein praxisnahes Suchtpräventionskonzept für den Hort zu entwickeln, das auf dem Ansatz der Lebenskompetenzförderung basiert. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, wie durch die Stärkung persönlicher Ressourcen und sozialer Kompetenzen bei Kindern im Alter von 6 bis 12 Jahren ein gesundheitsförderliches Verhalten etabliert werden kann, um Risiken für eine spätere Suchtentwicklung zu minimieren.
- Grundlagen der Lebenskompetenzförderung und Gesundheitsprävention
- Entwicklungsaufgaben und Risikofaktoren im Kindesalter (6–12 Jahre)
- Konzeption eines sechswöchigen präventiven Hort-Projekts
- Methoden zur Förderung von Selbstwertgefühl und Stressbewältigung
- Transfer theoretischer Erkenntnisse in die pädagogische Alltagspraxis
Auszug aus dem Buch
3.4.1 Erste Einheit: Einstieg und Vertrauen
Die erste Einheit steht unter dem Motto „Einstieg und Vertrauen“. Hierbei geht es auch darum, die Kommunikationsfähigkeit zu fördern, indem die Kinder sich gegenseitig etwas berichten. Als Material für diese Einheit benötigt man zwei Decken.
Bevor ich mit den Übungen beginne, werde ich den Kindern erst einmal einen kurzen Überblick über die Inhalte des Projektes geben. Da sich die Hortkinder bereits untereinander kennen, kann an dieser Stelle auf ein Kennenlernspiel verzichtet werden. Dies würde ich jedoch bei Gruppen, bei denen sich die Kinder noch nicht kennen, anwenden. Da die nachfolgenden Einheiten zum Teil sehr viel Offenheit von den Kindern abverlangen, beinhaltet die erste Einheit Spiele, die zu mehr Vertrauen untereinander beitragen und welche die eigene Wahrnehmung fördern. Beim ersten Spiel wird die Gruppe in zwei Kleingruppen geteilt und zwei Decken ausgebreitet. Von jeder Gruppe legt sich ein Kind mit dem Gesicht und Bauch nach unten auf die Decke. Nun knien sich die anderen um das Kind herum und betätigen sich als Wettermacher (Regen, Donner, Sonne, etc. mit den Fingern auf dem Rücken erzeugen). Bei dieser „Wettermassage“ geht es darum, sich gegenseitig eine angenehme, wohltuende Erfahrung zu vermitteln und zu lernen, aufeinander zu achten (vgl. Gilsdorf/Kistner 2002, S. 68). Je nach Bedarf können die Rollen nach ca. drei Minuten getauscht werden, bis jeder der möchte einmal an der Reihe war.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung begründet die Relevanz der Suchtprävention im Grundschulalter und erläutert den gesetzlichen Auftrag sowie das Konzept der Lebenskompetenzförderung im Hort.
2. Lebenskompetenzförderung: Das Kapitel definiert den Begriff der Lebenskompetenz, erläutert die Ziele der Prävention und analysiert gesundheitsrelevante Aspekte sowie Möglichkeiten zur Senkung kindlicher Belastungen.
3. Projektbeschreibung: Hier werden die Planung, Zielgruppenanalyse, Inhalte und die methodische Umsetzung des sechswöchigen Präventionsprojekts im Hort detailliert dargestellt.
4. Zusammenfassung/Fazit: Das abschließende Fazit bewertet den gewählten präventiven Ansatz positiv und reflektiert den Transfer der theoretischen Suchtprävention in die praktische pädagogische Arbeit.
Schlüsselwörter
Suchtprävention, Lebenskompetenzförderung, Hort, Gesundheitsförderung, Primärprävention, Kindheit, Stressbewältigung, Soziale Kompetenz, Resilienz, Projektarbeit, Selbstwertgefühl, Bewältigungsfertigkeiten, Ressourcenaktivierung, Pädagogik, Gesundheitserziehung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Konzeption und Implementierung eines Suchtpräventionsprojekts im Hort für Kinder zwischen 6 und 12 Jahren.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Förderung der Lebenskompetenz, der Stärkung von Schutzfaktoren sowie der Vermittlung von Stressbewältigung und sozialer Kommunikationsfähigkeit.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, Kinder durch gezielte spielerische Maßnahmen zu befähigen, gesundheitsförderliche Entscheidungen zu treffen und sich vor Risiken und Gruppendruck zu schützen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird der präventive Ansatz der Lebenskompetenzförderung gewählt, der auf Ressourcenstärkung statt auf abschreckende Furchtappelle setzt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Begriffsdefinition sowie die detaillierte Beschreibung eines sechswöchigen Praxisprojekts mit verschiedenen thematischen Einheiten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Suchtprävention, Lebenskompetenzförderung, Resilienz, Ressourcenaktivierung und pädagogische Projektarbeit.
Wie unterscheidet sich dieses Projekt von anderen Suchtpräventionsansätzen?
Das Projekt verzichtet explizit auf Furchtappelle und setzt stattdessen auf eine ressourcen- und kompetenzorientierte Strategie, um das Selbstvertrauen der Kinder zu stärken.
Welche Rolle spielt die „Stresswaage“ im Projekt?
Die „Stresswaage“ dient als visuelles Instrument, um Kindern Stressfaktoren und Entspannungsmöglichkeiten bewusst zu machen und ihr eigenes Befinden reflektieren zu lassen.
Wie werden die Eltern oder das soziale Umfeld in die Reflexion einbezogen?
Die Reflexion findet primär innerhalb der Gruppe statt, wobei der Fokus auf dem Transfer der erlernten Kompetenzen in den Hortalltag liegt.
- Quote paper
- Nicole Auer (Author), 2008, Suchtprävention im Hort, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/175283