Konjunkturzyklen – Wirtschaftliche Entwicklung in der kurzen, mittleren und langen Frist


Seminararbeit, 2011

31 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

ABBILDUNGSVERZEICHNIS

ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS

1 MOTIVATION

2 KONJUNKTURZYKLUS - EINE DEFINITION

3 INDIKATOREN UND URSACHEN VON KONJUNKTURZYKLEN

4 DAS DREI-ZYKLENMODELL
4.1 DER KITCHIN-ZYKLUS
4.2 DER JUGLAR-ZYKLUS
4.3 DER KONDRATIEFF-ZYKLUS
4.4 GESETZMÄßIGKEIT ZWISCHEN DEN DREI ZYKLEN
4.5 ANDERE ZYKLEN

5 DEUTSCHLAND IM VERGLEICH
5.1 DEUTSCHLAND UND DREI ENTWICKLUNGSLÄNDER
5.2 DEUTSCHLAND UND DREI INDUSTRIESTAATEN

FAZIT

LITERATURVERZEICHNIS

Abbildungsverzeichnis

ABBILDUNG 1: VERGLEICH DER INDIKATOREN

ABBILDUNG 2: FRÜHINDIKATOR

ABBILDUNG 3: KONJUNKTURINDIKATOR BIP (IN %)

ABBILDUNG 4: SPÄTINDIKATOR

ABBILDUNG 5: BIP DEUTSCHLANDS IN DEN JAHREN 1971 BIS 2009

ABBILDUNG 6:ARBEITSLOSENQUOTE DEUTSCHLANDS IN DEN JAHREN 1970 BIS 2009

ABBILDUNG 7: BIP DEUTSCHLANDS IN DEN JAHREN 1971 BIS 2009

ABBILDUNG 8: ZYKLENVERGLEICH

ABBILDUNG 9: BIP EINES JAHRES 2003-2005

ABBILDUNG 10: BIP EINES JAHRES 2006-2009

ABBILDUNG 11: MONATLICHE UMSÄTZE DER BAUBRANCHE 2008-2010

ABBILDUNG 12: BIP WACHSTUM DER ENTWICKLUNGSLÄNDER UND DEUTSCHLAND

ABBILDUNG 13: ABSOLUTES BIP DER ENTWICKLUNGSLÄNDER UND DEUTSCHLAND

ABBILDUNG 14: BIP WACHSTUM DEUTSCHLAND UND INDUSTRIESTAATEN

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Motivation

In unserer Seminararbeit haben wir uns mit dem Thema „Konjunkturzyklen - Wirtschaftliche Entwicklung in der kurzen, mittleren und langen Frist“ beschäftigt. Dieses Thema ist heutzutage von großer Relevanz, denn Planung wird bei unternehmerischer Tätigkeit immer wichtiger. Wenn sich Konjunkturentwicklungen also in etwa voraussagen lassen, hilft das Unternehmen bei der Planung enorm. Doch nicht nur für die Wirtschaft sind Prognosen der Konjunkturentwicklung sehr wichtig, sondern auch für die Politik. Die Politik greift regulierend in die Marktwirtschaft ein und je früher sie Entwicklungen erkennt, desto schneller kann sie eingreifen und z.B. Abschwünge abschwächen.

Ziel dieser Arbeit war es, zu untersuchen, ob sich Konjunkturschwankungen regelmäßig verhalten und in kurzfristige, mittelfristige und langfristige Konjunkturzyklen unterteilen lassen. Bei der groben Einteilung der Zyklen haben wir uns an dem Buch „Konjunkturzyklen“ von Joseph A. Schrumpeter orientiert. Zunächst einmal haben wir den Begriff „Konjunkturzyklen“ definiert. Danach sind wir auf die Konjunkturindikatoren eingegangen, mit deren Hilfe man Konjunkturzyklen beschreiben kann. Dann sind wir auf das Drei-Zyklenmodell von Schrumpeter eingegangen und haben untersucht, ob das Modell überhaupt zutrifft und wenn ja, wo und mit welcher Aussagekraft. Als nächstes haben wir weitere Zyklen beschrieben und einen Ländervergleich durchgeführt. Wir haben untersucht, an welchen Ländern man welchen Zyklus gut erkennen kann und womit das zusammenhängen könnte. Zum Schluss haben wir die Aussagekraft und Gültigkeit des Modells in unserem Fazit bewertet.

2 Konjunkturzyklus - Eine Definition

Zunächst einmal wollen wir uns mit der Frage beschäftigen, was überhaupt ein Konjunkturzyklus ist. "Der Begriff Konjunktur leitet sich aus dem lateinischen Wort coniunctura ab. Demnach ist Konjunktur kein statischer Begriff, auch wenn der Begriff im Allgemeinen häufig als Synonym für wirtschaftliche Aufschwung verwendet wird" (Kaumanns, Sven C. (2007), S. 1). Als Konjunktur bezeichnet man heutzutage die wirtschaftliche Gesamtsituation, die man an verschiedensten Indikatoren, wie z.B. Preisen, Produktionsleistung und Beschäftigung ablesen kann. Wichtigster Indikator hierfür ist das Bruttoinlandsprodukt, welches den Wert aller in einer Volkswirtschaft erwirtschafteten Dienstleistungen und Sachgüter darstellt. Ein Konjunkturzyklus beschreibt nun das Auf und Ab der Konjunktur innerhalb eines Zeitraums, der eine Art Gesetzmäßigkeit beschreibt. Dabei werden verschiedene Phasen unterschieden.

Die erste Phase ist der Aufschwung. Diese Phase ist gekennzeichnet durch steigende Nachfrage, Investitionen, Preise und Löhne. Darauf folgt der so genannte Boom, die Hochkonjunktur. Diese ist gekennzeichnet durch Vollbeschäftigung, Kapazitätsauslastung der Unternehmen und hohe Unternehmensgewinne. Die dritte Phase ist die Rezession (Abschwung). Diese ist gekennzeichnet durch sinkenden Konsum und sinkende Investitionen, Produktion und Preise. Als letztes folgt das Konjunkturtief (Depression bei besonders starkem Tief), gekennzeichnet durch freie Kapazitäten und hohe Arbeitslosigkeit. Von einer Rezession spricht man erst dann, wenn die Wirtschaft schrumpft. Die einzelnen Phasen können dabei vollkommen unterschiedlich lange dauern.

Wichtig ist außerdem die Abgrenzung der Konjunktur vom Wirtschaftswachstum, die häufig nicht beachtet wird. Wachstum beschreibt die Zunahme des gesamtwirtschaftlichen Produktionspotentials, während die Konjunktur sich auf Schwankungen um das Auslastungspotential einer Volkswirtschaft bezieht. Während der Phase der Hochkonjunktur sind die Produktionskapazitäten vergleichsweise hoch ausgelastet, wohingegen während eines Konjunkturtiefs diese eine vergleichsweise geringe Auslastung aufweisen.

Konjunkturzyklen sind ein Phänomen, das noch gar nicht so lange bekannt ist. Noch im 19. Jahrhundert glaubte man, dass Einbrüche in der Konjunktur nur durch Krisen, die externer Ursache waren, entstehen. Man erkannte darin nur eine wahllose Abfolge von unabhängigen Zyklen, ausgelöst beispielsweise durch Kriege, Hungersnöte oder Ähnlichem. Erst der Franzose Clément Juglar löste die Zyklenabfolge von den Krisen und betrachtete sie als ein Phänomen mit unterschiedlichsten Ursachen, als ein "Zusammenwirken von Theorie, Statistik und Geschichte" (Schrumpeter, Joseph A. (1961), S. 172). Ausgehend von dieser neuen Betrachtungsweise wurden viele weitere Ursachen für Konjunkturzyklen als solche bemerkt und dabei eine fast unbeschränkte Anzahl an Zyklen und Gesetzmäßigkeiten beschrieben. Ob all diese Zyklen wirklich Bestand haben, oder nur zufälliger oder kurzfristiger Natur sind, kann man nicht mit Sicherheit sagen, jedoch ist aufgrund der großen Ähnlichkeit und Parallelität vieler Zyklen eine Einteilung in 3 grobe Zyklen, so wie es Joseph A. Schrumpeter in seinem Buch "Konjunkturzyklen" tut, sehr sinnvoll um Konjunkturschwankungen zu beschreiben. Hierbei unterscheidet man einen kurzfristigen, einen mittelfristigen und einen langfristigen Zyklus.

Drei Herren haben mehr oder weniger unabhängig voneinander jeweils einen der Zyklen beschrieben. Dies waren Joseph Kitchin, der die Gesetzmäßigkeit des kurzfristigen Zyklus feststellte, Clément Juglar, der den nach ihm benannten mittelfristigen Konjunkturzyklus beschrieb und Nikolai Dimitrijewitsch Kondratieff, der den langfristigen Zyklus beschrieb. Der kurzfristige Zyklus wird auch Mitchell- Zyklus genannt, nach Professor Wesley Clair Mitchell. Im Folgenden sprechen wir vom Kitchin-, Juglar- und Kondratieffzyklus. An dieser Stelle soll noch einmal betont werden, dass diese Einteilung auf Grund der großen Diversifikation von Konjunkturzyklen keinen Anspruch auf alleinige Richtigkeit erhebt, sondern von uns als sinnvoll zur Beschreibung von Konjunkturschwankungen empfunden wurde.

3 Indikatoren und Ursachen von Konjunkturzyklen

Konjunkturzyklen lassen sich anhand vieler verschiedener Indikatoren nachweisen. Der wichtigste Indikator ist wohl das prozentuale Wachstum des BIP. Dieser fasst nämlich alle Branchen und Unternehmen eines Landes zusammen und bildet die Schwankungen der Konjunktur am besten und übersichtlichsten ab. Deshalb haben wir diesen auch für die meisten unserer Graphiken verwendet.

Es gibt jedoch eine große Anzahl weiterer Konjunkturindikatoren, die Zarnowitz in seinem Buch „What is a Business Cycle“ beschreibt und die das statistische Bundesamt auf seiner Seite als Konjunkturindikatoren nennt. Diese können generell in drei verschiedene Gruppen unterteilt werden. Indikatoren einer jeden Gruppe haben einen ähnlichen, vor allem aber parallelen Verlauf über die Zeit. Zur ersten Gruppe zählen beispielsweise Produktionszahlen, reales Einkommen, BIP und der Verbraucherpreisindex. Die zweite Gruppe, die Frühindikatoren, sind dadurch charakterisiert, dass diese Indikatoren alle parallel und vor denen der ersten Gruppe fallen und steigen. Zu ihnen gehören Anzahl der Wochenarbeitsstunden, Neubestellungen für Industriegüter und Änderungen der Preise von industriellen Rohmaterialien. Die Indikatoren der dritten Gruppe sind zum Beispiel Umschlagshäufigkeit des Warenbestandes, Zahl der Angestellten, ausstehende Kredite innerhalb der Wirtschaft und Lohnnebenkosten. Diese fallen und steigen zeitlich nach denen der ersten Gruppe. Um Konjunkturschwankungen die zyklisch verlaufen darzustellen, sind wie gesagt viele verschiedene Indikatoren brauchbar, am umfassendsten ist jedoch das BIP.

Wie man an einigen Zyklen der Abbildung 2 erkennen kann, ist der Auftragseingang der Industrie aus dem Inland ein Frühindikator. Dies sieht man sehr gut am Einbruch der Wachstumszahlen des Auftragseingangs zu Beginn des Jahres 2009 im Vergleich zum Einbruch der Erwerbstätigenquote, der erst im September seinen Tiefpunkt erreichte. Der Grund dafür ist, dass Unternehmen je nach eigenen Einschätzungen der Konjunktur der nächsten Monate oder gar Jahre ihre Waren- oder Anlagegüterbestellungen frühzeitig anpassen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1 (Datenquelle: Statistisches Bundesamt) in eigener Verwendung

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2 (Datenquelle: Statistisches Bundesamt) in eigener Verwendung

Wie man durch Vergleich von Abb. 3 und Abb. 4 sieht, sind die Lohnnebenkosten ein Spätindikator der Konjunktur. Dies liegt daran, dass vor allem die zusätzlichen (freiwilligen) Lohnnebenkosten von Unternehmen der Konjunkturlage verspätet angepasst werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3 (Datenquelle: Statistisches Bundesamt) in eigener Verwendung

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4 (Datenquelle: Statistisches Bundesamt) in eigener Verwendung

Bei einem Aufschwung warten Unternehmen erfahrungsgemäß erst einmal ab und erhöhen dann bei bleibender guter Konjunktur langsam die zusätzlichen Nebenkosten.

Entsprechend verhält es sich mit den anderen Indikatoren; wir wollen an dieser Stelle nicht auf jeden einzelnen eingehen.

Man kann jedoch feststellen, dass die zeitlichen Unterschiede der Indikatoren nicht immer zutreffen und so nur begrenzte Aussagekraft haben.

4 Das Drei-Zyklenmodell

In unserer Einleitung gingen wir schon auf die Aufteilung in drei verschiedene Zyklen ein, die sich hauptsächlich in ihrer Länge unterscheiden. So stellt der Kitchinzyklus den Konjunkturzyklus mit der kürzesten Dauer, der Juglarzyklus jenen mit der mittleren Dauer und der Zyklus nach Kondratieff jenen mit der längsten Dauer dar.

4.1 Der Kitchin-Zyklus

Nach Joseph Kitchin benannt wollen wir uns nun der Periode mit der kürzesten Dauer widmen - dem Kitchinzyklus. Joseph Kitchin wies, wie auch Prof. W.L. Crum einen Zyklus nach, der das Auftreten einer Periode in einem 40-monatigen Abstand beschreibt. Kitchin selbst war Bergbauunternehmer, der einen regelmäßigen Rhythmus seiner Absatzzyklen entdeckte. Aufgrund dessen stellte er nähere Nachforschungen an und fand im Bankclearing und in den Großhandelspreisen in den Jahren 1890 bis 1922 sowohl für Großbritannien, als auch für die USA einen Zyklus, der sich praktisch in allen Zeitreihen beobachten lässt und tatsächlich der sichtbarste und regelmäßigste von allen ist.

Dieser regelmäßige Zyklus hat sich über die Jahre etabliert und ist auch derjenige Zyklus, der von Geschäftsmännern für die meisten Prognosen und Reaktionen auf den Markt herangezogen wird. Im Gegensatz zu den zwei anderen Zyklen stellt dieser eine Beurteilungsgrundlage für das wirtschaftliche Handeln dar. Die Wellen größerer Länge werden oft „nur als gute oder schlechte Zeiten, neue Zeitalter usw.“ (Schumpeter (1961), S. 183) von den Geschäftsmännern erkannt.

In der nachfolgenden Graphik (Abb. 5) ist gut zu erkennen, dass die Erkenntnis von Kitchin in Bezug auf die Periodizität nach 40 Monaten in Deutschland ebenfalls zutrifft.

1973 hatte Deutschland ein Hoch mit einem BIP von 4,8 %. Das nächste Hoch hat Deutschland erst wieder 1976 und somit 36 Monate nach dem vorhergehenden Hoch. Auch die nächste Periode von dem Hoch 1976 zum darauf folgenden Hoch hat eine Länge von 3 Jahren. Wenn man sich jedoch den nächsten Zyklus anschaut, kommt man zu der Erkenntnis, dass es auch natürlich Schwankungen um diese 40 Monate gibt. So hat der Zyklus von 1979 beginnend eine Länge von 5 Jahren bis er wieder ein Hoch erreicht. Auch in den nachfolgenden Jahren haben die Zyklen eine längere Zeitdauer. Man kommt jedoch im Mittel, wenn man die Dauer der Zyklen durch die Zyklenzahl teilt auf ca. 45 Monate, so dass die Annäherung von Kitchin keine Schlechte ist.

Da Schwankungen in Bezug auf die Dauer der einzelnen Zyklen zwischen verschiedenen Ländern auftreten können und der Verlauf eines Konjunkturzyklus niemals vollkommen einem vorgeschriebenen Gesetz folgen wird, da zukünftige Ereignisse in der Wirtschaft nicht zu 100% vorhersehbar sind, ist der 40-Monate-Zyklus von Kitchin als gute Näherung zu sehen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 5 (Datenquelle: Databank Worldbank) in eigener Verwendung

Ursachen und Auslöser der Kitchin-Zyklen sind wieder äußerst vielfältig. Im Themenblatt „Konjunktur - Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ der Bundeszentrale für politische Bildung werden verschiedene Theorien genannt (Güterwirtschaftliche Theorie, Unterkonsumtionstheorie, Überproduktionstheorie), die Gründe und Ursachen für diesen Zyklus nennen. Sie alle beschreiben jedoch im Grunde einen Effekt, nämlich ein Missverhältnis zwischen Angebot und Nachfrage.

[...]

Ende der Leseprobe aus 31 Seiten

Details

Titel
Konjunkturzyklen – Wirtschaftliche Entwicklung in der kurzen, mittleren und langen Frist
Hochschule
Technische Universität Darmstadt
Note
1,7
Autoren
Jahr
2011
Seiten
31
Katalognummer
V175296
ISBN (eBook)
9783640962051
ISBN (Buch)
9783640961764
Dateigröße
1676 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
konjunkturzyklen, wirtschaftliche, entwicklung, frist
Arbeit zitieren
Moritz Krönig (Autor)David Mayer (Autor), 2011, Konjunkturzyklen – Wirtschaftliche Entwicklung in der kurzen, mittleren und langen Frist, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/175296

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