SixSigma zur Optimierung der Kostenträgerrechnung in Krankenhäusern und Rehabilitationseinrichtungen

Green Belt - Projekt und weitere Projektstudien


Projektarbeit, 2011

103 Seiten


Leseprobe

Gliederung

Vorwort

1) Einfuhrung

2) Erlauterung der Methode

3) Gesundheitspolitische Herausforderung

4) Besonderheiten im Gesundheitswesen

5) Verwendete statistische Verfahren

6) SixSigma-Projekte zurKostentragerrechnung
61) Projekt 1: Datenvalidierung der INEK-Kostentragerrechnung
611) Vorstellung der Kostentragerrechnung nach dem INEK-Kalkulationshandbuch
612) Projektphasen
613) Define
614) Measure
615) Analyze
616) Improve
617) Control
618) Schlussfolgerungen
619) Weitere Planungen
62) Projekt 2: Aufwand fur detailliertere Kostenermittlung in einem 48 kleinen Krankenhaus der Grundversorgung
621) BesonderheitenderKostentragerrechnungnachdem 48 INEK-Kalkulationshandbuch in einem kleinen Krankenhaus der Grundversorgung
622) Projektphasen
623) Define
624) Measure
625) Analyze
626) Improve
627) Control
628) Schlussfolgerungen
63) Projekt 3: Zunehmende Detaillierung einer Kostentragerrechnung einer Rehabilitationseinrichtung
631) Vorstellung der Kostentragerrechnung nach dem INEK-Kalkulationshandbuch
632) Projektphasen
633) Define
634) Measure
635) Analyze
636) Improve
637) Control
638) Erganzende Erkenntnisse

7) Fazit

8) Anhang
81) Literaturverzeichnis
82) Mitwirkung
83) Abkurzungsverzeichnis
84) SixSigma-Adressen im Internet
85) Untersuchte Krankenhauser

Vorwort

Die Entstehung des vorliegenden Buches ,,SixSigma zur Optimierung der Kostentragerrechnung in Krankenhausern und Rehabilitationseinrichtungen“ hat eine interessante und notwendige Vorgeschichte. Dazu gehort, dass sich das Unternehmensmanagement, hier das „Kommunalunternehmen "Krankenhauser des Landkreises Amberg-Sulzbach" St. Anna Krankenhaus Sulzbach-Rosenberg“ unter Leitung des Vorstands Herrn Christian Roppelt vorgenommen hatte, die Qualitat der Prozesse und ihrer Ergebnisse bei gleichzeitiger Erhohung der Wirtschaftlichkeit zu verbessern. Eine erhohte Wirtschaftlichkeit sollte eindeutig nicht zu Lasten der Qualitat erreicht werden, und eine Verbesserung der Qualitat ware aufgrund der gerade im Gesundheitswesen angespannten Finanzsituation nicht durchzuhalten gewesen. Zudem geben die Richtlinien der INEK deutliche Orientierungen hinsichtlich zulassiger Kalkulationsmethoden und Ergebnisse.

Vor diesem Hintergrund befasste sich nahezu das gesamte Managementteam der beiden Krankenhauser mit der Entscheidung zur Auswahl einer geeignet erscheinenden Methode, diese Zielsetzung zu erreichen. Nach eingehender Auseinandersetzung mit der Six Sigma Methode, deren Leistungsvermogen und deren Voraussetzung zur Anwendung erfolgte eine Teamentscheidung fur die Methode.

Der besondere Anspruch lag in der Entscheidung ein Team auszubilden, das in der Lage war, diese Methode selbst anzuwenden und eigenstandig die ausgewahlten Verbesserungsvorhaben methodenkonform zu organisieren und umzusetzen.

In diesem Buch werden nun drei Projekte aus dem ,,Bereich Rechnungswesen, Abrechnung, Controlling“ vorgestellt. Fur die Unternehmensberatung Six Sigma TC GmbH, die die Trainings fur das Team organisiert und durchgefuhrt hat, war es eine Uberraschung, dass gerade die Kostentragerrechnung aus dem Finanzbereich zum ersten Prufstein fur die Anwendbarkeit der Six Sigma Methode genommen wurde. Die bisherige Erfahrung zeigte namlich, dass selbst in Industrieunternehmen mit etablierter Six Sigma Methode an diese Prozesse eher spat oder zogerlich herangegangen wird.

Herr Klaus Emmerich hat in seinem Buch die erfolgreichen Umsetzungsgeschichten von gleich drei Projekten und die dabei gesammelten Erfahrungen dargestellt. Hierin gibt es keine Verschonerungen oder Veranderungen. Die Projektergebnisse der einzelnen Phasen und der angewendeten Wissenswerkzeuge werden genau so dargestellt, wie sie in der praktischen Arbeit entstanden sind.

Es hatte den Rahmen dieses Buchvorhabens gesprengt, um die Six Sigma Methode mit deren vielfaltigen Wissenswerkzeugen komplett darzustellen, aber eine kurze Einfuhrung und die Besonderheiten im Gesundheitswesen und einiger gesundheitspolitischer Herausforderungen sind enthalten.

Der Fokus ist auf die Umsetzungsstory ausgerichtet und bietet Raum fur viele Ergebniserlauterungen mitgrafischen und statistischen Darstellungen.

Wir wunschen Herrn Emmerich und alien Beteiligten aus dem ,,Kommunalunternehmen "Krankenhauser des Landkreises Amberg-Sulzbach" St. Anna Krankenhaus Sulzbach- Rosenberg“ weiterhin viel Erfolg.

Peter Dannenberg und Almut Melzer Six Sigma TC GmbH

1) Einfuhrung

„lst ein industrielles statistisches Verfahren zur Optimierung von Prozessablaufen im Gesundheitswesen einsetzbar? Dieser Fragestellung stellte sich das Kommunalunternehmen ,,Krankenhauser des Landkreises Amberg-Sulzbach" gemeinsam mit der Six Sigma TC GmbH. Untersucht werden sollten die Patientenkalkulationen der INEK-Kostentragerrechnung hinsichtlich moglicher Prozessveranderungen und den daraus resultierenden verbesserten Kalkulationsergebnissen. Behandlungsprozesse sollten optimiert und Kosten im Gesundheitswesen begrenztwerden."[1]

Zusatzlich wurde eine an die INEK-Kostentragerrechnung angelehnte Prozessorientierte Kostentragerrechnung fur Geriatrische Rehabilitation neu entworfen und mit zunehmendem Genauigkeitsgrad implementiert.

Die konkreten Fragestellungen waren:

- Genauigkeitsgrade der Kostentragerrechnung durch Verringerung von StorgroRen
- Genauigkeitsgrade aufgrund zunehmend genauerer und umfassendere elektronischer Dokumentation der Inputfaktoren (Leistungen) durch die betreffenden Krankenhauser.

Stets war die Frage zu untersuchen, ob sich die Genauigkeitsgrade durch veranderte bzw. erweiterte Dokumentationen nachhaltig verandern und damit der Aufwand genauerer Dokumentation rechtfertigen wurden.

2) Erlauterung der Methode

„Six Sigma ist eine Vorgehensweise zur Verbesserung von Prozessen und Dienstleistungen. Wenn es darum geht die betriebliche Effizienz zu verbessern, die Produktivitat zu steigern und Kosten zu senken, ist Six Sigma kaum zu schlagen. Zwei Ziele werden verfolgt: maximaler Unternehmenserfolg und gleichzeitig vollige Zufriedenheit des Kunden, der im beschriebenen Fall an einer fehlerfreien und verbesserten Patientenkalkulation interessiert ist.[2]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Die Ziele von Six Sigma [3]

Prozessveranderungen erfordern personellen und vielfach auch finanziellen Aufwand. Es ist durchaus vorstellbar, dass nicht die vorgenommene Prozessveranderung sondern andere fremde EinflussgroRen zu dem gewunschten Erfolg fuhren. Um dies auszuschlieRen, wird die SixSigma-Methode eingesetzt. In der Erprobungsphase wird statistisch nachgewiesen, dass genau die vorgeschlagene Prozessveranderung eine Verbesserung bewirkt. Kann dieser Nachweis nicht erbracht werden, wird nach anderen Moglichkeiten fur Verbesserungen gesucht. Das spart unnotigen Zeitaufwand und unnotige Kosten in den betroffenen Bereichen.

Six Sigma ist ein prazise strukturiertes projektbezogenes statistisches Verfahren zur Verbesserung von Prozessen mit den 5 Phasen eingesetzt: Definition des Problems (Define), Messverfahren (Measure), Analyse des Problems (Analyze), Beseitigung des Problems (Improve) und Kontrolle (Control)."[4]

Die Projektphasen haben folgende Bedeutung:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Projektphasen von SixSigma [5]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3: Die Verknupfung von Projekt, Methodik und Tools/Werkzeugen [6]

Erganzende Anmerkung:

Der Autor verwendet fur dieses Buch die Kenntnisse des erworbenen „Six Sigma Green Belt Zertifikats" des European Six Sigma Club Deutschland e.V. sowie die Erfahrungen seiner eigenen SixSigma-Projekte. Zusatzliche Literatur zur SixSigma-Methode wurde nicht verwendet. Stattdessen wird im Anhang auf wichtige Internetadressen verwiesen (Kap 84).

Zum vollstandigen Verstandnis der nachfolgenden Untersuchungen sind Kenntnisse in der Kostentragerrechnung in Krankenhausern und Grundkenntnisse der SixSigma-Methode erforderlich.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

3) Gesundheitspolitische Herausforderung

„Die gesundheitspolitische Herausforderung des SixSigma-Projektes: In der Industrie eingesetzt, wird ein genau definierter Output (z.B. Bremsweg eines Fahrzeugs) optimiert, indem die moglichen Input-Faktoren (z.B. Bremssystem, Bodenfeuchtigkeit u.A.) variiert werden. Anders als bei einem industriellen Produkt mit entsprechenden Standardprozessen liegen einer prozessorientierten Kostentragerrechnung jedoch individuelle Patienten mit unterschiedlichen Hauptdiagnosen, Nebendiagnosen, Prozeduren, Untersuchungen, Therapien, Aufenthaltszeiten, Alter und Krankengeschichte als Inputfaktoren zugrunde, die in verschiedener Weise Einfluss auf den Gewinn oder Verlust einer Patientenkalkulation als Output-GroRe nehmen. Es gibt als Output eben nicht den einen Gewinn der einen DRG.“ [7]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 4 Einflussfaktoren auf die Paltienltenkalkulation und den Patienlenprozess

4) Besonderheiten im Gesundheitswesen

SixSigma dient der Optimierung von Prozessen. Geht es bei der industriellen Produktion im Regelfall um eine zunehmende Genauigkeit und Verbesserung der Produktionsergebnisse, so bedeutet das Ziel der Prozessveranderung:

a) Verbesserung des Outputs (z.B. Verringerung des Bremsweges, Erhohung der Geschwindigkeit
b) Verringerung der Streuung des Outputs, um dadurch die Genauigkeit des Outputs zu erhohen und den Prozess beherrschbar, d.h. fahig zu machen.

Da es um ein Zielergebnis der Produktion bzw. des Outputs geht, kann bei hinreichend grower Produktionsmenge haufig von einer Normalverteilung der Output-Ergebnisse ausgegangen werden, dies kann den Analyse- und Kontrollaufwand senken.

Anders stellt sich die Situation bei der Patientenkalkulation im Klinikbereich dar. Es geht zwar um ein Kalkulationsverfahren, das jedoch fur eine Vielzahl unterschiedlicher Patienten mit unterschiedlichen Erkrankungen, Nebenerkrankungen, Verweildauern im Krankenhaus und unterschiedlichen Behandlungsmethoden einsetzbar sein soll.

Angestrebt wird deshalb die Kalkulation unterschiedlicher Outputs und damit eine moglichst differenzierte Kostenerhebung.

Das bedeutet konkret:

a) Streuung:

- Je detaillierter die Erhebungsmethode fur die Kosten ist, d.h. je mehr Inputfaktoren erhoben werden, desto mehr Streuanteile der erhobenen Kosten werden erklarbar.
- Eine verringerte Streuung ist aber z.B. erwunscht, wenn es um Beseitigung von StorgroRen geht.

b) Normalverteilung:

- Die Differenziertheit der Kosten unterschiedlicher Patienten mit unterschiedlichen Erkrankungen (Inputs) und Behandlungsmethoden (Outputs) fuhrten bei allen bisherigen SixSigma-Projekten zur Patientenkalkulation dazu, dass die Daten nicht normalverteilt waren.
- Die nicht normalverteilten Daten erfordern deshalb i.d.R. auch gesonderte statistische Verfahren, um Prozessveranderungen hinsichtlich ihrer Nachhaltigkeit beurteilen zu konnen.

c) Variable Oder attributive Daten

Hinsichtlich der Auswahl geeigneter statistischer Verfahren lagen sowohl bei den die Patientenkalkulation beeinflussenden Inputfakten als auch beim Ergebnis (Kosten je Patient, Kosten je Patient und Tag, Gewinn/Verlust eines Patienten) variable Daten vor. Attributive Inputdaten (Diagnosedaten vorhanden? Ja oder nein) wurden nur einmal erhoben.

d) Vollerhebung

Im Regelfall werden fur die Beurteilung neuer Prozessablaufe Stichproben erhoben und von dort auf die Grundgesamtheit geschlossen. Wenn es um die Patientenkalkulation geht, liegen bereits die Daten aller stationaren Patienten des Erhebungszeitraums im Sinne einerVollerhebung vor.

Als Inputfaktoren verfugt aufgrund von § 21 KHEntgG jedes Krankenhaus des Bundesrepublik Deutschland uberfolgende Daten zu jedem stationaren Patienten[8]:

Falldaten

Entlassender Standort K n2 leer|’01’ ff.

Entgeltbereich M an3 ‘DRG‘|‘PSY‘|“PIA“ (siehe Hinweise)

KH-internes Kennzeichen des Behandlungsfalls M an..15

Institutionskennzeichen der Krankenkasse K an9 Muss-Angabe bei GKV-Patienten

Geburtsjahr M n4 JJJJ

Geburtsmonat *Kn2 MM

Geschlecht M a1

PLZ M an5

Aufnahmedatum M an12 JJJJMMTTHHMM

Aufnahmeanlass M a1

Aufnahmegrund K an4

Fallzusammenfuhrung M an1 J/N

Fallzusammenfuhrungsgrund K an2

Aufnahmegewicht * Kn..5 99999, in Gramm

Entlassungs-/Verlegungsdatum M an12JJJJMMTTHHMM

Entlassungs-/Verlegungsgrund M an3

Alter in Tagen am Aufnahmetag *Kn..3

Alter in Jahren am Aufnahmetag Kn..3

Patientennummer M an..15

Anzahl interkurrenter Dialysen Kn..3

Beatmungsstunden Kan..4

Behandlungsbeginn vorstationar K an8 JJJJMMTT

Behandlungstage vorstationar K n1

Behandlungsende nachstationar K an8 JJJJMMTT

Behandlungstage nachstationar K n..2

Institutionskennzeichen des verlegenden Krankenhauses K an9 Belegungstage in einem anderen Entgeltbereich K n..2 Beurlaubungstage im BPflV-Entgeltbereich Kn..3

- bei Kindern bis zur Vollendung des 1. Lebensjahres

Fachabteilungsangaben (wiederholbar) fallbezogen Fachabteilung M an6

Datum der Aufnahme in die Fachabteilung M an12 JJJJMMTTHHMM

Datum derVerlegung-/Entlassung aus der Fachabteilung M an12 JJJJMMTTHHMM

Diagnosenangaben (wiederholbar max. 50) fallbezogen

Diagnoseart M an..3 HD|ND

ICD-Version M an..6

Diagnoseschlussel (ICD-Kode) M an..9

Lokalisation K a1

Diagnosensicherheit K a1 nur fur Falle nach § 118 SGB V Sekundar-Diagnoseschlussel (Sekundar-Kode) Kan..9 Lokalisation K a1

Diagnosensicherheit K a1 nur fur Falle nach § 118 SGB V Prozedurenangaben (wiederholbarmax. 100)fallbezogen siehe Hinweise zu teilstationaren Fallen!

OPS-Version M an..6

Prozedurenschlussel (QPS-Kode) M an..11 Lokalisation K a1

OPS-Datum M an12 JJJJMMTTHHMM Belegoperateur Kan1J Beleganasthesist Kan1J Beleghebamme K an1 J

Entgeltdaten des Behandlungsfalls (wiederholbar. max. 98)

KH-internes Kennzeichen des Behandlungsfalls M an..15

Institutionskennzeichen der Krankenkasse K an9 Muss-Angabe bei GKV-Patienten Entgeltart M an8

Entgeltbetrag Mn..10 99999999,99

Entgeltanzahl M n..3 999

Tage ohne Berechnung/Behandlung K n..3 999

Weitere zwingende Inputdaten sind - sofern entsprechende Kostenstellenbereiche im Krankenhaus vorliegen - zwecks Kostenerhebung der Patientendaten entsprechend INEK- Kalkulationshandbuch Version 3.0 folgende Angaben je Patient[9]:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tab. 1: Anlage 5 des Handbuchs KALKULATION VON FALLKOSTEN [10]

Im Kommunalunternehmen ,,Krankenhauser des Landkreises Amberg-Sulzbach" ist keine Dialyseabteilung vorhanden. Alle anderen Kostenstellenbereiche und Kostenartenbereiche liegen vor.

An Outputfaktoren im Sinne einer Vollerhebung liegen folgende Kostendaten zwingend vor [11]:

Kostendaten des Behandlungsfalls (wiederholbar):

Angabe erfolgt nur, wenn Kostenwert > 0

Entgeltbereich M an3

KH-internes Kennzeichen des Behandlungsfalls M an..15 Kostenmodul-Kostenstellengruppe M an..2 Kostenmodul-Kostenartengruppe M an..2 Kostenwert Mn..10 99999999,99 Pflegetag M an8 JJJJMMTT

e) Manuelle elektronische Eintrage

Alle Inputfaktoren sind manuelle Eingaben in das Klinik-lnformationssystem. D.h. Arzte, Pflegekrafte und medizintechnisches Personal erheben die erforderlichen Daten. Messungen beruhen also nicht auf einem automatisierten Datenerfassungsprozess, wie haufig in Produktionsbetrieben anzutreffen, sondern erfordern manuelle Eingaben von Mitarbeitern mit der Moglichkeit von Fehleingaben.[5]

5) Verwendete statistische Verfahren

Mit Blick auf die in Kapitel 4 beschriebenen Besonderheiten im Gesundheitswesen kamen bei den bisherigen Untersuchungen zur Optimierung der Kostentragerrechnung folgende statistischen Verfahren zum Einsatz:

- Test auf Normalverteilung
- Regelkarten
- Boxplots zur grafischen Darstellung von Mittelwert und Streuung des Outputs
- Test auf gleiche Varianzen
- T-Test
- Korrelationsanalyse
- Mann-Whitney-Test
- X2Test fur attributive Daten.

6) SixSigma-Projekte zur Kostentragerrechnung

61) Projekt 1: Datenvalidierung der INEK-Kostentragerrechnung

611) Vorstellung der Kostentragerrechnung nach dem INEK-Kalkulationshandbuch

Wie in Kapitel 4 beschrieben, ermittelt die DRG-Kostentragerrechnung nach dem INEK- Kalkulationshandbuch V 3.0 die Kosten des Krankenhauses nach Kostenstellen und Kostenarten:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 5: Kostenarten des Krankenhauses [12]

Gerade 316 Krankenhauser von ca. 2.100 der Bundesrepublik Deutschland nehmen am Kalkulationsverfahren des INEK-lnstituts teil (Jahr 2009). Der Aufwand ist nicht unerheblich. Als Ergebnis stehen die Kosten jedes einzelnen Patienten detailliert zur Verfugung:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 6 Kalkuliertes Patientendefizit, DRG H08B, Summe = Istkosten, Summe INEK = INEK-Kosten [13]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 7: Grafische Darstellung der Prozesskosten des defizitarsten Patienten der DRG H08B unter Darstellung der an jedem Tag entstehenden Kostenarten [14]

Grafiken gleichen die hauseigenen Patientenkosten mit den durchschnittlichen Kosten der betreffenden DRG aller INEK-einreichenden Krankenhauser ab und machen ggf. die aus dem Prozessablauf entstehenden uberhohten Kosten sichtbar:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 8: Vergleich Ist-Kosten (Summe) und INEK-Kosten (Summe INEK) des Patienten nach Kostenstellen [15]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 9: Vergleich Ist-Kosten (Summe) und INEK-Kosten (Summe INEK) des Patienten nach Kostenarten [16]

612) Projektphasen

Glauben Sie Ihren eigenen Daten nicht - dies war die erste zentrale Erkenntnis des SixSigma-Projektes. Ursprunglich war geplant, die den defizitar kalkulierten Patientenbehandlungen zugrunde liegenden Prozesse zu optimieren. Aufgrund z.T. unpIausibler Daten wurde deshalb vorab eine Datenvalidierung durchgefuhrt, um damit die Wirksamkeit der Patientenkalkulation fur Steuerungszwecke zu verproben. Hierzu wurden die unter A) benannten Projektschritte durchgefuhrt:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 10: Projektverlauf, hier Projektschritt A, Datenvalidierung

613) Define

In der Define-Phase ging es um die Beschreibung des Projektziels (Projektstatusblatt), die Darstellung des Projektverlaufs (Zeitplan) sowie die Beschreibung der wichtigsten Input- und Outputfaktoren (SIPOC).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 11: Projektstatusblatt

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 12: Zeitplan

[...]


[1] Klaus Emmerich, Finanzmanagement im Krankenhaus - Innovative Ansatze, Verlag medhochzwei, Heidelberg 2011, S. 69, www.medhochzwei-verlag.de

[2] Klaus Emmerich, Finanzmanagement im Krankenhaus - Innovative Ansatze, Verlag medhochzwei, Heidelberg 2011, S. 69, www.medhochzwei-verlag.de

[3] vgl. Almut Melzer, Wirtschaft in Ostwurttemberg, Ausgabe 10/ 2010, Heidenheim 2010, Herausgeber: Industrie- und Handelskammer Ostwurttemberg, Klaus Emmerich, Christian Roppelt, Almut Melzer, SixSigma und prozessorientierte Kostentragerrechnung. In: Krankenhaus IT Journal, Ausgabe 6 / 2010, Hrsg.: Antares Computer Verlag GmbH, Dietzenbach 2010, S. 16-17

[4] Klaus Emmerich, Finanzmanagement im Krankenhaus - Innovative Ansatze, Verlag medhochzwei, Heidelberg 2011, S. 70, www.medhochzwei-verlag.de

[5] vgl. Almut Melzer, Wirtschaft in Ostwurttemberg, Ausgabe 10/ 2010, Heidenheim 2010, Herausgeber: Industrie- und Handelskammer Ostwurttemberg, Klaus Emmerich, Christian Roppelt, Almut Melzer, SixSigma und prozessorientierte Kostentragerrechnung. In: Krankenhaus IT Journal, Ausgabe 6 / 2010, Hrsg.: Antares Computer Verlag GmbH, Dietzenbach 2010, S. 16-17

[6] vgl. Almut Melzer, Wirtschaft in Ostwurttemberg, Ausgabe 10/ 2010, Heidenheim 2010, Herausgeber: Industrie- und Handelskammer Ostwurttemberg, Klaus Emmerich, Christian Roppelt, Almut Melzer, SixSigma und prozessorientierte Kostentragerrechnung. In: Krankenhaus IT Journal, Ausgabe 6 / 2010, Hrsg.: Antares Computer Verlag GmbH, Dietzenbach 2010, S. 16-17

[7] Klaus Emmerich, Finanzmanagement im Krankenhaus - Innovative Ansatze, Verlag medhochzwei, Heidelberg 2011, S. 72, www.medhochzwei-verlag.de

[8] Anlage zur Vereinbarung uber die Ubermittlung von Daten nach § 21 Abs. 4 und Abs. 5 KHEntgG: Daten nach § 21 KHEntgG - Version 2011 fur das Datenjahr 2010, veroffentlicht durch das INEK-Institut, S. 4, www.g-drg.de

[9] [10] vgl. KALKULATION VON FALLKOSTEN, Handbuch zur Anwendung in Krankenhausern. Version 3.0, Deutsche Krankenhaus Verlagsgesellschaft mbH, Dusseldorf 2007, Hrsg: Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG), Spitzenverbande der Krankenkassen (GKV), Verband der privaten Krankenversicherung (PKV), S. 239

[11] Anlage zur Vereinbarung uber die Ubermittlung von Daten nach § 21 Abs. 4 und Abs. 5 KHEntgG: Daten nach § 21 KHEntgG - Version 2011 fur das Datenjahr 2010, veroffentlicht durch das INEK-Institut, S. 25, www.g-drg.de

Ende der Leseprobe aus 103 Seiten

Details

Titel
SixSigma zur Optimierung der Kostenträgerrechnung in Krankenhäusern und Rehabilitationseinrichtungen
Untertitel
Green Belt - Projekt und weitere Projektstudien
Autor
Jahr
2011
Seiten
103
Katalognummer
V175556
ISBN (eBook)
9783640966516
ISBN (Buch)
9783640966820
Dateigröße
3520 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Das Buch "SixSigma zur Optimierung der Kostenträgerrechnung in Krankenhäusern und Rehabilitationseinrichtungen" setzt Kenntnisse in der INEK-Kalkulation für Krankenhäuser (DRG-Kostenträgerrechnung) voraus. Grundkenntnisse im statistisch-prozessorientierten SixSigma-Verfahren wären hilfreich, um die Herleitung der Ergebnisse und Erkenntnisse lückenlos nachvollziehen zu können. Das erste beschriebene Projekt diente dem Erwerb des Green-Belt des European Six Sigma Club Deutschland e.V. Das Autorenhonorar geht direkt an Karlheinz Böhms Äthiopienhilfe "Menschen für Menschen".
Schlagworte
Six Sigma, Kostenträgerrechnung, Krankenhäuser, Rehabilitationseinrichtungen, Controlling, Betriebswirtschaft, INEK-Kalkulation
Arbeit zitieren
Klaus Emmerich (Autor), 2011, SixSigma zur Optimierung der Kostenträgerrechnung in Krankenhäusern und Rehabilitationseinrichtungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/175556

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