„Gesundheit ist nicht alles – ohne Gesundheit ist aber alles nichts“.
Dieses berühmte Zitat von Arthur Schopenhauer beschreibt die immense Bedeutung der Gesundheit des Menschen für dessen Wohlbefinden, aber auch dessen Leistungsfähigkeit. Die Bedeutung der Gesundheit haben mittlerweile viele Unternehmen erkannt und leistungsfähige Mitarbeiter als eine der wichtigen Ressourcen zum Betriebserfolg erfasst.
Zukünftig wird es aufgrund des demografischen Wandels und des drohenden Fachkräftemangels für Unternehmen noch schwieriger, den Bedarf an qualifizierten Mitarbeitern zu decken. Die Erhaltung und Wiederherstellung der Gesundheit der im Unternehmen tätigen Mitarbeiter ist demzufolge immer wichtiger.
Eine Möglichkeit, den hieraus resultierenden Problemen zu begegnen, stellt das betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) dar.
Aufgrund der Vielschichtigkeit und Komplexität dieses Themas gibt es eine große Anzahl an Modellen und Vorgehensweisen in den Unternehmen. Festgelegte Standards oder anerkannte Regeln existieren für diesen Themenbereich aber gerade nicht. Es lässt sich vielmehr der Eindruck gewinnen, dass es sich um die Anwendung von Teilaspekten des BGM handelt, die teils nicht einmal aufeinander abgestimmt sind. Erklären lässt sich dies wohl auch damit, dass die Vorstellungen über das BGM teils sehr diffus, jedenfalls aber sehr unterschiedlich sind. Hinzu kommen verschiedene individuelle Bedürfnisse, die einzelne Unternehmen an das BGM stellen. Auch diese machen die Ein- und Durchführung eines BGM sehr kompliziert.
Die aufgeführte Problematik stellt in ganz besonderem Maße die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) vor große Schwierigkeiten, da eine Übertragung der bewährten Konzepte und Strategien von großen Unternehmen nicht möglich ist.
An der oben geschilderten Problematik setzt die vorliegende Arbeit an. Wie gezeigt ist bisher nicht ausreichend systematisch, unter Zugrundelegung einer wissenschaftlichen Ansprüchen genügenden Methodik untersucht worden, welches der aktuelle Stand bei der Durchführung und Anwendung des BGM in KMU ist. Aufgrund dieser bisher schwammigen Basis fehlt es zugleich an konzeptionellen Ausarbeitungen eines in sich stimmigen und effektiven BGM, das einerseits der erforderlichen Systematik, andererseits aber zugleich auch den individuellen Bedürfnissen der KMU Rechnung trägt. [...]
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Ziele der Arbeit und Vorgehensweise
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Begriffsbestimmungen
2.1.1 Definition kleine und mittlere Unternehmen
2.1.2 Definition Gesundheit
2.1.3 Definition Betriebliche Gesundheitsförderung
2.1.4 Definition Betriebliches Gesundheitsmanagement
2.1.5 Unterscheidung BGF und BGM
2.2 Bedeutung des BGM für die Unternehmen
2.2.1 Historische Entwicklung des BGM in Unternehmen
2.2.2 Notwendigkeit des BGM in Unternehmen
2.2.3 Drohender Fachkräftemangel
2.2.4 Demographische Entwicklung
2.3 Ziele des BGM
2.3.1 Das gesunde Unternehmen und der gesunde Mitarbeiter
2.3.2 Der ökonomische Nutzen des BGM
2.3.3 Der gesundheitliche Nutzen des BGM
2.4 Derzeitiger Stand des BGM
2.4.1 Die aktuelle Situation des BGM in KMU
2.4.2 Bestehende Konzepte und Modelle des BGM
2.4.3 Vorhandene Instrumente des BGM
2.4.4 Widerstände bei der Einführung des BGM in KMU
3 Auswertung der Umfrage
3.1 Befragungsdesign
3.1.1 Untersuchungsmethode
3.1.2 Untersuchte Unternehmen und Region
3.1.3 Gliederung des Fragebogens
3.1.4 Versand und Rücklauf der Fragebögen
3.2 Ergebnisse der Umfrage
3.2.1 Strukturen der untersuchten Unternehmen
3.2.2 Bestehende Handlungsfelder des BGM in den Unternehmen
3.2.3 Stellenwert und Ziele des BGM im Unternehmen
3.2.4 Krankheit und Arbeitsbelastung im Unternehmen
3.2.5 Der Begriff Gesundheit im Unternehmen
3.2.6 Kosten und Budget für das BGM
3.2.7 Probleme bei der Einführung und Durchführung des BGM
3.2.8 Zuständigkeit für das BGM im Unternehmen
3.2.9 Externe Hilfe bei der Einführung des BGM
4 Konzept zur Einführung des BGM in KMU
4.1 Auswertung der Ergebnisse der Umfrage
4.2 Konzeptentwicklung
4.2.1 Geschäftsführer für das BGM gewinnen
4.2.2 Bedarfsanalyse im Unternehmen
4.2.3 Kosten, Budget und Zeitplan festlegen
4.2.4 Schriftliche Definitionen festlegen
4.2.5 Informationsdefizit beseitigen
4.2.6 BGM Beauftragten im Unternehmen unterstützen
4.2.7 Einbindung und Verantwortung der Mitarbeiter
4.2.8 Einbinden von Kooperationspartnern
4.2.9 Dauerhafte Integration des Begriffs Gesundheit
4.2.10 Verankerung des BGM in den Unternehmensprozess
4.2.11 Aktionen planen
4.2.12 Kommunikation der Maßnahmen
4.2.13 Aktionen durchführen
4.2.14 Kontrolle der Wirksamkeit
4.2.15 Neue Beurteilung der Situation
5 Fazit
5.1 Zusammenfassung
5.2 Kritische Würdigung
5.3 Ausblick in die Zukunft
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Entwicklung eines ganzheitlichen Grundkonzepts als Beratungsleistung, das kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) dabei unterstützt, ein umsetzbares, stimmiges und finanzierbares Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) in ihrem Betrieb zu realisieren.
- Analyse des aktuellen Stands des BGM in kleinen und mittleren Unternehmen
- Untersuchung der Beweggründe und Hindernisse bei der Einführung eines BGM
- Konzeptionelle Erarbeitung der Erfolgsfaktoren für ein nachhaltiges BGM
- Erarbeitung operativer und strategischer Kernpunkte zur Integration in betriebliche Abläufe
- Bewertung des wirtschaftlichen und gesundheitlichen Nutzens betrieblicher Gesundheitsmaßnahmen
Auszug aus dem Buch
2.2.1 Historische Entwicklung des BGM in Unternehmen
Das BGM in seiner heutigen Form hat zahlreiche Ursprünge und hat sich über die Zeit hin weiterentwickelt. Die Entwicklung des BGM wurde zum einen durch gesetzliche Rechtsgrundlagen und durch verschiedene Leitlinien geprägt.
Das BGM begann mit Maßnahmen zur Vermeidung von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten. Durch die Maßnahmen des Arbeitsschutzes ist es gelungen, schwerwiegende Verletzungen und auch Todesfälle im Berufsleben zu verringern. Der Strukturwandel in der Wirtschaft hat ebenfalls dazu geführt, dass Unfälle und Berufskrankheiten immer mehr abnehmen. Der gesetzliche Aspekt des Arbeitsschutzes unterteilt sich in verschiedene Bereiche, unter anderem in das Arbeitssicherheitsgesetz und das Arbeitsschutzgesetz.
Das Arbeitssicherheitsgesetz wurde 1973 im Gesetz über Betriebsärzte, Sicherheitsingenieure und andere Fachkräfte für Arbeitssicherheit neu geregelt. Dort sind Unternehmen mit mehr als 20 Beschäftigten verpflichtet, entsprechende Fachkräfte für Arbeitssicherheit zumindest beratend zur Seite zu haben.
Das Arbeitsschutzgesetz von 1996 hat das Ziel, die Gesundheit der Mitarbeiter durch die Mittel des Arbeitsschutzes zu sichern und auch zu verbessern. Das Arbeitsschutzgesetz unterteilt sich weiter in verschiedene Bereiche, wie z.B. die Bildschirmarbeitsverordnung, die Gefahrenstoffverordnung und die Arbeitsstättenverordnung.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problemstellung des betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) in kleinen und mittleren Unternehmen ein und definiert das Ziel, ein ganzheitliches Grundkonzept als Beraterleistung zu entwickeln.
2 Theoretische Grundlagen: Das Kapitel erläutert die Begriffsdefinitionen sowie die Bedeutung, Ziele und den aktuellen Stand des BGM, wobei insbesondere die Herausforderungen für KMU und die Notwendigkeit des BGM beleuchtet werden.
3 Auswertung der Umfrage: Hier werden das Design, die Durchführung und die Ergebnisse einer Online-Umfrage unter Unternehmen im Bodenseekreis detailliert dargestellt, um den IST-Zustand des BGM in der Praxis zu erfassen.
4 Konzept zur Einführung des BGM in KMU: Auf Basis der Umfrageergebnisse wird ein praxistaugliches, 15 Bausteine umfassendes Konzept entwickelt, das KMU als Leitfaden für die Implementierung eines ganzheitlichen BGM dient.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Kernergebnisse der Arbeit zusammen, würdigt die durchgeführte Untersuchung kritisch und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung des BGM in Unternehmen.
Schlüsselwörter
Betriebliches Gesundheitsmanagement, BGM, KMU, Gesundheitsförderung, Arbeitsschutz, Prävention, Mitarbeitergesundheit, Arbeitsfähigkeit, Unternehmenskultur, Fachkräftemangel, Demografischer Wandel, Mitarbeiterzufriedenheit, Gesundheitszirkel, Bedarfsanalyse, Nachhaltigkeit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Entwicklung eines ganzheitlichen Beratungskonzepts für kleine und mittlere Unternehmen (KMU), um die Einführung und Durchführung eines effektiven Betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) zu erleichtern.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zu den zentralen Themen gehören die theoretischen Grundlagen des BGM, die Analyse des Status quo in KMU, die Untersuchung von Widerständen bei der Einführung sowie die Ableitung praxisnaher Handlungsbausteine für ein stimmiges Konzept.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Hauptziel ist es, ein umsetzbares, stimmiges und finanziell tragfähiges BGM-Konzept speziell für kleine und mittlere Unternehmen zu entwickeln, um dem drohenden Fachkräftemangel und den Herausforderungen des demografischen Wandels zu begegnen.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Datengewinnung verwendet?
Zur Vertiefung des Wissensstandes aus der Fachliteratur wurde eine quantitative Online-Umfrage mittels Fragebögen bei Unternehmen in der Region Bodensee durchgeführt, deren Daten statistisch ausgewertet wurden.
Was wird im Hauptteil des Werkes behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte theoretische Aufarbeitung der Begriffe und Hintergründe des BGM sowie eine detaillierte Auswertung der empirischen Umfrageergebnisse, welche als Basis für die darauffolgende Konzeptentwicklung dienen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die zentralen Schlagworte umfassen Betriebliches Gesundheitsmanagement, KMU, Prävention, Arbeitsschutz, Mitarbeitergesundheit, Fachkräftemangel und Unternehmenskultur.
Warum ist das vorgestellte BGM-Konzept besonders für KMU geeignet?
Das Konzept ist modular aufgebaut und ermöglicht es Unternehmen, sich trotz knapper Ressourcen und fehlender Fachkompetenz auf ihre Kernkompetenzen zu konzentrieren, während externe Beratung unterstützt, das BGM in den Unternehmensalltag zu integrieren.
Wie spielt die Rolle des Geschäftsführers in diesem Prozess eine Rolle?
Die Studie identifiziert den Geschäftsführer als zentralen Erfolgsfaktor; sein Interesse und sein gesundheitsbewusstes Verhalten sind entscheidend, da das BGM in KMU oft mit der Geschäftsführung steht oder fällt.
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- Alexander Gohm (Author), 2011, Die Einführung eines betrieblichen Gesundheitsmanagement in kleinen und mittleren Unternehmen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/175500