Weblogs als neues Kommunikationsmedium in der Bildungswissenschaft – Beschreibung, Umsetzung und Reflexion einer eigenen Weblogidee


Hausarbeit, 2010

24 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Funktionen und Motive von Weblogs
2.1 Weblog als Contentmanagementsystem
2.2 Weblog als inhaltsorientierte Lernunterstützung
2.3 Individuelle Lernenden- Weblogs als inhalts- und diskursorientierte Unterstützung
2.4 Gemeinsamer Gruppenweblog als inhalts- und diskursionsorientierte Lernunterstützung
2.5 Lernjournal

3 Verfahrensschritte des Instructional Design

4 Der Weblog ,Schäden an Dieselmotoren - deren Ursachen, Vermeidung und Behebung'
4.1 Thematik des Weblogs
4.2 Der Bildungswissenschaftliche Hintergrund des Weblogs
4.3 Elemente und Funktionen des Weblogs
4.4 Anwendung der Verfahrensschritte des ID auf den Weblog

5 Reflektion

6 Anhang

7 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Das Internet, das vor ca. 15 Jahren den Einzug in die private Haushalte gefunden hat, veränderte die Gesellschaft grundlegend. Castells (2001) spricht von einem neuen Zeitalter, dem Zeitalter der Netzwerkgesellschaft.

Durch diese Netzwerkgesellschaft hat sich die komplette Kommunikation verändert. Die bisherige Kommunikation verlief fast ausschließlich mit Menschen aus der näheren reellen Umgebung. Nun ist es möglich über die neuen Medien wie Internet und ihren tools wie z.B. skype, facebook, twitter mit Menschen aus der ganzen Welt in Kontakt zu treten. (vgl. Bastiaens, Schrader& Deimann, 2010, S. 12)

Diesen veränderten Kommunikationsstrukturen und den damit verbundenen zukünftigen Anforderungen an die Gesellschaft muss sich die Bildungswissenschaft stellen. Eine neue Schlüsselqualifikation heißt Medienkompetenz.

Um in Informations- und Netzwerkgesellschaft bestehen zu können wird diese Kompetenz immer wichtiger. Medienkompetenz ist nach Baacke (1998) neben dem Lesen , Sprechen und Schreiben eine weitere Kulturtechnik.

Nach Baacke (1998) lässt sich die Medienkompetenz in 4 weitere Kompetenzen aufteilen:

Es geht darum zu wissen, welche verschiedenen Medien es gibt (1. Kompetenz Medienkunde) und wie sie eingesetzt werden können (2. Kompetenz Mediennutzung). Des weiteren sollte der heutige Mensch auch in der Lage sein, selbst am Mediengestaltungsprozess teilzunehmen (3. Kompetenz Mediengestaltung) und Medienentwicklungen kritisch zu betrachten (4. Kompetenz Medienkritik).

Um diese Kompetenzen für die Aus- und Weiterbildung zu nutzen und auch weiter zu fördern werden im Bildungsbereich in Zukunft immer mehr webbasierte Medien eingesetzt werden. Ein Medium stellt der Weblog dar. Weblogs sind ein preiswertes und einfach zu handhabendes Mittel um sich im Internet zu präsentieren und sind mittlerweile weit verbreitet.

In dieser Hausarbeit sollen die Einsatzmöglichkeiten von Weblogs als Kommunikationsmedium im Bildungsbereich näher untersucht werden. Dabei wird eine eigene Weblogidee zu Grunde gelegt.

2 Funktionen und Motive von Weblogs

2.1 Weblog als Contentmanagementsystem

Contentmangementsystem ist ein Begriff aus der englischen Sprache und heißt übersetzt Inhaltsverwaltungssystem. In einem solchen webbasierten System können Inhalte auf Text- und Multimediabasis erstellt, bearbeitet und verwaltet werden. Weblogs können im Bereich Bildung als solches System eingesetzt werden. Dabei verläuft die Kommunikation zum überwiegenden Teil vom Lehrenden zum Lernenden. Die Lehrenden können neben Texten, und Inhalten auch Aufgaben in den Weblog integrieren. Rückfragen sind dem Lernenden nur durch Kommentare möglich. (vgl. Bastiaens et al., 2010, S. 52)

Röll (2005, S. 9) merkt kritisch an, dass die Kommentarfunktion eines Weblogs so aufgebaut ist, dass Kommentare nur linear angeordnet und nicht skalierbar sind. Dadurch ist sie für längere Diskussionen unter den Teilnehmern weniger geeignet.

2.2 Weblog als inhaltsorientierte Lernunterstützung

Hier haben die Lernenden zusätzlich zu der in Kapitel 2.1 genannten Feedbackmöglichkeit die Möglichkeit Ihre Seminararbeiten in den Weblog zu stellen und zu den Inhalten beizutragen. (vgl. Bastiaens et al., 2010, S. 53). Der Webblog ist hiermit ein zentrales Mittel Inhalte zu veröffentlichen. Die Inhalte können dann von den einzelnen Teilnehmern eingesehen und auch kommentiert werden.

2.3 Individuelle Lernenden- Weblogs als inhalts- und diskursorientierte Unterstützung

Bei diesem Szenario gibt es einen Hautptweblog, der weiterhin vom Lehrenden gesteuert wird. Weiterhin besitzt jeder Lernende seinen eigenen, individuellen Weblog. (vgl. Bastiaens et al., 2010, S. 54)

Der Teilnehmer kann über die Liste der Weblogs oder auch eine persönliche Zusammenstellung der Weblogs die anderen Teilnehmer und den Kursleiter verfolgen. Die Teilnehmer sollen über die Kommentarfunktion und Trackback miteinander kommunizieren.

(vgl. Röll, 2005, S. 12)

2.4 Gemeinsamer Gruppenweblog als inhalts- und diskursionsorientierte Lernunterstützung

In diesem Konzept besteht ein Weblog, der von einer Lerngruppe genutzt wird. Nach Bastiaens et al. (2010, S. 56) erarbeiten die Lernenden gemeinsam in diesem Weblog ein Lernergebnis. Der Lehrende greift nicht in diesen Weblog ein. Gerade bei eigenverantwortlichem, konstruktivistischem Lernen ist diese Kooperation wichtig (vgl. Groß & Hülsbusch, 2005, S. 52).

2.5 Lernjournal

Beim Lernjournal wird das Gelernte vom Lernenden in einer Art Tagebuch niedergelegt. Die Reihenfolge ist dabei umgekehrt chronologisch. Durch das Verknüpfen von neuem Wissen mit bereits gelerntem und der daraus entstehende Abgleich wird das Wissen reflektier.t (vgl. Bastiaens et al., 2010, S. 56) Die Lernenden erstellen ihr individuelles Lernjournal selbständig. Dadurch erlernen sie Selbstorganisation.

Die Möglichkeit über eine Kommentarfunktion mit Mitlernenden in Kontakt zu treten ist für die Lernenden aber auch gegeben. Dadurch werden die sozialen Prozesse und die Konversation gefördert. Nach Groß & Hülsbusch (2010, S. 52) besteht darin der große Unterschied zu klassischen Lerntagebüchern, in denen die Teilnehmer überwiegend alleine lernen.

3 Verfahrensschritte des Instructional Design

Instructional Design kurz ID beschreibt als Begriff die Theorien und Modelle zur Gestaltung von Unterricht und Lernumgebungen. Im Deutschen wird auch der Begriff Instruktionspsychologie als Synonym verwendet.

Nach Zimbardo & Gerrig (1999, S. 686) ist dieser Begriff durch folgende Merkmale gekennzeichnet:

- ID bzw. Instruktionspsychologie sind Grundlagenwissenschaften und zeigen dem Anwender die theoretischen Hintergründe des Anleitens und Vermittels auf.
- ID bzw. Instruktionspsychologie erforscht Vermittlungsprozesse in den einzelnen Lerndisziplinen.

ID ist ergebnisorientiert und durchläuft den Regelkreis:

Bedarfsanalyse -> Konzeption -> Entwicklung -> Einsatz -> Evaluation (vgl. Reinmann, 2010a, S. 40)

In der Bedarfsanalyse wird der Lernbedarf der Lernenden festgelegt. (vgl. Reinmann, 2010a, S. 39). Es muss eine genaue strukturierte Analyse des zu Erlernenden erarbeitet werden. (vgl. Gagné, Briggs & Wager, 1992, S. 147) Zum Beispiel soll der Schüler das Reifenwechseln lernen. Es ist nun zu ermitteln in welche einzelnen Tätigkeiten das Reifenwechseln untergliedert werden kann. Zum Beispiel muss das Auto mit dem Wagenheber gehoben werden und gesichert werden. Immer setzen sich Fähigkeiten aus anderen Fähigkeiten zusammen.

Dabei sind auch die verschiedenen Lerntypen zu berücksichtigen. Nach Vester (1998, S. 50­51) gibt es auf der einen Seite den haptischen Typ der durch Anfassen oder durch Fühlen lernt. Andere lernen Inhalte abstrakt und verbal, zum Beispiel aus Formeln.

Die Bedarfsanalyse soll zukunftsorientiert sein und sich nicht mit dem was die Lernenden jetzt lernen sondern mit dem was die Lernenden später mit dem Gelernten tun werden, auseinandersetzen, (vgl. Gagné et al., 1992, S.145). Das heißt welche zukünftige Bedeutung wird das Gelernte im Leben des Lernenden einnehmen.

In der Konzeption werden die einzelnen Lernziele festgelegt (vgl. Reinmann, 2010a, S.39) Aus übergeordneten Lernziele müssen untergeordnete Lernziele entwickelt werden. Weiterhin gibt es Lernziele, die mit dem Ende einer Kurseinheit erreicht sind und darüber hinauslaufende Lernziele eventuell sogar lebenslängliche Lernziele (vgl. Gagné et al., 1992, S.167)

Mit der Entwicklungsphase ist die konkrete Umsetzung in Lernmaterialien gemeint. Zum Beispiele in Texte, Inhalte und Materialien (vgl. Reinmann, 2010b, S. 40). Dabei spielen auch die Lernmodelle, die zum Beispiel nach behavioristischen, kognitivistischen oder konstruktiv­istischen Zügen gestaltet sein können, eine wichtige Rolle. (vgl. Reinmann, 2010a, S. 98 -142)

In der Einsatzsatzphase wird der entwickelte Weblog in der Praxis eingesetzt.

In der Evaluation wird die Sequenz der Instruktion reflektiert und bei positiven Ergebnis in den 'Echtbetrieb' überführt. Ansonsten werden Modifizierungen durchgeführt. (vgl. Reinmann, 2010a, S. 40).

Für die Evaluation gibt es verschiedene Variablen, die überprüft werden können und auf Grund derer eine Evaluation durchgeführt werden kann. (vgl. Gagné et al., 1992, S. 167). So zum Beispiel ist die Befähigung und Neigung des Studenten zu evaluieren, ein bestimmtes Lernziel zu erreichen. Dies kann zum Beispiel auf Basis von Tests erfolgen. Weiterhin gibt es nach Gagné et al. (1992, S.167) die Variable der Lernunterstützung. Das heißt hier wird untersucht, welche Lernunterstützung von Außen gegeben wird, z. B. von Lehrern, Mitlernenden usw..

[...]

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten

Details

Titel
Weblogs als neues Kommunikationsmedium in der Bildungswissenschaft – Beschreibung, Umsetzung und Reflexion einer eigenen Weblogidee
Hochschule
FernUniversität Hagen  (Modul 1 / Master Bildung und Medien)
Veranstaltung
Lehren und Lernen in der Wissensgesellschaft
Note
1,3
Autor
Jahr
2010
Seiten
24
Katalognummer
V175703
ISBN (eBook)
9783640967582
ISBN (Buch)
9783640967674
Dateigröße
794 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
weblogs, kommunikationsmedium, bildungswissenschaft, beschreibung, umsetzung, reflexion, weblogidee
Arbeit zitieren
Stefan Busch (Autor), 2010, Weblogs als neues Kommunikationsmedium in der Bildungswissenschaft – Beschreibung, Umsetzung und Reflexion einer eigenen Weblogidee, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/175703

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