Kinderfernsehen - Sendung mit der Maus


Hausarbeit, 2009

13 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltverzeichnis

1. Beschreibung

2. Inhalt
2.1 Dargestellte Lebenswelt
2.2 Konfliktlösungen
2.3 Charaktere
2.3.1 Geschlechtsrollenbilder

3. Umsetzung

3.1 Humor
3.2 Spannung und Dramaturgie
3.3 Tempo
3.4 Machart und ästhetische Qualität

4. Originalität

5. Verständlichkeit und Eignung

ERKLÄRUNG ÜBER DIE SELBSTSTÄNDIGE ANFERTIGUNG DER HAUSARBEIT

Hiermit erkläre ich, Florian Gotthardt, dass ich die vorliegende Hausarbeit selbstständig angefertigt habe.

__________________________________

Unterschrift des o.g.

Köln, den 13.01.2009

1. Beschreibung

Als Thema für meine Hausarbeit habe ich die ,,Sendung mit der Maus“ ausgewählt, denn sie ist eine der bekanntesten Kindersendungen in Deutschland und jeder meiner Altersgenossen (Jahrgang 1982) dürfte sie aus dem Fernsehen kennen und auch selbst als Kind mit Freuden gesehen haben. Die Sendung mit der Maus lässt sich folgendermaßen beschreiben: ,,anregende Sachgeschichten bieten Wissenswertes aus dem Alltag und beantworten viele Warum-Fragen von Kindern. Eine bunte Mischung aus Trick- und Bildgeschichten sowie die lustigen Episoden mit der Maus und ihren Tierfreunden sorgen für Spaß und Abwechslung.“[1],,Die Sendung mit der Maus ist eine Magazinsendung mit Lach- und Sachgeschichten, welche die ARD schon seit Anfang der 70er Jahre ausstrahlt. Die Sendung besteht aus Zeichentrick- und Dokumentarfilmen, die zwischen drei und sechs Minuten lang sind. Sie sollen informieren (z.B. mit einer Dokumentation über die Herstellung von Musikinstrumenten), sind lustig und spannend, regen die Fantasie an, taugen auch zur Nachahmung. Zwischen diesen Beiträgen erscheint immer die Maus für 30 Sekunden bis zu einer Minute mit einer witzigen oder skurrilen Geschichte. Die Maus begleitet die Kinder nicht nur durch die Sendung, sie hält sie auch zusammen. Die Grundstimmung der Sendung ist wichtig: sich die spannende Welt anschauen. Das ist möglich, weil man sich aus der Geborgenheit in die weite und aufregende Welt der Dinge, Geschichten und Fantasien aufmacht.“[2] Für Kinder ist die Welt, so wie wir sie als Erwachsene kennen, groß, komplex, unübersichtlich und manchmal auch verwirrend. Dadurch, dass immer nur ,,häppchenweise“ verschiedene Dinge in den Sachgeschichten thematisiert werden, wie z.B. die Funktion eines bestimmten Geräts oder der technische Ablauf in einer Fabrik und die damit verbundene spezielle Fertigung eines Produkts und als Entspannung immer wieder die Lachgeschichten mittendrin erscheinen, werden die Kinder nie richtig überfordert. Als positiv darin zu sehen ist der Lerneffekt. Die Kinder lernen auf unkomplizierte und kindgerechte Art, denn die Sprache ist dem Verständnis der Kinder angemessen formuliert, frei von jeglichen Fachtermini und falls doch einmal ein komplizierter Begriff auftaucht, so wird dieser ausführlich erklärt. Die Sendung mit der Maus gehört in die Kategorie ,,Flaggschiffe des Lernens im Kinderfernsehen.“[3] Das Lernen findet auf verschiedenen Ebenen statt und bedient damit eine breitgefächerte Altersgruppe. Durch die unterhaltsamen Lachgeschichten zwischendurch sind die Kinder dann insofern entlastet, als dass sie die eben gelernten Zusammenhänge auf sachlicher Ebene in Ruhe speichern und verarbeiten können.

2. Inhalt

2.1 Dargestellte Lebenswelt

Die dargestellte Lebenswelt in der Sendung mit der Maus ist eine Mischform aus lebensnah-realistisch bis magisch-phantastisch, wobei diese beiden ,,Welten“ strikt voneinander getrennt bleiben, d.h. der Zeichentrick aus den Lachgeschichten würde sich niemals mit den realistischen Aufnahmen aus den Sachgeschichten vermischen. Die Sachgeschichten erklären den Kindern die Welt. In der von mir zu analysierenden Folge der Sendung mit der Maus handelt es sich um ein Hauptthema, welches sich wie ein roter Faden durch die ganze Sendung zieht: ,,Leben in Japan“. Die Folge beginnt einleitend mit der Vorstellung des Inhalts der Sendung, eine Art Inhaltsangabe, die den kindlichen Zuschauern zunächst einen groben Überblick verschafft, erst auf deutsch und anschließend auf japanisch. Der doppelte Vorspann ist das Charakteristische an der Sendung mit der Maus. Die Kinder werden dadurch damit vertraut gemacht, dass es verschiedene Sprachen gibt, die wiederum von verschiedenen Menschen aus unterschiedlichen Ländern gesprochen werden. Da das Thema der hiesigen Sendung „Japan“ beinhaltet, lautet die zweite Sprache im doppelten Vorspann natürlich ,,Japanisch“. Es werden lebensnahe, realistische Situationen gezeigt wie z.B. einleitend ein Eindruck von der Großstadt Tokio mit seinen Wolkenkratzern, die vollen U-Bahnen mit all den Menschen darin auf dem Weg zur Arbeit. Hier fangen die Unterschiede zum Leben in Deutschland bereits an. In der U-Bahn wird ein Mann mit weißer Maske gezeigt. Erklärend ertönt die Stimme des jungen Moderators Ralf, dass der Mann die Maske trägt, ,,weil er erkältet ist und die anderen nicht anstecken möchte.“,,Es wird in den U-Bahnen geschlafen, dabei lehnt man sich auch an den Nachbarn.“ Wieder etwas Ungewöhnliches, ja geradezu für uns Komisches. ,,So viel Schlaf ist ansteckend.“ Für die Kinder nachvollziehbar, denn Gähnen ist bekanntlich ansteckend. ,,Beim Aussteigen kann man sich nicht verbeugen, weil die Bahnen zu voll sind. Warum das so ist, erfahrt ihr nach dem nächsten Maus-Spot.“ Spätestens hier wird den kindlichen Zuschauern klar, dass Japan nicht nur ein anderes Land ist, sondern auch eines mit anderen Regeln und Gebräuchen. Der Maus-Spot zeigt Maus und Elefant wie sie zusammen spielen und ist als typischer Maus-Spot immer in Trickfilmform dargestellt. Nach dem Spot wird zu Ralf in die Realität geschaltet. Er trifft auf eine vierköpfige Familie, bestehend aus den Eltern und zwei kleinen Söhnen, die Nakamuras. Sie zeigen, dass man sich sowohl zu religiösen Zwecken als auch zur Begrüßung verbeugt, was sie dann auch tun, als Ralf ihnen gegenübertritt. Ralf will ihnen zunächst die Hand geben, so wie er es aus Deutschland gewohnt ist und so wie es der kindliche Zuschauer wohl auch getan hätte. Als sich die Familie verbeugt, erwidert er umgehend die Verbeugung mit einem ,,Konichi-wa“, was auf Deutsch ,,Guten Tag“ bedeutet und erklärt dazu, dass sich der Jüngere tiefer vor dem Älteren verbeugt. Im ersten Moment unklar warum, es folgt jedoch sofort die Ergänzung ,,wie der Schüler vor dem Lehrer“ und den Kindern als Zuschauern dürfte an dieser Stelle klar werden, dass dies eine Form des Respekts sein soll. Weitere kulturelle Unterschiede, die erläutert werden, sind die Formen der verbalen Kommunikation, so dass z.B. beim sich vorstellen zuerst der Nach- und anschließend erst der Vorname genannt wird, dass man niemals ,,Nein“ sagt, denn das sei unhöflich, sondern immer ,,Hai“, was ,,Ja“ bedeutet und falls man überhaupt nicht zustimmen möchte, dann diplomatisch antwortet: ,,Hm, interessant, ich denke darüber nach.“ Es folgt Maus-Spot Nr.2. Zu sehen ist die Ente, die nachdem sie ein paar Schritte gelaufen ist, immer wieder hinfällt. Der Elefant verfolgt sie zunächst, bläht sich auf bzw. sammelt Luft und gibt ihr mithilfe des Rüssels Auftrieb, so dass die Ente fliegen kann. Dann sieht man Ralf vor der Schule, in welche die Nakamura-Söhne gehen. Die Stimme aus dem Off: ,,Der Direktor begrüßt alle Schüler einzeln. Vor dem Unterricht stellen sich alle Schüler der Größe nach auf. Der Rektor hält eine Ansprache, indem er u.a. zu gesundem Essen und Milchtrinken rät. Bevor die Schüler den Klassenraum betreten, müssen diese die Schuhe ausziehen.“ Bis hierhin sind wieder eine Reihe von Unterschieden deutlich geworden. Der Klassenraum, in welchen Ralf hineingeht, sieht völlig ,,normal“ aus. Hier lässt sich keinerlei Unterschied zu einem deutschen Klassenzimmer feststellen. Da es sich offensichtlich um eine Grundschule handelt, bekommt Ralf einen Platz mit extra großem Tisch und Stuhl. Die Tische und Stühle der Kinder um ihn herum sind alle klein, so dass es wohl komisch aussehen muss, denn die Kinder, die neben ihm sitzen, müssen lachen. Der Moderator nimmt für kurze Zeit die Rolle des Schülers ein, um die Lehrerin vorne zu sehen, die nun eine Reihe von japanischen Schriftzeichen an die Tafel malt. ,,Die Schriftzeichen werden gemalt, da es sich bei vielen um Zeichen mit Symbolcharakter handelt.“ Ein strichmännchenähnliches Symbol sei also ein Mensch und um das Ganze für die Zuschauer kindgerecht zu erklären, nimmt Ralf als Beispiel den Baum: ,,Ein Kreuz, links ein Strich, rechts ein Strich, das ist also ein Baum.“ Dann geht Ralf nach vorne und malt einige japanische Schriftzeichen an die Tafel: ,,Die Maus“ auf japanisch. Dazu stellt er fest, ,,dass in Japan die Schüler bis zur 9.Klasse 2000 Schriftzeichen bzw. –symbole lernen. Wir in Deutschland lernen 26 Buchstaben und die müssen die Japaner natürlich auch noch lernen.“ Es folgt die Schulspeisung. Besonders auffällig hier sind ,,Essen mit Stäbchen“ sowie ,,Reis als wichtigstes Nahrungsmittel in Japan“. ,,Mmh! Reis!“ Dadurch versucht Ralf den Kindern als Zuschauern die Angst/Scheu vor dem unbekannten Essen zu nehmen.

[...]


[1] FLIMMO (2008): Programmberatung für Eltern (Hrsg.), Nr.2 Juni-Sep.2008, S.25.

[2] BACHMAIR, BEN (2001): Abenteuer Fernsehen. Ein Begleitbuch für Eltern. München 2001, S.83 f.

[3] ebd., S. 185.

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Kinderfernsehen - Sendung mit der Maus
Hochschule
Technische Hochschule Köln, ehem. Fachhochschule Köln
Note
1,7
Autor
Jahr
2009
Seiten
13
Katalognummer
V175522
ISBN (eBook)
9783640965151
ISBN (Buch)
9783640965298
Dateigröße
438 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
kinderfernsehen-sendung, maus
Arbeit zitieren
Florian Gotthardt (Autor), 2009, Kinderfernsehen - Sendung mit der Maus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/175522

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