Wie effektiv war der Onlinewahlkampf 2009 in Deutschland im Vergleich zum amerikanischen Wahlkampf 2008?


Essay, 2011
5 Seiten, Note: 2,3

Leseprobe

Wie effektiv war der Onlinewahlkampf 2009 in Deutschland im Vergleich zum amerikanischen Wahlkampf 2008?

Noch nie bediente sich ein Kandidat erfolgreich am Medium Internet – Außer Barack Obama. Er nutze das Internet als Instrument erfolgreicher politischer Kommunikation, Mobilisierung und Partizipation. Obamas Online-Strategie wurde als Inspirationsquelle und Vorbild erhoben. Auch in Deutschland sollte der Onlinewahlkampf die Bürger zur Wahl mobilisieren. Wie genau hat die US-Präsidentschaftswahl 2008 die politische Kommunikation im Bundestagswahlkampf 2009 tatsächlich verändert? Wie effektiv waren die Online-Strategien in Deutschland?[1]

Im Zentrum des Obama-Wahlkampfes stand seine Homepage www.mybarackobama.com . Die Besucher erhielten zu einem Informationen zu seiner Person, seinem Programm und zum anderen zahlreiche Partizipationsmöglichkeiten. Besucher seiner Homepage konnten eigene Profile anlegen, Fotos veröffentlichen, Blogs verfassen, über eine Mail-Funktion Spendenaufrufe an Freunde und Bekannte schicken und Veranstaltungen für Obama in der Nachbarschaft organisieren. Obama sagte nicht umsonst zu seinen Wählern: „Das ist euer Wahlkampf.“ Das Resultat waren zwei Millionen registrierte User, die sich aktiv engagierten.[2]

Deutschland folgte dem Trend und investierte erstmals erhebliche Summen in den Online-Wahlkampf. Die Idee war das Online-Portal von einem Informationsportal zu einem Mobilisierungsportal weiterzuentwickeln. Union, SPD, FDP, Grüne und die Linke schufen Internetauftritte, in der politisch Interessierte beispielsweise in einem sozialen Netzwerk Mitglied werden konnten, um sich mit Gleichgesinnten auszutauschen, Blogs zu schreiben und zum Beispiel Plakate zu spenden oder per Email einen Newsletter zu abonnieren. Am erfolgreichsten schnitt hier die FDP unter der Adresse www.mitmachenfdp.de mit rund 45 300 registrierten Mitgliedern ab. Mitglieder fanden hier alle Werbemittel, Argumentationshilfen, Flugblattvordrucke, TV- und Hörfunk-Spots und diverse Möglichkeiten für die Kampagne in Aktion zu treten. Auch CDU, SPD und die Grünen gestalteten die Möglichkeiten ihrer Homepage ähnlich, wobei die Linke das Ganze etwas trocken und textlastig gestaltete. Erstaunlicherweise folgte nur die CSU dem neuen Trend nicht.[3]

Dennoch blieben die Bemühungen für eine Mobilisierung und Unterstützung ernüchternd. Die technischen Voraussetzungen für einen Dialog mit den Wählern wurde zwar geschaffen, jedoch daraufhin verweigert. Die Parteien waren nicht bereit Kontrolle abzugeben, denn deutsche Portale ließen echte Debatten über Programme und Inhalte nicht zu. Man befürchtete Ergebnisse, die nicht in das Konzept und in die Strategie passen könnten. Die Kanäle waren zwar neu, die Inhalte jedoch alt. Man kommunizierte über Dinge, die mit der Pressestelle abgesprochen waren. Sogar Blogeinträge hatten den Stil einer Pressemitteilung. Außerdem ist es in Deutschland aufgrund der Datenschutzgesetzgebung kaum möglich persönliche Daten zu nutzen, um Wahlberechtigte zu mobilisieren. Zahlreiche Möglichkeiten zur Wählermobilisierung blieben ungenutzt.

[...]


[1] Vgl. Buhr, Lorina (2009): Onlinewahlkampf 2009: Die Chronik. In: Politik-digital, 27.09.2009. Online verfügbar unter http://politik-digital.de/der-online-wahlkampf-zur-bundestagswahl-eine-chronik, zuletzt geprüft am 19.05.2011.

[2] Vgl. Burgard, Philipp Jan (2010): Obamas „Wunderwaffe Web“ - auch in Deutschland ein Erfolgsfaktor?. Die Bedeutung des Internets im Bundestagswahlkampf 2009 zum amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf 2008. In: Jesse, Eckhard/ Sturm, Roland (Koord.): Bilanz der Bundestagswahl 2009. Voraussetzungen, Ergebnisse, Folgen, S. 393f.

[3] Vgl. ebd., S. 394ff.

Ende der Leseprobe aus 5 Seiten

Details

Titel
Wie effektiv war der Onlinewahlkampf 2009 in Deutschland im Vergleich zum amerikanischen Wahlkampf 2008?
Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Note
2,3
Autor
Jahr
2011
Seiten
5
Katalognummer
V175309
ISBN (eBook)
9783640963461
Dateigröße
422 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
onlinewahlkampf, deutschland, vergleich, wahlkampf
Arbeit zitieren
B. G. (Autor), 2011, Wie effektiv war der Onlinewahlkampf 2009 in Deutschland im Vergleich zum amerikanischen Wahlkampf 2008?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/175309

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