1 Einleitung
In dieser Arbeit sollen Möglichkeiten des Controllings von Third Party Logistic An-bietern innerhalb der Supply Chain aufgezeigt werden. Ausgelagerte Logistik nimmt an Bedeutung stetig zu. Nach einer Studie von A. K. Kearney waren schon im Jahre 1995 bei 45% der deutschen Unternehmen Teile der Logistik ausgelagert und 94% der Unternehmen planten weiteres Outsourcing . Für die meisten Branchen wird wei-terhin mit einem Ansteigen des Fremdleistungsanteils in der Logistik gerechnet . Die Zukunftsprognosen reichen mittelfristig sogar bis zu einer völligen Fremdvergabe . Dies scheint vorrangig darin begründet zu sein, dass die logistischen Funktionen des Unternehmens häufig nicht als Kernkompetenz verstanden werden und sich daher für Outsourcingprojekte eignen . Die ausgelagerten Funktionen werden von den Kunden häufig weiterhin dem Unternehmen zugerechnet. Aus diesem Grund, und da der be-auftragte Dienstleister als Teil der Supply Chain zum Unternehmenserfolg beiträgt oder diesen zumindest beeinflusst, ist es notwendig Dienstleistungscontrolling in das Unternehmenscontrolling einzubeziehen.
Die Arbeit beginnt mit der Erläuterung der Kernbegriffe und geht dann zu den In-strumenten des Dienstleistercontrollings über. Es werden zuerst die Begriffe Logis-tikcontrolling, Third Party Logistikprovider, Outsourcing und Supply Chain Mana-gement erarbeitet.
Danach wird die Durchführung des Logistikcontrollings nach Hahn erläutert und verschiedene vorher ausgewählte Instrumente des Logstikcontrollings von outgesourcten Teilbereichen erörtert. Es sind die Bestimmung der Logistikosten und Logistikleisten zum Zweck der Kosten-Leistungsrechnung, das Controlling mittels Dienstleister Balanced Scorecard sowie das Controlling durch Budgetierung.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Erklärung grundlegender Begriffe
2.1 Logistik-Controlling als Schnittmenge von Logistik und Controlling
2.2 Third Party Logistic Provider als Ausprägung des Outsourcing
2.3 Supply Chain Management als Grundlage für Logistikfremdvergabe
3 Ablauf des Logistikcontrollings
4 Instrumente des Dienstleistercontrollings
4.1 Auswahl relevanter Instrumente anhand ihrer Verbreitung in der Literatur
4.2 Die Logistikkosten und –leistungen zum Zweck der Kostenleistungsrechnung
4.3 Controlling mittels Dienstleister Balanced Scorecard
4.4 Controlling mittels Budgetierung
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Notwendigkeit und Umsetzung eines effektiven Controllings für Third Party Logistic Provider (3PL) innerhalb der Supply Chain, um den Interessenkonflikt zwischen Dienstleister und Auftraggeber zu adressieren und den Unternehmenserfolg sicherzustellen.
- Grundlagen des Logistik-Controllings und SCM
- Struktur und Definition von Third Party Logistic Providern
- Ablauf und Instrumente des Logistikcontrollings
- Kosten-Leistungsrechnung als Steuerungsinstrument
- Anwendung von Balanced Scorecards und Budgetierung im Dienstleisterkontext
Auszug aus dem Buch
2.2 Third Party Logistic Provider als Ausprägung des Outsourcing
Der Begriff Outsourcing beinhaltet die englischen Wörter outside = draußen, resource = Mittel und use = benutzen. Er bedeutet, dass bestimmte ehemals interne Unternehmensbereiche und damit verbundene Tätigkeiten und Leistungen von externen Leistungserbringern übernommen werden. Der Dienstleister wickelt die ausgelagerten Prozesse eigenverantwortlich ab. Outsourcing stellt eine Erweiterung der herkömmlichen Make-or-buy Entscheidung dar, wobei es innerhalb der Entscheidung zur Eigenherstellung oder Fremdvergabe beim Outsourcing nur um die Fremderbringung von Dienstleistungen geht. Neben der Dienstleistungsfunktion werden dem Outsourcing-Begriff mittlerweile auch Informations- und Führungsfunktionen zugerechnet.
Die Konzentration des outsourcenden Unternehmens auf dessen Kernkompetenzen, sowie die Verbesserung des Logistikservices und die Logistikkostenreduktion sind die Hauptgründe für eine Auslagerung der Unternehmenslogistik. Weiterhin bietet das Logistikoutsourcing die Möglichkeit, auf Marktveränderungen schneller reagieren zu können und vormals fixe Kosten in variable Kosten umzuwandeln. Das outsourcende Unternehmen kann auch vom technischen Fortschritt des Dienstleisters profitieren, da der ausgelagerte Bereich nun in dessen Aufgabengebiet liegt. Mögliche Nachteile und Risiken des Outsourcing liegen in der resultierenden Abhängigkeit vom externen Dienstleister und dem Know-How-Verlust des outsourcenden Unternehmens an den Dienstleister.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung der Logistik-Auslagerung ein und formuliert das Ziel, Möglichkeiten für das Controlling von Logistik-Dienstleistern aufzuzeigen.
2 Erklärung grundlegender Begriffe: In diesem Kapitel werden die theoretischen Fundamente, bestehend aus Logistik-Controlling, Outsourcing, 3PL-Providern und SCM, definiert.
3 Ablauf des Logistikcontrollings: Dieses Kapitel beschreibt den sechsstufigen Regelkreis, der zur systematischen Steuerung und Überwachung der logistischen Ziele dient.
4 Instrumente des Dienstleistercontrollings: Hier werden ausgewählte Methoden wie die Kosten-Leistungsrechnung, Balanced Scorecard und Budgetierung zur Steuerung von Logistik-Dienstleistern detailliert erörtert.
5 Fazit: Das Fazit resümiert die Notwendigkeit des Controllings, um trotz vertrauensvoller Zusammenarbeit Interessenkonflikte zwischen Auftraggeber und Dienstleister zu bewältigen.
Schlüsselwörter
Logistik-Controlling, Third Party Logistic Provider, Supply Chain Management, Outsourcing, Logistikkosten, Dienstleistercontrolling, Kosten-Leistungsrechnung, Balanced Scorecard, Budgetierung, Prozesskostenrechnung, Kontraktlogistik, Unternehmenssteuerung, Effizienzsteigerung, Logistikkette, Fremdvergabe
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit behandelt das Controlling von externen Logistik-Dienstleistern, sogenannten Third Party Logistic Providern, innerhalb einer Supply Chain.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind Outsourcing-Strategien, die Definition und Einordnung von Logistik-Dienstleistern sowie der Einsatz spezifischer Controlling-Instrumente zur Steuerung dieser Dienstleister.
Welches Ziel verfolgt die Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es, Methoden aufzuzeigen, mit denen Auftraggeber die Leistung ihrer Logistik-Dienstleister transparent machen und den Erfolg sicherstellen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die existierende betriebswirtschaftliche Definitionen und Controlling-Ansätze für den speziellen Kontext des Dienstleister-Controllings adaptiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition der Grundlagen, die Darstellung des Logistik-Controlling-Regelkreises sowie die detaillierte Vorstellung der Instrumente Balanced Scorecard, Budgetierung und Kosten-Leistungsrechnung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Logistik-Controlling, Outsourcing, Supply Chain Management und Dienstleister-Balanced-Scorecard charakterisiert.
Was unterscheidet einen 3PL von einem 4PL Provider?
Ein 3PL agiert als Kontraktlogistiker mit Fokus auf komplexe Service-Ketten, während ein 4PL als Generalunternehmer fungiert, der ein ganzes Dienstleisternetzwerk managt.
Warum ist ein spezielles Dienstleistercontrolling notwendig?
Da der Dienstleister als Teil der Supply Chain zum Erfolg beiträgt, jedoch eigene Interessen verfolgt, ist ein Controlling notwendig, um Zielabweichungen frühzeitig zu erkennen.
Welche Rolle spielt die Balanced Scorecard in dieser Arbeit?
Sie wird als Instrument zur multidimensionalen Steuerung eingeführt, wobei sie um eine Kooperationsperspektive ergänzt wird, um die partnerschaftliche Beziehung abzubilden.
Wie kann das Budgetierungsverfahren verbessert werden?
Durch ein gemeinsames Gegenstromverfahren zwischen Auftraggeber und Dienstleister, basierend auf Prozessanalysedaten, können Budgets realistischer geplant werden.
- Arbeit zitieren
- Stephan Rühl (Autor:in), 2009, Controlling des Third Party Logistic Providers in der Supply Chain, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/175516