Iʻm a Mac: Kritische Überlegungen zum Verhältnis von Werbung und technologischer Innovation am Beispiel des Apple Kults


Facharbeit (Schule), 2010

21 Seiten, Note: 0,7

Nils Fischer (Autor)


Leseprobe

1. Inhaltsverzeichnis

2. Vorwort

3. Geschichte

4. Unternehmenspolitischer Aspekt
4.1 Apples Unternehmensleitbild (Corporate Identity)
4.1.1 Visueller Eindruck und Produktdesign
4.1.2 iName - Begrifflichkeiten
4.1.3 Marktverhalten und Konkurrenzkampf
4.2 Marketing
4.2.1 Steve Jobs‘ Position im Vergleich mit anderen CEOs
4.2.2 Produktpalette
4.2.3 Ankündigungen neuer Produkte
4.3 Werbung
4.3.1 TV-Werbespots
4.3.2 Werbung durch unabhängige Institutionen und die Internet Community

5. SoziokulturellerA
5.1 Der moderne M
5.2 Apple K
5.2.1 Mentalität der Apple-Fans
5.2.2 Vergleich mit religiösem Fanatismus

6. Technologischer Aspekt
6.1 Apple-Produkte im Vergleich zur Konkurrenz
6.1.1 Leistungsfähigkeit
6.1.2 Bedienung
6.2 Innovation?
6.2.1 Marktübernahme
6.2.2 Erfolgskonzepte

7. Fazit

8. Anhang
8.1 Quellenverzeichnis
8.1.1 Print- und Internetquellen
8.1.2 Videos
8.1.3 Abbildungen

2. Vorwort

Es ist kein Geheimnis, dass Apple vor allem mit dem iPod zu unglaublich großer Beliebtheit gelangt ist. In nur wenigen Jahren ist es dem Unternehmen aus Cupertino, Kalifornien gelungen, den zuvor kaum vorhandenen Markt für mobile Musikspieler fast vollständig zu übernehmen und das Bild des modernen Menschen um ein Paar weiße Ohrhörer zu ergänzen

Ähnliches hat Apple mit seinen anderen Produkten vollbracht: Zusammen mit dem iPod wurde die zugehörige Software iTunes so populär, dass sie heute die verbreitetste Medien- Verwaltungssoftware und konkurrenzlos den größten online Musikmarktplatz darstellt. Das iPhone erweiterte den Begriff des Smartphones um ein völlig neues Konzept sodass es Apple sogar die Mobil-Branche von Nokia übertreffen ließ, vergleicht man die Umsätze. Und das MacBook Pro dominiert schon seit Jahren den Notebookmarkt seiner Preisklasse

Keine andere Firma kann eine so große Fangemeinde und Internet-Community vorweisen wie Apple - mit Menschen, die sich häufig mit diesem Unternehmen als Teil ihrer Persönlichkeit identifizieren und mit fanatischen Fans eines Popstars verglichen werden können

Doch wie gelingt es Apple, einen derartigen Kultstatus zu erreichen?

In dieser Facharbeit beschäftige ich mich mit der Frage, ob die unglaubliche Beliebtheit der Apple-Produkte aus technologischer Sicht wirklich gerechtfertigt ist - immerhin werden sie als revolutionär und zukunftsweisend gepriesen - oder ob Apples Erfolg nur auf geschickter Werbetechnik und Marketing beruht

Ist ein iPhone das magische und ultimative Kommunikationsgerät des 21. Jahrhunderts, als das es beschrieben wird, oder nur ein Handy?

Wie schafft es Apple, dass sogar die ARD von seiner aktuellen Produktankündigung am 27. Januar 2010 berichtete?

Zur Beantwortung dieser Fragen werde ich mich mit den 3 wichtigsten Aspekten der AppleErfolgsgeschichte auseinandersetzen: Dem unternehmenspolitischen, soziokulturellen und technologischen Aspekt. Doch zu Beginn möchte ich mich zunächst an Sie wenden, wenn sie ein Apple-Produkt besitzen. Bitte versuchen Sie einmal kritisch zu hinterfragen:

Kann es wirklich mehr oder sieht es nur besser aus?

3. Geschichte

Zum Verständnis von Apples Leitlinien und Image gegenüber der Öffentlichkeit ist es zuallererst essentiell, die Geschichte des Unternehmens in seinen Grundzügen zu kennen

Als in den 1970er Jahren die Computertechnik immer leistungsfähiger wurde und die ersten Heimcomputer populär zu werden begannen, bildeten sich weltweit eine Reihe von Unternehmen um von dieser neuen Entwicklung zu profitieren. Heutige Konzerne wie Intel (1968), Microsoft (1975) und Sun Microsystems (1982) entstanden und auch Steve Jobs und Steve Wozniak, damals 21 und 26 Jahre alt, beschlossen 1976 zusammen mit Ronald Wayne in dieses Geschäft einzusteigen und die Apple Computer Company zu gründen. Letzterer verließ die Firma jedoch schon wenige Monate später

Während die beiden verbliebenen Gründer zunächst nur mäßigen Erfolg mit ihrem ersten Heimcomputer, dem Apple I, verzeichnen konnten, gelang ihnen der Durchbruch schon 1977 und sie konnten mit dem Apple II über 2 Millionen verkaufte Geräte erreichen. Zu dieser Zeit besaßen die PCs (Personal Computer) noch keine graphische Benutzeroberfläche (GUI), sondern wurden über eine angeschlossene Tastatur kommandozeilenorientiert gesteuert. An der Einführung und Verbreitung eben dieses Systems der graphischen Benutzeroberfläche bei Heimcomputern ist Apple mit dem 1984 erschienenen ersten Computer der Macintosh- Produktreihe maßgeblich beteiligt und prägt mit vielen Symbolen und Metaphern (wie beispielsweise der „Schreibtisch“ und der „Papierkorb“) noch heute unser Verständnis eines Betriebssystems. Trotz dieser Erfolge gelang es Apple nicht, seine dominante Stellung am Markt zu halten und IBM eroberte mit dem ersten Betriebssystem von Microsoft, MS-DOS, rasant den internationalen Computermarkt

Für Apple folgte eine schwere Krise, auch bedingt durch den Weggang von Steve Jobs 1985, der kurz darauf das Unternehmen NeXT Computer gründete. Erst 1996 gelang es Apples damaligem Geschäftsführer Gil Amelio durch die Übernahme von NeXT den Konkurs abzuwenden und die Zukunft des Unternehmens zu sichern. Kurz darauf, im Jahr 1997, wurde Steve Jobs nach Amelios Entlassung wieder zum CEO (Chief Executive Officer) ernannt und führt das Unternehmen seither an. Nach seiner Rückkehr zu Apple hat er begonnen, die Produktpalette grundlegend umzustrukturieren und die heute bekannten Apple-Produkte einzuführen. Zunächst verstand sich Apple noch als Computerfirma und versuchte mit 4 neuen Modellreihen den Marktanteil der Apple-Computer zu erhöhen, die das Angebot seitdem in zwei Bereiche (mobile und stationäre PCs) mit jeweils zwei Preisklassen (normale und professionelle Anwender) einteilen

Den wirklich großen Erfolg erreichte Apple jedoch erst 2001 mit der Einführung des iPods und der zugehörigen Software iTunes, mit der Steve Jobs begann, das Unternehmen in Richtung der Entertainmentbranche zu lenken. Die Beliebtheit dieses mobilen Musikspielers wuchs rapide an und ließ Apple im September 2003 den einmillionsten iPod verkaufen. In den folgenden Jahren wurden viele neue Versionen und Verbesserungen des iPods veröffentlicht und der Fokus des Unternehmens richtete sich immer mehr auf die Lifestyle-Sparte

2007 stellte Steve Jobs das iPhone als das nächste innovative Mobilgerät vor und führte den Wandel von der Computerherstellung zur Unterhaltungselektronik fort. In demselben Jahr strich Apple sogar den „Computer“ aus seinem offiziellen Namen „Apple Computer Inc.“. Mit der Vorstellung des iPads am 27. Januar diesen Jahres, welches ebenso wie der iPod als mobiler Musikspieler und das iPhone als innovatives Smartphone den Markt als Tablet-PC revolutionieren soll, besiegelte Jobs den Kurswechsel Apples und konstatierte:

„Apple is a mobile devices company. That‘s what we do!“ (Videomitschnitt der Produktpräsentation des iPads am 27.1.2010, Steve Jobs, 0:04:32)

4. Unternehmenspolitischer Aspekt

4.1 Apples Unternehmensleitbild (Corporate Identity)

Die Corporate Identity eines Unternehmens legt fest, wie sich eine Firma in der Öffentlichkeit präsentiert. Ein Außenstehender und potenzieller Kunde soll dieses Unternehmen als einheitliches Ganzes wahrnehmen und ihm eine klar definierte Identität zuordnen. So bildet er sich einen Eindruck von dem Konzern, behält ihn in Erinnerung und entwickelt eine Einstellung zu ihm - ein Vorgang, der mit dem Kennenlernen einer Person vergleichbar ist, die einen möglichst sympathischen Eindruck hinterlassen möchte

Die Corporate Identity setzt sich sowohl aus visuellen Eindrücken (Corporate Design), als auch aus den Handlungen (Corporate Behaviour) und Kommunikationsformen (Corporate Communication) des Unternehmens zusammen, die es publiziert. Zu den visuellen Aspekten zählen beispielsweise Namen, Logo, Gestaltung der Verkaufsräume und Onlineauftritt, während die Corporate Communication Öffentlichkeitsarbeit, Werbung und andere Verlautbarungen und das Corporate Behaviour u.a. das Verhalten gegenüber Mitarbeitern, Kunden, der Konkurrenz umfasst

4.1.1 Visueller Eindruck und Produktdesign

Sämtliche von Apple vertriebenen Produkte, publizierten Materialen und alles andere, was mit dem Unternehmen in Verbindung steht, folgt ausnahmslos bestimmten, festgelegten DesignRichtlinien, die mit einem Wort zusammengefasst werden können: „simplicity“

Diesem Konzept bleibt Apple in allen Belangen treu, sei es bei der Benutzung des Apple- Betriebssystems Mac OS X, dem Bestellvorgang im Apple Online Store oder beim Bedienkonzept eines iPods oder iPhones. Für Entwickler von Programmen für Apples Plattformen schreibt der Konzern sogar schon seit der ersten graphischen Benutzeroberfläche im ersten Macintosh 1984 sog. Human Interface Guidelines vor, in denen beispielsweise die Platzierung von Steuerelementen geregelt wird um die Programme zur leichteren Bedienung zu vereinheitlichen

Auch die Gestaltung aller von Apple veröffentlichter Produkte folgt diesem Grundsatz der dezenten, eleganten Einfachheit. Während die Farbwahl immer auf zwei Farben beschränkt ist, findet man ebenfalls immer wiederkehrende Formen und Designelemente bei allen Geräten. So ist der Bildschirm beispielsweise sowohl bei iPhone, iPod Touch, iPad als auch bei fast allen Macs von einem schwarzen Rahmen mit chromefarbenem Rand umfasst

Abbildung in dieser Leseprobe nicht

Abb. 1: iPad, MacBook Pro und iMac

Durch dieses einheitliche Gestaltungskonzept kann ein Apple-Produkt meist auf einen Blick als solches identifiziert werden. Außerdem vermittelt es einen Eindruck von edler Eleganz, Einfachheit und Qualität, der den Betrachter sofort anspricht

4.1.2 iName - Begrifflichkeiten

iPod, iPhone, iMac, iWork, iTunes - sehr viele Geräte- und Softwarenamen von Apple beginnen mit einem kleingeschriebenen i, das wie das englische „I“ (gesprochen: „ai“, DE: „Ich“) ausgesprochen wird. Einerseits können dadurch viele Wortspielereien entstehen, da das Anhängen eines englischen Verbs in gesprochener Form ein vollständiger Satz bildet (Bsp.: „iWork“, DE: „Ich arbeite.“), andererseits wird mit dieser Form der Namensgebung aufgrund der großen Bekanntheit des iPods sofort die Firma Apple assoziiert. Dass viele private Entwickler diesen Stil bei der Benennung ihrer eigenen Programme für Apple Plattformen übernehmen, erhöht diese Wirkung noch weiter

4.1.3 Marktverhalten und Konkurrenzkampf

Seit seiner Gründung nimmt Apple eine besondere Position im internationalen Computermarkt ein, der von Microsoft mit über 90 % Marktanteil dominiert wird. Entsprechend Apples Slogan „Think Different“ wird mit dem Mac eine Alternative zum Standard angeboten, wodurch das Image des Unternehmens stark geprägt wird. Durch die Vermeidung von Aktionen, die in der Öffentlichkeit einen negativen Eindruck hinterlassen, gelingt es Apple die Sympathie nicht zu verlieren, die das Unternehmen durch seine Position als Revolutionär, Innovator und Außenseiter gegenüber dem Marktführer Microsoft innehat. So versuchte Apple beispielsweise stets, aufsehenerregende Konkurrenzkämpfe zu vermeiden und ließ andere Konzerne wie IBM Kampagnen gegen Microsoft führen, um selbst als die „sympathische Alternative“ zur Verfügung zu stehen

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Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Iʻm a Mac: Kritische Überlegungen zum Verhältnis von Werbung und technologischer Innovation am Beispiel des Apple Kults
Hochschule
Herbartgymnasium, Oldenburg
Note
0,7
Autor
Jahr
2010
Seiten
21
Katalognummer
V175410
ISBN (eBook)
9783640964581
ISBN (Buch)
9783640964833
Dateigröße
883 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Apple, Mac, iPhone, Steve Jobs, Apple Kult
Arbeit zitieren
Nils Fischer (Autor), 2010, Iʻm a Mac: Kritische Überlegungen zum Verhältnis von Werbung und technologischer Innovation am Beispiel des Apple Kults, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/175410

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