1. Einleitung
Im Verlauf der voranschreitenden Globalisierung und der damit verbundenen Annäherung
der Märkte sind immer mehr Unternehmen dazu gezwungen, sich der
steigenden Wettbewerbsintensität zu stellen. Einerseits verstärkt die steigende
Konkurrenz den direkten Wettbewerbsdruck auf die einzelnen Unternehmungen
und zum anderen sieht sie sich komplexen sowie dynamischen Märkten und
Marktstrukturen gegenüber, aus denen immer vielfältigere und neue Risiken resultieren.
1 Die ansteigende Unsicherheit in den globalen Beschaffungs- und Absatzmärkten
sowie ein stark kostenfokussiertes Supply Chain Management (SCM) haben
beispielsweise in den letzten Jahren dazu geführt, dass zahlreiche Unternehmen
durch unerwartete Ereignisse große finanzielle Verluste erlitten haben.2 Hier
sind Insolvenzen von Lieferanten, Naturkatastrophen, wie das Erdbeben 2011 in
Japan, unerwartet starke Absatzrückgänge, Streiks, Terroranschläge, Seuchen
oder andere Ereignisse nur Beispiele für Risiken, die auf ein Unternehmen einwirken
können und eine daraus entstehende Gefahr in vielerlei Hinsicht darstellen.3
Damit Unternehmen in Deutschland ihre Risiken im Außenhandel besser absichern
können bietet u.a. die Euler Hermes Kreditversicherungs-AG zugeschnittene Möglichkeiten
um das Risiko im Import sowie Exportgeschäft planbarer zu machen.
Gerade bei Exporten in Entwicklungs- sowie Schwellenländer ist eine Absicherung
durch eine mögliche Beteiligung der BRD eine Erleichterung für die handelnden
Unternehmen. Darüber hinaus bietet eine staatliche Beteiligung ebenfalls die Möglichkeit
zu einer leichteren Erschließung neuer Märkte. Ferner sichert die Euler
Hermes Versicherungs-AG nach Studien des Prognos Instituts aus Basel durch die
staatlichen Exportversicherungen über 200.000 Arbeitsplätze in Deutschland.4
Es ist daher nachfolgend zu analysieren welchen besonderen Kreditrisiken Unternehmen
in Deutschland ausgesetzt sind und welche Absicherungsmöglichkeiten
sie durch die Hermesversicherungs-AG haben.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. BEGRIFFLICHE ABGRENZUNG
2.1. DEFINITION DES BEGRIFFS „RISIKO“
2.2. ÜBERSICHT UND SYSTEMATIK DER UNTERNEHMENSRISIKEN
2.3. KREDITRISIKO IN ABGRENZUNG ZU DEN ANDEREN UNTERNEHMENSRISIKEN
3. DAS KREDITRISIKO UND DIE ABSICHERUNGSINSTRUMENTE DER HERMESVERSICHERUNGS-AG
3.1. ÜBERBLICK ÜBER FUNKTIONEN DES RISIKOMANAGEMENTS
3.2. DIE HERMES KREDITVERSICHERUNGS-AG
3.3. WIRTSCHAFTLICHE UND POLITISCHE RISIKEN
3.4. INSTRUMENTE DER HERMES KREDITVERSICHERUNGS-AG
3.4.1. LIEFERANTENKREDITDECKUNG
3.4.1. FABRIKATIONSRISIKODECKUNG
3.4.2. AUSFUHRRISIKODECKUNG
3.4.3. FINANZKREDITDECKUNG
3.4.4. DECKUNGSANGEBOT: EINZELDECKUNG UND SAMMELDECKUNG
4. FAZIT
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit analysiert die Entstehung von Kreditrisiken für Unternehmen in Deutschland im Kontext der Globalisierung und untersucht, welche Absicherungsmöglichkeiten durch die Euler Hermes Kreditversicherungs-AG existieren, um diese Risiken planbarer zu machen.
- Grundlagen des Risikomanagements und Systematik von Unternehmensrisiken
- Definition und Abgrenzung des Kreditrisikos gegenüber anderen Unternehmensrisiken
- Funktionsweise und Rolle der Hermes Kreditversicherungs-AG im Außenhandel
- Detaillierte Darstellung der Instrumente zur Risikodeckung (Fabrikations-, Lieferanten- und Ausfuhrrisiken)
- Unterscheidung zwischen Einzel- und Sammeldeckung zur Optimierung des Risikomanagements
Auszug aus dem Buch
3.1. Überblick über Funktionen des Risikomanagements
Ausgehend von den unter Punkt 2.2. erläuterten Arten von Unternehmensrisiken werden im Risikomanagement nach bestimmten Abgrenzungskriterien (siehe Abb. 3.) die Risiken systematisiert und kategorisiert. Das Risikomanagement ist dabei als ein dynamischer andauernder Prozess zu verstehenden, der von der
• Risikoidentifikation
• über die Risikomessung und Analyse
• zu der Risikosteuerung
• zum Risiko-Controlling führt (siehe Abb. 7).20
Die vier genannten Phasen des Risikomanagement-Prozesses21 bilden somit einen inneren Kreislauf, d.h. die Ergebnisse bzw. Entscheidungen im Rahmen der Risikopolitik können zu Maßnahmen der Vorsorge oder Kompensation führen (Risikosteuerung) oder zu einer erneuten Identifikation bisher noch nicht berücksichtigter Risikoarten.22 Im Bereich des Risikomanagements stellen sich dabei u.a. die Fragestellungen, in welcher Höhe eine optimale Risikoabsicherung bzw. eine Risikominimierung erfolgen sollte und welche Risiken von der Unternehmensseite bewusst eingegangen werden.23 Diese Entscheidungen müssen nachhaltig und mit Weitsicht getroffen werden. Hier hat beispielsweise der Vorstand eines Unternehmens – als Gesamtverantwortlicher – gem. § 91 Abs. 2 AktG ein Risikomanagementsystem im Unternehmen einzurichten und zu führen. Eine Risikoabsicherung ist i.d.R. niemals kostenlos und eine Übersicherung der Risiken würde in der Folge die Ertragsmarge der Unternehmen schmälern. Eine Kompensation in Form einer optimierenden Preispolitik, würde ferner einen entscheidenden Wettbewerbsnachteil zu den konkurrierenden Unternehmenden bedeuten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet die steigende Bedeutung von Risikomanagement im Kontext der globalen Marktunsicherheit und führt in die Rolle staatlicher Exportversicherungen ein.
2. BEGRIFFLICHE ABGRENZUNG: Dieses Kapitel definiert den Risikobegriff, systematisiert verschiedene Unternehmensrisiken und grenzt das Kreditrisiko von anderen Risikokategorien ab.
3. DAS KREDITRISIKO UND DIE ABSICHERUNGSINSTRUMENTE DER HERMESVERSICHERUNGS-AG: Hier wird der Risikomanagement-Prozess erläutert und die spezifischen Deckungsinstrumente der Euler Hermes, wie Lieferanten-, Fabrikations- und Finanzkreditdeckungen, detailliert vorgestellt.
4. FAZIT: Das Fazit betont die Notwendigkeit einer umfassenden Risikoüberwachung und unterstreicht den Nutzen der Hermes-Absicherungen für die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen.
Schlüsselwörter
Risikomanagement, Kreditrisiko, Euler Hermes, Exportgeschäft, Außenhandel, Risikominimierung, Fabrikationsrisiko, Lieferantenkreditdeckung, Ausfuhrrisikodeckung, Finanzkreditdeckung, Sammeldeckung, Einzeldeckung, Unternehmensrisiken, Bonitätsprüfung, Globalisierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Entstehung von Kreditrisiken im Außenhandel und der Frage, wie diese durch die Instrumente der Euler Hermes Kreditversicherungs-AG effizient abgesichert werden können.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Systematik von Unternehmensrisiken, der Definition des Kreditrisikos und der praktischen Anwendung von Absicherungsinstrumenten wie der Hermes-Deckung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, deutschen Unternehmen aufzuzeigen, wie sie Kreditrisiken in Import- und Exportgeschäften durch staatliche Exportversicherungen planbarer gestalten können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Literaturanalyse sowie eine fundierte Auswertung von Praxisbeispielen und Dokumenten der Euler Hermes Kreditversicherungs-AG.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Risiko-Einordnung, eine Erläuterung des Risikomanagement-Prozesses und eine detaillierte Auflistung der verschiedenen Hermes-Absicherungsinstrumente.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Risikomanagement, Kreditrisiko, Exportgeschäft, Hermes-Deckung und Außenhandelsfinanzierung.
Wie unterscheidet sich die Sammeldeckung von der Einzeldeckung?
Die Sammeldeckung ist für die einfache Absicherung vieler Geschäfte über ein Jahr konzipiert, während die Einzeldeckung gezielt ein spezifisches Geschäft gegen Ausfall absichert.
Warum ist das Risikomanagement für den Vorstand gesetzlich relevant?
Gemäß § 91 Abs. 2 AktG ist der Vorstand verpflichtet, ein Risikomanagementsystem einzurichten und zu führen, um existenzbedrohende Risiken frühzeitig zu erkennen.
- Quote paper
- Sassan Parvin (Author), 2011, Entstehung und Absicherung von Risiken am Beispiel der Euler Hermes Kreditversicherungs-AG, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/175489