Es ist kein Geheimnis, dass Apple vor allem mit dem iPod zu unglaublich großer Beliebtheit gelangt ist. In nur wenigen Jahren ist es dem Unternehmen aus Cupertino, Kalifornien gelungen, den zuvor kaum vorhandenen Markt für mobile Musikspieler fast vollständig zu übernehmen und das Bild des modernen Menschen um ein Paar weiße Ohrhörer zu ergänzen.
Ähnliches hat Apple mit seinen anderen Produkten vollbracht: Zusammen mit dem iPod wurde die zugehörige Software iTunes so populär, dass sie heute die verbreitetste Medien- Verwaltungssoftware und konkurrenzlos den größten online Musikmarktplatz darstellt. Das iPhone erweiterte den Begriff des Smartphones um ein völlig neues Konzept sodass es Apple sogar die Mobil-Branche von Nokia übertreffen ließ, vergleicht man die Umsätze. Und das MacBook Pro dominiert schon seit Jahren den Notebookmarkt seiner Preisklasse.
Keine andere Firma kann eine so große Fangemeinde und Internet-Community vorweisen wie Apple - mit Menschen, die sich häufig mit diesem Unternehmen als Teil ihrer Persönlichkeit identifizieren und mit fanatischen Fans eines Popstars verglichen werden können.
Doch wie gelingt es Apple, einen derartigen Kultstatus zu erreichen?
In dieser Facharbeit beschäftige ich mich mit der Frage, ob die unglaubliche Beliebtheit der Apple-Produkte aus technologischer Sicht wirklich gerechtfertigt ist - immerhin werden sie als revolutionär und zukunftsweisend gepriesen - oder ob Apples Erfolg nur auf geschickter Werbetechnik und Marketing beruht.
Ist ein iPhone das magische und ultimative Kommunikationsgerät des 21. Jahrhunderts, als das es beschrieben wird, oder nur ein Handy?
Wie schafft es Apple, dass sogar die ARD von seiner aktuellen Produktankündigung am 27. Januar 2010 berichtete?
Zur Beantwortung dieser Fragen werde ich mich mit den 3 wichtigsten Aspekten der Apple- Erfolgsgeschichte auseinandersetzen: Dem unternehmenspolitischen, soziokulturellen und technologischen Aspekt. Doch zu Beginn möchte ich mich zunächst an Sie wenden, wenn sie ein Apple-Produkt besitzen. Bitte versuchen Sie einmal kritisch zu hinterfragen:
Kann es wirklich mehr oder sieht es nur besser aus?
Inhaltsverzeichnis
2. Vorwort
3. Geschichte
4. Unternehmenspolitischer Aspekt
4.1 Apples Unternehmensleitbild (Corporate Identity)
4.1.1 Visueller Eindruck und Produktdesign
4.1.2 iName - Begrifflichkeiten
4.1.3 Marktverhalten und Konkurrenzkampf
4.2 Marketing
4.2.1 Steve Jobs‘ Position im Vergleich mit anderen CEOs
4.2.2 Produktpalette
4.2.3 Ankündigungen neuer Produkte
4.3 Werbung
4.3.1 TV-Werbespots
4.3.2 Werbung durch unabhängige Institutionen und die Internet Community
5. Soziokultureller Aspekt
5.1 Der moderne Mensch
5.2 Apple Kult
5.2.1 Mentalität der Apple-Fans
5.2.2 Vergleich mit religiösem Fanatismus
Technologischer Aspekt
6.1 Apple-Produkte im Vergleich zur Konkurrenz
6.1.1 Leistungsfähigkeit
6.1.2 Bedienung
6.2 Innovation?
6.2.1 Marktübernahme
6.2.2 Erfolgskonzepte
Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Facharbeit untersucht, ob die ausgeprägte Popularität von Apple-Produkten tatsächlich auf einer technologischen Überlegenheit beruht oder primär durch geschickte Marketingstrategien und eine starke Markenidentität erzeugt wird. Die zentrale Forschungsfrage hinterfragt, ob Apple-Produkte einen objektiven technologischen Mehrwert bieten oder ob der Erfolg eher aus der psychologischen Bindung und dem Kultstatus resultiert.
- Unternehmenspolitische Strategien und Corporate Identity bei Apple
- Einfluss des Marketings und der Produktpräsentations-Rituale
- Die Rolle von Werbung und Internet-Communities beim Hype-Aufbau
- Soziokulturelle Aspekte und die Fan-Mentalität („Apple Kult“)
- Technologische Analyse im direkten Vergleich zur Konkurrenz
Auszug aus dem Buch
4.3.1 TV-Werbespots
Zunächst fällt auf, dass das schon beschriebene Prinzip der einfachen und dezenten Gestaltung anhand des gleichförmig weißen Hintergrundes und der sich jedes mal wiederholenden Struktur in ausgeprägter Form wieder aufgegriffen wird. In jeder Folge stellt sich zu Beginn der locker gekleidete, sympathisch wirkende Mann auf der rechten Seite mit „Hello, I‘m a Mac“ vor, womit er sich als Repräsentant Apples zu Erkennen gibt, worauf der formal erscheinende Mann im Anzug links „And I‘m a PC“ erwidert. Dieser stellt offensichtlich Apples Betriebssystem-Konkurrenten Windows dar. Im darauf folgenden Dialog werden meist Windows-PC und Mac auf unterhaltsame Weise miteinander verglichen, wobei der PC häufig als frustrierend, fehleranfällig und virengefährdet charakterisiert wird, während sich der Mac als „number one in customer satisfaction“ (u.a. in Folge 66: „Teeter Tottering“ [00:14]) und dem PC technisch weit voraus darstellt.
Anhand der Art, wie Apple sich dem Betrachter des Werbespots in Form einer Person präsentiert, kann Apples Selbstdarstellung und der Eindruck auf die Öffentlichkeit, den das Unternehmen erreichen will, ideal extrahiert werden. Der Schauspieler Justin Long, der den Mac spielt, erreicht unter anderem durch seine lässige, aber gepflegte Kleidung und die lockere Haltung eine sehr sympathische Ausstrahlung, die durch seine Rolle als Mac Repräsentant auf Apple projiziert wird. Da die Werbekampagne gegen die Konkurrenz Microsoft Windows angelegt ist und die meisten Spots Themen wie dessen komplizierte Bedienung, häufige Abstürze oder fehlende Entertainmentfunktionen (z.B. Folge 11: „Angel/Devil“, Folge 9: „Work vs. Home“) fokussieren, kann sie eindeutig als sog. vergleichende Werbung identifiziert werden. Geschickt ist in diesem Zusammenhang, dass der eigentlich aggressive Charakter dieser Werbeart vom Betrachter kaum wahrgenommen wird. Ein Grund dafür ist, dass der Konkurrenz häufig unlauteres Verhalten unterstellt wird.
Zusammenfassung der Kapitel
Vorwort: Einführung in die enorme Beliebtheit der Apple-Produkte und die Fragestellung nach den Ursachen für diesen Status.
Geschichte: Überblick über die Unternehmensentwicklung, von den Anfängen der Gründer bis hin zur Neuausrichtung unter Steve Jobs und dem Erfolg im Entertainment-Sektor.
Unternehmenspolitischer Aspekt: Analyse der Corporate Identity, der Design-Richtlinien, des Marketings und der speziellen Kommunikationsstrategien bei Produktankündigungen.
Soziokultureller Aspekt: Untersuchung des Apple-Kults, der Psychologie der Fans und der Ähnlichkeiten zwischen der Markentreue und religiösem Fanatismus.
Technologischer Aspekt: Objektiver Vergleich der Hardware-Spezifikationen und Bedienkonzepte der Apple-Geräte mit aktuellen Konkurrenzprodukten.
Fazit: Zusammenfassende Bewertung des Zusammenspiels von Design, Marketing und Technik als Triebfeder des Apple-Erfolgs.
Schlüsselwörter
Apple, Steve Jobs, Marketing, Corporate Identity, iPhone, iPod, Technologie, Innovation, Fanatismus, Werbestrategie, Konsumverhalten, Kultstatus, Benutzeroberfläche, Produktdesign, Marktübernahme.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Facharbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das Verhältnis zwischen Werbung, technologischer Innovation und dem besonderen Image des Unternehmens Apple.
Welche zentralen Themenfelder deckt die Untersuchung ab?
Die Arbeit gliedert sich in unternehmenspolitische Aspekte, soziokulturelle Phänomene rund um die Fangemeinde und eine technologische Analyse der Apple-Produkte.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, zu klären, ob der enorme Erfolg von Apple auf echter technischer Revolution oder auf einer exzellenten Marketing- und Image-Strategie basiert.
Welche wissenschaftliche Methode wird für den Vergleich verwendet?
Es werden technologische Spezifikationen aktueller Geräte im direkten Marktvergleich herangezogen sowie kommunikationswissenschaftliche Analysen von Werbekampagnen durchgeführt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Apple Corporate Identity, der Analyse von Werbespots, soziologischen Aspekten der Fan-Mentalität und einem technischen Vergleich aktueller Smartphone-Modelle.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Apple-Kult, Corporate Identity, Innovation, Nutzererfahrung und vergleichende Werbung.
Wie wird das Phänomen der „Apple-Fans“ in der Arbeit erklärt?
Die Arbeit beschreibt die Fangemeinde als eine Personengruppe mit einer tiefen emotionalen Bindung an die Marke, deren Verhalten in Teilen mit religiösem Fanatismus vergleichbar ist.
Warum spielt Steve Jobs eine so zentrale Rolle für das Image von Apple?
Jobs fungiert als personifizierte Identität des Unternehmens, die durch seine medienwirksamen Produktpräsentationen und seinen ikonischen Auftritt die emotionale Bindung der Kunden festigt.
Gibt es einen klaren technologischen Vorsprung von Apple-Produkten gegenüber der Konkurrenz?
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass Konkurrenzprodukte technisch oft aufschließen oder gleichziehen, Apples Stärke jedoch in der nahtlosen Integration der Software-Infrastruktur und der Benutzerführung liegt.
Welche Rolle spielen „Informationslecks“ in der Marketingstrategie von Apple?
Der Autor vermutet, dass Apple diese Lecks gezielt nutzt, um bereits Monate vor der offiziellen Ankündigung einen Hype in Medien und Internet zu erzeugen.
- Arbeit zitieren
- Nils Fischer (Autor:in), 2010, Iʻm a Mac: Kritische Überlegungen zum Verhältnis von Werbung und technologischer Innovation am Beispiel des Apple Kults, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/175410