1. Einleitung
A. Problemstellung – Die neuen Medien
Die Digitalisierung bedeutete die Krise des 20. und 21. Jahrhunderts im Mediengeschäft. Rückläufige Verkaufszahlen und die gemeine neue „Gratismentalität“ bedingt durch das neue Medium Internet bestimmten die Debatte. Bei all diesen Diskussionen ist die Frage nach möglichen Strategien sich den neuen Gegebenheiten anzupassen lange Zeit in den Hintergrund geraten und erst aufgetaucht, als es schon zu spät war. Zu spät, um aus der neuen Situation Gewinn zu ziehen. Die alten Medien müssen sich den neuen anpassen oder aufgrund gesellschaftlich fehlender Relevanz untergehen.Die Schnelllebigkeit der heutigen Gesellschaft hat in Verbindung mit dem Internet neue Formen der Informationsbeschaffung herausgebildet. Übersichtlich, kurz und knapp. So tauchte Mitte der 90er-Jahre parallel mit dem Aufstieg des Internets ein neuer Pressetyp auf, der Ausdruck dieser neuen digitalen Gesellschaft ist und sich aus dem Printbereich kommend, den neuen Gegebenheiten angepasst hat: die Gratiszeitung.
B. Ziel der Arbeit
Die Arbeit verfolgt die Zielstellung einen Überblick und eine Übersicht über Begrifflichkeiten der Presse zu geben und zu prüfen, wie der deutsche Zeitschriftenmarkt im Bereich der Gratispublikums-zeitschriften aussieht. Darüber hinaus werde ich in Analogie zu den bereits vorherrschenden Untersuchungen zur Gratiszeitung die gängigen Marketingmodelle zur Etablierung einer Gratispublikumszeitschrift aufzeigen.
C. Gang der Untersuchung
Die Arbeit ist inhaltlich in zwei Teile gegliedert.
In den Punkten 2 (Vorüberlegungen) und 3 (Terminologien) beschäftige ich mich aufgrund von mangelnder Literatur zum Thema Gratiszeitschriften, mit dem Untersuchungsgegenstand selbst, der Abgrenzung zur Pressegattung Zeitung (Punkt 3.1), der Zeitschrift (Punkt 3.2), ihrer Eingliederung in die verschiedenen Presseformen (Punkt 3.3), im Detail mit der Gattung Publikumszeitschrift (3.4) und entwickele aus den Beschreibungen zur Gratiszeitung (Punkt 3.6 und 3.7) eine Arbeitsdefinition der Publikumsgratiszeitschrift (Punkt 3.8).
Den zweiten Teil der Arbeit bilden die Gliederungspunkte 4 bis 7. Wie werden Gratistitel auf dem Markt lanciert (Punkt 5) und wel-che Herausforderungen stellen sich einem Verlag bei der Heraus-gabe einer neuen Zeitschrift (Punkt 6)? Wie lässt sich ein Gratis-blatt finanzieren (Punkt 7)? Nach der Beantwortung dieser Fragen, versuche ich einen Ausblick für Gratispublikumszeitschriften in Deutschland zu geben.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
A. Problemstellung – Die neuen Medien
B. Ziel der Arbeit
C. Gang der Untersuchung
2. Vorüberlegungen: Welche Zeitschriften kann man derzeit gratis und auf welchem Distributionsweg erhalten?
3. Terminologien
3.1 Definition Zeitung
3.2 Definition Zeitschrift und Abgrenzung von der Zeitung
3.3 Zeitschriftentypen
3.4 Die Publikumszeitschrift
3.5 Zwischenfazit
3.6 Exkurs: Die Entwicklung der Gratiszeitung in Europa und der Zeitungskrieg von Köln
3.7 Definition Gratiszeitung
3.8 Definition Gratispublikumszeitschrift
3.9 Zwischenfazit
4. Exkurs: Die Schweiz macht’s vor - „20 minuten friday“
5. Marktzutrittsschranken für Zeitschriften
6. Marketingstrategien der Verleger von Gratiszeitungen und -zeitschriften
7. Preisstrategie
8. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die theoretischen Grundlagen des Pressebegriffs, um das Phänomen der Gratispublikumszeitschriften im deutschen Markt zu untersuchen, und erarbeitet eine entsprechende Arbeitsdefinition, um Strategien und Marktzutrittsbarrieren für dieses Segment zu identifizieren.
- Theoretische Abgrenzung zwischen Zeitungen und Zeitschriften.
- Entwicklung einer Arbeitsdefinition für Gratispublikumszeitschriften.
- Analyse des Gratiszeitungsmarktes in Europa (insb. Schweiz vs. Deutschland).
- Untersuchung von Marketingstrategien und Marktzutrittsschranken für Gratistitel.
- Evaluation der wirtschaftlichen Potenziale für Verlage in Deutschland.
Auszug aus dem Buch
3.6 Exkurs: Die Entwicklung der Gratiszeitung in Europa und der Zeitungskrieg von Köln
Die erste Gratiszeitung wurde im Februar 1995 in Stockholm mit dem Titel „Metro“ von der schwedischen MTG verlegt. Sie gilt als Ausgangspunkt für die weltweite Weitergabe eines Geschäftsmodells, welches sich schnell verbreitet hat. Durch ihre andersartigen Merkmale stellt die Gratiszeitung einen neuen Zeitungstypus dar. Sie hat ihre Leserschaft seit 1995 erheblich gesteigert und gilt somit als eine ernstzunehmende Konkurrenz für die Tagespresse. Vier Jahre später erscheint die vom norwegischen Schibsted-Verlag gegründete Gratiszeitung „20 minuten“ in der Schweiz, welche dort mittlerweile die meistgelesene Tageszeitung ist.
Seit der Veröffentlichung der „Metro“ und der „20 minuten“ entstand in Europa eine Flut von verschiedenen Gratisblättern. Dieser neue Zeitungstypus wurde zum festen Bestandteil der jeweiligen Zeitungsmärkte, sodass auch schon bestehende Medienhäuser wie z. B. Tamedia aus der Schweiz ihr Produktportfolio um Gratisblätter erweiterten, um noch nicht erschlossene Zielgruppen, also Anzeigenmärkte, zu erreichen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Herausforderungen durch Digitalisierung und Gratismentalität im Mediengeschäft und definiert das Ziel, den deutschen Markt für Gratispublikumszeitschriften zu prüfen.
2. Vorüberlegungen: Welche Zeitschriften kann man derzeit gratis und auf welchem Distributionsweg erhalten?: Das Kapitel gibt einen Überblick über aktuelle Gratispublikationen und ordnet diese beispielhaft ein.
3. Terminologien: Es werden zentrale Begrifflichkeiten wie Zeitung, Zeitschrift und Gratiszeitung definiert und voneinander abgegrenzt, woraus eine Arbeitsdefinition für Gratispublikumszeitschriften entwickelt wird.
4. Exkurs: Die Schweiz macht’s vor - „20 minuten friday“: Das Fallbeispiel zeigt den Erfolg der Gratispublikumszeitschrift „20 minuten friday“ als erstes Modell dieser Art in Europa.
5. Marktzutrittsschranken für Zeitschriften: Dieses Kapitel erläutert strukturelle, strategische und institutionelle Barrieren, die den Markteintritt neuer Zeitschriften erschweren.
6. Marketingstrategien der Verleger von Gratiszeitungen und -zeitschriften: Es werden verschiedene Modelle wie das Invasions-, Abwehr- oder Expansionsmodell analysiert, mit denen Verleger auf den Markt reagieren.
7. Preisstrategie: Das Kapitel betrachtet die notwendigen Finanzierungsmodelle und Anzeigenstrategien, um durch Gratis-Produkte wirtschaftlich bestehen zu können.
8. Fazit: Die Arbeit schließt mit der Feststellung, dass Gratispublikumszeitschriften in Deutschland kaum existieren und diskutiert mögliche Zukunftsszenarien unter dem Einfluss digitaler Endgeräte.
Schlüsselwörter
Gratispublikumszeitschrift, Gratiszeitung, Medienökonomie, Marktzutrittsschranken, Zeitschriftenmarkt, Printbranche, Digitalisierung, Marketingstrategien, Gratismentalität, Publikumszeitschrift, Vertriebswege, Anzeigenfinanzierung, Medienwandel, Verlagsstrategie, Gratispublikation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Existenz und den Rahmenbedingungen von Gratispublikumszeitschriften im deutschen Medienmarkt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die theoretische Definition von Presseformen, der Vergleich zwischen Kauf- und Gratismedien, Markteintrittsstrategien sowie die Analyse von Erfolgsmodellen in Europa.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, Begrifflichkeiten zu klären und zu prüfen, ob und wie der deutsche Zeitschriftenmarkt durch das Modell der Gratispublikumszeitschrift besetzt werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf Literaturanalyse, der Erarbeitung von Begriffsdefinitionen und der Untersuchung von Fallbeispielen wie dem „Kölner Zeitungskrieg“ basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine terminologische Grundlegung, die Untersuchung der Marktzutrittsbarrieren sowie eine Analyse von Marketing- und Preisstrategien für Gratistitel.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Gratispublikumszeitschrift, Marktzutrittsschranken, Medienökonomie und Zeitschriftenmarkt charakterisiert.
Warum ist der „Kölner Zeitungskrieg“ ein wichtiges Beispiel für die Arbeit?
Er dient als exemplarisches Beispiel für aggressive Abwehrstrategien etablierter Verlage gegenüber neuen, unentgeltlichen Presseangeboten in Deutschland.
Warum konnte die „Welt aktuell“ nicht als klassische Gratiszeitung eingestuft werden?
Aufgrund der eingeschränkten Leserschaft, die sich spezifisch an Geschäftsreisende richtet, unterscheidet sie sich von Gratismodellen, die auf eine breite junge Leserschaft abzielen.
Welche Rolle spielt die „20 minuten friday“ für die Untersuchung?
Sie fungiert als erfolgreiches Referenzmodell, um aufzuzeigen, wie das Geschäftsmodell der Gratispublikumszeitschrift in der Schweiz erfolgreich umgesetzt wurde.
- Quote paper
- Franziska Baumheier (Author), 2010, Über die Existenz von Gratispublikumszeitschriften, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/175546