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Entwicklung eines Studiendesigns zur Untersuchung von Computernutzung, Gesundheit und Gesundheitsverhalten

Bei Schüler*innen der Sekundarstufe I in Bayern

Title: Entwicklung eines Studiendesigns zur Untersuchung von Computernutzung, Gesundheit und Gesundheitsverhalten

Submitted Assignment , 2026 , 22 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Eva Hagel (Author)

Psychology - Miscellaneous
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Digitale Medien sind für Kinder und Jugendliche heute ein selbstverständlicher Bestandteil des täglichen Lebens. Sie erleichtern Kommunikation, eröffnen neue Lernmöglichkeiten und ermöglichen soziale Vernetzung. Gleichzeitig bergen sie auch Risiken, insbesondere dann, wenn Nutzungsmuster unreflektiert entstehen oder ein gesundes Gleichgewicht zwischen Online- und Offline-Aktivitäten verloren geht.

Empirische Studien zu Kindern und Jugendlichen weisen darauf hin, dass eine intensive Nutzung digitaler Medien mit verschiedenen gesundheitlichen Risiken verbunden sein kann. Problematische Nutzungsmuster stehen unter anderem im Zusammenhang mit geringerem Wohlbefinden, Schlafproblemen, einem möglichen Leistungsabfall in der Schule sowie psychosozialen Belastungen und erhöhtem Substanzkonsum. Vor diesem Hintergrund gewinnt die Frage zunehmend an Bedeutung, wie Jugendliche einen kompetenten und gesundheitsförderlichen Umgang mit digitalen Medien entwickeln können. Das Kultusministerium in Bayern möchte die Kinder auf die Digitalisierung vorbereiten und gleichzeitig auch schützen. Daher erscheint die Durchführung präventiver Maßnahmen im schulischen Kontext sinnvoll, denn Schulen bieten die Möglichkeit, eine große Anzahl von Kindern und Jugendlichen zu erreichen und frühzeitig für einen reflektierten Umgang mit digitalen Medien zu sensibilisieren. Ausgangspunkt der vorliegenden Untersuchung ist die Frage, wie stark Schüler*innen der Sekundarstufe I digitale Medien nutzen, wie sich diese Nutzung auf Gesundheit und Gesundheitsverhalten auswirkt und ob eine schulische Informationsveranstaltung zu Internet- und Computersucht zu Veränderungen führen kann. Ziel ist daher, sowohl den aktuellen Stand der Computernutzung und des Gesundheitsverhaltens zu erfassen als auch die Wirksamkeit einer präventiven Maßnahme zu überprüfen.

Vor diesem Hintergrund erscheint die Wahl eines quantitativen, empirischen und explanativen Studiendesigns sinnvoll. Zur Untersuchung von Veränderungen über die Zeit wird ein Prä-Post-Design mit Kontrollgruppe eingesetzt. Hierbei werden eine Experimentalgruppe und eine Kontrollgruppe zu zwei Zeitpunkten befragt. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Entwicklung eines Studiendesigns zur Untersuchung von Computernutzung, Gesundheit und Gesundheitsverhalten bei Schüler*innen der Sekundarstufe I in Bayern sowie zur Evaluation einer schulischen Präventionsmaßnahme

1.1 Konzeption des Studiendesigns

1.2 Operationalisierung, Stichprobenziehung und Fragebogenformat

1.3 Beurteilung der Wirksamkeit der Intervention

1.4 Alternatives Studiendesign

2 Kombination quantitativer und qualitativer Forschungsmethoden

2.1 Erkenntnismöglichkeiten qualitativer Daten im vorliegenden Forschungskontext

2.2 Kombination im Mixed-Methods-Design

3 Mehrebenenanalyse: Grundlagen, Modelle und Anwendung in der empirischen Forschung

3.1 Beschreibung und Erklärung der Mehrebenenanalyse

3.2 Datenstruktur bei Mehrebenenanalysen

3.3 Modelle der Mehrebenenanalyse

3.4 Vor- und Nachteile der Mehrebenenanalyse

3.5 Anwendung in der Studie von Vösgen et al. (2023)

Zielsetzung und Themenschwerpunkte

Das primäre Ziel dieser wissenschaftlichen Arbeit besteht in der forschungsmethodischen Konzeption und kritischen Reflexion einer empirischen Evaluationsstudie im schulischen Kontext sowie in der theoretischen und anwendungsbezogenen Erläuterung der Mehrebenenanalyse. Im Zentrum steht dabei die Fragestellung, wie die Computernutzung, der Gesundheitszustand und das Gesundheitsverhalten von bayerischen Schülerinnen und Schülern der Sekundarstufe I valide erfasst und die Wirksamkeit einer gezielten Präventionsmaßnahme gegen Internet- und Computersucht methodisch fundiert überprüft werden können.

  • Konzeption eines quantitativen, quasi-experimentellen Prä-Post-Designs mit Kontrollgruppe im schulischen Feld
  • Operationalisierung zentraler Gesundheits- und Verhaltenskonstrukte in Anlehnung an das internationale HBSC-Protokoll
  • Gegenüberstellung von Felduntersuchungen und cluster-randomisierten kontrollierten Studien (RCT) hinsichtlich interner und externer Validität
  • Potenziale eines sequenziellen Mixed-Methods-Ansatzes zur qualitativen Vertiefung quantitativer Befunde
  • Methodische Grundlagen, Modellstufen und praktische Anwendung hierarchischer Mehrebenenanalysen am empirischen Beispiel

Auszug aus dem Buch

1.1 Konzeption des Studiendesigns

Im empirischen Forschungsprozess nach Döring et al. (2016) folgt auf die Entwicklung der theoretischen Fragestellung des Forschungsthemas die Konzeption des Studiendesigns (Döring & Bortz, 2016a, S. 24). Das Forschungsdesign beschreibt dabei, wie die theoretische Fragestellung in eine empirische Untersuchung umgesetzt wird und umfasst zentrale Entscheidungen über Untersuchungsform, Stichprobe, Erhebungsinstrumente, Ablauf der Untersuchung sowie die geplante Datenauswertung (Stein, 2019, S. 125).

Ausgangspunkt der vorliegenden Untersuchung ist die Frage, wie stark Schüler*innen der Sekundarstufe I digitale Medien nutzen, wie sich diese Nutzung auf Gesundheit und Gesundheitsverhalten auswirkt und ob eine schulische Informationsveranstaltung zu Internet- und Computersucht zu Veränderungen führen kann. Ziel ist daher, sowohl den aktuellen Stand der Computernutzung und des Gesundheitsverhaltens zu erfassen als auch die Wirksamkeit einer präventiven Maßnahme zu überprüfen.

Vor diesem Hintergrund erscheint die Wahl eines quantitativen, empirischen und explanativen Studiendesigns sinnvoll (Döring & Bortz, 2016c, S. 184+192). Zur Untersuchung von Veränderungen über die Zeit wird ein Prä-Post-Design mit Kontrollgruppe eingesetzt. Hierbei werden eine Experimentalgruppe und eine Kontrollgruppe zu zwei Zeitpunkten befragt. Die erste Befragung erfolgt vor Durchführung der Informationsveranstaltung, um den Ausgangszustand hinsichtlich Computernutzung, Gesundheit und Gesundheitsverhalten zu erfassen. Anschließend nimmt die Experimentalgruppe an der Informationsveranstaltung teil, während die Kontrollgruppe keine Intervention erhält. Nach Durchführung der Maßnahme erfolgt eine zweite Befragung in beiden Gruppen. Durch den Vergleich der Messzeitpunkte kann überprüft werden, ob sich Veränderungen zeigen und ob diese auf die Informationsveranstaltung zurückgeführt werden könnten. Eindeutige Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge lassen sich auf dieser Grundlage jedoch nur eingeschränkt ableiten, da auch andere Einflussfaktoren nicht ausgeschlossen werden können. Aus ethischen Gründen wird der Kontrollgruppe die Teilnahme an der Informationsveranstaltung nach Abschluss der zweiten Befragung ebenfalls ermöglicht (Döring & Bortz, 2016c, S. 200–201).

Die Untersuchung findet im natürlichen schulischen Kontext statt und ist daher als anwendungsorientierte Feldstudie zur Entwicklung und Überprüfung einer präventiven Maßnahme konzipiert (Döring & Bortz, 2016c, S. 185). Da die Zuteilung zu den Gruppen nicht zufällig erfolgt, sondern bestehende Schulklassen genutzt werden, handelt es sich um ein quasi-experimentelles Design, das zugleich die praktischen Rahmenbedingungen des schulischen Kontextes berücksichtigt (Döring & Bortz, 2016c, S. 199–200).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Entwicklung eines Studiendesigns zur Untersuchung von Computernutzung, Gesundheit und Gesundheitsverhalten bei Schüler*innen der Sekundarstufe I in Bayern sowie zur Evaluation einer schulischen Präventionsmaßnahme: Dieses Kapitel widmet sich der detaillierten Ausarbeitung eines quasi-experimentellen Prä-Post-Forschungsdesigns zur Evaluation einer schulischen Intervention gegen Mediensucht und diskutiert neben Erhebungsinstrumenten und Stichprobenziehung auch methodische Alternativen wie ein cluster-randomisiertes Design.

2 Kombination quantitativer und qualitativer Forschungsmethoden: Das Kapitel beleuchtet den Mehrwert qualitativer Erhebungen zur Rekonstruktion subjektiver Sichtweisen Jugendlicher und erläutert die Implementierung eines sequenziellen Mixed-Methods-Designs zur vertiefenden Interpretation quantitativer Evaluationsergebnisse.

3 Mehrebenenanalyse: Grundlagen, Modelle und Anwendung in der empirischen Forschung: In diesem Kapitel werden die theoretischen Voraussetzungen hierarchischer Datenstrukturen, verschiedene Modellvarianten von Nullmodellen bis hin zu Cross-Level-Interaktionen dargestellt und deren forschungspraktische Anwendung anhand einer Fachpublikation zu Schüler-Lehrer-Beziehungen illustriert.

Schlüsselwörter

Studiendesign, Prä-Post-Design, Mehrebenenanalyse, Mixed Methods, Gesundheitsverhalten, Computernutzung, Medienkompetenz, Sekundarstufe I, Quasi-Experiment, Cluster-Randomisierung, HBSC-Studie, Random-Intercept-Modell, Cross-Level-Interaktion, Validität, Interventionsforschung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Konzeption, Durchführung und methodischen Fundierung arbeits- und gesundheitspsychologischer Forschungsdesigns, insbesondere zur Evaluation schulischer Präventionsmaßnahmen im Bereich digitaler Medien sowie zur statistischen Modellierung hierarchischer Datenstrukturen.

Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?

Die Schwerpunkte umfassen quantitative Evaluationsforschung im Schulumfeld, die Messung von Gesundheits- und Nutzungsverhalten Jugendlicher, die Integration qualitativer Methoden über Mixed-Methods-Ansätze sowie die methodischen Grundlagen der Mehrebenenanalyse.

Was ist das primäre Ziel bzw. die Forschungsfrage des ersten Teils?

Primäres Ziel ist die Entwicklung eines Forschungsdesigns, um den Zusammenhang zwischen Computernutzung und Gesundheit bei bayerischen Jugendlichen abzubilden und zu prüfen, inwiefern eine schulische Informationsveranstaltung zu messbaren Einstellungs- und Verhaltensänderungen führt.

Welche wissenschaftlichen Methoden kommen zum Einsatz?

Methodisch stützt sich die Konzeption auf ein quantitatives Prä-Post-Design mit Kontrollgruppe unter Verwendung standardisierter Fragebögen, ergänzt durch ein qualitatives leitfadengestütztes Interviewkonzept (Mixed Methods) sowie die statistische Methodik der Mehrebenenanalyse (Linear Mixed Models).

Was wird im Hauptteil inhaltlich behandelt?

Im Hauptteil werden die Operationalisierung relevanter Konstrukte nach dem HBSC-Standard beschrieben, Stichprobenverfahren und Gütekriterien diskutiert, Vor- und Nachteile von Feld- gegenüber Zufallsexperimenten abgewogen und die Spezifikation hierarchischer Regressionsmodelle vertieft.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Publikation?

Prägende Fachbegriffe sind unter anderem Studiendesign, Mehrebenenanalyse, Quasi-Experiment, Mixed-Methods-Ansatz, HBSC-Studie, Cluster-Randomisierung und Intraklassen-Korrelation.

Warum wird für die schulische Evaluationsstudie ein quasi-experimentelles Design einem rein randomisierten Design vorgezogen?

Obgleich cluster-randomisierte kontrollierte Studien (RCT) eine höhere interne Validität zur Feststellung kausaler Effekte aufweisen, bietet das quasi-experimentelle Design mit bestehenden Klassenverbänden eine deutlich höhere ökologische Validität und lässt sich mit den organisatorischen Rahmenbedingungen des Schulalltags realistisch vereinbaren.

Welche Rolle spielt die Intraklassen-Korrelation im Rahmen der Mehrebenenanalyse?

Die Intraklassen-Korrelation wird anhand des sogenannten Nullmodells berechnet und gibt Aufschluss darüber, welcher Anteil der Gesamtvarianz einer abhängigen Variable auf Unterschiede zwischen übergeordneten Kontexten (wie Schulklassen oder Schulen) zurückzuführen ist. Sie dient somit als zentrale Entscheidungsgrundlage dafür, ob ein Mehrebenenmodell statistisch notwendig und angemessen ist.

Wie wird das Mixed-Methods-Design im Evaluationskontext konkret realisiert?

Die Verfasserin schlägt ein sequenzielles Vertiefungsmodell vor, bei dem im Anschluss an die quantitative Post-Befragung qualitative Leitfadeninterviews mit gezielt ausgewählten Schülerinnen und Schülern geführt werden, um auffällige Veränderungen oder ein Ausbleiben von Effekten aus der Innenperspektive der Jugendlichen differenziert zu ergründen.

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Details

Title
Entwicklung eines Studiendesigns zur Untersuchung von Computernutzung, Gesundheit und Gesundheitsverhalten
Subtitle
Bei Schüler*innen der Sekundarstufe I in Bayern
College
SRH - Mobile University
Grade
1,0
Author
Eva Hagel (Author)
Publication Year
2026
Pages
22
Catalog Number
V1754697
ISBN (PDF)
9783389203392
ISBN (Book)
9783389203408
Language
German
Tags
Studiendesign Prä-Post-Design Kontrollgruppe quasi-experimentelle Forschung Onlinebefragung Mixed-Methods qualitative Forschung quantitative Forschung Mehrebenenanalyse hierarchische Datenstruktur Präventionsmaßnahme Computernutzung Gesundheitsverhalten Stichprobenziehung Intraklassenkorrelation
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Eva Hagel (Author), 2026, Entwicklung eines Studiendesigns zur Untersuchung von Computernutzung, Gesundheit und Gesundheitsverhalten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1754697
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