Am 25.11.2009 schockte das als aufstrebend und prosperierend geltende Wüstenemirat Dubai die internationalen Finanzmärkte mit der unerwarteten Mitteilung, nicht länger in der Lage zu sein, fällig gewordene Verbindlichkeiten gegenüber den Gläubigern der staatseigenen Investmentgesellschaft Dubai World begleichen zu können. Von diesem Zeitpunkt an wurde klar, dass die globale Finanzkrise auch Dubai voll erfasst hatte, womit angesichts des starken wirtschaftlichen Wachstums der vorangegangenen Jahre – welches insbesondere durch prestigeträchtige, das Prädikat „State of the Art“ tragende, faszinierende Bauprojekte versinnbildlicht wurde – nur wenige Außenstehende gerechnet hatten. Der Verfasser der vorliegenden Arbeit hatte die Gelegenheit, nur wenige Wochen nach dem öffentlichen Eingeständnis der Zahlungsprobleme, an einer Business School in Dubai teilzunehmen und vor Ort einen Eindruck von der wirtschaftlichen Lage zu gewinnen. Basierend auf zahlreichen Vorlesungen, Visiten und Unternehmenspräsentationen, die im Rahmen des Business School-Programms abgehalten wurden sowie auf der Auswertung einschlägiger Literatur, soll im Folgenden ein Ausblick auf die zukünftige Entwicklung Dubais in wirtschaftlicher Hinsicht sowie auf die unternehmerischen Bedingungen gewagt werden. Es wird zu klären sein, ob das durch ehrgeizige und beeindruckende Bauwerke wie den Burj al Arab (weltweit einziges 7 Sterne Hotel), Burj al Khalifa (höchstes Gebäude der Welt), Palm Islands (als „achtes Weltwunder“ vermarktet ) und The World (Nachbildung der Welt in Form von 300 künstlich geschaffenen Inseln) bekannt gewordene Emirat am Persischen Golf gleich der faszinierenden Wüstenblume „Rose von Jericho“ in Zukunft wieder aufblühen oder von seinen sich auf schätzungsweise 80 Mrd. US$ belaufenden Schulden erdrückt werden und somit endgültig verwelken wird.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Weltwirtschaftliche Implikationen
Wirtschaftliche Lage in Dubai
Kapitalbeschaffung
Politische Aspekte
Kulturelle Aspekte
Rechtlicher Rahmen
Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit gibt eine fundierte Bestandsaufnahme der wirtschaftlichen Situation Dubais nach der Finanzkrise und untersucht unternehmerische Rahmenbedingungen. Das primäre Ziel ist es, auf Basis einer fundierten Analyse des aktuellen Umfelds eine zukunftsorientierte Einschätzung für Investoren, Unternehmer und Interessierte zu den Entwicklungschancen und Investitionsmöglichkeiten am Standort Dubai abzugeben.
- Analyse der Auswirkungen der globalen Finanzkrise auf das Emirat Dubai.
- Untersuchung der Bedeutung lokaler kultureller und politischer Faktoren für das Investitionsklima.
- Erörterung der Finanzierungsmöglichkeiten für Unternehmensgründungen unter Berücksichtigung des Islamic Banking.
- Beurteilung des rechtlichen Rahmens und der wirtschaftsfreundlichen Rahmenbedingungen in Freihandelszonen.
- Prognose der zukünftigen wirtschaftlichen Entwicklung unter Berücksichtigung globaler Abhängigkeiten.
Auszug aus dem Buch
Weltwirtschaftliche Implikationen
Die Zukunft Dubais in wirtschaftlicher Hinsicht erscheint zum gegenwärtigen Zeitpunkt weiter unklar, was darauf beruht, dass die globale Finanzkrise nach Ansicht des Autors noch kein zuverlässiges Ende gefunden hat. Während Daten zum weltweiten Wirtschaftswachstum, welche ein global ansteigendes BIP konstatieren und seit 2009 wieder nach oben tendierende Aktienkurse an den internationalen Börsen zwar den Schluss nahe legen, dass die Krise überwunden sei, sprechen gleichwohl gewichtige Umstände gegen ein derartiges Resümee. So ist etwa zu berücksichtigen, dass der Einbruch des US-Immobilienmarktes sich in dauerhaft stagnierenden Häuserpreisen zu perpetuieren scheint. Dies hat zum einen zur Folge, dass die auf dem Immobilienmarkt beruhenden Finanzderivate, welche weiterhin in den Bilanzen zahlreicher Banken ruhen, in ihrem Wert auch für die Zukunft mit hoher Wahrscheinlichkeit niedrig bleiben werden. Zum anderen bewirken die tief liegenden Grundstückspreise verbunden mit einem sich bislang nicht erholenden US-Arbeitsmarkt, der sich mit einer historisch hohen Arbeitslosenquote von 9 % beachtlich negativ auszeichnet, dass sogar die Gefahr von weiteren Abwertungen der auf Hypotheken basierenden Finanzprodukte besteht. Insbesondere Hypothekenschuldner, die möglicherweise nicht nur temporär arbeitslos geworden sind, aber auch solche, die aufgrund der schlechten Arbeitslage einen Job mit lediglich geringer Vergütung angenommen haben, sind u.a. wegen der zunehmenden Belastungen durch steigende Lebenshaltungskosten hoch ausfallgefährdet. Es ist daher nicht ausgeschlossen, dass Banken abermals zu einer für das Investorenvertrauen bedrohlichen Neubewertung ihrer Bilanzen gezwungen werden könnten. Jedenfalls zeigt sich, dass wesentliche Ursachen für die Krise keinesfalls vollständig bewältigt worden sind und deshalb nicht vorschnell die Finanzkrise als bereits überwunden betrachtet werden sollte.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Dieses Kapitel erläutert die globale wirtschaftliche Ausgangslage und die Notwendigkeit einer Analyse Dubais im Kontext der internationalen Finanzkrise.
Weltwirtschaftliche Implikationen: Der Autor beleuchtet die fortbestehenden Risiken und Unsicherheiten der Weltwirtschaft, die als externe Faktoren maßgeblichen Einfluss auf Dubai haben.
Wirtschaftliche Lage in Dubai: Eine detaillierte Untersuchung der Auswirkungen der Krise auf die verschiedenen Wirtschaftssektoren Dubais sowie der Gründe für die wirtschaftliche Verwundbarkeit.
Kapitalbeschaffung: Dieses Kapitel beschreibt die Möglichkeiten der Unternehmensfinanzierung in Dubai, insbesondere unter den Regeln des Islamic Banking.
Politische Aspekte: Eine Analyse des politischen Systems in Dubai und dessen Stabilität vor dem Hintergrund der Umbrüche im arabischen Raum.
Kulturelle Aspekte: Der Text geht auf kulturelle Besonderheiten ein, die für den geschäftlichen Erfolg und die Kommunikation mit Partnern in Dubai essenziell sind.
Rechtlicher Rahmen: Eine Bewertung der rechtlichen Situation, insbesondere des DIFC Rechts und der vorteilhaften Rahmenbedingungen in den Freihandelszonen.
Fazit: Die abschließende Synthese der Ergebnisse zeigt, dass Dubai trotz der Krise langfristig gute Zukunftsperspektiven bietet, sofern die strategischen Anpassungen fortgesetzt werden.
Schlüsselwörter
Dubai, Finanzkrise, Wirtschaftswachstum, Islamic Banking, Investitionen, Immobilienmarkt, Freihandelszonen, politische Stabilität, Unternehmertum, Globalisierung, Kapitalbeschaffung, Infrastruktur, Emiratisierung, Weltmarkt, Unternehmensgründung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet eine umfassende Bestandsaufnahme der wirtschaftlichen Situation des Emirats Dubai nach der globalen Finanzkrise und bewertet die unternehmerischen Rahmenbedingungen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Untersuchung konzentriert sich auf wirtschaftliche, politische, kulturelle und rechtliche Faktoren, die für Investoren und Unternehmen in Dubai von Bedeutung sind.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage dieser Publikation?
Ziel ist es, die Zukunftsfähigkeit Dubais zu beurteilen und aufzuzeigen, ob der Standort trotz der krisenbedingten Herausforderungen weiterhin attraktive Investitionschancen bietet.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Auswertung einschlägiger Fachliteratur sowie den persönlichen Eindrücken und Erkenntnissen des Autors aus einem Programm an einer Business School vor Ort in Dubai.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert die globalen wirtschaftlichen Auswirkungen auf Dubai, die Spezifika der lokalen Unternehmensfinanzierung, das politische Umfeld, kulturelle geschäftsrelevante Aspekte sowie den rechtlichen Rahmen für ausländische Investoren.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Dubai, Finanzkrise, Investitionsklima, Islamic Banking, Freihandelszonen und wirtschaftliche Rahmenbedingungen.
Warum spielt das Islamic Banking eine so große Rolle bei der Kapitalbeschaffung?
In Dubai ist die Vergabe von Geld gegen Zinsen (Riba) untersagt. Daher müssen sich Unternehmen auf zinslose islamische Finanzprodukte wie Al-Musharaka oder Al-Mudaraba stützen.
Welchen Einfluss haben die Freihandelszonen auf die Rechtssicherheit für Unternehmen?
Freihandelszonen wie das DIFC bieten ein eigenes, international geprägtes Rechtssystem, das auf Transparenz ausgelegt ist, die Rechtsunsicherheit reduziert und arbeitsrechtliche Bedingungen für Arbeitgeber vorteilhafter gestaltet.
- Arbeit zitieren
- Dominik Sibarani (Autor:in), 2011, Dubai nach der Finanzkrise, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/175702