Weblogs in den Bildungswissenschaften

Beschreibung, Umsetzung und Reflexion einer eigenen Weblogidee


Seminararbeit, 2011

19 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltverzeichnis

1 Einleitung

2 Weblogs
2.1 Definition und Ursprung
2.2 Elemente und Typen von Weblogs
2.3 Weblogs in den Bildungswissenschaften

3 Instructional Design
3.1 Definition
3.2 Verfahrensschritte und ID-Modelle

4 Der Weblog „Schule motiviert!“
4.1 Die Idee: Motivationskonzepte
4.2 Die Konzeption: Das Design
4.3 Die Umsetzung: Layout, Funktionen und Motive

5 Zusammenfassung und Ausblick

Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Die Entwicklung von der Industrie- zur Wissensgesellschaft der letzten Jahre ging mit der Annahme einher, dass die Welt in einer digitalisierten und vernetzten Form vorliegt. Neue Kommunikationsformen über das Internet oder über mobile Endgeräte lassen es zu, dass man rein theoretisch in Echtzeit mit den Menschen auf der ganzen Welt relativ problemlos kommunizieren kann. Auch die herkömmlichen Formen des Lernens bekommen durch neue technologische Innovationen eine Vielzahl neuartiger Möglichkeiten wie beispielsweise einem Lernen in virtuellen und authentischen Kontexten. Wissen erscheint heutzutage nicht mehr als ein statisches Gut sondern als ein flexibles und jederzeit erweiterbares Produkt eines Kollektivs, an dessen Gestaltung die Netzwerkgesellschaft maßgebend beteiligt ist. Für die Bildungswissenschaften bedeutet dies, verstärkt Konzepte einzusetzen, in denen Wissen kollaborativ vermittelt wird und ebenso die Chance geboten wird, selbst der Urheber und Gestalter von Wissenssituationen zu sein (vgl. Bastiaens 2010, 11-17).

Diese grundlegenden Veränderungen in den Kommunikationskulturen ermöglichen ein Lernen unabhängig von Ort und Zeit. Die herkömmliche face-to-face-Kommunikation (kurz: ftf-Kommunikation) der Präsenzveranstaltungen wird durch eine computermittelnde Kommunikation (kurz: cvK) erweitert. Im Web 2.0 hält man Kontakt über Chats, E-Mail, Foren und Skype. Zur herkömmlichen „Offline-Identität“ gesellt sich eine „Online-Identität“, die vollkommen neue Möglichkeiten für individuelle Selbsterfahrungen bietet. Vor allem in den sozialen Netzwerken findet Wissensaustausch statt, da man als aktives Mitglied des Internets Wissen und semantische Strukturen maßgebend mit beeinflusst. Medienkompetenz wird zu einer wichtigen Schlüsselqualifikation, um am Leben der Wissensgesellschaft aktiv teilnehmen zu können (vgl. Bastiaens 2010, 18-21).

Lehr- und Lernkonzepte mit neuen Medien müssen auf diese veränderte Situation der Lernenden eingehen. Dies kann natürlich einerseits nur durch die konsequente Weiterbildung der Lehrkräfte und andererseits durch eine permanente Orientierung an den Lernenden und ihrer Lebenswelt gelingen. Besonders Weblogs eignen sich für einen bildungswissenschaftlichen Einsatz, da sie die medialen Gewohnheiten der Informationsgesellschaft aufgreifen.

Die hier vorliegende Abschlussarbeit des ersten Moduls des Masterstudiengangs „Bildung und Medien“ (eEducation) möchte die Funktionen und Motive von Weblogs in den Bildungswissenschaften darstellen, das Instructional Design als technologische und präskriptive Aussage zur effektiven Gestaltung von Lernumgebungen präsentieren sowie das Thema, Konzept und Design eines selbstentworfenen Weblogs vorstellen und reflektieren.

Schließlich möchte ich noch kurz anmerken, dass ich in der vorliegenden Hausarbeit hauptsächlich die männliche Substantivform verwende, welches lediglich aus Gründen der Effizienz und nicht der Diskriminierung geschieht. Ebenso entscheide ich mich bei der Verwendung des Begriffs Weblog (kurz: Blog) für die maskuline Form, wohlwissend, dass für dieses Wort auch das Neutrum verwendet werden kann.

2 Weblogs

Waren die ersten Webseiten im Internet noch statisch, nicht für alle verfügbar mangels technischer Möglichkeiten, optisch nicht sehr ansprechend und dienten ausschließlich zur Informationsvermittlung, so erleben wir heute im Internet das Phänomen eines etablierten Massenmediums, welches sich beispielsweise durch die nahtlose Einbindung multimedialer Anwendungen, einer ständigen problemlosen Erreichbarkeit, aktueller dynamischer Inhalte und der Möglichkeit der persönlichen Partizipation auszeichnet. Weblogs verkörpern hierbei besonders eingehend die Kennzeichen eines Internets der zweiten Generation (Web 2.0), in welchem sich die Informationsgestaltung aus den Mechanismen einer Netzwerkgesellschaft herleitet. Der Mehrwert für die Bildungswissenschaften liegt nun darin, dass der Lernende die Rolle des Wissensvermittlers übernehmen kann und sich in der kollaborativen Arbeit mit anderen meistens ein fundiertes Verständnis des Lerngegenstands ergibt. Aus passiven Zuhörern einer Präsenzveranstaltung sind aktive Teilnehmer geworden, die Wissen erarbeiten, präsentieren, sich damit auseinandersetzen und weiterentwickeln.

2.1 Definition und Ursprung

Der Amerikaner Jorn Barger (*1953) prägte 1997 den Begriff Weblog als eine Zusammensetzung aus den Wörtern „Web“ sowie „Logbuch“ und definierte ihn wie folgt: ˮA Web page where a Web logger ‘logs’ all the other Web pages she finds interesting“ (zitiert nach Blood 2004, 54). Sein Weblog „Robot Wisdom“ (www.robotwisdom.com) gilt als einer der ersten und einflussreichsten seiner Art. Allerdings war Barger nicht wirklich der erste Blogger. Bereits in der ersten Hälfte der 90er Jahre gab es Einzelpersonen oder Institutionen, die regelmäßig aktualisierte Webseiten unterhielten, welche sich als eine Art Informationsfilter für das sich rasant entwickelnde World Wide Web verstehen wollten. Später kamen Seiten dazu, die als „Online-Journal“ den Schwerpunkt auf die Reflexion und Darstellung persönlicher Themen legten (vgl. Schmidt 2006, 13f.).

Für Jorn Barger waren vor allem die 1998er und 1999er Jahre die „Goldenen Jahre“ des Weblogs, weil er in diesen Zeiten den von ihm formulierten Anspruch an Weblogs, eine Art moderierte Linksammlung zu sein, besonders eindrucksvoll und konsequent umgesetzt sah (vgl. Barger 2007).

Prinzipiell geht es bei einem Weblog laut Alby (2008) um eine ständig aktualisierte Webseite, die sich aus chronologisch sortierten Einträgen – meistens beginnend mit dem neuesten Beitrag auf der Startseite – zusammensetzt (vgl. Alby 2008, 21). Thematisch sind den Bloggern dabei keine Grenzen gesetzt und so verwundert es auch nicht, dass sich das Genre des Weblogs von der anfänglichen Bargerschen Intention als kommentierte Linksammlung mehr und mehr in Richtung reflexiver Tagebücher über die Beweggründe des Lebens entwickelt. Dennoch stellt die Verlinkung an sich das wesentliche Kriterium eines Weblogeintrags dar, da nur durch sie das Medium des Hypertextes bewahrt werden kann: „Weblogs lassen sich nur verstehen, wenn man dem Link folgt und dann (vielleicht) wieder zu dem Blog zurückkehrt“ (Kantel 2007). Wichtig in diesem Zusammenhang ist vor allem, dass Weblogs kein lineares Medium darstellen sondern eine Art komplexes Geflecht, das gegenseitiges Lesen und Verlinken fördern möchte (vgl. Kantel 2007).

2.2 Elemente und Typen von Weblogs

Weblogeinträge sind meistens durch einen Titel, einen Zeitstempel, einen Verfassernamen sowie einer Einordnung in eine bestimmte thematische Kategorie versehen. Den Bloggern stehen neben Textelementen sämtliche multimediale Möglichkeiten für ihre Einträge zur Verfügung. Permalinks – also eine dauerhafte Verlinkung durch eine feste Webadresse – ermöglichen den direkten Bezug auf einen bestimmten Weblogeintrag. Darüber hinaus fördert die gegenseitige Verlinkung mit Weblogeinträgen anderer, thematisch-ähnlicher Weblogs (Trackbacks) ein über den eigenen Blog hinausgehendes Verständnis der Problematik und die Vernetzung eines flexiblen Wissensbestands. Andere Elemente von Weblogs können RSS-Feeds (automatisches Verfolgen von Einträgen, ohne die entsprechende Seite besuchen zu müssen), Blogrolls (Linksammlung zu ähnlichen oder interessanten Weblogs) und ein Archiv, wo die älteren Einträge zu finden sind, sein (vgl. Bastiaens 2010, 47).

Es gibt zwei Möglichkeiten, wie man Weblogs ohne großen Programmieraufwand selber betreiben kann. Zum einen, indem man die entsprechende Software installiert und ihn so nach dem Hochladen auf einen Server beispielsweise in die eigene Homepage einbinden kann oder anderseits, indem man die Software eines Anbieters auswählt, der die unterschiedlichen Blogs online verwaltet (vgl. Schmidt 2006, 14). Letzteres mag sicherlich die schnellere und einfachere Variante sein, geht aber auch oft mit dem Einblenden von Werbung und anderen externen Links einher, die man nur selten ausblenden kann.

Die Mehrheit der Blogs werden heutzutage als eine Art Online-Tagebuch individuell genutzt, „um persönliche Gefühle, Gedanken oder Erfahrungen niederzuschreiben“ (Bastiaens 2010, 48). Dabei ist es häufig so, dass dies der Selbstdarstellung, dem Identitätsmanagement und auch der Pflege sozialer Kontakte dienen kann. Sehr oft werden Weblogs allerdings auch als Meinungsmacher verstanden, in dem Sinne, dass der Blogger seine Meinung zum Tagesgeschehen, gegenüber Unternehmen und Organisationen sowie anderen Personen veröffentlicht. Dies kann durchaus in einem privaten Rahmen (z.B. privater Blog) geschehen, wird aber daneben verstärkt auch von Interessenvertretern eines bestimmten beruflichen, gesellschaftlichen und politischen Kreises benutzt, um Weblogs für eigene Interessen zu instrumentalisieren. Diese nichtpersönlichen Funktionsweisen von Weblogs gehen sogar so weit, dass man eine Vielzahl an Weblogs heutzutage nicht mehr als ein unabhängiges Medium einordnen kann (vgl. Bastiaens 2010, 48-51). Für die gegenwärtige Medienkompetenz bedeutet dies auf alle Fälle auch, dass sie auf eine gewisse Art und Weise die Fähigkeit einer kritischen Aneignung der im Internet angebotenen Meinungen und Ansichten vermitteln sollte. Außerdem sollte die Transparenz der Weblogeinträge bezüglich der Fragen der Urheberschaft von entlehnten Texten sowie anderen Elementen gewahrt bleiben. Schon Jorn Barger weist darauf hin, dass man in einem Weblogeintrag alle verwendeten Quellen angeben sollte (vgl. Barger 2007).

2.3 Weblogs in den Bildungswissenschaften

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, Weblogs gezielt in Lehr- und Lernsituationen einzusetzen. Im Ganzen lassen sich nach Bastiaens (2010) in teilweiser Anlehnung an Röll (2005) fünf Typen unterscheiden, auf die ich im Folgenden kurz eingehen möchte:

[...]

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Weblogs in den Bildungswissenschaften
Untertitel
Beschreibung, Umsetzung und Reflexion einer eigenen Weblogidee
Hochschule
FernUniversität Hagen  (Kultur- und Sozialwissenschaften)
Veranstaltung
Lehren und Lernen in der Wissensgesellschaft
Note
1,3
Autor
Jahr
2011
Seiten
19
Katalognummer
V175572
ISBN (eBook)
9783640966028
ISBN (Buch)
9783640966448
Dateigröße
563 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Master Bildung und Medien (eEducation)
Schlagworte
Weblogs, Bildungswissenschaften, Web 2.0, ID-Modelle, Bildung und Medien, Schule, Neue Medien
Arbeit zitieren
Dennis Nolte (Autor), 2011, Weblogs in den Bildungswissenschaften, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/175572

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Titel: Weblogs in den Bildungswissenschaften



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