Die Entwicklung der Ehe-Liebe und der Sexualität

Wie haben sie sich die Ansichten darüber im Laufe der Zeit verändert?


Hausarbeit, 2011

12 Seiten, Note: 1


Leseprobe

Inhalt

Vorwort

Ehe-Liebe

Die unauflösliche Ehe

Von der Sachehe, über die bürgerliche Ehe, zur Liebesehe

Die Sexualität in der Ehe

Die Entstehung der Sexualität

Literaturverzeichnis

Vorwort

Ich möchte mich in meiner Arbeit mit Thema Ehe-Liebe, sowie mit der Entwicklung der „Sexualität“ auseinandersetzen. Dies erscheint mir insofern als sehr bedeutend, weil sich die Ehe beziehungsweise die Ehe-Liebe in heutiger Zeit stark von früher unterscheidet. Worin diese Unterschiede bestehen, und wie sich die Ehe und die Sexualität im Laufe der Zeit entwickelt haben, möchte ich Ihnen im Folgenden aufzeigen. Ich werde mich dabei auf verschiedenste Autoren berufen und versuchen, ihre Aussagen auf das 21. Jahrhundert zu beziehen und beschreiben, was meiner Meinung nach heute anders ist als damals.

Ehe-Liebe

Hierbei handelt es sich um eine Form der Liebe, die „die Fortpflanzung der Geschlechter als eine leidenschaftliche Veranstaltung“ betrachtet, „ohne daß die Erfüllung dieser Lei- denschaft durch den phantasierten Liebestod bedroht ist“ (Rathmayr, S. 61). Die Kirche war bemüht, „leidenschaftliche Liebe mit dauerhafter Ehe zu verbinden“ und die Ehe wurde als „Fortsetzung des inneren Monologes des Mannes mit sich selbst“ be- trachtet (Rathmayr, S. 61). Männer sollten ihre Frauen so lieben, wie sie ihren eigenen Körper liebten. Die Verbindung zwischen der dauerhaften Ehe und leidenschaftlichen Lie- be war durch Widerspruch gekennzeichnet, was die Kirche auch wusste. Es war wichtig, dass ein Mann seine Frau mit Bescheidenheit liebte, und nicht aus völliger Leidenschaft heraus. Des Weiteren sollte er seine Lust zurückhalten können und sich nicht von einer Frau verführen lassen, denn „nichts ist schändlicher als seine Frau wie ein Mätresse zu lieben“ (Rathmayr, S. 62). Schließlich durfte die weibliche Lust nicht „geweckt“ werden, denn sonst konnte man sie nicht mehr einschränken (Rathmayr, S. 62).

Seit dem 16. Jahrhundert stand der Versuch im Mittelpunkt, die Ansätze der genealogi- schen Liebe und die der romantischen Liebe hinsichtlich der Ehe miteinander zu vereinen. Dies war problematisch, denn „in Wahrheit habe die katholische Kir-che versucht, Wasser und Feuer miteinander zu vermählen" (Rathmayr zit. n. Rougemont 1987, S. 140). In zwischenmenschlichen Beziehungen waren Gewalttätigkeiten bedeutend, Männer waren gegenüber Frauen dominant und durften diese kontrollieren. Diese Aufgabe wurde dann von Kirchen übernommen und sie schrieben Frauen mittels psychischen Zwängen den Verzicht, ihren Trieben nachzugehen, vor. Frauen galten als „wertlose, willige Objekte männlicher Lust“ (Rathmayr, S. 63). Es ging also darum, die Hauptaspekte der genealogischen Ehe, die die Unterordnung der Frauen unter die Männer forderte, aufrechtzuerhalten, und dennoch gegenseitiges Verstehen und wechselseitige Zuneigung zwischen Männern und Frauen durch die romantische Liebe zu erlangen. (vgl. Rathmayr)

„Die vollkommene Frau des Alten Testaments ist nicht nur fruchtbar und Mutter, sondern sie ist auch die Herrin des Hauses“ (Ariés, S. 166). Dies waren die Merkmale, die bis zum 18. Jahrhundert zwischen der Liebe in der Ehe und der Liebe außerhalb dieser unterschie- den. Als schlecht wurde es empfunden, die Frau eines anderen Mannes zu lieben, aber auch die eigene Gattin zu sehr zu lieben. Die Frau ist dem Mann deswegen minderwertig, weil sie für die Erbsünde verantwortlich ist und nicht der Mann, und die Mutterschaft kann sie daraus befreien. Es kam sehr häufig vor, dass Menschen sich vor der Hochzeit nicht liebten und dass sich die Liebe erst mit der Zeit entwickelte, denn man heiratete sehr oft aus ökonomischen oder sonstigen vernunftmäßigen Gründen, anstatt aufgrund von Gefüh- len. Über eheliche Liebe und Sexualität sprachen Männer und Frauen sehr wenig. Im 18. Jahrhundert gab es zahlreiche Veränderungen. Es entstand im Westen immer mehr das Ideal, dass sich Mann und Frau wie Verliebte behandeln und lieben, wenn auch nur zum Schein. Doch die leidenschaftliche Liebe ist nicht dauerhaft, genau wie die Eheliche, denn es gibt heute immer mehr Scheidungen. (vgl. Ariés) Die christliche Ehe entwickelte sich über mehrere Jahrhunderte. Am Ende galten lediglich noch jene Eheschließungen als legi- tim, die von einem Priester vollzogen wurden (vgl. Schenk). Seit Anfang der Neuzeit trat der Staat in Konkurrenz mit der Kirche um die „Vormacht über die Ehe“ (Schenk, S. 147). Der Staat betrachte sich kurze Zeit später als Schutzherr der Familie. (vgl. Schenk)

Meiner Meinung nach heiraten Menschen heute, wenn überhaupt, nur aus Liebe. Viele junge Menschen sind, so glaube ich, sogar der Ansicht, dass sich heiraten nichts bringt, weil die Tatsache, verheiratet zu sein, das Leben nicht verbessert, sondern sie sind viel mehr der Ansicht, dass Menschen, die sich lieben auch glücklich sind, wenn sie zusammen sein können und im gleichen Haushalt leben und dass die Hochzeit nicht unbedingt not- wendig zu sein scheint. Deshalb gibt es meiner Ansicht nach immer mehr Lebensgemein- schaften zwischen Liebenden und die Hochzeit selber wird meist lediglich als Formalität angesehen, damit man eben eine schriftliche Bestätigung in der Hand hat, verheiratet zu sein. Heiraten scheint meiner Meinung nach heutzutage oftmals mit Schwierigkeiten ver- bunden zu sein, denn wer heiratet verliert Unterstützungen vom Staat. So zum Beispiel bekommen, soweit ich informiert bin, Studenten meist keine Beihilfe, wenn sie einen Ehemann beziehungsweise eine Ehefrau haben, der / die ein gewisses Maß an Einkommen übersteigt. So ähnlich läuft es mit Arbeitslosengeld, Sozialhilfe und allen anderen Unter- stützungsprogrammen ab. Je mehr der eine verdient, desto mehr wird dem anderen abge- zogen. Demzufolge ist es nicht verwunderlich, dass sich immer mehr Menschen davor scheuen, eine Ehe einzugehen. Dennoch denkt meiner Meinung nach nicht die gesamte Bevölkerung in der Weise, die ich gerade angedeutet habe. Es gibt, so denke ich jedenfalls immer noch genug romantische Frauen und Männer, die von der ewigen Treue und Liebe mit einem Partner beziehungsweise einer Partnerin träumen und dieses Ideal auch in die Realität umsetzen. Dennoch wird in Medien immer öfter angedeutet, dass die Scheidungs- raten jedes Jahr steigen, was meiner Ansicht nach darauf zurückzuführen ist, dass viele Menschen sich aufgrund der erhöhten Lebenserwartung nicht mehr vorstellen können, bis zum Tod miteinander zusammen zu sein. Früher war das glaube ich einfacher, weil Men- schen nicht so lange lebten. In der Ehe selber werden meiner Meinung nach Mann und Frau zum großen Teil gleich behandelt. Die meisten Eheleute teilen sich die Hausarbeit auf, beide wirken bei der Kindererziehung mit und viele Frauen sind den Männern nicht mehr unterworfen. In dieser Hinsicht denke ich, dass sich das Eheleben in heutiger Zeit gegenüber dem Früheren stark verändert hat und zwar in positiver Hinsicht, wozu natürlich die Frauenbewegung einen großen Beitrag leistete.

Die unauflösliche Ehe

Lange Zeit war die „monogame und unauflösliche“ Ehe, die bereits in der gallo- romantischen Welt existierte, das Vorbild für die Gesellschaft. Wichtig hierbei war, dass niemand ein zweites Mal heiraten durfte. Wenn jemand erneut heiraten beziehungsweise seine Freiheit wiedererlangen wollte, hatte dieser zwei Möglichkeiten. Entweder er flüchte- te, was bedeutet, dass er seine Besitztümer preisgab oder er mordete. Dies galt umgekehrt natürlich auch für Frauen. Für besitzlose Menschen bedeutete die erste Möglichkeit natür- lich das geringere Übel. Dennoch verloren Frauen hierbei ihre Ehre und kamen dadurch in die Nähe der Prostitution. (vgl. Ariés) „Die unauflösliche Ehe war eine spontane Schöp- fung der ländlichen Gemeinschaft“(Ariés, S. 188).

[...]

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Details

Titel
Die Entwicklung der Ehe-Liebe und der Sexualität
Untertitel
Wie haben sie sich die Ansichten darüber im Laufe der Zeit verändert?
Hochschule
Leopold-Franzens-Universität Innsbruck  (Erziehungwissenschaft)
Note
1
Autor
Jahr
2011
Seiten
12
Katalognummer
V175453
ISBN (eBook)
9783640963942
ISBN (Buch)
9783640964079
Dateigröße
444 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Antropologisch, historisch, Grundlagen, Ehe, Liebe, Sex, Sexualität, Entwicklung, Erziehungswissenschaft, Psychologie, Pädagogik, Erziehungswissenschaften, Hausarbeit, Seminararbeit
Arbeit zitieren
Manuela Aberger (Autor), 2011, Die Entwicklung der Ehe-Liebe und der Sexualität, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/175453

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